Elektroheizung an einer Wand

Das Heizen mit Strom verursacht mit Abstand die höchsten Verbrauchskosten aller Energieträger. Eine Kilowattstunde kostet mit einer Elektroheizung 2026 im Schnitt rund 37 Cent, gut das Dreifache von Gas. Trotzdem gibt es Situationen, in denen sich eine Elektroheizung lohnt, vor allem wegen der sehr niedrigen Anschaffungskosten. Dieser Ratgeber zeigt, wann das der Fall ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Elektroheizungen haben sehr hohe Betriebskosten (rund 37 Cent je Kilowattstunde) gegenüber Gas und Öl. Die geringen Anschaffungskosten machen sie dennoch für selten genutzte Räume oder als Zusatzheizung interessant.
  • Zu den Arten zählen Infrarotheizungen, Radiatoren, Natursteinheizungen und Nachtspeicherheizungen. Sie sind leicht zu installieren und brauchen weder Abgassystem noch Brennstofflager.
  • Als Dauerlösung lohnt sich die Elektroheizung meist nur in Ferienhäusern, Gartenlauben oder Werkstätten. Reine Stromdirektheizungen werden nicht gefördert.

Eine Elektroheizung arbeitet nach zwei Prinzipien. Bei der Direktwirkung erwärmt der Strom einen Heizkörper, der die Wärme sofort abgibt, etwa ein mobiler Radiator. Auch Heizlüfter und Infrarotheizungen strahlen direkt, wobei die Infrarotstrahlung die bestrahlten Flächen erwärmt statt der Luft. Indirekt wirkende Geräte wie Nachtspeicherheizungen erwärmen dagegen ein Speichermedium, das die Energie später abgibt.

Preise und Arten

Zwar sind die Anschaffungskosten mit 500 bis 1.000 Euro je Element gering, als Zentralheizung lohnt sich der Betrieb wegen der hohen Verbrauchskosten aber nur in Ausnahmefällen. Ein Überblick der gängigen Arten:

Elektroheizung

Preis pro Heizelement

Details

Infrarotheizkörper 250 € Die Strahlungswärme ist gerade bei Allergikern beliebt, da Infrarotheizkörper anders als Konvektionsheizkörper keinen Staub aufwirbeln. Geringen Anschaffungskosten stehen hohe laufende Kosten gegenüber.
Mobile Elektroheizkörper 100 € Übliche Leistungen beginnen ab 750 Watt. Sie eignen sich vor allem als Übergangsheizung, als dauerhafter Ersatz einer Zentralheizung dagegen weniger.
Natursteinheizungen 400 € Marmorheizungen leisten meist 300 bis 1.500 Watt. Naturstein speichert Wärme, weshalb diese Variante wegen ihrer Optik oft im Wohnzimmer montiert wird.
Nachtspeicherheizung 500 € Der Preis bezieht sich auf ein Modell mit 2.000 Watt inklusive Stromzähler. Solche Geräte dienen als Ersatz für eine Zentralheizung.
Elektrische Fußbodenheizung 400 € Die Kosten hängen von der Fläche ab. Für einen 15 Quadratmeter großen Raum ist für eine Dünnbettheizmatte mit rund 400 Euro zu rechnen.

Da Strom kein Primärenergieträger ist, handelt es sich bei der Wärmeerzeugung um einen Veredlungsprozess, was sich in hohen Kosten niederschlägt. Sinnvoll ist eine Stromheizung daher vor allem in Ferienhäusern, im Wohnwagen oder in Gebäuden, die nicht regelmäßig beheizt werden.

Trotz der niedrigen Anschaffung hat die Elektroheizung die anderen Systeme bei den Gesamtkosten schnell überholt. Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern und rund 25.000 Kilowattstunden Wärmebedarf zeigt der Vergleich das deutlich:

Heizungsart

Kosten pro kWh

Kosten Einfamilienhaus pro Jahr

Stromheizung 0,37 € ca. 9.250 €
Ölheizung 0,13 € ca. 3.250 €
Gasheizung 0,11 € ca. 2.750 €

Die Werte sind Richtwerte für einen Wärmebedarf von 25.000 Kilowattstunden. Bei Öl und Gas kommen über die Jahre steigende CO2-Kosten hinzu, doch selbst dann bleibt die reine Stromheizung im Betrieb die teuerste Lösung.

