Solarschindeln

Solarschindeln: die Alternative zum Modul

Bei Photovoltaik ist das große, tafelförmige Modul der Standard. Nicht jedem gefällt die Optik der großen Paneele, weshalb sich viele Hausbesitzer nach einer Alternative umsehen. Eine Möglichkeit, dezent Strom aus der Sonne zu gewinnen, ist die Solarschindel. Dieser Beitrag erklärt Funktion, Hersteller und Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Solarschindeln sind Dachziegel mit integrierter Solarzelle und ersetzen die Dacheindeckung.
  • Sie sind Dacheindeckung und Stromerzeuger in einem und werden vollflächig verlegt.
  • Vorteile sind die dezente Optik, die vollflächige Nutzung und die Wertsteigerung der Immobilie.
  • Nachteil sind die höheren Installations- und Verkabelungskosten gegenüber Standardmodulen.
  • In Deutschland bieten mehrere Hersteller entsprechende Produkte an.

Ein altes Konzept, neu belebt

Die Idee der Solarschindel ist nicht neu und existierte schon lange vor den bekannten Ankündigungen großer Konzerne. Frühe Produkte scheiterten jedoch an der Wirtschaftlichkeit, da das Einkleben und Verdrahten kleiner Solarzellen auf jedem einzelnen Ziegel sehr aufwendig war. Große Solarmodule sind dagegen mit wenigen Handgriffen montiert. Dennoch ist die Idee der Solardachpfanne nie ausgestorben, weil die dezente Optik und die vollflächige Verwandlung des Daches in ein Kraftwerk für viele reizvoll bleiben.

Vorteile von Solarschindeln

Bei genauerer Betrachtung zeigen sich mehrere Vorteile der Solardachziegel: Sie bieten eine kombinierte Dacheindeckung, nutzen die Dachfläche vollflächig und steigern den Wert des Hauses. Der größte Vorteil ist, dass sie keine zusätzliche Auflage auf dem Dach sind, sondern die Dacheindeckung selbst bilden. Ein herkömmliches Aufdachmodul liegt nur auf dem vorhandenen Dach auf und trägt nichts zum Schutz vor Regen und Schnee bei, während die Solarschindel Eindeckung und Stromerzeuger zugleich ist. Da sie vollflächig verlegt wird, kann sie einen höheren Stromertrag liefern als tafelförmige Module, die nur einen Teil des Daches abdecken. Zudem sind Solardachziegel weitgehend wartungsarm und verursachen kaum mehr Pflegeaufwand als ein normales Dach, was sich ebenfalls wertsteigernd auswirkt.

Hersteller und Kosten

In Deutschland sind Solarschindeln einiger großer internationaler Anbieter bislang kaum verfügbar. Stattdessen bieten mehrere Hersteller ähnliche Produkte an, die auf das Konzept aus Dachschindel und Solarzelle setzen, darunter autarq, Panotron, SED und Solteq. Die Materialien reichen von Schiefer über Trapezbleche bis zu Dachpfannen mit integriertem Photovoltaikmodul, und optisch überzeugen die Produkte. Die reinen Einzelziegel kosten ab etwa 11 Euro, während eine gewöhnliche Dachpfanne schon für unter einem Euro zu haben ist. Hinzu kommen die Installationskosten, wobei der Mehraufwand für Verkabelung und Anschluss beträchtlich ist. Solarschindeln sind daher in der Anschaffung deutlich teurer als eine konventionelle Eindeckung plus Standardmodul.

Lohnt sich die Investition?

Zur Kostenbetrachtung gehört auch der Ertrag, den Sie mit dem selbst erzeugten Strom erzielen. Ob Sie ihn einspeisen oder selbst verbrauchen, ein Solardach amortisiert sich über die Jahre, was ein noch so günstiges konventionell eingedecktes Dach nicht leisten kann. Solarschindeln eignen sich vor allem für Bauherren und Sanierer, die ohnehin das Dach neu eindecken und dabei Wert auf eine ansprechende, unauffällige Optik legen. Wer dagegen vor allem auf möglichst niedrige Kosten je Kilowatt Leistung achtet, fährt mit klassischen Modulen meist günstiger. Vor der Entscheidung lohnt sich eine fachliche Beratung, die Ertrag, Kosten und Optik für Ihr konkretes Dach gegenüberstellt. So finden Sie heraus, ob die dezente, hochwertige Lösung der Solarschindel für Ihr Vorhaben die richtige Wahl ist.

Solarschindeln im Vergleich zum Modul

Ob Solarschindeln oder klassische Module die bessere Wahl sind, hängt stark vom Einzelfall ab. Für die reine Wirtschaftlichkeit je Kilowatt Leistung sind herkömmliche Aufdachmodule meist im Vorteil, da sie günstiger und schneller zu installieren sind. Solarschindeln punkten dagegen dann, wenn ohnehin eine neue Dacheindeckung ansteht, wenn Wert auf eine unauffällige, hochwertige Optik gelegt wird oder wenn denkmalschutzrechtliche Vorgaben große Aufdachmodule ausschließen. In diesen Fällen kann die integrierte Lösung ihre Stärken voll ausspielen.

Da Solarschindeln Dach und Kraftwerk vereinen, sparen sie zudem die Kosten einer separaten Dacheindeckung, was den Preisunterschied zum reinen Modul relativiert.

Fazit

Solarschindeln sind eine elegante Alternative zum klassischen Solarmodul, die Dacheindeckung und Stromerzeugung in einem Produkt vereint. Sie überzeugen durch dezente Optik, vollflächige Nutzung und eine mögliche Wertsteigerung der Immobilie, sind in der Anschaffung aber teurer und aufwendiger zu installieren. In Deutschland bieten mehrere Hersteller entsprechende Produkte an. Ob sich die Investition lohnt, hängt vom Ertrag, den Kosten und den ästhetischen Ansprüchen ab. Wer ohnehin das Dach erneuert und Wert auf ein harmonisches Erscheinungsbild legt, findet in der Solarschindel eine attraktive Lösung.

Wichtig ist bei Solarschindeln eine fachgerechte Planung und Installation durch einen erfahrenen Betrieb, denn die vielen einzelnen Elemente müssen sauber verlegt, verkabelt und angeschlossen werden. Fehler bei der Montage können sowohl die Dichtigkeit des Daches als auch den Stromertrag beeinträchtigen. Der entscheidende Unterschied zum Standardmodul liegt in der Leistung je Fläche: Solarschindeln erreichen deutlich weniger Watt je Quadratmeter, weil Befestigung und Überlappung Fläche kosten. Auf einem Dach mit begrenzter Fläche bedeutet das weniger Ertrag bei höherem Preis, weshalb sie vor allem dort infrage kommen, wo Optik oder Denkmalschutz den Ausschlag geben.

Solarschindeln stehen damit exemplarisch für den Trend, Photovoltaik unauffällig in die Gebäudehülle zu integrieren. Mit der Weiterentwicklung der Technik und sinkenden Kosten dürften solche integrierten Lösungen künftig für immer mehr Bauherren interessant werden, die Stromerzeugung und ansprechende Optik verbinden möchten.