
Eine Versottung entsteht, wenn Bestandteile der Verbrennungsgase im Schornstein kondensieren. Es bilden sich braune Flecken, oft begleitet von einem unangenehmen Geruch. Das Mauerwerk wird von Teer, Säuren und Wasser durchdrungen. Die Ursache liegt in den natürlichen Vorgängen bei der Verbrennung: Auf ihrem Weg von der Feuerstätte durch den Schornstein bis an die Außenluft kühlen die Rauchgase ab, die unter anderem Säuren, Wasserdampf und unverbrannte Kohlenwasserstoffe enthalten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Versottung entsteht, wenn Rauchgase im Schornstein unter den Taupunkt abkühlen und kondensieren. Braune Flecken und ein stechender Geruch sind typische Anzeichen.
- Risikofaktoren sind niedrige Abgastemperaturen, lange Schornsteinstrecken und unregelmäßige Befeuerung mit Festbrennstoffen. Die entstehende Schwefelsäure schädigt das Mauerwerk.
- Abhilfe schaffen säurefeste Rohre aus Edelstahl, Keramik oder Kunststoff sowie eine vollständige Verbrennung und ein ausreichender Zug im Schornstein.
Wie sich die Gefahr der Versottung verringern lässt
Ein wichtiger Faktor ist die Temperatur. Je niedriger die Ausgangstemperatur der Rauchgase, desto schneller kühlen sie auf ihrem Weg durch den Schornstein ab und desto größer ist die Gefahr, dass sie mit dem Mauerwerk reagieren. Sobald die Gase unter den Taupunkt abkühlen, drohen Schäden. Die niedrigere Temperatur verringert zudem den Auftrieb, sodass die Abgase länger im Schornstein verweilen. Um Schäden zu vermeiden, muss die Heizungsanlage sorgfältig geplant werden. Als Risikofaktoren gelten:
- unregelmäßige Befeuerung mit Festbrennstoffen
- lange Schornsteinstrecken
- geringe Abgastemperaturen bei Niedertemperaturheizungen
Mögliche Maßnahmen
Bewährt haben sich säurefeste Edelstahlrohre, alternativ Rohre aus Keramik oder Kunststoff. Sie werden in den bestehenden Schornstein eingezogen, an den etwa ein Kaminofen angeschlossen ist. Im Rahmen einer Sanierung lässt sich der Schornstein so erhalten und die Versottung stoppen. Wichtig ist außerdem eine möglichst vollständige Verbrennung, denn eine gedrosselte Sauerstoffzufuhr erhöht die Gefahr der Versottung. Verwenden Sie bei Holzfeuerungen nur trockenes Brennholz, da feuchtes Holz die Rauchgastemperatur senkt und die Kondensatbildung fördert.
Risiko bei modernen Kesseln
Niedertemperaturkessel wurden eingeführt, um den Energieverbrauch zu senken. Mit ihren niedrigen Abgastemperaturen stieg jedoch die Zahl der Versottungsfälle. Entscheidend ist daher ein ausreichender Unterdruck und Zug. Ihr Heizungsbauer berät Sie zu baulichen Maßnahmen, die den Zug erhöhen und die Verweildauer der Rauchgase verkürzen. Grundsätzlich sollte der Schornstein möglichst kurz sein und einen passenden Querschnitt besitzen, wobei die vorgeschriebenen Abstände zu brennbaren Bauteilen einzuhalten sind.
Welche Vorgänge im Schornstein ablaufen
Im Kondensat ist unter anderem freie Schwefelsäure enthalten. Sie reagiert mit dem Zement, der sich in Gips umwandelt. Dieser quillt auf und sprengt das Material. An den offenen Stellen dringt Feuchtigkeit ins Mauerwerk ein, im Winter kommt es zu Frostsprengungen und damit zu weiteren Schäden.
Welche Gefahren drohen
Die Schwefelsäure verströmt nicht nur einen unangenehmen Geruch, sie ist auch gesundheitsschädlich. Schon aus diesem Grund gilt es, eine Versottung zu verhindern und die Gesundheit der Bewohner zu schützen. Zugleich ist der Bestand des Schornsteins bedroht. Erfolgt eine Schornsteinsanierung rechtzeitig, lässt sich der Schornstein erhalten und muss nicht abgerissen werden. Lassen Sie den Schornstein regelmäßig vom Schornsteinfeger prüfen, damit erste Anzeichen früh erkannt werden.
