Witterungsgeführte Heizungsregelung Vaillant calorMATIC Abbildung: Vaillant Group

Ziel jeder Heizungsanlage ist es, unter wechselnden Bedingungen eine optimale Raumtemperatur zu schaffen und zu halten. Für eine effiziente Arbeitsweise sorgt die Heizungssteuerung. In modernen Anlagen ist eine witterungsgeführte Regelung Standard: Die Außentemperatur dient als Hauptführungswert, und zahlreiche weitere Einflüsse justieren den Betrieb nach. Wir erklären, wie die witterungsgeführte Regelung funktioniert, welche Produkte es gibt und was gesetzlich gilt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine witterungsgeführte Regelung steuert die Heizung anhand der Außentemperatur als Hauptführungswert.
  • Herzstück ist die Heizkurve, die aus mehreren Werten den passenden Vorlaufwert errechnet.
  • Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für Zentralheizungen eine selbsttätige, temperaturabhängige Regelung vor.
  • Geräte sind ab etwa 400 Euro erhältlich und amortisieren sich durch Einsparungen meist schnell.

Wie die Regelung arbeitet

Die Außentemperatur ist der zentrale Führungswert, doch weitere Faktoren modulieren die Heizfunktion nach:

  1. die tatsächliche Raumtemperatur,
  2. der Dämmzustand und die Wärmeverluste,
  3. die Art der Wärmeausgabegeräte,
  4. externe Wärmequellen wie Sonneneinstrahlung oder Geräteabwärme,
  5. die Aufheizgeschwindigkeit.

Zentrales Steuerwerkzeug ist die Heizkurve, in deren Verlauf alle Faktoren berücksichtigt werden, die zusätzlich zur Außentemperatur das Heizergebnis beeinflussen.

Herzstück Heizkurve

Die Heizkurve ist der Fahrplan, dem die Heizung nach dem Prinzip „Wenn, dann“ folgt. Viele Regler erstellen die Kurve aus zwei Werten, etwa aus Sollraumtemperatur und Steigung, aus Steigung und Niveauverschiebung oder aus Fußpunkt und Steigung. Präzisere Heizkurven entstehen, wenn der Regler alle drei relevanten Werte verarbeitet. Aus den Parametern errechnet die Steuerung die passende witterungsgeführte Vorlauftemperatur.

Ausgewählte Produkte

Witterungsgeführte Regelungen gehören zum Standardsortiment jedes Heizungsherstellers. Aus Kompatibilitätsgründen ist es sinnvoll, einen Regler der Marke zu wählen, von der auch die Heizungsanlage stammt.

Vaillant calorMATIC Viessmann Vitotronic 200 Buderus RC310
Vaillant calorMATIC Heizungssteuerung Viessmann Vitotronic 200 Heizungssteuerung Buderus RC310 Heizungssteuerung
  • punktgenaue Einstellungen
  • intuitive Bedienung
  • detaillierte Informationsanzeige
  • Fernsteuerung des Heizkessels
  • Wartungs- und Statusanzeige
  • Smart-Home-kompatibel

Quellen: Vaillant Group; Viessmann Werke; Bosch Thermotechnik, Buderus Deutschland

Wertverfälschende Faktoren

Die Außentemperatur ist eine gute Grundlage, doch im Alltag kann es zu Abweichungen kommen. Je besser die Gebäudedämmung, desto geringer ist der Einfluss der Außentemperatur auf die tatsächliche Raumtemperatur. Typische Störgrößen sind:

  • Wind und Niederschlag,
  • externe Wärmequellen im Gebäude,
  • plötzliche Außentemperaturänderungen,
  • falsche Ausgangswerte bei der Heizkurve,
  • ungleichmäßige Gebäudestruktur mit hohen Decken oder großen Fensterfronten.

Aus diesem Grund kombinieren moderne Systeme die Außentemperatur häufig mit einem Raumfühler, um die Regelung zusätzlich abzusichern.

