Heizperiode – Das müssen Sie als Verbraucher wissen

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Trotz des etwas lahmen Witzes, dass der deutsche Sommer dieses Jahr auf einen Sonntag falle, wird die Heizperiode in Deutschland von der tatsächlichen Witterung abgekoppelt nach dem Kalender definiert. Die Heizperiode im Mietrecht wird deutschlandweit auf den 1. Oktober bis 30. April festgelegt.
Wenn das Wetter und insbesondere die Außentemperaturen zwischen Juni und September nicht mitspielen, gibt es zusätzliche mietrechtliche Regelungen.
Außerhalb der Heizperiode kann zu große Kühle den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung oder des Hauses beeinflussen oder verhindern. Eigentümer, die in Ihren eigenen Räumlichkeiten leben, sind frei in der Bestimmung ihrer individuellen Heizperiode. Für sie steht der wirtschaftliche Betrieb ihres im Mittelpunkt.

Die Dauer der Heizperiode variiert auch immer je nach Region. Ein guter Indikator dafür, ob der Winter in Ihrer Region eher lang oder kurz ausfällt, ist die örtliche Durchschnittstemperatur. Diese liegt im deutschlandweiten Schnitt bei 9,9 Grad Celsius. Ob es Ihrer Region eher kälter oder wärme ist, können Sie in der folgenden Tabelle ablesen, die die jährliche Durchschnittstemperatur aus dem Jahr 2015 aufzeigt.

Bundesland Grad Celsius
Berlin 10,9
Sachsen Anhalt 10,4
Brandenburg 10,4
Nordrhein-Westfalen 10,3
Hamburg 10,3
Bremen 10,3
Saarland 10,3
Rheinland-Pfalz 10,2
Niedersachsen 10,1
Sachsen 10
Hessen 9,9
Deutschland (bundesweiter Durchschnitt) 9,9
Baden Würtemmberg 9,9
Macklenburg-Vorpommern 9,8
Schleswig-Holstein 9,7
Tühringen 9,7
Bayern 9,5

Balance zwischen Wohnkomfort und Wirtschaftlichkeit

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Heizungsanlagen aller Art leisten definierte Spitzenwerte an Heizkraft. Im Vollbetrieb müssen die Geräte Temperaturdifferenzen bis zu mittleren zweistelligen Werten ausgleichen können. Bezüglich Komfort und Wirtschaftlichkeit stellen die Schwankungen während der Übergangszeiten die höchsten Ansprüche.
Wenn im Frühjahr und Herbst Teillastbetrieb verlangt ist, können in Dimension und Regelfähigkeit nur optimierte Heizanlagen den Bedarf der beginnenden oder auslaufenden Heizperiode ideal anpassen und umsetzen.
Ein Problem bezüglich allgemeiner Vorgaben ist neben den regionalen Unterschieden und den begleitenden Witterungsbedingungen die große Bandbreite an persönlichem Temperaturempfinden. Manche Wetterdienste und Vorhersagen geben as diesem Grund neben der meteorologisch präzisen Außentemperatur auch eine „gefühlte“ Temperatur an.

Tatsächliche Temperaturmittel in Deutschland

Neben festen Definitionen der Heizperiode als Zeitraum gibt es Temperaturbedingungen, die den „Tatbestand“ einer temporärer Heizperiode erfüllen.

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Als Grenzwert wird eine durchschnittliche Außentemperatur von 15 Grad Celsius definiert. Bei der Betrachtung der Aufzeichnungsdaten der Wetterdienste ist zu bemerken, dass Durchschnittstemperaturen in den Maimonaten seit 2000 immer unter 15 Grad lagen. In den Septembermonaten wurde sie seitdem dreimal (2011, 2006 und 2005) erreicht.
Beide Monate gehören nicht in die kalendarisch proklamierte Heizperiode.

Sinn und Zweck der Heiztechnik ist eine komfortable Raumtemperatur zu jedem Zeitpunkt. Daher sollten moderne Heizungen so ausgelegt werden, dass sie auch bei spontanem Bedarf in wirtschaftlicher Weise „hochgefahren“ werden können.

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Als komfortable Raumtemperaturen werden tagsüber 20 bis 22 Grad, nachts 18 Grad gewertet.

Kalender versus Wetter

Die Dauer der Heizperiode in Deutschland ist gesetzlich nicht festgelegt oder vorgeschrieben. Daher wird sie als Vertragsgegenstand in Mietverhältnissen geregelt. Nicht selten kommt es bezüglich der Heizung und Miete zu Konflikten zwischen Mieter und Vermieter. In Streitfällen werden meist Präzedenzfälle zur Entscheidungsfindung herangezogen, ob eine Heizung auch außerhalb der kalendarisch festgelegten Zeit in Betrieb gesetzt werden muss.

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Als Richtwert wird ein Anschalten der Heizung spätestens nach 2 Tagen hintereinander bindend, an denen die Raumtemperatur 18 Grad unterschreitet.
Neben dem persönlichen Temperaturempfinden, dem Lüftungsverhalten und dem Gebäudetyp einschließlich Dämmung wirken sich regionale Bedingungen zusätzlich aus. Ein starres kalendarisches Vorgehen lässt beispielsweise Küsten- und Höhenlagen außer Acht. Ortsübliche und teilweise große Temperaturschwankungen sollten hier zu jeder Jahreszeit mit entsprechender Heizkraft begegnet werden können.

Heizen, wenn es kalt ist

Bei einer Sanierung und Modernisierung Ihrer Heizungsanlage oder dem Bestücken Ihres Neubaus sollten Sie bei der Auslastungsplanung die kalendarische Situation nur grob berücksichtigen. Im Mittelpunkt sollten konkrete Bedarfsprofile stehen. Bei der Art des Heizsystems müssen Sie die Betriebsstunden des Volllastbetriebs im tiefen Winter mit der Teillastfunktion in Übergangszeiten ausbalancieren.
Alles in allem sollten Sie Ihre Heizung darauf ausrichten, dann zu heizen, wenn es kalt ist. Intelligente Steuertechniken, wie etwa Smart Home, ersetzen statische Regeln.