Elektroheizung – Wann sich das Heizen mit Strom lohnt

Das Heizen mit Strom erzeugt mit Abstand die höchsten Verbrauchskosten aller Energieträger. Eine Kilowattstunde mit einer Elektroheizung kostet derzeit etwa 20 Cent. Zum Vergleich: Gas kostet mit 7 Cent pro Kilowattstunde knapp nur ein Drittel davon. Trotzdem gibt es Umstände, die eine Elektroheizung zur idealen Lösung machen.

elektroheizung
Eine Elektroheizung hat zwei Wirkprinzipien. Der elektrische Strom erwärmt einem Heizkörper direkt, der die Energie in Form von Wärme an die Luft abgibt. Typisches Beispiel sind mobile Radiatoren. Ebenfalls direkt strahlen Heizlüfter und Infrarotheizungen, wobei Infrarotstrahlung statt der Luft die bestrahlten Flächen erwärmt. Elektroheizungen mit indirekter Heizwirkung verfügt über speichernde Bauteile, die erwärmt werden und die Energie zu einem späteren Zeitpunkt abgeben.

Preise & Kosten

Auch wenn die Anschaffungskosten für eine Stromheizung mit 500 bis 1.000 Euro vergleichsweise gering sind, lohnt sich der Betrieb als Zentralheizung aufgrund der hohen Betriebskosten nur in Ausnahmefällen. Da Strom kein Primärenergieträger ist, handelt es sich bei der Wärmeerzeugung immer um einen Veredlungsprozess. So wird der Strom hauptsächlich in Kohle- und Atomkraftwerken produziert. Das schlägt sich in hohen Energiekosten nieder. Dennoch kann der Einsatz einer Stromheizung durchaus Sinn machen beispielsweise in Ferienhäusern oder anderen Gebäuden, die nicht regelmäßig beheizt werden.

elektroheizung kosten im vergleich zu anderen brennstoffarten diagramm

© Energieheld GmbH (Energieheld.de)

Trotz anfangs geringer Investitionskosten hat die Elektroheizung aufgrund der hohen laufenden Kosten die anderen Heizungen, was die Gesamtkosten angeht, schnell eingeholt. Für die Beheizung ein Einfamilienhauses mit 150 m² liegt der Stromverbrauch bei etwa 25.000 Kilowattstunden. Hier ein Vergleich mit Öl und Gas für die gleiche Wohnfläche:

Heizungsart

Kosten pro kWh

Kosten Einfamilienhaus pro Jahr*

Stromheizung 0,28 € 7.000 €
Ölheizung 0,07 € 2.750 €
Gasheizung 0,11 € 1.750 €

*bei der Annahme eines Einfamilienhauses mit einem Heizwärmebedarf von 25.000 kWh

Pro und Contra des Heizens mit Strom

Der schlechten Energieeffizienz können Sie nur durch dezentrale Einzelheizungen entgegenwirken, die ein sehr bedarfsorientiertes und zeitlich beschränktes Heizen ermöglicht. Eine Elektro Zentralheizung mit dem Speichermedium Wasser gleicht in ihrer Funktion Gas, Holz- und Ölheizungen, nur dass der elektrische Strom das Brennmaterial darstellt.

Icon

Vorteile

  • günstiger Anschaffungspreis
  • flexible Montagemöglichkeiten
  • kein Abgassystem erforderlich
  • platzsparende Geräte ohne Brennstoffvorratshaltung
Icon

Nachteile

  • sehr hohe Betriebskosten
  • geringe Energieeffizienz
  • Heizkörper mit Direktstrahlung werden sehr heiß

Nachtspeicherheizung und andere Arten

Ein Klassiker unter den Speicherheizungen ist die Nachtspeicherheizung. Sie wurde ursprünglich entwickelt, um den Stromverbrauch der privaten Haushalte besser zu verteilen. Damit nicht alle Verbraucher gleichzeitig das Stromnetz belasten, wurden vergünstigte Strompreise zu weniger nachgefragten Zeiten angeboten. Der meist nachts genutzte Strom erwärmte Speichermedien wie Steine oder keramische Platten wie im Fall einer Keramikheizung. Neben der Nachtspeicherheizung gibt es folgende weitere Arten von Elektroheizungen:

  • Der Infrarotheizkörper: Er ist eine moderne Form der Elektroheizung, der von Nutzern aufgrund der angenehmen Wärmeverteilung geschätzt wird. Anders als klassische Konvektionsheizkörper wirbelt die Strahlungswärme der Infrarotheizung keinen Staub auf, weshalb sie sich vor allem für Allergiker eignet.
  • Die Natursteinheizung: Dazu zählen beispielsweise Marmorheizungen, die den besagten Stein als Wärmespeicher nutzen. Neben der der angenehmen Wärmestrahlung schätzen Eigentümer das natürliche Design.
  • Der Radiator: Radiatoren sind elektrische Heizkörper, die ohne weiteren Installationsaufwand an die Steckdose angeschlossen werden können. Aufgrund der geringen Anschaffungskosten von unter 200 Euro und der geringen baulichen Voraussetzungen finden sie Einsatz auf Baustellen oder als Übergangsheizung bei Defekten. Zu dieser Kategorie zählen auch Heizstrahler und Heizlüfter, die sich gerade für den Außeneinsatz eignen.
  • Die elektrische Fußbodenheizung: Der Vorteil gegenüber wasserfürenden Systemen besteht in der unkomplizierten Montage. So können Heizmatten und einfache Heizschlangen auch noch nachträglich im Boden verlegt werden.

