Der Spitzenlastkessel als Heizungsunterstützung

Milde Winter, kalte Frühjahre und warme Herbsttage können strengen Wintern, Jahrhundertkälte und langen Frostphasen folgen. Naturgemäß muss die Heizungsanlage in einem Gebäude während vieler unterschiedlicher äußeren Gegebenheiten für die erforderliche Wärmeleistung sorgen. Die Bandbreite reicht von kühlen Spätsommertagen bis zu frostigen Winterwochen.

spitzenlastkessel infografik

In extremen Heizperioden kann das zum permanenten „Bollern“ der Heizung am maximalen Leistungslimit führen. Diese Auslastung der Vollbenutzungsstunden befindet sich jenseits der vorteilhaften effizientesten und ressourcenschonendsten Betriebsintensität. In diesen Momenten kommt der zusätzliche Spitzenlastkessel zum Einsatz.

Aufgabe von einem Spitzenlastkessel

Neben seiner Aufgabe als „Feuerwehr“ in Zeiten erhöhten Wärmebedarfs hilft der Spitzenlastkessel das Verhältnis von Heizleistung und Betriebsstunden zu beeinflussen. Denn durch den Einsatz eines Spitzenlastkessels lassen sich die Betriebsstunden des Hauptkessels dem technischen Optimum anpassen.

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Das  „Einspringen“ des Spitzenlastkessels ist insbesondere bei einem BHKW oder einer Brennstoffzelleneheizung unverzichtbar, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Die jährliche Betriebsstundenzahl wird durch einen verhältnismäßig tief „heruntergeregelten“ Volllastbetrieb erreicht.

Vorteile bei hohem Wärmebedarf und einem BHKW

Bei der Auslegung eines Blockheizkraftwerkes übernimmt der Spitzenlastkessel ergänzende Teileinsätze, wenn die niedrige Einstellung der Hauptheizung zur Überlastung führen würde. Zudem empfiehlt sich ein Reservekessel bei einem erhöhten Heizwärmebedarf durch die Bewohnungssituation wie größere Besucherbeherbergung. Als Notkessel bei einem Ausfall oder Defekt des Hauptkessels sichert er immer eine Wärmegrundversorgung.

Alten Kessel umwidmen oder neu kaufen

Die Umwidmung eines ehemaligen „normalen“ Kessels zu einem Spitzenlastkessel ist in vielen Fällen bei einer Heizungssanierung möglich. Gängig ist dieses Vorgehen beim Einrichten eines Blockheizkraftwerks. Der Kessel erlaubt mit seiner neuen Funktion die optimale Anpassung von Leistung zu Zeit. Selbst wenn der „veraltete“ Spitzenlastkessel nicht mehr mit der bestmöglichen Energieeffizienz arbeitet, kann das in der Wirtschaftlichkeitsberechnung eine geringe und daher nachgeordnete Rolle spielen. Für neue Heizungsanlagen sind Komplettanlagen mit zwei Kesseln und zentraler integrierter Steuerung erhältlich. So finden sich Wärmepumpenmodelle mit Auslegung und Steuerungsanschluss für einen Spitzenlastkessel von Buderus.

Beiden Kesseln die passende Aufgabe zuweisen

Die Ansteuerung beziehungsweise die Verteilung der Heizkrafterzeugung zwischen Spitzenlast- und Hauptkessel ist elementare Voraussetzung. Wenn keine einstellbare automatisch auslösende Steuereinheit vorhanden ist, kann das „Anwerfen“ des zusätzlichen Kessels auch per Hand erfolgen. Wichtig ist die Berechnung der äußeren Faktoren und das Aufstellen einer Art „Indikatorenliste“. Nach dem Prinzip „wenn …, dann …“ wird der zweite Heizkessel zugeschaltet. Dabei sind Außentemperaturen, Wärmebedarf und Zeiträume die entscheidenden Parameter.

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Bei der Verwendung von zwei Heizkesseln sollte immer ein Heizungsfachmann zur Planung der Steuerung einbezogen werden. Ein „falsch“ auslösendes Zweikesselsystem erwirkt ansonsten das Gegenteil des Beabsichtigten: Der Brennstoffverbrauch steigt, die Effizienz sinkt und der Verschleiß der Anlage erhöht sich.

Seltener getaktete wärmegeführte Kraftwerke

Wenn eine Kraft-Wärme-Kopplung als Heizungsanlage betrieben wird, wirkt der Zweitkessel fast ausschließlich thermisch auf das Gesamtbetriebsergebnis. Der Betriebsstrom für den zusätzlichen Wärmeerzeuger kann durch die eingeschränkten Nutzungszeiten meist vernachlässigt werden. In einem wärmegeführten Blockheizkraftwerk ist ein technisch wichtiger Zusatznutzen, dass insbesondere in Kleinanlagen wie Miniblockheizkraftwerken die Anzahl der Ab- und Anschaltungen auf ein Minimum reduziert wird.