
In den letzten Jahren hat sich die Pelletheizung als ernsthafte Alternative zu Öl und Gas etabliert. Gründe sind die günstigen laufenden Kosten, das wachsende ökologische Bewusstsein und die attraktive Förderung. Als erneuerbare Heizung ist sie besonders im unsanierten Altbau mit hohem Wärmebedarf oft die passende Wahl.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Pelletheizung ist CO2-neutral, arbeitet mit niedrigen Brennstoffkosten und wird dank automatischer Beschickung ähnlich komfortabel betrieben wie eine Gas- oder Ölheizung. Sie benötigt allerdings Platz für die Lagerung der Pellets.
- Inklusive Einbau und Lager liegen die Anschaffungskosten für ein Einfamilienhaus bei rund 20.000 bis 35.000 Euro. Über die KfW 458 sind bis zu 70 Prozent Zuschuss (in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent) möglich.
- Die Pelletheizung lohnt sich besonders bei hohem Wärmebedarf, weil die niedrigeren Brennstoffkosten die höhere Anschaffung über die Jahre ausgleichen.
Als Brennstoff nutzt die Pelletheizung gepresste Stäbchen aus Sägespänen und Holzmehl, die als Nebenprodukt der Holzindustrie entstehen. Die Pellets verbrennen im Pelletkessel und werden je nach Wärmebedarf nachgelegt. Das klingt aufwendig, läuft aber weitgehend automatisch: Eine Förderschnecke transportiert die Presslinge vom Lager in den Kessel. Ähnlich wie bei einer Flüssiggas– oder Ölheizung müssen Eigentümer lediglich daran denken, das Lager regelmäßig auffüllen zu lassen. Im Komfort steht das Heizen mit Pellets dem mit Gas oder Öl damit kaum nach.
Pelletheizungen im Vergleich
Mit der wachsenden Nachfrage ist auch das Angebot stark gestiegen. Neben großen Herstellern wie Viessmann und Vaillant gibt es spezialisierte Anbieter wie ÖkoFen oder Windhager. Ein Überblick beliebter Modelle:
Pelletheizung |
Produktdetails |
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Hersteller: ÖkoFen. Modell: Pellematic Smart XS. Technik: Brennwert. Preis: 8.000 bis 12.000 Euro. Leistung: 10 bis 18 kW. Beschickung: Vakuumsystem (automatisch). Effizienz: 101 Prozent (inkl. Speicherverlust). |
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Hersteller: Viessmann. Modell: Vitoligno 300 C. Aufstellung: Eckwandmontage möglich. Preis: 6.000 bis 8.000 Euro. Leistung: 2,4 bis 12 kW. Beschickung: Schnecke oder Saugsystem. Effizienz: 95,3 Prozent. |
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Hersteller: Vaillant. Modell: renerVIT VKP. Preis: 7.000 bis 9.000 Euro. Leistung: 3,5 bis 12 kW. Beschickung: Fördersystem nach Wahl. Effizienz: 109 Prozent. |
Bildquellen: ÖkoFen, Viessmann Werke Deutschland, Vaillant.
Kosten einer Holzpelletheizung
Bei den obigen Preisen handelt es sich um die reinen Kesselkosten. Hinzu kommen rund 2.000 bis 2.500 Euro für den Einbau durch einen Fachbetrieb sowie die Kosten für die Pelletlagerung, die je nach Art des Lagers variieren:
| Lagermöglichkeit | Beschreibung | Kosten |
| Sacksilo | Einfache Lagerform, die sich mit etwas Geschick auch selbst bauen lässt. Ein Pelletsilo ist flexibel im Standort und lässt sich nachträglich bewegen. | 2.000 bis 3.000 Euro |
| Tank | Ein Pellettank aus Kunststoff oder Metall steht meist im Keller. Beim Wechsel von Öl auf Pellets kann er den alten Heizöltank ersetzen. | 3.000 bis 4.000 Euro |
| Erdbunker | Die teuerste Variante, da ein Fachunternehmen ein Erdloch ausheben muss. Dafür kostet der Erdtank keine Wohnfläche. | 4.000 bis 6.000 Euro |
| Lagerraum | Vorhandene Kellerfläche lässt sich zum Lagerraum umrüsten. Kosten fallen vor allem für Anpassungen und Brandschutz an. | ca. 1.000 Euro |
Insgesamt ist für ein Einfamilienhaus mit Anlage, Lager und Installation mit rund 20.000 bis 35.000 Euro zu rechnen. Das liegt zunächst deutlich über den Kosten einer Gas- oder Ölheizung, relativiert sich aber durch die hohe Förderung und die niedrigen Brennstoffkosten.