Gesetzliche Vorgaben

Die Anforderungen an die Heizungsregelung sind heute im Gebäudeenergiegesetz geregelt, das die frühere Energieeinsparverordnung abgelöst hat. Für Zentralheizungen ist eine selbsttätige Regeltechnik vorgeschrieben, die die Wärmezufuhr in Abhängigkeit von der Außentemperatur oder einem anderen geeigneten Führungswert sowie von der Zeit drosseln oder unterbrechen kann. Als Alternative zur witterungsgeführten ist auch eine raumtemperaturgeführte Regelung zulässig. Die Vorgaben gelten auch für Bestandsgebäude, sodass sich eine witterungsgeführte oder raumtemperaturgeführte Regelung nachrüsten lässt.

Schnelle Amortisation und Förderung

Renommierte Hersteller wie Buderus, Bosch (früher Junkers) und Vaillant bieten digitale Regelungen für jeden Heizungstyp an, meist ab etwa 400 Euro und häufig mit drahtloser Bedienung. Durch die Einsparungen amortisieren sie sich oft schnell. Auch eine Fußbodenheizung lässt sich witterungsgeführt regeln, wobei die Heizkurve die Trägheit der Flächenheizung berücksichtigt. Als Maßnahme zur Heizungsoptimierung ist der Einbau einer modernen, digitalen Regelung zudem über die Bundesförderung als Einzelmaßnahme förderfähig. Die aktuellen Konditionen sollten Sie vorab prüfen.

Die Heizkurve richtig einstellen

Die richtige Einstellung der Heizkurve ist der wichtigste Hebel für einen effizienten Betrieb. Ist die Kurve zu steil eingestellt, heizt die Anlage zu stark und verbraucht unnötig Energie. Ist sie zu flach, werden die Räume an kalten Tagen nicht warm genug. In der Praxis nähert man sich der optimalen Einstellung schrittweise an: Fühlen sich die Räume bei kaltem Wetter zu kühl an, wird die Steigung leicht erhöht. Sind sie in der Übergangszeit zu warm, wird die Niveauverschiebung reduziert. Zwischen den Anpassungen sollte jeweils ein bis zwei Tage abgewartet werden, damit sich das Ergebnis zeigt. Wichtig ist, dass die Thermostatventile im Referenzraum voll geöffnet bleiben.

Zusammenspiel mit dem hydraulischen Abgleich

Ihre volle Wirkung entfaltet die witterungsgeführte Regelung erst in Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich. Dabei wird die Wassermenge in jedem Heizkörper so eingestellt, dass alle Räume gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Ohne diesen Abgleich sind einzelne Räume überversorgt, während andere kühl bleiben, was zu einer unnötig hohen Vorlauftemperatur führt. Erst das Zusammenspiel aus richtig eingestellter Heizkurve und hydraulischem Abgleich sorgt dafür, dass die Anlage mit der niedrigstmöglichen Vorlauftemperatur arbeitet und so den Verbrauch spürbar senkt.

Fazit

Die witterungsgeführte Regelung ist in modernen Heizungen Standard und sorgt dafür, dass die Vorlauftemperatur an das Wetter und den tatsächlichen Bedarf angepasst wird. Herzstück ist die richtig eingestellte Heizkurve, die über Komfort und Effizienz entscheidet. Da das Gebäudeenergiegesetz eine selbsttätige Regelung vorschreibt und sich moderne Regler durch Einsparungen schnell rechnen, lohnt sich die Nachrüstung in vielen Bestandsgebäuden. Für optimale Ergebnisse sollten Regler und Heizungsanlage aufeinander abgestimmt und die Heizkurve fachgerecht eingestellt sein.

Zusammengefasst ist die witterungsgeführte Regelung damit ein zentraler Baustein für einen sparsamen Heizbetrieb, der sich mit vergleichsweise geringem Aufwand nachrüsten und optimieren lässt. Wer Heizkurve und hydraulischen Abgleich einmal fachgerecht einstellen lässt, profitiert über viele Jahre von niedrigeren Heizkosten und gleichmäßiger Wärme.