Ein Wandkamin bringt Kaminatmosphäre ins Wohnzimmer, ohne dass umfangreiche Installationsarbeiten nötig sind. Dieser Beitrag stellt die verschiedenen Arten von Wandkaminen vor und erklärt Eigenschaften, Einsatz und Kosten.

Wandkamin und Einbaukamin: der Unterschied

Oft werden die Begriffe synonym verwendet, doch es gibt einen wichtigen Unterschied: Ein Wandkamin wird an die Wand montiert, während ein Einbaukamin in der Wand versenkt wird. Ein Wandkamin für Ethanol benötigt keine Einbaunische und ist dadurch unkompliziert zu montieren. Bei einem Einbaukamin mit Holzbefeuerung sind dagegen ein Abzug und umfangreiche Sicherheitsvorschriften zu berücksichtigen.

Wandkamin

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wandkamine werden an die Wand gehängt und sind einfacher zu installieren als Einbaukamine.
  • Es gibt sie mit Elektrobetrieb, mit Bioethanol und als holzbefeuerte Varianten.
  • Elektro- und Ethanolkamine dienen vor allem der Optik, der Wärmegewinn ist meist zweitrangig.
  • Für echte Heizwärme eignet sich die Holzfeuerung, die aber einen Abzug erfordert.
  • Die Anschaffung liegt je nach Art bei rund 150 bis 250 Euro, holzbefeuerte Modelle kosten mehr.

Elektro- und Ethanolkamine

Im Vergleich zum holzbefeuerten Kamin sind Ethanol- und Elektrokamine einfacher einzubauen und lassen sich auch nachträglich installieren. Der Wärmegewinn ist dabei meist zweitrangig, im Vordergrund steht die Optik, die für eine behagliche Atmosphäre sorgt. Eine Renovierung ist ein guter Anlass, einen solchen Kamin kostengünstig zu installieren; erfahrene Heizungsbauer unterstützen dabei.

Produktbeispiele

Elektrische Wandkamine, etwa von Deuba, liefern eine Leistung um 1.800 Watt, werden mit Fernbedienung geliefert und erzeugen über einen LED-Flammeneffekt ein realistisches Bild. Mehrere Heizstufen erlauben den Einsatz als zusätzliche Wärmequelle. Ethanol-Wandkamine, beispielsweise von Carlo Milano, verbrennen Bioethanol geruchs- und rückstandslos, sodass weder Ruß noch Asche entstehen. Auch günstigere Ethanolkamine, etwa von InterWorld 24, sind erhältlich. Solche Modelle betreiben Sie mit Bioethanol oder Brenngel.

Wichtig ist, vor dem Kauf die Raumgröße zu beachten. Die Hersteller geben an, welches Mindestvolumen ein Gerät beheizen darf. Ein Ethanolkamin benötigt bei einer Deckenhöhe von etwa 2,30 Metern häufig eine Fläche von mindestens rund 20 Quadratmetern, damit genügend Sauerstoff zur Verfügung steht. Das Fassungsvermögen der Brennkammer liegt oft bei einigen hundert Millilitern. Die Preise für Elektro- und Ethanol-Wandkamine bewegen sich meist zwischen etwa 150 und 250 Euro, schwanken aber je nach Anbieter und Ausstattung.

Wandkamin für Holz

Wer den Kamin als primäre Wärmequelle nutzen möchte, sollte die Holzfeuerung wählen. Brennholz sorgt für maximale Heizleistung und echte, behagliche Wärme mit sichtbaren Flammen. Modelle gibt es in verschiedenen Größen und mit hohem Wirkungsgrad. Für einen holzbefeuerten Kamin sind allerdings die baulichen Voraussetzungen entscheidend: Lassen Sie vorab prüfen, ob das Mauerwerk geeignet ist, ob es sich um eine tragende Wand handelt und wie der Abzug der Abgase gelöst wird. Auch die Vorgaben zum Immissionsschutz für neue Feuerstätten sind zu beachten.

Betriebskosten

Fünf Liter Bioethanol kosten im Fachhandel etwa 30 Euro, praktische Starter-Sets liegen bei rund 40 bis 50 Euro. Beim Elektrokamin richten sich die Kosten nach dem Strompreis. Bei einem Preis von rund 0,37 Euro je Kilowattstunde kostet der Betrieb je 1.000 Watt etwa 37 Cent pro Stunde. Ein Gerät mit 2.000 Watt verursacht damit in zwei Stunden rund 1,40 Euro. Elektro- und Ethanolkamine sind deshalb eher für die gelegentliche Nutzung und die Optik gedacht als für dauerhaftes Heizen. Wer regelmäßig echte Wärme möchte, fährt mit einer holzbefeuerten Lösung oder der regulären Heizung günstiger. Insgesamt ist der Wandkamin eine flexible Möglichkeit, ohne großen Aufwand Kaminatmosphäre zu schaffen, wobei die passende Variante von Anspruch, Raum und Budget abhängt.

Sicherheit beim Betrieb

So stimmungsvoll ein Wandkamin auch ist, die Sicherheit sollte im Vordergrund stehen. Bei Ethanolkaminen ist der Umgang mit dem flüssigen Brennstoff heikel: Nachfüllen darf nur bei vollständig erloschener und abgekühlter Flamme erfolgen, da sich Bioethanoldämpfe schlagartig entzünden können. Verschütteter Brennstoff ist sofort aufzuwischen. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Belüftung, denn bei der Verbrennung entsteht neben Wärme auch Kohlendioxid und Wasserdampf. In sehr kleinen oder luftdichten Räumen kann der Sauerstoffgehalt sinken, weshalb die Herstellerangaben zur Mindestraumgröße unbedingt einzuhalten sind.

Elektrokamine sind in dieser Hinsicht unkritischer, sollten aber wie jedes Heizgerät nicht abgedeckt und nicht unbeaufsichtigt über lange Zeit betrieben werden. Bei holzbefeuerten Kaminen gelten die strengsten Anforderungen, da hier echte Verbrennung mit Funkenflug und heißen Oberflächen stattfindet und ein zugelassener Abzug vorhanden sein muss.

Welcher Wandkamin passt zu mir?

Die Wahl hängt vor allem vom Ziel ab. Wer nur Atmosphäre möchte, ist mit einem Elektro- oder Ethanolkamin gut bedient, da diese ohne Abzug auskommen und flexibel platziert werden können. Steht dagegen echte Heizwärme im Vordergrund, führt am holzbefeuerten Modell kaum ein Weg vorbei, das allerdings baulichen Aufwand mit sich bringt. Auch das Budget spielt eine Rolle: Elektro- und Ethanolvarianten sind günstig in der Anschaffung, verursachen im Dauerbetrieb aber Brennstoff- oder Stromkosten. Wer unsicher ist, lässt sich vor dem Kauf beraten und prüft, welche Lösung zur Raumgröße und zu den baulichen Gegebenheiten passt.

So bleibt der Wandkamin eine flexible Möglichkeit, mit vergleichsweise geringem Aufwand ein Stück Behaglichkeit ins Zuhause zu holen, sei es als reines Stimmungselement oder als zusätzliche Wärmequelle.