Förderung 2026: bis zu 70 Prozent über die KfW
Seit 2024 läuft die Heizungsförderung über die KfW (Programm 458). Gefördert werden regenerative Heizungen, wozu die Pelletheizung zählt. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent und lässt sich über Boni aufstocken:
- Einkommensbonus, bis zu 40 Prozent: für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro.
- Klimageschwindigkeitsbonus, 16 Prozent: beim Austausch einer alten fossilen Heizung, noch in voller Höhe, ab 1. Februar 2027 nur noch 12 Prozent und danach halbjährlich vier Prozentpunkte weniger.
Insgesamt sind maximal 70 Prozent möglich, gedeckelt auf 28.000 Euro förderfähige Kosten beim Einfamilienhaus, also bis zu 19.600 Euro Zuschuss. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
Ausblick: Der Klimageschwindigkeitsbonus wird noch in voller Höhe gewährt, sinkt aber zum 1. Februar 2027 auf 12 Prozent und danach halbjährlich um vier Prozentpunkte. Die Heizungsförderung über die KfW insgesamt ist nach Zusage der Bundesregierung bis mindestens 2029 gesichert. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst, betrifft vor allem die Einbauvorgaben, nicht die Zuschüsse. Die Förderung bleibt nach Zusage der Bundesregierung bis mindestens 2029 bestehen.
Wann sich eine Pelletheizung lohnt
In der Anschaffung ist die Pelletheizung teurer als eine Öl- oder Gasheizung. Bei den Betriebskosten liegt sie jedoch klar vorn, sodass sie sich gerade bei hohem Verbrauch schnell rechnet. Ein Überblick für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (Richtwerte vor Förderung):
Heizungsart |
Anschaffung ca. |
Betriebskosten pro Jahr ca. |
| Pellets | 20.000 bis 35.000 € | 1.500 bis 1.950 € |
| Öl | 12.000 bis 16.000 € | 1.900 bis 2.800 € (steigend) |
| Gas | 9.000 bis 15.500 € | 1.800 bis 2.300 € (steigend) |
Anders als bei Öl und Gas fällt bei Pellets kein CO2-Preis an, da sie als CO2-neutral gelten. Das verschiebt den Vergleich über die Laufzeit zusätzlich zugunsten der Pelletheizung. Je höher der Pelletsverbrauch, desto schneller rechnet sie sich, besonders in großen Einfamilienhäusern, Gewerbeimmobilien und Mehrfamilienhäusern.
Wie viel Pellets und Lagerraum brauche ich?
Eine Frage, die vor der Anschaffung oft zu kurz kommt, ist der konkrete Platz- und Mengenbedarf. Als Faustregel gilt: Für den Jahresvorrat sollten Sie pro Kilowatt Heizlast etwa 0,9 Kubikmeter Lagerraum einplanen. Ein Einfamilienhaus mit rund 15 Kilowatt Heizlast benötigt also grob 13 bis 15 Kubikmeter, was inklusive Kessel etwa zehn Quadratmeter Grundfläche entspricht.
Beim Verbrauch hilft ein einfacher Vergleich: Rund zwei Kilogramm Pellets ersetzen etwa einen Liter Heizöl, ein Kilogramm liefert ungefähr 4,8 Kilowattstunden Wärme. Ein typisches Einfamilienhaus verbraucht so etwa vier bis sechs Tonnen Pellets im Jahr. Wer den kompletten Jahresbedarf lagern kann, bekommt beim Sammelkauf im Sommer meist die günstigsten Preise. Fehlt der Platz im Haus, lässt sich das Lager auch nach außen verlegen, etwa als unterirdischer Tank im Garten. Wichtig ist nur, dass das Lieferfahrzeug den Lagerort per Schlauch erreichen kann.
Vor- und Nachteile
Ein häufiges Missverständnis ist der angeblich geringe Komfort. Tatsächlich werden moderne Heizungsanlagen vollautomatisch beschickt: Aus dem Pelletspeicher gelangen die Pellets über eine Förderschnecke zum Pelletbrenner, wie die folgende Infografik zeigt.

Der wichtigste Nachteil gegenüber einer Gasheizung ist der höhere Platzbedarf für Kessel und Lager, der von der Wohnfläche abgeht. Dem stehen aber deutliche Vorteile gegenüber:
- Hohe Energieeffizienz und niedrige Heizkosten
- CO2-neutral, keine CO2-Abgabe
- Wirtschaftlich besonders bei hohem Wärmebedarf
- Hohe Förderung über die KfW 458
- Lange Lebensdauer von rund 20 Jahren

Nicht zu vernachlässigen ist der ökologische Aspekt. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, und die Pellets bestehen zu großen Teilen aus Reststoffen der Holzindustrie. Wer selbst über Holzabfälle verfügt, kann die Presslinge mit einer eigenen Pelletpresse sogar selbst herstellen.
