Wasserrohr: Materialien & Grundlagen der Installation

In Gebäuden verlaufen Wasserrohrsysteme, deren Aufgaben vom Ableiten bis zum Versorgen reichen. Jedes mit der Heizungsanlage verbundene Wasserrohr dient dem Wärmetransport und der Bereitstellung von Trink- und Warmwasser. Die geschlossenen Installationskreisläufe sind in Brauch- und Trinkwassernutzung und in Heizungswasser geteilt. Das rein funktionale Heizwasser  unterliegt anderen Anforderungen als Trinkwasser.

wasserrohr aus kupfer

Wenn ein Wasserrohr aus Stahl verzinkt ist, lässt es sich für ablaufendes abgekühltes Heizungswasser im Rücklauf einsetzen. Für Trinkwasser und heißes Wasser ab 60 Grad Celsius ist es nicht geeignet. Als weitere Unterscheidung sind frostsichere und frostgefährdete Lagen zu berücksichtigen. Wasserrohre bestehen entweder aus Metall oder aus Kunststoff. Beide Materialien besitzen Vor- und Nachteile.

Wasserrohr: Materialien und Werkstoffe

Metallische Ausführungen bestehen aus Stahlrohr, das verzinkt ist und aus Kupfer. Ein Wasserrohr aus Edelstahl ist für alle Installationsarten einsetzbar. Anschlüsse, Fittings und Verbindungen können auch aus Messing und Rotguss bestehen, die als Rohrleitungsmaterial ungeeignet sind. Verzinkte Stahlrohre werden von vielen Heizungsinstallateuren vor allem dann verwendet, wenn keine Ausschlusskriterien bestehen.

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Um eine klare Unterscheidung treffen zu können, sind verzinkte Stahlrohre mit roten Markierungen gekennzeichnet, die Edelstahlausführungen in Schwarz. Etwa die Hälfte aller Wasserrohrinstallationen (2018) in Gebäuden werden mit Kunststoffrohren realisiert. Dabei kommen die drei Kunststoffe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Polyvinylchlorid (PVC) zum Einsatz.

Bei der Auswahl des geeigneten Rohrs wird die zutreffende Rohrklasse ermittelt. Sie setzt sich aus dem Durchflussmedium, Temperaturen, Leitungsdruck, Mengendurchsatz, Kosten und Reparaturmöglichkeiten zusammen.

Einsatzarten und Aufgaben

An und in Heizungsanlagen übernehmen Wasserrohre folgende Funktionen:

  • Transport erwärmten Betriebswassers zu den Heizkörpern und Wärmeausgabegeräten
  • Rückführung „ausgebeuteten“ und abgekühltem Betriebswassers
  • Zuführung kalten Trinkwassers zu den Zapfstellen
  • Zuführung erwärmten Trink- und Brauchwassers zu den Zapfstellen
  • Ab- und Zuführung von Betriebs- und/oder Trinkwasser in Speichereinheiten
  • Flächenverteilung von Wärme wie bei der Fußbodenheizung

Um Wasserrohre zu verlegen, sind bauseitige Faktoren ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium. Die Leitungen lassen sich als Fall- und Steigleitungen betreiben, was besonders bei Verbindungen und Fittings zu beachten ist. Die Länge und die Transportwege entscheiden über die Effizienz der Wärmeversorgung. Es empfiehlt sich, Wärmeverluste auf dem Weg des Wassers so gering wie möglich zu halten.

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Eine Wasserrohrisolierung dient dem Wärmeerhalt und dem Schutz gegen Frost von außen. Zusätzliche schalldämmende Maßnahmen können Betriebsgeräusche wie Strömen und Gluckern eindämmen.

Grundlagen der Installation

Als Standardleitungsdruck werden für Trinkwasserrohre in Neubauten und bei Modernisierung und Haussanierung von Bestandssystemen 6 bar kalkuliert. Sowohl die Rohre als auch die Fittings sind auf diesen Druck ausgelegt. Maßgeblich für die Verwendung und Zulassung der Wasserrohre sind die technischen Regeln des deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW). Mischinstallationen mit unterschiedlichen Werkstoffen sind zu vermeiden.

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Wenn Kombinationen wie beispielsweise verzinkte und kupferne Leitungsabschnitte installiert werden, muss in Fließrichtung immer dem weniger edleren Werkstoff der Edlere folgen. Kupferrohre dürfen in Trinkwasserleitungen nie vor verzinkten Abschnitten platziert werden.

Wasserrohrverbindungen werden fast nur noch durch Pressen hergestellt. Auf diese Weise lässt sich ein Wasserrohr abdichten, ohne das ein Kontakt zwischen Fließmedium und Übergang entsteht.

Instandhaltung vorbereiten

Die Zirkulationssysteme in einem Gebäude sind immer auch von schwankendem Druck, Temperaturdifferenzen und chemischen Reaktionen betroffen. Bei der Entscheidung für die richtige Verrohrung und dem Erstellen des Installationsplans sind daher auch immer Reparatur- und Reinigungsmöglichkeiten zu bedenken. Entlüftungen und Revisionsöffnungen helfen, das Wasserrohr zu prüfen und von innen zu erreichen. Falls ein Wasserrohr verstopft ist, geht immer eine ankündigende Phase voraus. Schon beim Kaufen der Rohre lassen sich die bekannten Ursachen durch die richtige Materialauswahl weitgehend ausschließen. Auch die Wasserhärte und -beschaffenheit spielt eine Rolle.