Pelletheizung: Preise, Vergleich, Vor- & Nachteile

pelletheizung von ökofen

Bildquelle: ÖkoFen

In den letzten Jahren hat sich die Pelletheizung als echte Alternative durchgesetzt. Neben der ökologisch günstigen Bilanz produziert eine Pelletheizung niedrige laufende Heizkosten und rechnet sich deshalb gerade bei einem hohen Wärmeverbrauch. Die wichtigsten Informationen rund um Funktion, Preise und Hersteller gibt es hier.

Eine Pelletheizung nutzt als Brennstoff gepresste Stäbchen, die aus Sägespänen und Holzmehl bestehen. Die Holzpellets werden im Pelletkessel verbrannt, wobei sie entsprechend dem Wärmebedarf nachgelegt werden.

Wer jetzt an Holzhacken und Säcke schleppen denkt, der liegt falsch. So erfolgt die Beschickung bei zentralen Pelletheizungen mittels Förderschnecken völlig automatisch. In Sachen Komfort steht das Heizen mit Pellets dem mit Gas oder Öl also in nichts nach.

Pelletheizungen im Vergleich

Die wachsende Nachfrage nach Holzpelletheizungen hat dazu geführt, dass das Angebot verschiedener Modelle und Hersteller in den letzten Jahren stark gestiegen ist.

Neben den großen Heizungsherstellern wie Viessmann und Vaillant gibt es mittlerweile auch eine ganze Reihe spezialisierter Hersteller wie ÖkoFen. Wer eine Pelletheizung kaufen möchte, hat die Qual der Wahl. Um ein Gefühl für das Marktangebot, Hersteller und Preise zu geben, nachfolgend eine Übersicht beliebter Modelle. Eine unabhängige Übersicht über empfehlenswerte Modelle erhalten Sie außerdem im Pelletheizung Test der Stiftung Warentest.

Pelletheizung

Produktdetails

pelletheizung oekofen pellematic smart xs 1
Hersteller:
Modell:
Technik:
Preis:
Leistung:
Brennstoff:
Beschickung:
Effizienz:
ÖkoFen
Pellematic Smart XS
Brennwert
8.000 – 12.000 Euro
10 – 18 kW
Pellets
Vakuumsystem (automatisch)
101 % (inkl. Speicherverlust)
pelletheizung viessmann vitoligno 1
Hersteller:
Modell:
Aufstellung:
Preis:
Leistung:
Brennstoff:
Beschickung:
Effizienz:
Viessmann
Vitoligno 300 C
Eckwandmontage möglich
6.000 – 8.000 Euro
2,4 – 12 kW
Pellets
Schnecke oder Saugsystem
95,3 %
pelletheizung vaillant renervit 1
Hersteller:
Modell:
Preis:
Leistung:
Brennstoff:
Beschickung:
Effizienz:
Vaillant
renerVIT VKP
7.000 – 9.000 Euro
3,5 – 12 kW
Pellets
Fördersystem nach Wahl
109 %

* Bildquellen: ÖkoFen, Viessmann Werke Deutschland, Vaillant

Bei allen hier genannten Preisen handelt es sich um die reinen Anschaffungskosten für den Kessel selbst. Hinzu kommen Kosten für den Einbau von etwa 2.000 bis 2.500 Euro. Da es sich bei Pellets um einen regenerativen Brennstoff handelt, wird eine Pelletheizung großzügig staatlich gefördert. Hier können Eigentümer mit mindestens 3.000 Euro Förderung rechnen.

Wirtschaftlichkeitsrechnung – Wann lohnt sich eine Pelletheizung?

Mit Anschaffungskosten von insgesamt 10.000 bis 15.000 Euro ist eine Pelletheizung doppelt so teuer wie eine Öl- oder Gasheizung. Dennoch kann sich die Anschaffung abgesehen vom ökologischen Aspekt auch wirtschaftlich lohnen. Eine Pelletheizung ist hinsichtlich der Betriebskosten deutlich günstiger als Heizsysteme mit Öl oder Gas. So amortisiert sich ein Pelletkessel gerade bei einem hohen Brennstoffverbrauch relativ schnell. Hier ein Vergleich der Kosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus:

Heizungsart

Anschaffungskosten ca.

Jährliche Betriebskosten ca.

Pellets 10.000 € 1.000 €
Öl 6.000 € 1.500 €
Gas 5.000 € 1.200 €

Demnach ist eine Ölheizung in der Anschaffung etwa 4.000 Euro günstiger als eine Pelletheizung. Dafür sind die jährlichen Brennstoffkosten beim Heizen mit Pellets um 500 Euro niedriger. Nach acht Jahren hat die Pelletheizung durch geringere Betriebskosten die um 4.000 Euro höheren Anschaffungskosten der Ölheizung ausgeglichen. Grundsätzlich gilt: Je höher der Brennstoff bzw. Pelletsverbrauch, desto schneller rechnet sich das Heizen mit Pellets. Gerade für Einfamilienhäuser über 200 Quadratmeter, Gewerbeimmobilien und Mehrfamilienhäuser stellt die Holzpelletheizung somit eine günstige Lösung dar.