Der entscheidende Kostenfaktor ist der Betrieb. In einem teilsanierten Haus mit rund 150 Quadratmetern und etwa 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf führt der Haushaltsstrompreis von rund 37 Cent je Kilowattstunde zu Stromkosten von etwa 7.400 Euro pro Jahr, ein Vielfaches einer Wärmepumpe oder Gasheizung. Nur in sehr gut gedämmten Häusern mit geringem Bedarf oder als Zusatzheizung für selten genutzte Räume bleibt der Betrieb überschaubar. Die Wartung entfällt praktisch, und eine reine Stromdirektheizung ist nicht förderfähig.

Lohnt sich eine Elektroheizung mit eigener PV-Anlage?

Ein oft gehörtes Argument lautet, mit eigenem Solarstrom werde die Elektroheizung günstig. Das stimmt nur eingeschränkt. In der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst kann PV-Strom die Kosten tatsächlich senken. Das Problem ist der Winter: Genau dann, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, liefert die Photovoltaik am wenigsten. Der Großteil des Heizstroms muss also teuer aus dem Netz bezogen werden.

Wirtschaftlich sinnvoll ist eine Elektroheizung daher vor allem in sehr gut gedämmten Gebäuden mit minimalem Wärmebedarf, etwa im Passivhaus, sowie in selten genutzten Räumen. Wer ein ganzes Haus dauerhaft mit Strom beheizen will, fährt mit einer Wärmepumpe fast immer besser: Sie nutzt ebenfalls Strom, erzeugt daraus aber das Drei- bis Fünffache an Wärme und wird zudem gefördert. Eine reine Stromdirektheizung ist von der Förderung dagegen ausgeschlossen.

Auf die Energieeffizienzklasse achten

Damit die Stromkosten im Rahmen bleiben, lohnt beim Kauf ein Blick auf das Energielabel. Seit dem 1. März 2021 hat die EU die Plus-Klassen abgeschafft; Elektroheizungen werden seitdem auf einer Skala von A bis G eingeordnet, wobei A die beste Klasse ist.

Vorteile

  • Günstiger Anschaffungspreis
  • Flexible Montage, kein Abgassystem nötig
  • Platzsparend, keine Brennstofflagerung

Nachteile

  • Sehr hohe Betriebskosten
  • Geringe Energieeffizienz
  • Keine Förderung für Stromdirektheizungen

Nachtspeicherheizung und andere Arten

Elektroheizung wird eingestellt

Ein Klassiker ist die Nachtspeicherheizung. Sie wurde entwickelt, um den Stromverbrauch besser über den Tag zu verteilen, und lud über vergünstigten Nachtstrom ein Speichermedium wie Steine oder keramische Platten (Keramikheizung). Daneben gibt es weitere Arten:

  • Der Infrarotheizkörper, geschätzt für die angenehme Strahlungswärme, die keinen Staub aufwirbelt und sich für Allergiker eignet. Er wird auch als Wärmewellenheizung bezeichnet.
  • Die Natursteinheizung, etwa Marmorheizungen, die den Stein als Wärmespeicher nutzen.
  • Der Radiator, der ohne Installationsaufwand an die Steckdose kommt und sich als Übergangsheizung eignet. Dazu zählen auch Heizstrahler und Heizlüfter für den Außeneinsatz.
  • Die elektrische Fußbodenheizung, deren Heizmatten sich unkompliziert auch nachträglich verlegen lassen.

Überall an die Steckdose anschließbar

Die Voraussetzungen sind gering: Jede Haushaltssteckdose liefert die Energie, der Heizkörper lässt sich fast überall platzieren. Mobile Geräte können außerhalb der Heizsaison eingelagert werden.

