Raumheizung

Der Begriff Raumheizung umfasst die verschiedenen Systeme, mit denen sich einzelne Räume oder ganze Gebäude erwärmen lassen, von der klassischen Gasheizung bis zur elektrischen Heizung. Unabhängig vom System steht am Anfang immer die Berechnung der benötigten Heizleistung. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich die Heizlast berechnen lässt, welche Heizungsarten infrage kommen und welche Kosten anfallen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vor der Auswahl einer Raumheizung muss der Heizwärmebedarf bestimmt werden. Er hängt von Raumgröße, gewünschter Temperatur und vor allem von der Wärmedämmung ab.
  • Eine einfache Näherung liefert die Formel aus Wärmedurchgangszahl, Fläche und Temperaturdifferenz. Je besser die Dämmung, desto geringer die benötigte Leistung.
  • Elektrische Direktheizungen sind günstig in der Anschaffung, aber teuer im Betrieb. Für die dauerhafte Beheizung sind wassergeführte Systeme mit effizienter Wärmequelle wirtschaftlicher.

Den Heizwärmebedarf berechnen

Unabhängig vom Heizsystem muss zunächst der Heizwärmebedarf ermittelt werden. Darunter versteht man die Wärmeenergie, die zugeführt werden muss, weil sie über Fenster und Außenwände verloren geht. Damit ist die benötigte Leistung eng mit der Wärmedämmung verknüpft. Eine einfache Näherung liefert die Formel:

Q = U × A × (Ti − Ta)

Dabei ist Q die Heizleistung in Watt, A die Raumgröße in Quadratmetern, Ti die gewünschte Innentemperatur, Ta die Außentemperatur und U die Wärmedurchgangszahl. Für U lassen sich als grobe Richtwerte einsetzen: 4 bei fehlender Dämmung, 3 bei Altbauten, 2,2 bei Gebäuden ab Baujahr 1970 und 1,2 bei gut gedämmten Neubauten. Der so ermittelte Wert ist unabhängig vom Heizsystem, denn er beschreibt nur, wie viel Wärme der Raum benötigt, nicht, wie sie erzeugt wird. Für eine belastbare Auslegung führt ein Fachbetrieb eine genauere Heizlastberechnung durch.

Konventionelle Systeme und solare Unterstützung

Eine verbreitete Lösung ist weiterhin die mit Gas betriebene Heizung, deren Vorteil vor allem in den vergleichsweise geringen Investitionskosten liegt. Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche sind für den Heizkessel grob mehrere Tausend Euro einzukalkulieren, hinzu kommen Zubehör, Gasanschluss und Montage. Wird zusätzlich eine Solarthermie zur Unterstützung der Warmwasserbereitung eingebunden, steigen die Investitionskosten, dafür sinken die Betriebskosten. Viele etablierte Hersteller wie Viessmann, Wolf, Buderus oder Bosch bieten entsprechende Systeme an. Die früher eigenständige Marke Junkers wird heute unter Bosch geführt.

Zu bedenken ist allerdings die langfristige Perspektive: Eine reine Gasheizung ist nicht mehr über die staatliche Heizungsförderung förderfähig und unterliegt dem steigenden CO2-Preis. Bei einer Neuanschaffung lohnt sich daher der Vergleich mit einer geförderten Wärmepumpe, die zwar höhere Investitionskosten hat, im Betrieb aber effizienter und langfristig oft günstiger ist.

Wann eine elektrische Raumheizung sinnvoll ist

Elektrische Direktheizungen wie Infrarotheizungen haben in den vergangenen Jahren wegen ihrer geringen Effizienz an Bedeutung verloren. Ihr Vorteil ist die angenehme Strahlungswärme, die Personen und Gegenstände direkt erwärmt, sowie das schnelle Aufheizen ohne Staubaufwirbelung. Deshalb werden sie heute vor allem als Ergänzung eingesetzt, nicht als Zentralheizung.