Die Elektroheizung – Überall an die Steckdose anschließbar

Die Voraussetzungen für eine Elektroheizung sind gering. Jede gewöhnliche Haushaltssteckdose liefert die benötigte Energiequelle. Der Heizkörper kann überall platziert werden, wo ein geeigneter Platz vorhanden ist. Außerhalb der Heizsaison können Sie viele mobile Gerätearten einlagern und aus Ihrem Haushalt verschwinden lassen.

Heizen mit Strom: Starke Heizleistung sorgt für hohe Betriebskosten

Besondere Vorkehrungen oder bauliche Voraussetzungen sind für Elektroheizungen nicht erforderlich. Wenn die Geräte für stärkere Heizleistungen in großen Räumen oder Eingangbereichen vorgesehen sind, explodieren die Verbrauchskosten. Im besten Fall kostet der Betrieb etwa das Vierfache der nächstgünstigeren Heizarten.

Einsatzgebiete

Als Zusatzheizung kann Eigentümern die Elektro Heizung gute Dienste leisten. Wenn Sie selten genutzte Räume oder Gebäude wie Gartenlauben, Wochenendhäuschen oder eine Werkstatt kurzfristig aufheizen möchten, eignet sich die Elektroheizung. Auch als Zusatzheizung beispielsweise im Bad ist die Elektroheizung beliebt. Hier eignen sich vor allem Infrarotheizungen. Die von ihnen erzeugte Strahlungswärme empfinden viele Nutzer als deutlich angenehmer als die Konvektionswärme klassischer Heizkörper.

Modelltypen und Hersteller

Fast alle Unternehmen, die Haushaltsgroß- und Kleingeräte herstellen, führen auch elektrische Heizgeräte. Dazu kommen viele Marken und No-Name-Produkte, die Einzelgeräte über branchenfremde Vertriebskanäle wie Discountmärkte oder Onlinewarenhäuser anbieten.

Günstige Direktwärme und variable Speicherkosten

Sie finden ein unüberschaubar großes Angebot und können bei Heizlüftern ab Preisen von zwanzig Euro rechnen. Radiotoren und Infrarotstrahler werden ab etwa fünfzig Euro angeboten. Als Faustformel gilt: Für jeden Raum, den eine Elektroheizung heizt, fallen 100 bis 200 Euro Anschaffungskosten an. Ausnahmen bilden indirekte Speicherheizungen, deren Speichermedium einen großen Preiseinfluss hat.

Icon

Wer eine Elektroheizung kaufen möchte, der hat die Auswahl aus einem breiten Sortiment verschiedener Modelle und Anbieter. Im Internet kursierende Elektroheizung Tests sind grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. Häufig verbergen sich Händler hinter den vermeintlich objektiven Testern. Achten Sie beim Kauf vor allem auf folgende drei Siegel:

  • Das TÜV Siegel steht für die geprüfte Sicherheit im Umgang mit dem Gerät
  • Das GS Zeichen bestätigt, dass die Elektroheizung den Anforderungen des deutschen Produktionsschutzgesetzes entspricht
  • Das IGEF Siegel steht für einen reduzierten Ausstoß an Elektrosmog

Äußere Standortbedingungen beachten

Die flexible Platzierung erlaubt, Fensterflächen oder zugige Standorte zu meiden. Fangen Sie beim elektrisch heizen auch rückwärtige Wärmestrahlung auf, indem Sie beispielsweise einen nach zwei Richtungen strahlenden Radiator vor eine mit Reflexionsfolie versehene Wand montieren oder stellen. Die Folie reflektiert die Wärmestrahlung und hilft so dabei, Heizkosten zu sparen.

Heizen mit Strom: Ökologisch mangelhafte Energiebilanz

Neben den enormen Betriebskosten ist eine Elektroheizung auch ökologisch teuer. Auch wenn augenscheinlich kein Schadstoffausstoß erfolgt, fallen bei der Produktion des Stroms hohe Emissionsmengen an. Für das Nutzen der Energie wird beim Umwandeln von Strom für eine Elektroheizung ein Vielfaches dieser Energie benötigt. Verbessert werden kann der sogenannte ökologische Fußabdruck, wenn der bezogene Strom aus regenerativen Energiequellen wie Wasser- und Windkraft stammt. Dieser wird auch als Ökostrom bezeichnet.

Förderungen nur bei Eigenstromerzeugung

Die schlechte Energieeffizienz bei der Nutzung von Strom zur Wärmeerzeugung hat auch dazu geführt, dass kaum noch Förderungen bestehen. In den meisten Bundesländern sind alle Subventionen, die zu vergünstigtem Nachtspeicherstrom führten, abgeschafft. Förderungen, Beihilfen, Subventionen und günstige Kredite werden nur auf elektrisch betriebene Heizsysteme gewährt, die ihren Strom selber erzeugen, wie es beispielsweise bei einer Solarthermie oder einem Blockheizkraftwerk der Fall ist.