Einsatzgebiete

Als Zusatzheizung leistet die Elektroheizung gute Dienste, etwa um selten genutzte Räume oder Gebäude wie Gartenlauben, Wochenendhäuser oder Werkstätten kurzfristig aufzuheizen. Auch im Bad ist sie beliebt, wo viele die Strahlungswärme einer Infrarotheizung als besonders angenehm empfinden.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Das Angebot ist groß, Heizlüfter gibt es ab etwa zwanzig Euro, Radiatoren und Infrarotstrahler ab rund fünfzig Euro. Als Faustregel fallen pro zu beheizendem Raum 100 bis 200 Euro an, Ausnahme sind Speicherheizungen mit teurerem Speichermedium. Im Internet kursierende Tests sind mit Vorsicht zu genießen, da sich dahinter oft Händler verbergen. Achten Sie stattdessen auf anerkannte Siegel:

  • Das TÜV-Siegel steht für geprüfte Sicherheit im Umgang mit dem Gerät.
  • Das GS-Zeichen bestätigt die Einhaltung des Produktsicherheitsgesetzes.
  • Das IGEF-Siegel steht für einen reduzierten Ausstoß an Elektrosmog.

Ökologische Einordnung

Neben den hohen Betriebskosten ist die Elektroheizung auch ökologisch teuer. Zwar entsteht am Gerät kein Schadstoffausstoß, doch bei der Stromerzeugung fallen Emissionen an. Verbessern lässt sich die Bilanz durch Ökostrom aus Wasser-, Sonnen- oder Windkraft. Das Energielabel sollte möglichst die Klasse A ausweisen.

Förderung nur bei Eigenstromerzeugung

Wegen der geringen Effizienz gibt es für reine Stromheizungen praktisch keine Förderung mehr. Vergünstigter Nachtspeicherstrom ist in den meisten Bundesländern abgeschafft. Zuschüsse gibt es allenfalls für Systeme, die ihren Strom selbst erzeugen, etwa in Kombination mit Solarthermie oder einem Blockheizkraftwerk.

Ausblick: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst, sieht vor, den Einbau reiner Stromdirektheizungen in Wohngebäuden grundsätzlich nur noch bei sehr gutem baulichem Wärmeschutz zuzulassen. Für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser sind Ausnahmen vorgesehen. An der Förderung ändert sich dadurch nichts, reine Stromheizungen bleiben ausgeschlossen.

Häufige Fragen zu Elektroheizungen

Was kostet Heizen mit Strom?

Strom ist mit rund 37 Cent je Kilowattstunde der teuerste Energieträger, gut dreimal so teuer wie Gas. Für ein Einfamilienhaus mit etwa 25.000 Kilowattstunden Wärmebedarf summiert sich das auf rund 8.750 Euro im Jahr, womit die Stromheizung im Betrieb alle anderen Systeme übertrifft.

Wann lohnt sich eine Elektroheizung?

Vor allem als Zusatz- oder Übergangsheizung sowie in selten genutzten Räumen, Ferienhäusern, Gartenlauben oder Werkstätten. Als dauerhafte Alleinheizung ist sie nur in sehr gut gedämmten Gebäuden mit minimalem Wärmebedarf, etwa im Passivhaus, sinnvoll.

Lohnt sich eine Elektroheizung zusammen mit Photovoltaik?

Nur eingeschränkt. In der Übergangszeit kann Solarstrom die Kosten senken, doch im Winter, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, liefert die Photovoltaik am wenigsten. Der Großteil des Heizstroms muss dann teuer aus dem Netz bezogen werden.

Wird eine Elektroheizung gefördert?

Reine Stromdirektheizungen sind von der Förderung ausgeschlossen. Zuschüsse gibt es allenfalls für Systeme, die ihren Strom selbst erzeugen, etwa in Kombination mit Solarthermie oder einem Blockheizkraftwerk.

Elektroheizung oder Wärmepumpe?

Die Wärmepumpe nutzt ebenfalls Strom, erzeugt daraus aber das Drei- bis Fünffache an Wärme und wird zudem gefördert. Wer ein ganzes Haus dauerhaft beheizen möchte, fährt mit ihr fast immer deutlich günstiger als mit einer reinen Stromdirektheizung.