Fossile Energieträger zum Heizen – Arten im Überblick

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Fossile Energieträger haben die Industrialisierung und Entwicklung moderner Gesellschaftsformen ermöglicht. Aus den in der Erdkruste abgelagerten und gepressten ehemaligen Organismen sind nutzbare Rohstoffe entstanden. Aus ihnen wird Kraft, Licht und Wärme gewonnen.

Abgesehen von Umweltaspekten ist der endliche Bestand der Rohstoffe ein großes Problem. Die technische Entwicklung und Verbesserung bei der Ausnutzung und Wirksamkeit verschiebt lediglich den Zeitpunkt, an dem die Erdkruste „leergefördert“ ist. 


Die Vorkommen der zum Heizen nutzbaren Rohstoffe verteilen sich weltweit. In Deutschland und Mitteleuropa besteht die fossile Energie aus Kohle. Einige geringere Erdölvorkommen in der Nordsee ergänzen die eigenen Vorräte. Besonders die komfortable Nutzfähigkeit hat Heizverbrauchsnetze geschaffen, die bis heute als Wärmelieferquellen dominieren. Zu den Heizungen mit fossilen Brennstoffen gehören:

Einen Sonderfall bilden Elektroheizungen. So handelt es sich bei Strom um keinen Primärenergieträger. Strom kann mittels Solaranlagen aus der Sonne gewonnen werden, sodass es sich in dem Fall um regenerative Energie handelt. Tatsächlich allerdings wird Strom meistens aus fossilen Energien wie Kohle gewonnen.

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Die meisten Berechnungen und Prognosen für Öl und Gas bewegen sich in Zeitspannen zwischen vierzig und achtzig Jahren. Für Kohle zwischen 150 und 350 Jahren.

Fünf Rohstoffe zum Heizen

Als Wärmeenergielieferanten stehen fünf Rohstoffe zur Verfügung. Die typischen Beispiele für fossile Energieträger sind Erdöl und Erdgas. Früher weit verbreitet im Heizbereich, wird Braun- und Steinkohle heutzutage fast nur noch für die Stromerzeugung eingesetzt. Weniger bekannt und verwendet, aber auch den fossilen Energieträgern zugeordnet, ist Torf.
Wie lange die Vorräte noch reichen werden, hängt von mehreren Faktoren ab. Die vier entscheidenden Fragen sind:

  • Welche förderungsfähigen Reserven sind bekannt und vorhanden?
  • In welchem Maß steigt der Verbrauch auch außerhalb der Heiznutzung?
  • Inwieweit senken technische Fortentwicklungen den laufenden Verbrauch?
  • Werden weitere relevante und signifikante neue Fördervorkommen entdeckt?

Vor und Nachteile fossiler Energieträger

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Vorteile

  • Existente Versorgungsnetze & Lagerungs- und Transportstrukturen
  • Komfortable Nutzung
  • Geringeres Risiko und kein Entsorgungsproblem wie bei Kernkraft
  • Öl und Gas liefern hohe Heizwerte
  • Gas verbrennt relativ „sauber“
  • Verhältnismäßig niedrige Investitionskosten
  • Geringes Ausfall- und Störungsrisiko
  • Bei Gas, außer Flüssiggas, keine Lagerraumkapazität erforderlich
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Nachteile

  • Endlichkeit/ Mangel und daraus resultierende steigende Kosten
  • Hohe Emissionen und Umweltschädlichkeit bei Öl und Kohle
  • Wirtschaftspolitische Abhängigkeiten
  • Gas ist ein explosiver Brennstoff
  • Geruchsentwicklung von Kohle und Erdöl
  • Mangelnde Zukunftsperspektive
  • Fahrzeug- und Maschinenmotoren sind „Verbrauchskonkurrenten“
  • Weiterer Verbrauchskonkurrent ist die Kunststoffindustrie

Direkte und indirekte Umweltauswirkungen

Über Jahrzehnte wuchs die große Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen – vor allem von Erdöl. Dies hatte die Senkung der Hemmschwellen von industriellen Ausbeutern, beziehungsweise Produzenten, zur Folge. Gewinnungs- und Transportmethoden verursachen Umwelt- und Gesundheitsschäden. Tanker- und Bohrinselunfälle führen immer wieder zu massiven Schäden. Fragwürdige Förderungstechniken wie das Auswaschen von Ölsanden oder Bohren in geologisch sensiblen Regionen erzeugen irreversible Auswirkungen in Natur und Ökosystem.

Im Vergleich mit Kernenergie entfällt bei fossilen Brennstoffen zumindest das größte Umweltproblem. Es braucht keine Lagerung durch Strahlung gefährlicher, „verbrauchter“ Energielieferanten.

Aussichten und Perspektiven

Gesamtgesellschaftlich und wirtschaftspolitisch entwickeln sich fossile Energieträger zunehmend zu einem Auslaufmodell. Wer mit Erdöl oder Erdgas als Heiz- und Wärmequelle plant, sollte mittelfristige Laufzeitmodelle mit höchstens bis etwa zwanzig Jahren kalkulieren.

Wirtschaftspolitisch ist mit zunehmenden Spekulationen der Preisentwicklung zu rechnen. Erdgas koppelt sich immer stärker vom Erdöl ab. In früheren Jahren gab es Kopplungen in der Preisentwicklung. Mittlerweile hat Gas eine höhere Eigenständigkeit und mutmaßlich längere Lebensdauer als Energieträger.