Standspeicher von Stiebel Eltron Quelle: Stiebel Eltron

Ein Warmwasser-Standspeicher ist eine spezielle Bauform des Warmwasserspeichers. Er nutzt die von der Heizungsanlage erzeugte Wärme, um Brauchwasser für den täglichen Bedarf zu erwärmen, etwa zum Duschen oder Abspülen. Das erwärmte Wasser steht jederzeit zur Verfügung, denn bei korrekt eingestellter Heizung wird es im Speicher stets auf einer voreingestellten Temperatur gehalten. Wir erklären, welches Volumen Sie benötigen, welche Arten es gibt und was ein Standspeicher kostet.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Standspeicher ist ein stehender Warmwasserspeicher, der Brauchwasser über die Heizungsanlage erwärmt und bereithält.
  • Gängige Materialien sind emaillierter Stahl (günstiger, mit Opferanode) und Edelstahl (teurer, wartungsärmer).
  • Als Faustregel gelten rund 30 bis 50 Liter Speichervolumen pro Person im Haushalt.
  • Ein 200-Liter-Speicher kostet je nach Material etwa 800 bis 2.000 Euro.

Gängige Materialien

Während früher fast jeder Standspeicher aus emailliertem Stahl gefertigt wurde, setzen sich zunehmend Speicher aus Edelstahl durch. Der Grund ist der geringere Wartungsaufwand, denn Edelstahl ist deutlich korrosionsbeständiger. Bei einem Emaillespeicher muss die Korrosion durch eine Opferanode verhindert werden. Wird diese nicht regelmäßig gewartet, verringert sich die Lebensdauer des Speichers, da bei verbrauchter Anode der Speicher selbst korrodiert. Ein Warmwasserspeicher aus Edelstahl ist in der Anschaffung teurer und kostet nicht selten das Doppelte, dafür entfällt der Aufwand für die Anode.

Mono- und bivalente Speicher

Standspeicher unterscheiden sich zudem in den Möglichkeiten zur Warmwasserbereitung. Je nach Heizsystem wird zwischen monovalenten und bivalenten Speichern unterschieden:

Monovalent

Bivalent

Bei monovalenten Systemen ist nur ein Wärmetauscher vorhanden, der das Wasser mit der Energie aus dem Heizkessel erwärmt. Bivalente Speicher haben einen zweiten Wärmetauscher und können neben dem Heizkessel auch Wärme aus einer Solarthermie nutzen.

Ein bivalenter Standspeicher ist daher die richtige Wahl, wenn eine Solaranlage vorhanden ist oder geplant wird.

Wie groß sollte der Speicher sein?

Die Dimensionierung richtet sich nach der Personenzahl im Haushalt sowie nach Wärmebedarf und Leistung der Heizungsanlage. Eine gute Faustregel sind rund 30 bis 50 Liter je Person:

  • Für einen Vierpersonenhaushalt sollte der Speicher etwa 200 Liter fassen.
  • Für einen Fünfpersonenhaushalt sind eher 300 Liter zu veranschlagen.

Ein zu groß gewählter Speicher verursacht unnötige Wärmeverluste, ein zu kleiner reicht bei hohem Gleichzeitigkeitsbedarf nicht aus. Die richtige Größe hält den Komfort hoch und die Bereitschaftsverluste gering.

Vor- und Nachteile

Vorteil Nachteil
Günstige Bereitstellung von warmem Brauchwasser, etwa im Vergleich zu Durchlauferhitzern. Zusätzlicher Platzbedarf im Heiz- oder Technikraum. Bei Platzmangel kann ein anderer Speichertyp sinnvoller sein.

Kosten und Effizienz

Wie viel ein Standspeicher kostet, hängt von Material, Volumen und Heizsystem ab. Ein Markengerät ist teurer als ein No-Name-Produkt:

  • Für einen 200-Liter-Speicher aus Emaille entstehen Kosten von etwa 800 bis 1.000 Euro.
  • Für ein entsprechendes Modell aus Edelstahl sind rund 1.500 bis 2.000 Euro zu rechnen.

Für einen effizienten Betrieb ist eine gute Dämmung des Speichers entscheidend, da sie die Bereitschaftsverluste senkt. Achten Sie beim Kauf auf eine hohe Energieeffizienzklasse. In Kombination mit einer Solarthermie oder einer Wärmepumpe leistet ein gut ausgelegter bivalenter Standspeicher zudem einen Beitrag zur Nutzung erneuerbarer Wärme, da er die kostenlos gewonnene Sonnen- oder Umweltwärme zwischenspeichert.

Standspeicher und Wärmepumpe

Beim Einsatz einer Wärmepumpe ist die Auslegung des Standspeichers besonders wichtig. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit niedrigen Temperaturen, weshalb der Wärmetauscher im Speicher ausreichend groß dimensioniert sein muss, um die Wärme auch bei moderaten Vorlauftemperaturen zu übertragen. Spezielle Warmwasser-Wärmepumpenspeicher sind darauf ausgelegt. Wer eine Wärmepumpe plant, sollte den Speicher entsprechend auswählen, damit hoher Warmwasserkomfort bei niedrigem Stromverbrauch erreicht wird. Auch die Frage der Legionellenprävention spielt eine Rolle, da das Wasser regelmäßig ausreichend erwärmt werden muss.

Pflege und Lebensdauer

Damit ein Standspeicher lange hält, sind je nach Bauart Wartungsarbeiten nötig. Bei Emaillespeichern muss die Opferanode regelmäßig kontrolliert und rechtzeitig ersetzt werden, um Korrosion zu verhindern. Bei allen Speichern empfiehlt sich eine gelegentliche Prüfung auf Kalkablagerungen, besonders in Regionen mit hartem Wasser. Eine gute Dämmung und die richtige Temperatureinstellung halten die Bereitschaftsverluste niedrig. Mit dieser Pflege erreicht ein Standspeicher problemlos eine Lebensdauer von vielen Jahren.

Fazit

Ein Standspeicher ist eine bewährte und wirtschaftliche Lösung, um jederzeit warmes Brauchwasser bereitzustellen. Bei der Wahl entscheiden Material, Größe und die Frage, ob eine erneuerbare Wärmequelle eingebunden werden soll. Edelstahlspeicher sind wartungsärmer, Emaillespeicher günstiger in der Anschaffung, benötigen aber eine gepflegte Opferanode. Wer den Speicher passend zur Personenzahl dimensioniert und auf eine gute Dämmung achtet, sichert sich hohen Warmwasserkomfort bei niedrigen Verlusten.

Zusammengefasst ist der Standspeicher eine bewährte Lösung für die Warmwasserbereitung, die sich flexibel an Haushaltsgröße und Heizsystem anpassen lässt. Wer Material, Volumen und Dämmung passend wählt und die nötige Pflege nicht vernachlässigt, erhält über viele Jahre zuverlässig warmes Wasser. In Kombination mit Solarthermie oder Wärmepumpe trägt ein gut ausgelegter Speicher zudem zur Nutzung erneuerbarer Wärme bei.

Vor dem Kauf lohnt sich der Vergleich mehrerer Angebote, da sich Preise und Ausstattung je nach Hersteller unterscheiden. Achten Sie dabei nicht nur auf den Anschaffungspreis, sondern auch auf die Energieeffizienzklasse und die Qualität der Dämmung, die über die laufenden Kosten mitentscheidet.