Brennwerttechnik – Alles zu Pflicht, Förderung und Kosten

Brennwerttechnik ist heutzutage in aller Munde – denn schließlich verspricht sie hohe Einsparungen bei den Heizkosten. Egal ob für die Brennwerttechnik Gas oder Heizöl eingesetzt wird, gegenüber herkömmlichen Heizungsanlagen können bei fachgerechter Installation und Nutzung jährlich hohe Summen eingespart werden.

Im Folgenden eine Erklärung von Brennwerttechnik sowie ein Überblick über die Unterschiede gegenüber herkömmlichen Niedertemperaturheizungen. Zudem erhalten Sie Tipps, wie Sie die Einsparpotenziale vollständig ausschöpfen.

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Funktionsweise und Vorteile

Der wesentliche Unterschied zwischen Brennwert-Heizkesseln und herkömmlichen Heizungsanlagen besteht darin, dass Brennwertgeräte die im Brennstoff enthaltene Energie deutlich besser verwerten als andere Heizungen, unabhängig davon, ob mithilfe von Brennwerttechnik Öl oder Gas verbrannt wird. Das liegt daran, dass durch Brennwerttechnik auch der im Abgas enthaltene Wasserdampf zur Wärmegewinnung genutzt wird.

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Bei herkömmlichen Heizungen „verschwindet“ dieser einfach durch den Schornstein – und die darin enthaltene Energie mit ihm. Bei einer Gasbrennwertheizung oder Ölheizung allerdings wird dieser Wasserdampf zu heißem Wasser kondensiert. Dieses fließt dann in den Heizkessel zurück. Dort wird es zur Erwärmung von Brauchwasser oder des Wassers im Heizkreislauf genutzt. Auf diese Weise lässt sich effizient Energie einsparen.

 

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Kosten sparen mit Brennwerttechnik für Gas- und Ölheizungen

Dadurch kann, je nach Brennstoff, eine bis zu etwa 7 Prozent höhere Energieausbeute gegenüber herkömmlichen Heizungen erzielt werden. Wie andere Heizkessel auch können Brennwertkessel je nach Bedarf natürlich mit einem Warmwasserspeicher und/oder Pufferspeicher kombiniert werden. Brennwertheizungen können entweder anhängig oder unabhängig von der Rücklauftemperatur des Wassers aus dem Heizkreislauf sein.

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Das sollten Sie wissen:

Achtung: Es ist immens wichtig, dass die Rücklauftemperatur bei abhängigen Kesseln nicht zu hoch ist, da sonst der energiesparende Effekt der Brennwerttechnik größtenteils ungenutzt verpufft. Eine fachgerechte Installation und die Nutzung der passenden Heizkörper ist daher unerlässlich.

 

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Örtliche Voraussetzungen für Brennwerttechnik – Erdgas, Gas und Öl

Um Brennwerttechnik nutzen zu können, müssen vor Ort einige Voraussetzungen in Bezug auf die Infrastruktur erfüllt sein. Zunächst einmal müssen Sie Ihren Schornstein für diese Technik „fit“ machen.

Ein herkömmlicher, gemauerter Schornstein ist nämlich nicht geeignet, da das kondensierte Wasser in schnell durchfeuchten und dadurch die Bausubstanz nachhaltig schädigen würde. Daher müssen Sie ein zusätzliches Rauchrohr aus Kunststoff oder Edelstahl in den Schornstein einziehen lassen, das nicht durchfeuchten kann. Dieses muss zudem säurefest sein, denn das kondensierte Wasser ist säurehaltig und wird erst im Kessel wieder neutralisiert.

Dies führt auch gleich zur nächsten Voraussetzung für die Nutzung von Brennwerttechnik: Das in den Kessel zurückgelaufene Wasser muss, nachdem es für die Wärmeerzeugung genutzt wurde, abgeleitet werden. Demnach benötigen Sie in der Nähe des Heizkessels einen Wasserabfluss, der eventuell separat gelegt werden muss. Durch diese Maßnahmen entstehen zusätzliche Kosten gegenüber der Installation herkömmlicher Heizungen, die sich jedoch durch die Einsparungen an Brennstoff recht schnell amortisieren.

Ansonsten gestaltet sich die Installation einer Brennwertheizung in etwa so wie bei einem herkömmlichen Heizkessel. Je nach Brennstoff wird eventuell ein zusätzlicher Raum oder ein Platz für einen Tank zu dessen Lagerung benötigt.

Marktübersicht zu Brennwert-Heizkesseln

Wie auch bei normalen Heizungen sind bei der Brennwerttechnik Viessmann, Buderus und einige weitere Markenhersteller führend, was die Qualität und Energieausbeute Ihrer Heizkessel angeht. Sie bieten darüber hinaus einen sehr guten Service und umfangreiche Garantieleistungen sowie die Möglichkeit, eventuell benötigte Ersatzteile auch nach vielen Jahren noch nachzukaufen. Dies sind deutliche Vorteile gegenüber Brennwerttechnik-Kesseln von No-Name-Herstellern, die Sie bei der Anschaffung nicht außer Acht lassen sollten.

Je nachdem, ob Sie mit der Brennwerttechnik Gas oder Öl verbrennen möchten, bieten die Hersteller Kessel mit unterschiedlich hoher Maximalleistung an, sodass auch der Preis durchaus stark variieren kann. Für einen Kessel mit etwa 15 kW Leistung und einem zusätzlichen Solarspeicher können etwa 4.500 bis 5.500 Euro als grober Richtwert angenommen werden.

Die Spezialisten von Kesselheld.de beraten Sie gerne bei der Auswahl des passenden Brennwert-Kessels für Ihre individuellen Anforderungen. Wir erstellen Ihnen auf Wunsch ein Angebot inklusive fachgerechter Montage durch einen Fachbetrieb für Brennwerttechnik.

 

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Brennwerttechnik – Pflicht oder Kür?

Basierend auf den geltenden EU-Energierichtlinien, die es den Herstellern verbieten, neue Heizkessel mit einem Wirkungsgrad von unter 86 Prozent auf den Markt zu bringen, ist es faktisch verpflichtend, dass Sie sich im Falle einer Heizungssanierung oder einer Neuinstallation für ein Brennwertgerät entscheiden. Denn die älteren Heizwertgeräte erfüllen diese Forderungen nicht, sodass Ihnen nichts anderes übrig bleibt, als zur Brennwerttechnik zu greifen. Eine Ausnahme stellen Heizwertgeräte dar, die vor dem 26.09.2015 produziert wurden und noch bei den Herstellen im Lager liegen, diese dürfen weiterhin verbaut werden.

Als Anreiz erhalten Sie aber in vielen Fällen für die neue Brennwerttechnik Förderung von Seiten des Staates in Form von Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten. Ob und in welcher Höhe Ihnen solche Förderungen zustehen, ermitteln wir im Zuge der Angebotserstellung ebenfalls gerne für Sie.