Zwischensparrendämmung: Aufbau, Dicke & Vorgehensweise

zwischensparrendaemmung
Fachleute und Energieberater schreiben dem Dach ein Energieeinsparpotenzial zwischen einem Fünftel und einem Viertel zu. Dafür notwendig ist jedoch eine entsprechende Dämmung. Bautechnisch gibt es mehrere Möglichkeiten und Wege das hauseigene Dach effektiv zu dämmen und vor Wärmeverlusten zu schützen. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Zwischensparrendämmung vor.

Methoden der Zwischensparrendämmung

  • Oberste Geschossdecke von unten Dämmen und Dachboden ungedämmt lassen
  • Untersparrendämmung von innen befestigen
  • Zwischensparrendämmung in die „Hohlräume“ zwischen den Sparren anbringen
  • Aufsparrendämmung zwischen abgedecktem Dach und neuer Eindeckung befestigen

Jede Variante hat prägende Eigenschaften. Bei der gedämmten Geschossdecke bleibt der Dachboden ungenutzt beziehungsweise nur eingeschränkt nutzbar. Eine Wärmedämmung von innen auf den Sparren kostet viel Raumvolumen.

Die Dämmung zwischen den einzelnen Sparren muss sehr gründlich und präzise ausgeführt werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Eine Aufsparrendämmung ist durch das unverzichtbare Abdecken des Daches sehr aufwendig.

Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen und Materialauswahl

Abgesehen vom bautechnischen, finanziellen und zeitlichen Aufwand sind einige Vorüberlegungen über eine Zwischensparrendämmung hilfreich. Für viele Bauherren und Hauseigentümer spielt die verhältnismäßige Unabhängigkeit von der Witterung eine wichtige Rolle. Das Dach bleibt geschlossen. Auf diese Weise sind Handwerker in der Lage jenseits extremer Temperaturen und Niederschläge jederzeit zu arbeiten.

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Ein weiteres geschätztes Kriterium ist die große Auswahl an Wärmedämmstoffen. Bauliche Voraussetzungen und persönliche Präferenzen können gut berücksichtigt und kombiniert werden. Typische Dämmstoffe sind:

  • Klemmfilz,
  • Hanf- und Zellulosematten
  • Mineral-, Glas- und Tierwolle
  • Holzfaser

Aufbau und Dicke der Dämmung

Die Dicke einer Zwischensparrendämmung entsteht aus vier Aufbauschichten. Je nach Dämmmaterialien, Sparrendicke und Montageart ist gegebenenfalls ein „Verlängern“ der Sparrendicke durch sogenanntes „Aufdoppeln“ erforderlich. Die Aufbauschichten bestehen, von der Unterseite der Dacheindeckung gesehen, aus:

  1. Diffusionsoffene Unterspannbahn oder erhöhter Hinterlüftungsabstand
  2.  Dämmstoff
  3.  Diffusionsoffene Dampfsperre
  4.  Innenverkleidung

Wenn eine Aufdopplung, die Raumvolumen kostet, vermieden werden soll, kann ein Dämmstoff mit besonders hohen Wärmewiderstandswerten die notwendige Dämmungsstärke reduzieren. Eine Zwischensparrendämmung ohne Unterspannbahn benötigt mit Hinterlüftung als unverzichtbare Alternative drei bis fünf Zentimeter mehr Aufbauhöhe.

Während bei der Aufsparrendämmung die Unterspannbahn in einem Stück auf das abgedeckte Dach aufgelegt werden kann, muss sie zwischen den Sparren jeweils exakt zugeschnitten und dicht befestigt werden.

Vorgehensweise bei der Montage

Auch wenn auf eine Unterspannbahn zugunsten geringeren Arbeitsaufwands verzichtet werden kann, ist sie bei jeder Zwischensparrendämmung sehr zu empfehlen. Im Idealfall spart sie das Aufdoppeln der Sparren, was nur wenig geringeren Arbeitsaufwand bedeutet.

Die Anleitung für eine Zwischensparrendämmung ist nahezu selbsterklärend:

1. Befestigen Sie die Unterspannbahn mit zehn Zentimeter Überlappung und dünnen Holzleisten zwischen Sparren und Dachlatten.

2. Der Dämmstoff wird mit ein bis zwei Zentimeter Übermaß auf die Breite zwischen zwei Sparren zurechtgeschnitten. Beim Einpassen drückt der Fachmann das Dämmmaterial zwischen die Sparrenseiten ein.

3. Die Dampfbremsfolie wird zusammenhängend auf den nach innen offenen Sparrenseiten festgetackert. Übergänge einzelner Folien sind abzudichten.

4. Die Innenverkleidung wird wunschgemäß montiert. Sie kann aus einer Lattung mit aufgesetzten Platten beispielsweise aus Gipskarton bestehen.

Investitionsumfang

Bauseitige Gegebenheiten erhöhen den Arbeitsaufwand. Dazu zählen:

  • Verwinkelte Dachstuhlformen
  • Altmaterial der Bestandsdeckung wie Schutzfolien oder schadhafte Sparren
  • Eine Wärmebrücke bildende Sparrenbefestigung wie Metallverbindungen in einem Altbau

Für den Eigenbau sollte ein Zeitfenster von etwa einem Quadratmeter pro Arbeitsstunde angesetzt werden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt Zuschüsse bis zu zehn Prozent der Gesamtkosten.

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Die unterschiedlichen Dämmstoffe verursachen eine Preisspanne zwischen vierzig und sechzig Euro pro Quadartmeter. Als Kosten einschließlich Montage sind fünfzig bis neunzig Euro ein üblicher Kalkulationsansatz. Maßnahmen wie eine Aufdoppelung und Unterspannbahn erhöhen den Zeitaufwand und den Anteil der Arbeitskosten.