
Die Carbonheizung gehört zur Gruppe der Infrarotheizungen. Als wärmeerzeugende Substanz dienen Kohlefasern, die sich bei Stromdurchfluss erwärmen und die Wärme als langwellige Strahlung abgeben. Diese wirkt nicht direkt auf die Luft, sondern erwärmt Oberflächen und Körper im Raum. Dieser Beitrag erklärt Funktion, Kosten und Einsatz.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Carbonheizung ist eine Infrarotheizung mit Kohlefasern, die Strahlungswärme abgibt.
- Es gibt sie als Matten für Boden und Wand, als Paneele und als Heizanstrich.
- Vorteile sind staubfreie Wärme, kein Platzbedarf und die Vermeidung von Schimmel.
- Der größte Nachteil sind die hohen Stromkosten bei Nutzung als alleinige Heizung.
- Als Zusatzheizung oder in Kombination mit Solarstrom ist sie am wirtschaftlichsten.
Bei einer Carbonheizung haben Sie die Wahl zwischen drei Bauformen: Matten, die sich im Fußboden oder in der Wand verlegen lassen, aufgehängte Paneele sowie Heizanstriche mit Carbon, die sich auf streichbare Flächen auftragen lassen.
Funktionsweise
In der Carbonheizung befinden sich Kohlefasern, durch die eine niedrige Spannung von 24 oder 36 Volt geleitet wird. Dafür sorgt ein Transformator, der an den Haushaltsstrom angeschlossen ist. Die Materialdicke liegt bei nur etwa 0,2 Millimeter, sodass die Heizelemente kaum mehr Platz beanspruchen als ein Anstrich oder eine Tapete. Der durchfließende Strom trifft im Carbon auf Widerstand, der zur Erwärmung führt. Über den Transformator lässt sich die Widerstandswärme regeln.
Vor- und Nachteile
Zu den Vorteilen zählen:
- keine aufgewirbelte Luft und kein Staub durch Konvektion
- kein Platzbedarf für Heizkörper und Zuleitungen
- hoher Wirkungsgrad der eingesetzten Energie
- kaum Kältebrücken und weniger Schimmelrisiko durch vermiedenes Kondenswasser
- Strahlungswärme, die kaum Staub aufwirbelt
- sicherer Betrieb auch in Nassbereichen durch Niederspannung
- keine Rohrinstallation und geringe Transportverluste
Dem stehen Nachteile gegenüber: Strom ist eine vergleichsweise teure Energiequelle, und der Netzstrom stammt weiterhin zum Teil aus fossilen Quellen. Als Hauptheizung ist die Carbonheizung daher vor allem mit Strom aus erneuerbaren Quellen, etwa aus der eigenen Photovoltaikanlage, wirtschaftlich. Zudem ist eine wärmeunempfindliche Deckfarbe nötig, und Verkleidungen aus Glas oder Kunststoff mindern die Effizienz.
Anschaffungs- und Betriebskosten
Heizpaneele zum Aufhängen sind schon für unter hundert Euro erhältlich, geben ihre Wärme aber nur begrenzt flächig ab. In kleinen Räumen eignen sie sich gut als Zusatzheizung. Für eine raumweite Beheizung sind Matten oder Anstriche besser geeignet, da die Heizwirkung mit der Fläche steigt. Für einen Fußboden nennen Fachbetriebe Kosten von etwa hundert Euro pro Quadratmeter; Matten sind günstiger als Anstriche, deren höhere Materialkosten sich durch geringeren Arbeitsaufwand teilweise ausgleichen.
Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind die Betriebskosten. Strahlungswärme erwärmt nur direkt bestrahlte Flächen, weshalb eine Bodenheizung die Wärme gleichmäßiger verteilt als eine einzelne Wandfläche. Bei Wandmontagen empfiehlt sich oft eine Platzierung an mindestens zwei Seiten, was den Strombedarf entsprechend erhöht. Eine Kilowattstunde Strom kostet in Deutschland aktuell rund 0,37 Euro. Für einen Raum mit 25 Quadratmetern liegt die benötigte Heizleistung je nach Dämmung bei etwa 2.000 bis 3.600 kWh pro Jahr, was rund 740 bis 1.330 Euro Stromkosten entspricht. Als alleinige Heizung ist das teuer.
Für wen sich die Carbonheizung eignet
Als Zusatzheizung und temporäre Wärmequelle in selten genutzten Räumen ist die Carbonheizung gut geeignet, zumal viele Nutzer die Strahlungswärme als besonders angenehm, fast sonnenähnlich empfinden. Als dauerhafte Hauptheizung lohnt sie sich vor allem dann, wenn günstiger Solarstrom zur Verfügung steht oder der Wärmebedarf durch sehr gute Dämmung gering ist. In gut gedämmten Neubauten mit Photovoltaik kann sie so eine sinnvolle Rolle spielen, während in weniger effizienten Gebäuden eine Wärmepumpe meist die günstigere Wahl bleibt. Vor der Anschaffung lohnt es sich daher, den Wärmebedarf und die zu erwartenden Stromkosten genau zu berechnen.
Kombination mit anderen Systemen
Ihre volle Wirtschaftlichkeit entfaltet die Carbonheizung meist im Zusammenspiel mit anderen Techniken. Besonders sinnvoll ist die Kombination mit einer Photovoltaikanlage: Der selbst erzeugte Solarstrom senkt die Betriebskosten erheblich, da nicht der teure Netzstrom bezogen werden muss. Auch als punktuelle Ergänzung zu einer bestehenden Zentralheizung kann die Carbonheizung dienen, etwa um einzelne Räume schnell und gezielt zu erwärmen, ohne die gesamte Anlage hochzufahren.
In gut gedämmten Gebäuden mit niedrigem Wärmebedarf fällt der Nachteil der hohen Stromkosten weniger ins Gewicht. In schlecht gedämmten Altbauten dagegen führt der hohe Wärmebedarf zu entsprechend hohen Stromrechnungen, sodass hier andere Systeme meist wirtschaftlicher sind.
Installation und Pflege
Die Installation einer Carbonheizung ist vergleichsweise unkompliziert, da keine Rohrleitungen verlegt werden müssen. Matten und Anstriche werden auf die vorbereitete Fläche aufgebracht und über einen Transformator an den Haushaltsstrom angeschlossen. Der elektrische Anschluss sollte einem Fachbetrieb überlassen werden, insbesondere in Nassbereichen. Im Betrieb ist die Carbonheizung wartungsarm, da keine beweglichen Teile verschleißen. Wichtig ist lediglich, die Heizflächen nicht dauerhaft mit Möbeln oder dicken Vorhängen zu verdecken, da dies die Wärmeabgabe behindert. Wer diese Punkte beachtet, erhält eine komfortable Strahlungswärme, die sich vor allem als Zusatzheizung und in Kombination mit eigenem Solarstrom auszahlt.
So bleibt die Carbonheizung eine interessante Option überall dort, wo angenehme Strahlungswärme, einfache Installation und ein geringer Platzbedarf gefragt sind und wo günstiger Strom die laufenden Kosten in Grenzen hält.
