Entsalzungsanlage für die Heizung: Wann sie sich lohnt

Der technische Fortschritt bei der Entwicklung von Heizungsanlagen hat dazu geführt, dass in modernen Systemen bis zu 20 Werkstoffe in direkten Kontakt zum Heizungswasser kommen. Jedes Material hat ein eigenes Reaktionsverhalten. In der Gesamtheit können Verdichtungen, Durchflussfrequenzen und Sauerstoffeintritt für Anlagen schädigende Effekte haben. Daher ist es wichtig, das Heizungswasser aufzubereiten.

Icon
Die Enthärtung ist eine gängige Vorgehensweise, die aber in der Wirkungsqualität durch die Entsalzung des Heizungswassers übertroffen wird. Abgesehen von direkten Schäden an Materialoberflächen können ohne Entsalzungsanlage Rückstände und „Steinbildungen“ in Leitungssystemen der Heizung entstehen. Sie beeinträchtigen die Zirkulation und führen im schlechtesten Fall zu Verstopfungen.

Wann benötige ich eine Entsalzungsanlage?

Grundlage für die Entscheidung und Notwendigkeit einer Entsalzungsanlage ist ein Test, in dem die Wasserhärte und der Gehalt an Salzen bestimmt werden. Eine Übersicht über die Wasserhärte deutscher Städte gibt Aufschluss über die Qualität Ihres Wassers.

Icon
Beim Entsalzen von Heizungswasser werden mehrere Salzarten ausgefiltert, die unterschiedliche korrodierende, an- oder zersetzende Eigenschaften in der Heizungsanlage und Rohrinstallation auslösen. Klassische Schadsalze sind die sogenannten Neutralsalze Chlorid und Nitrat. 
Wie aus der Ermittlung der Wasserhärte bekannt, variiert das Vorkommen und die Menge an Salz im Leitungswasser regional. Daher ist ein Test unverzichtbar, den Wasserversorger von Gesetzes wegen sowieso ständig durchführen müssen. Die unterschiedlichen Werte bilden die Grundlage für die Entscheidung, ob eine Enthärtungs-, Entsalzungs- oder Entkalkungsanlage für das Haus benötigt wird beziehungsweise vorzuziehen ist. Ob sich eine Entsalzunganlage für das eigene Heizungsystem lohnt ist somit in erster Linie abhängig von der Wasserbeschaffenheit vor Ort.

Wirtschaftliche und ökologische Aspekte

Wenn der Test den Bedarf einer Entsalzung ergeben hat, sind die Kosten hierfür höher als für das einfache Einfüllen enthärteten Wassers. Zwei wirtschaftliche Indikatoren können gegengerechnet werden. Neben der längeren Haltbarkeit bei gleichzeitig geringerem Wartungs- und Reinigungsaufwand entfallen andere sonst unverzichtbare Hilfsbeimischungen, um das Heizungswasser in den technisch erforderlichen alkalisierten Zustand zu versetzen.

Icon
Abgesehen von wiederum an Bauteilen und Werkstoffen entstehenden chemischen Interaktionen spart der Heizungsbetreiber die Kosten für die Beschaffung. Dazu kommt die ökologische Komponente. Entsalzenes Wasser ohne Beigabemittel ist „sauberes“ Wasser, das problemlos in den natürlichen Wasserkreislauf abgeleitet werden kann.

Enthärtung, Entkalkung und Entsalzung

Wer grundlegende Kenntnisse zu chemischen und physikalischen Vorgängen besitzt, kann die Entsalzung seines Heizungswasser selber bauen. Spezialhersteller bieten Filterelemente an, die entsprechend Montageanleitung in den Zirkulationspumpen der Heizungsanlage platziert werden können.

Die Funktion einer Entsalzungsanlage begründet sich im oberen Qualitätssegment auf einer elektrochemischen Umkehrosmose. Einfachere Systeme arbeiten mit chemischen Entsalzungspatronen, die dem Heizungswasser die falschen „Ionen“ und Moleküle entziehen.

Als Neben- oder Untereffekt leistet die Entsalzung das Ergebnis der Entkalkung beziehungsweise der Enthärtung gleich mit. Eine reine Entkalkungsanlage für das Haus kann ausreichen, wenn lediglich die Kalzium- und Magnesiumwerte im Heizungswasser korrigiert werden sollen.

Icon
Zu beachten sind allerdings mittel- und langfristige chemische Reaktionsketten, die bei weiterhin enthaltenen Salzen beispielsweise den pH-Wert des Wassers und das alkalische Niveau verändern.
Teilweise begünstigen die Teilaufbereitungsarten des Enthärtens und Entkalkens deren Entwicklung. Durch Entsalzen wird den Wirkmechanismen die Grundlage entzogen.

Recherchieren, Kosten und Kaufentscheidung treffen

Bei der Recherche, bevor Sie eine Entsalzungsanlage kaufen, sollten Sie neben den Wasserwerten auch die empfehlenswerte und erforderliche Filterfunktion in Erfahrung bringen.

Icon
Je nach „Rohstoff“ können Sie kleinere Filtergeräte für einen Preis ab etwa 300 Euro finden. Sie müssen allerdings genau prüfen, ob das Gerät wirklich entsalzt, oder „nur“ enthärtet und entkalkt.

Um einen technischen Überblick über die gängigen Funktionsweisen und Indikatoren für tatsächliche Entsalzung zu erhalten, sollten Sie im Bereich der Warmwasserbereitung recherchieren. Die in diesem Bereich angebotenen Geräte übertreffen die für Heizungswasser erforderlichen Standards. Da aber Verbraucher und potenzielle Käufer bezüglich Trinkwasserqualität wesentlich sensibler reagieren, bereiten viele Hersteller ihre technischen Datenblätter und Beschreibungen sehr verständlich auf.