Versottung erkennen
Je früher Sie eine Versottung bemerken, desto einfacher und günstiger lässt sie sich beheben. Typische Warnzeichen sind braune oder gelbliche Flecken, die an Wänden im Bereich des Schornsteins durchschlagen, sowie ein hartnäckiger, stechend-säuerlicher Geruch, der besonders bei feuchtem Wetter auffällt. Auch abblätternder Putz oder feuchte Stellen am Schornsteinmauerwerk deuten auf ein Problem hin. Solche Anzeichen sollten Sie ernst nehmen und zeitnah vom Schornsteinfeger oder einem Fachbetrieb begutachten lassen, denn die Schäden schreiten mit der Zeit fort und greifen tiefer in das Mauerwerk ein.
Kosten einer Sanierung
Die Kosten einer Schornsteinsanierung hängen stark vom Zustand des Schornsteins, seiner Höhe und dem gewählten Verfahren ab. Das Einziehen eines Edelstahlrohrs ist in der Regel günstiger als eine aufwendige Neuverkleidung oder gar ein Neubau des Schornsteins. Eben deshalb lohnt es sich, früh zu handeln: Wird die Versottung rechtzeitig gestoppt, genügt oft ein eingezogenes säurefestes Rohr, während ein weit fortgeschrittener Schaden umfangreiche und teure Arbeiten nach sich ziehen kann. Zur Ursache: Versottung entsteht, wenn das Abgas im Schornstein unter den Taupunkt abkühlt und das Kondensat ins Mauerwerk zieht. Typischer Auslöser ist ein moderner Kessel an einem alten, zu weiten Schornstein, dessen kühleres Abgas den Auftrieb nicht mehr schafft. Die Sanierung besteht deshalb fast immer darin, ein passend dimensioniertes Innenrohr einzuziehen.
Vorbeugen ist besser als sanieren
Am wirksamsten begegnen Sie einer Versottung, indem Sie sie von vornherein vermeiden. Achten Sie auf eine vollständige Verbrennung mit ausreichender Luftzufuhr und verwenden Sie bei Holzfeuerungen nur trockenes Brennholz. Ein auf die Heizung abgestimmter Schornsteinquerschnitt und ein guter Zug sorgen dafür, dass die Rauchgase zügig abziehen und nicht auskühlen. Wird eine neue oder modernisierte Heizung mit niedrigen Abgastemperaturen eingebaut, sollte der Schornstein fachgerecht angepasst werden, etwa durch ein passendes Innenrohr. So beugen Sie Schäden vor und erhalten den Schornstein dauerhaft funktionsfähig. Ihr Schornsteinfeger ist dabei der richtige Ansprechpartner und weist Sie bei den regelmäßigen Kontrollen frühzeitig auf mögliche Risiken hin.
Versottung beim Heizungstausch bedenken
Ein besonderes Augenmerk verdient die Versottungsgefahr, wenn eine alte Heizung gegen ein modernes Gerät mit niedrigeren Abgastemperaturen getauscht wird. Wo früher ein Kessel mit hohen Temperaturen für einen kräftigen Auftrieb sorgte, ziehen die kühleren Abgase moderner Anlagen langsamer ab und können im ungünstigsten Fall auskühlen. Der Schornstein muss deshalb zur neuen Heizung passen. In vielen Fällen wird bei der Modernisierung ein passendes Innenrohr eingezogen, das den Querschnitt verkleinert und den Zug verbessert. Ihr Heizungsbauer und der Schornsteinfeger stimmen sich dabei ab und prüfen gemeinsam, welche Anpassungen nötig sind. Wer diesen Punkt schon bei der Planung des Heizungstauschs berücksichtigt, vermeidet spätere Schäden und zusätzliche Kosten und stellt sicher, dass die neue Anlage von Anfang an sicher und effizient arbeitet.