Bauliche Voraussetzungen
Für ein wirtschaftliches Lieferintervall sollte das Lager eines Einfamilienhauses bis zu zehn Tonnen Pellets fassen. Dafür werden inklusive Kessel etwa zehn Quadratmeter Grundfläche benötigt. Fehlt der Platz, kommt ein Pufferspeicher mit externem Erdtank infrage. Für die gesamte Heizungsinstallation einschließlich Schornsteinanpassung sollten Sie zusätzlich mit Kosten rechnen.
Rechenbeispiel: Pellets gegen Gas im Jahresvergleich
Grundlage ist ein Einfamilienhaus mit 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf. Der Pelletpreis stammt aus der Erhebung des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) für Juni 2026 und lag bei 376,77 Euro je Tonne bei Abnahme von sechs Tonnen, umgerechnet 7,54 Cent je Kilowattstunde. Erdgas ist mit rund 11 Cent angesetzt.
Bei einem Kesselnutzungsgrad von rund 90 Prozent muss die Pelletheizung etwa 20.000 Kilowattstunden aus dem Brennstoff holen. Da ein Kilogramm Pellets rund fünf Kilowattstunden liefert, entspricht das etwa vier Tonnen im Jahr:
| Position | Pelletheizung | Gasheizung |
|---|---|---|
| Brennstoffbedarf im Jahr | rund 4 Tonnen | rund 18.950 kWh |
| Brennstoffkosten im Jahr | rund 1.505 € | rund 2.085 € |
| CO2-Preis auf den Brennstoff | entfällt | enthalten, steigend |
| Eigenanteil nach 46 % Förderung | 13.500 € (bei 25.000 € Investition) | 9.000 € (keine Förderung) |
Der Brennstoff ist also rund 580 Euro im Jahr günstiger. Ehrlicherweise gehört ein Posten dazu, der gern unterschlagen wird: Wartung, Schornsteinfeger und Ascheentsorgung kosten bei einer Pelletheizung etwa 200 Euro mehr als bei einem Gaskessel. Netto bleiben somit rund 380 Euro Vorteil im Jahr, womit sich die um 4.500 Euro höhere Investition nach etwa zwölf Jahren trägt.
Zwei Entwicklungen verschieben die Rechnung weiter zugunsten der Pellets. Erstens unterliegt Holz nicht dem CO2-Preis, während Erdgas mit jeder Erhöhung teurer wird. Zweitens trifft die Bio-Treppe ab 2029 nur fossile Heizungen. Wichtig für die Beschaffung: Der Tonnenpreis hängt stark von der Abnahmemenge ab. Wer sechs Tonnen im Sommer bestellt statt kleiner Mengen im Herbst, spart schnell 50 bis 100 Euro je Tonne, was ein ausreichend großes Lager direkt in bares Geld verwandelt.
Häufige Fragen zur Pelletheizung
Was kostet eine Pelletheizung?
Inklusive Einbau und Lager liegen die Anschaffungskosten für ein Einfamilienhaus bei rund 20.000 bis 35.000 Euro. Das liegt zunächst über einer Gas- oder Ölheizung, relativiert sich aber durch die hohe Förderung und die niedrigen, stabilen Brennstoffkosten.
Wie hoch ist die Förderung für eine Pelletheizung?
Als Biomasseheizung wird sie über die KfW im Programm 458 gefördert. Aus 30 Prozent Grundförderung sind mit den Boni bis zu 70 Prozent möglich.
Wie viel Lagerraum braucht eine Pelletheizung?
Als Faustregel gilt etwa 0,9 Kubikmeter Lagerraum je Kilowatt Heizlast, sodass für ein Einfamilienhaus inklusive Kessel grob zehn Quadratmeter Grundfläche einzuplanen sind. Der Jahresverbrauch liegt bei rund vier bis sechs Tonnen Pellets, wobei zwei Kilogramm Pellets etwa einen Liter Heizöl ersetzen.
Ist eine Pelletheizung klimafreundlich?
Ja. Pellets bestehen überwiegend aus Reststoffen der Holzindustrie und gelten als CO2-neutral, da bei der Verbrennung nur so viel CO2 frei wird, wie der Baum zuvor gebunden hat. Anders als bei Öl und Gas fällt daher kein CO2-Preis an.
Für wen lohnt sich eine Pelletheizung?
Besonders bei hohem Wärmebedarf, etwa in größeren oder unsanierten Gebäuden ohne Anschluss an ein Gas- oder Fernwärmenetz. Voraussetzung ist ausreichend Platz für Kessel und Pelletlager sowie die Bereitschaft, das Lager regelmäßig befüllen zu lassen.



