Ein großer Vorteil der Sonnenenergie ist ihre kostenlose Verfügbarkeit. Dem steht die schwankende Sonnenscheindauer in gemäßigten Klimazonen entgegen, denn oft scheint die Sonne gerade dann selten, wenn viel Wärme gebraucht wird. Wir erklären, ob und wann eine Solarthermie zur Heizungsunterstützung sinnvoll ist.

Solarthermie zur Heizungsunterstützung als schematische Darstellung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Solarthermie erzeugt Wärme für Warmwasser und zur Heizungsunterstützung. Sie ist nicht mit der Photovoltaik zu verwechseln, die Strom erzeugt.
  • Zur reinen Warmwasserbereitung deckt sie oft rund 60 Prozent, zur Heizungsunterstützung sind grob ab 20 Prozent Einsparung realistisch, je nach Anlage und Energieträger.
  • Die Anlage lässt sich als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschussen. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

Solarthermie erzeugt Wärme, Photovoltaik erzeugt Strom

Wichtig ist zunächst die Abgrenzung: Eine Solarthermie sammelt über Kollektoren die Wärme der Sonne und nutzt sie direkt für Warmwasser und Heizung. Die Photovoltaik dagegen erzeugt aus Sonnenlicht elektrischen Strom, der im Haushalt genutzt, gespeichert oder ins Netz eingespeist werden kann. Beide Techniken nutzen die Sonne, verfolgen aber unterschiedliche Zwecke. Bei der Heizungsunterstützung ersetzt die Solarthermie zeitweise den Brennstoff, mit dem die Heizung sonst betrieben wird, und kann entweder nur das Warmwasser bereiten oder zusätzlich die Raumheizung unterstützen.

Einsatzgebiete und Funktionsweise

Eine Heizungsanlage erzeugt Wärme für Räume und Warmwasser. Ein typisches Beispiel ist eine Solarthermie, die es in den Sommermonaten ermöglicht, die Heizung abzustellen, da die Warmwasserversorgung dann allein über Solarenergie erfolgt. Fortschrittliche Speichertechnik hält die gewonnene Wärme kurzzeitig vor, für die Überbrückung von Tagen oder Wochen reicht sie jedoch nicht aus. Wer zusätzlich Strom über eine Photovoltaikanlage erzeugt, kann diesen im Haushalt nutzen oder überschüssigen Strom einspeisen und verkaufen, was die Wirtschaftlichkeit verbessert.

Dimensionierung und Kollektoren

Bei der Auslegung sind zunächst die Zielvorgabe und die individuellen Bedingungen zu erfassen, etwa die Art der Warmwasserversorgung, die Gebäudegröße, die verfügbare Dachfläche mit Neigung und Ausrichtung für die Montage der Warmwasserkollektoren, das lokale Klima, die Dämmung sowie die Speichertechnik. Zur Wahl stehen Flach- und Röhrenkollektoren, wobei Röhrenmodelle bei gleicher Leistung etwa zwanzig Prozent weniger Fläche benötigen. Als grobe Richtwerte gelten für die Warmwasserversorgung rund 1,5 Quadratmeter Flachkollektorfläche je Person, für die Heizungsunterstützung eher rund 2,3 Quadratmeter je Person. Das Speichervolumen sollte mindestens der doppelten täglichen Warmwassermenge entsprechen, für die Heizungsunterstützung rechnet man grob mit rund 50 Litern je 10 Quadratmeter beheizter Fläche.

Sparpotenziale und Amortisation

Für die reine Warmwasserbereitung werden häufig rund 60 Prozent Deckung durch die Solarthermie angestrebt. Bei der Nachrüstung zur Heizungsunterstützung sind Einsparungen ab etwa 20 Prozent realistisch. Wie hoch die tatsächliche Ersparnis ausfällt, hängt stark vom bisherigen Energieträger ab: Bei teuren Energieträgern wie Öl oder Strom sinken die laufenden Kosten spürbar, während der Effekt bei einer bereits sehr sparsamen Wärmepumpe, die kostenlose Umweltwärme nutzt, geringer ausfällt. Die Amortisation liegt bei einer Solarthermie zur Heizungsunterstützung grob zwischen 12 und 15 Jahren, wobei Fördermittel diese Amortisationszeit deutlich verkürzen können.

Förderung 2026

Die Solarthermie-Förderung unterstützt den Einbau staatlich, egal ob die Anlage einzeln oder zusammen mit einem Öl-Brennwertkessel oder einer Wärmepumpe installiert wird. Als Einzelmaßnahme lässt sich der Einbau über die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim BAFA bezuschussen, in der Regel mit einem Zuschuss von 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Wird die Solarthermie im Zuge eines kompletten Heizungstauschs mit einer förderfähigen Heizung wie einer Wärmepumpe kombiniert, kann die Förderung über die KfW mit höheren Sätzen und Boni ausfallen. Wichtig ist in allen Fällen: Der Förderantrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden, und ein hydraulischer Abgleich gehört zu den üblichen Voraussetzungen. Da sich Förderprogramme ändern können, empfiehlt sich vorab ein Blick auf die aktuellen Konditionen sowie eine Beratung durch einen Energieeffizienz-Experten. Die früheren festen BAFA-Zuschüsse mit Kombinations- und Zusatzboni gelten in dieser Form nicht mehr.

Fazit

Zusammengefasst kann eine Solarthermie zur Heizungsunterstützung durchaus sinnvoll sein, da sie kostenlose Sonnenwärme nutzt und den Verbrauch des Grundheizsystems senkt. Im Sommer deckt sie oft den gesamten Warmwasserbedarf, in der Heizsaison unterstützt sie die Raumheizung und spart je nach Energieträger grob ab 20 Prozent. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind die Auslegung, der bisherige Energieträger und die Nutzung von Fördermitteln. Wer die Anlage fachgerecht dimensionieren lässt, die aktuelle Förderung nutzt und die Solarthermie nicht mit der stromerzeugenden Photovoltaik verwechselt, trifft mit ihr eine fundierte Entscheidung für eine Wärmeversorgung auf erneuerbarer Basis.

Bei der Entscheidung für eine Solarthermie zur Heizungsunterstützung sollten Sie stets das gesamte Heizsystem betrachten. Am besten harmoniert sie mit einem Speicher, der die tagsüber gewonnene Wärme für die Abend- und Nachtstunden vorhält, sowie mit einem gut eingestellten Grundheizsystem. In Kombination mit einer modernen Heizung und einer guten Dämmung lässt sich der Anteil der Sonnenwärme maximieren, sodass sich die Investition schneller bezahlt macht und der Verbrauch fossiler Energieträger spürbar sinkt.

Zu bedenken ist außerdem die zunehmende Bedeutung erneuerbarer Wärme im Rahmen der aktuellen Klimaziele. Da neu eingebaute Heizungen einen wachsenden Anteil erneuerbarer Energien nutzen müssen, kann eine Solarthermie einen sinnvollen Baustein darstellen, um diesen Anteil zu erhöhen und fossile Energieträger zu ergänzen. In Kombination mit einer Wärmepumpe oder einer modernen Brennwertheizung trägt sie so nicht nur zur Kostensenkung, sondern auch zur Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen bei.