
Wärmepumpen gibt es in unterschiedlichen Varianten. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich auch als Splitgerät mit Außenaufstellung nutzen. Dieser Beitrag erklärt die Aufstellung sowie die Vor- und Nachteile des Außengeräts.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Nur die Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich mit einem Außengerät betreiben.
- Bei der Aufstellung sind Mindestabstände zu Wänden, Wegen und Nachbarn zu beachten.
- Ein Fundament und eine Verkleidung verbessern Stand und Schallschutz.
- Bepflanzung dient als Sicht- und teilweise als Schallschutz.
- Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus der Außenluft und ist ohne Erschließung installierbar.
Die Arten der Wärmepumpen im Überblick
Nicht alle Wärmepumpen sind gleich. Sie unterscheiden sich vor allem darin, woher sie die Wärme beziehen. In Einfamilienhäusern kommen häufig die Luft-Wasser-Wärmepumpe, die Sole-Wasser-Wärmepumpe, die Wasser-Wasser-Wärmepumpe und die Luft-Luft-Wärmepumpe zum Einsatz. Nur für die Luft-Wasser-Wärmepumpe besteht die Möglichkeit, eine Splitlösung mit Außengerät zu installieren. Sie bezieht ihre Energie aus der Außenluft und gewinnt durch eine ausgefeilte Technik selbst aus kalter Luft Wärme. Zwar zählt sie zu den weniger effizienten Wärmepumpen als erdreich- oder grundwasserbasierte Systeme, dafür kommt sie ohne aufwendige Erschließung aus.
Wo das Außengerät aufstellen?
Bevor Sie sich ein Außengerät anschaffen, sollten Sie die Frage der Aufstellung klären. Zwar sind viele Geräte mit einer schallisolierenden Abdeckung versehen, dennoch müssen Sie Mindestabstände einhalten, um Ihre Nachbarn nicht zu stören. Zu Wänden, Terrassen und Gehwegen sollte der Abstand ausreichend groß sein, und die Ausrichtung sollte so gewählt werden, dass die Schallabstrahlung nicht direkt auf Nachbargrundstücke trifft. Damit das Gerät samt Verkleidung stabil steht, empfiehlt sich ein Bodenfundament. Beachten Sie zudem die örtlichen Vorgaben, da je nach Bundesland und Kommune bestimmte Abstandsregeln gelten können.
Schallschutz und optische Einbindung
Um die Geräuschentwicklung zu mindern, können Sie die Wärmepumpe neben Bepflanzung aufstellen, etwa Sträuchern, Stauden und Gräsern, die zugleich einen guten Sichtschutz bieten und das Gerät im Garten optisch einbinden. Verfügt das Außengerät über keine Abdeckung, lohnt sich eine passende Verkleidung, die den Schallschutz verbessert und das Gerät in Kombination mit Pflanzen nahezu unauffällig macht. Wichtig ist, dass die Verkleidung den Luftstrom nicht behindert, da die Wärmepumpe ausreichend Luft ansaugen und wieder abgeben muss, um effizient zu arbeiten.
Splitgerät mit modularer Bauform
Unter den Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es sogenannte Splitgeräte, bei denen ein Teil der Anlage im Freien und ein zweiter im Heizungskeller aufgestellt wird. Solche Geräte eignen sich besonders, wenn im Haus nur wenig Platz vorhanden ist: Die Inneneinheit steht dann im Gebäude, die Ventilatoreinheit im Freien. Beide Teile sind über Leitungen verbunden, die das Kältemittel transportieren. Die Alternative dazu ist die Monoblock-Bauweise, bei der alle Komponenten in einem einzigen Gehäuse untergebracht sind.
Vor- und Nachteile der Luft-Wasser-Wärmepumpe
Wer eine Luft-Wasser-Wärmepumpe betreibt, hält die Heizkosten gering und verursacht deutlich weniger CO2-Emissionen als mit einer herkömmlichen Heizung. In einem gut gedämmten Haus lohnt sich die Anschaffung, da aufwendige Erschließungsarbeiten entfallen und Geräte für den Außenbereich die Geräuschbelästigung in Grenzen halten. Zu den Nachteilen zählt, dass die Wirtschaftlichkeit vor allem in schlecht gedämmten Häusern und bei langen, sehr kalten Wintern sinkt, da die Luft dann als Wärmequelle weniger Energie liefert. Eine sorgfältige Planung und eine gute Dämmung sind daher entscheidend für einen wirtschaftlichen Betrieb.
Fazit zur Außenaufstellung
Das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist eine platzsparende und vergleichsweise einfach umsetzbare Lösung, da im Inneren des Hauses weniger Platz benötigt wird und keine Bohrungen für Erdsonden oder Brunnen nötig sind. Entscheidend für die Zufriedenheit sind die richtige Standortwahl, die Einhaltung der Abstände und ein guter Schallschutz. Für den Aufstellort gilt zudem das Bauordnungsrecht der Länder: Die meisten verlangen einen Grenzabstand von 3 Metern zum Nachbargrundstück, einzelne haben Wärmepumpen davon inzwischen freigestellt. Klären Sie das vor der Bestellung, denn ein nachträglicher Umzug des Geräts ist teuer. So profitieren Sie von einer effizienten Heizung, ohne dass es zu Konflikten mit der Nachbarschaft kommt.
Zusammengefasst ist das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe eine platzsparende und ohne aufwendige Erschließung umsetzbare Lösung, die sich vor allem für gut gedämmte Häuser eignet. Entscheidend für einen zufriedenstellenden Betrieb sind die richtige Standortwahl, die Einhaltung der Abstände zu Nachbarn und Wegen sowie ein guter Schallschutz durch Verkleidung und Bepflanzung. Ein Fachbetrieb ermittelt den optimalen Aufstellort, dimensioniert die Anlage korrekt und beachtet die örtlichen Vorgaben, sodass Sie eine effiziente Heizung erhalten, ohne Konflikte mit der Nachbarschaft zu riskieren.
Ein weiterer Aspekt bei der Außenaufstellung ist der Schallschutz gegenüber der Nachbarschaft, der in der Praxis häufig zu Diskussionen führt. Moderne Geräte sind zwar deutlich leiser als frühere Modelle, dennoch sollten Sie bei der Standortwahl darauf achten, das Gerät nicht direkt unter Schlafzimmerfenstern oder auf der dem Nachbarn zugewandten Seite zu platzieren. Für die Beurteilung der Schallabstrahlung geben die Hersteller Schallleistungspegel an, die bei der Planung berücksichtigt werden sollten. In vielen Fällen lässt sich durch die richtige Ausrichtung, einen ausreichenden Abstand und eine passende Verkleidung ein Betrieb erreichen, der weder Sie noch Ihre Nachbarn stört. Ein Fachbetrieb kann die zu erwartende Geräuschentwicklung im Vorfeld einschätzen.
Insgesamt ist die Außenaufstellung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für viele Gebäude die praktischste Lösung, da sie im Inneren wenig Platz beansprucht und ohne Erdarbeiten auskommt. Mit der richtigen Planung, einem geeigneten Standort und einem guten Schallschutz lässt sich ein zuverlässiger und nachbarschaftsverträglicher Betrieb erreichen. Maßgeblich ist dabei die TA Lärm: In reinen Wohngebieten gilt nachts ein Richtwert von 35 Dezibel am Fenster des Nachbarn, woraus sich Abstand und Ausrichtung des Geräts rechnerisch ergeben.
