Heizungsanlagen im Überblick – Arten, Kosten, Unterschiede

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Pellets, Solarthermie, Erdwärmepumpe – wer sein Haus mit Wärme versorgen möchte, steht vor einer Vielzahl an Möglichkeiten. Längst vorbei sind die Tage, an denen Hausbesitzer an fossile Energieträger wie Gas und Öl gebunden waren. So gibt es heute eine große Auswahl an Heizungsanlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Heizanlagen.

1. Pelletheizungsanlage

Eine Pelletheizungsanlage ist eine gute Wahl für all diejenigen, die von den stetig steigenden Energiepreisen unabhängig sein wollen und umweltrelevanten Aspekten Rechnung tragen möchten. Die Kostenersparnis gegenüber herkömmlichen Öl- und Gasheizungen ist beträchtlich, jedoch erst während der Betriebsphase, zumal die Anschaffungskosten einer Pelletheizungsanlage mit 10.000 EUR bis 15.000 EUR doppelt so hoch ausfallen können. Auch der Platzbedarf und die Wartungskosten sind nicht zu unterschätzen.

Dafür liegen allerdings die Brennstoffkosten deutlich unter den Kosten für fossile Brennstoffe. So haben sich die Preise für Pellets in den letzten Jahren stabil und zwischen 4,6 und 4,9 Cent/kWh eingependelt. Je nach Pelletpreis schlägt die Heizungs Anlage für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit etwa 600 bis 1.000 Euro jährlich zu Buche, eine Gas- und Ölheizung hingegen mit rund 1.500 EUR.

In die Brennkammer gelangen die Pellets über eine Zuführeinrichtung, so dass die bedarfsgerechte Befüllung vollautomatisch vonstatten geht. Die Bevorratung der Pellets für die Heizungsanlage in einem separaten Lagerraum erfolgt in der Regel einmal im Jahr. Mit der dabei erzeugten Wärme wird das Wasser für den Heizkreislauf in einem gesonderten Kessel auf Temperatur gebracht. Erhältlich ist diese Heizungsanlage sowohl als Zentralheizsystem wie auch zur Einzelraumbefeuerung.

 

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2. Wärmepumpe

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Derartige Heizungsanlagen funktionieren wie ein Kühlschrank, nur eben umgekehrt. Zunächst wird dem Wasser, der Luft oder dem Erdreich Wärmeenergie entzogen. Mit der Hilfe von Strom wird das Kältemittel nun komprimiert und auf eine höhere Temperatur gebracht. Bevor dieses dann wieder abkühlen kann, gelangt die Wärme an die Heizung und damit in das Hausinnere.
Für diese Heizungsanlage spricht nicht nur die Stromkostenersparnis gegenüber anderen Heizungsanlagen wie etwa der Nachtspeicherheizung. Auch weisen diese Wärmepumpen-Anlagen eine deutlich positive Ökobilanz auf, zumal lediglich etwa 25 bis 35  Prozent der gewonnenen Energie auf die Stromzufuhr zurückgeht.

Den Löwenanteil steuert je nach Art der Wärmepumpe Luft, Wasser oder Erdwärme bei. Die Effizienz einer Wärmepumpe können Sie anhand der sogenannten Jahresarbeitszahl (JAZ) beurteilen. Je höher diese ausfällt, desto weniger Strom ist erforderlich. Ideal ist eine JAZ von 4. Grundwasserwärmepumpen (Wasser-Wasser-Wärmepumpen) und Erdwärmepumpen sind hierbei etwas effizienter als Luft-Luft/Wasser-Wärmepumpen. In einem modernen Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche belaufen sich die jährlichen Stromkosten in der Regel auf unter 1.000 Euro.

 

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3. Solarthermie

Obwohl die Grundlagen der Solarthermie uralt sind, steht eine Thermieanlage für eine moderne Heizanlage und im Fokus vieler Hausbesitzer. Dies ist nicht weiter verwunderlich, zumal Sonnenenergie kostenlos und unbegrenzt verfügbar ist. Die Trinkwassererwärmung und Beheizung mit Hilfe einer solarthermischen Heizungsanlage stellt eine weitverbreitete Möglichkeit der Nutzung der Sonnenwärme dar. Deren Prinzip ist recht einfach: Die Sonnenenergie wird auf Sonnenkollektoren „geerntet“, indem eine Wärmeträgerflüssigkeit durch Absorption der Strahlungsenergie aufgewärmt wird. Die Wärme wird zum Wasserspeicher transportiert und reguliert.

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Tipp

Eine Solarthermieanlage mit einer Größe von rund 1,5 Quadratmetern kann Berechnungen nach pro Person und einem Speicher mit etwa 300 Litern Inhalt im Jahresdurchschnitt rund drei Fünftel des Bedarfs an warmem Wasser decken. Eine derartige Heizungsanlage ist praktisch emissionsfrei, jedoch nur in Kombination mit anderen Heizsystemen nutzbar. Fördermittel sind nur für Heizanlagen vorgesehen, die zur kombinierten Warmwasser- und Heizungsunterstützung eingesetzt werden.

 

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4. Fernwärme

Hierunter wird die Versorgung von Gebäuden mit thermischer Energie, also Heizwärme und Warmwasser verstanden. Die Lieferung der Energie erfolgt zumeist über isolierte, erdverlegte Rohrleitungen direkt vom Versorger. Die Nutzung ist allerdings nur in Ballungsgebieten möglich, weil in der Regel nur dort Fernwärmenetze vorhanden sind. Bereits vorhandene Anlagen lassen sich problemlos an die Fernwärmestation einbinden. Derart betriebene Anlagen weisen eine gute CO2-Bilanz auf und auch Sorgen um Beschaffung  und Lagerkapazität für Brennstoffe kommen nicht auf. Durch die langen Transportwege geht jedoch vorab ein großer Teil der produzierten Wärme verloren.

5. Gas- und Ölheizung

Gasheizungen sind hierzulande, zumal der Heizungsanlage Preis gering ausfällt, die mit Abstand verbreitetste Heizanlage. Dank moderner Technik sind solche Anlagen auch äußerst effizient. Brennwertheizungen nutzen dabei Bio-, Flüssig- oder Erdgas.

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Möchten Sie solche Heizungsanlagen kaufen, müssen sie – ohne Wasserspeicher – mit Anschaffungskosten von maximal 4.000 EUR rechnen. Die Betriebskosten liegen jedoch angesichts steigender Gaspreise über denen einer Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien. Dies gilt im Übrigen auch für Ölheizungen, die im Gegensatz zur Gasheizung auch keine Infrastruktur (Gasleitungen, Gasanschluss) benötigen. Dafür weisen sie durch den Bedarf eines Öltanks einen höheren Platzbedarf auf und verursachen auch höhere Emissionen.

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