Die Gewichtung der Kosten im Beispiel

Eine typische Kostenverteilung bei Holzpelletheizungen kann wie folgt aussehen. Etwa 9.000 Euro kostet die Brennereinheit mit Montagezubehör. Das Beschickungssystem einschließlich des an die Automatik angeschlossenen Lagerortes für die Pellets kostet etwa 3.400 Euro. Für den Pufferspeicher müssen Sie den gleichen Preis veranschlagen. Für die Heizungsinstallation der kompletten Anlage einschließlich aller Komponenten und der Schornsteineinheit sollten Sie bis zu 3.000 Euro erwarten.

Vor- und Nachteile

Ein häufig genannter Nachteil der Pelletheizung ist der mangelnde Komfort. Viele Interessenten gehen davon aus, dass die Heizung manuell beschickt werden muss. Entgegen dieser Annahme werden moderne Heizungsanlagen völlig automatisch beschickt. In einem Pelletspeicher werden die Holzpellets gelagert und bei Bedarf über eine Förderschnecke automatisch an den Pelletbrenner abgegeben, wie die folgende Infografik zeigt:

Pelletkessel in der Ansicht

Ein Nachteil gegenüber einer Gasheizung ist der erhöhte Platzbedarf für einen Pelletkessel. Oder besser gesagt: Für dessen Speicher. Als Speicher können Eigentümer auf einen Pelletstank, ein ober- oder unterirdisches Pelletsilo oder einen Pelletlagerraum zurückgreifen. Egal auf welche Methode die Entscheidung fällt: Alle Formen der Pelletlagerung benötigen Platz, der von der Wohnfläche abgezogen wird. Insgesamt lassen sich mit ungefähr zehn Quadratmetern für Heizung und Lagerung rechnen.

Trotz des erhöhten Platzbedarf gegenüber anderen Heizungssystemen und den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten weiß die Holzpelletheizung auch durch einige Vorteile zu überzeugen:

Icon

Ihre Vorteile im Überblick:

  • hohe Energieeffizienz
  • niedrige Heizkosten
  • bei hohem Heizbedarf steigt ökonomischer Vorteil
  • mehrere Förderungsprogramme erhältlich
  • ökologisch unbedenklich
  • lange Lebensdauer (20 Jahre)
holzpelletheizung
Nicht zu vernachlässigen ist der ökologische Aspekt der Holzpelletheizung. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und kann dadurch preiswert erzeugt werden. Zusätzlich stammen die Inhaltsstoffe der Pellets zum großen Teil auch aus Abfallprodukten der Holzindustrie. Wer über eine entsprechende Ressource wie Holzabfälle einer Werkstatt beispielsweise verfügt, kann die energiereichen Holzstäbchen mittels einer eigenen Pelletpresse auch selbst herstellen.

Bauliche Voraussetzungen

Eine Holzpelletheizung für ein Einfamilienhaus sollte bis zu zehn Tonnen Pellets lagern können, um ein wirtschaftliches Intervall für die Lieferung zu gewährleisten. Dafür werden etwa zehn Quadratmeter Grundfläche inklusive der Heizungsanlage selbst benötigt. Wer in seinem Haus selbst keine Möglichkeit zur Pelletlagerung besitzt, kann die Pellets auch außerhalb lagern, beispielsweise in einem unterirdischen Tank im Garten. Voraussetzung ist, dass der Lagerort mit einem Schlauch vom Transportfahrzeug erreicht werden kann.

Vielfältige Förderprogramme für Pelletheizungen

Ihre Umweltfreundlichkeit und enorme Energieeffizienz hat den Gesetzgeber dazu veranlasst, interessante Förderprogramme für eine Pelletheizung aufzulegen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) steuert mindestens 3.000 Euro zu Ihrem Einbau dazu und kann je nach Leistungsumfang und Speichervolumen die Summe auf bis zu 8.000 Euro anheben. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet zinsgünstige Kredite zur Vollfinanzierung an, die Sie bei Ihrer eigenen Bank formlos beantragen können.

Zusätzlich zu BAFA und KfW

Zusätzliche Anreiz- und Förderprogramme sind regional aus Privatwirtschaft, von Wirtschaftsverbänden und auf Landes-, Kreis- und Kommunalebene verfügbar. Erkundigen Sie sich ausführlich bei Verbraucherzentralen, Umweltverbänden, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und städtischen oder kommunalen Baubehörden. Oft wird die Förderung von Heizungen zeitlich begrenzt oder läuft an einem zukünftigen Zeitpunkt aus. Beachten Sie die relevanten Daten wie Beantragungs- oder Einbauzeitpunkte.