Der große Nachteil sind die Betriebskosten. Elektrische Heizungen wandeln Strom im Verhältnis eins zu eins in Wärme um, ohne den Effizienzvorteil einer Wärmepumpe. Bei einem angenommenen Strompreis in der Größenordnung von rund 37 Cent je Kilowattstunde entstehen für einen einzelnen Heizkörper über die Heizperiode schnell mehrere Hundert Euro Stromkosten. Für die dauerhafte Beheizung eines ganzen Hauses ist das unwirtschaftlich. Als zusätzlicher Wärmespot in einem einzelnen, selten genutzten Raum kann eine Infrarotheizung dagegen durchaus sinnvoll sein.

Warum die Dämmung so wichtig ist

Die Berechnung der Heizlast zeigt deutlich, wie stark die benötigte Leistung von der Wärmedämmung abhängt. Ein unsanierter Altbau kann ein Vielfaches der Heizleistung eines gut gedämmten Neubaus benötigen, obwohl beide Gebäude gleich groß sind. Deshalb ist die Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke oft die wirkungsvollste Einzelmaßnahme, um den Energiebedarf und damit die Heizkosten zu senken. Sie verringert nicht nur die laufenden Kosten, sondern erlaubt auch eine kleiner dimensionierte und damit günstigere Heizung.

Gerade beim Umstieg auf eine Wärmepumpe zahlt sich eine gute Dämmung aus, weil das System dann mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommt und besonders effizient arbeitet. Wer eine neue Raumheizung plant, sollte den Dämmzustand des Gebäudes daher immer in die Überlegung einbeziehen und gegebenenfalls Dämmung und Heizungstausch gemeinsam betrachten.

Die passende Lösung finden

Welche Raumheizung sinnvoll ist, hängt von Gebäude, Dämmzustand, Nutzung und Budget ab. Für die dauerhafte Beheizung eines Wohngebäudes sind wassergeführte Systeme mit einer effizienten Wärmequelle die wirtschaftlichste Wahl, während elektrische Direktheizungen eher für einen punktuellen oder seltenen Bedarf geeignet sind. Jede gute Heizungsplanung beginnt mit der Berechnung des Wärmebedarfs und einem Blick auf den Dämmzustand des Gebäudes, denn erst danach lässt sich das passende Heizsystem sinnvoll auswählen. Eine bedarfsgerechte Auslegung ist dabei entscheidend, damit die Heizung weder unter- noch überdimensioniert ist.

Zusammengefasst ist eine bedarfsgerecht ausgelegte Heizung in einem gut gedämmten Gebäude die Grundlage für niedrige Heizkosten und hohen Wohnkomfort über viele Jahre. Welches System am Ende die beste Wahl ist, sollte stets im Zusammenspiel von Wärmebedarf, baulichen Voraussetzungen und den laufenden Energiekosten beurteilt werden.

Zur Einordnung der Betriebskosten: Eine elektrische Raumheizung wandelt Strom im Verhältnis eins zu eins in Wärme, während eine Wärmepumpe aus derselben Kilowattstunde das Drei- bis Vierfache gewinnt. Bei rund 37 Cent je Kilowattstunde Haushaltsstrom gegenüber etwa 11 Cent für Erdgas kostet dieselbe Wärme elektrisch also ein Vielfaches. Für kurzzeitiges Zuheizen in einem selten genutzten Raum ist das vertretbar, weil keine Installation nötig ist. Als Dauerlösung für einen bewohnten Raum ist es die teuerste Variante.

Häufige Fragen zur Raumheizung

Wie ermittle ich den Wärmebedarf?

Über Raumgröße, gewünschte Temperatur und vor allem die Dämmung. Eine einfache Näherung liefert die Formel aus Wärmedurchgangszahl, Fläche und Temperaturdifferenz.

Warum ist die Dämmung so wichtig?

Weil sie die benötigte Leistung direkt bestimmt. Je besser gedämmt, desto kleiner darf das Heizgerät ausfallen — und desto niedriger sind die Betriebskosten.

Wann lohnt sich eine elektrische Direktheizung?

Bei geringem, gelegentlichem Bedarf und dort, wo keine Rohrleitungen liegen. Die Anschaffung ist günstig, der Betrieb dafür teuer.

Was ist bei mehreren Räumen zu beachten?

Dass jeder Raum einzeln geregelt werden kann. Sonst wird entweder überheizt oder einzelne Räume bleiben zu kühl.