
Pelletkessel gehören zu den beliebtesten Biomasseheizungen und werden von zahlreichen Herstellern in Deutschland, Österreich und der EU angeboten. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die wichtigsten Marken, ihre Schwerpunkte und die Förderung von Pelletheizungen 2026.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Viele bekannte Pelletkessel-Hersteller stammen aus Österreich, wo das Heizen mit Holz eine lange Tradition hat, darunter Fröling, Windhager, KWB und ÖkoFEN.
- Auch große Universalhersteller wie Viessmann, Buderus und Wolf sowie deutsche Spezialisten wie HDG und Paradigma bieten Pelletkessel an.
- Als Biomasseheizung ist eine Pelletanlage über die Bundesförderung mit bis zu 70 Prozent (in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent) förderfähig.
Pelletkessel aus Österreich
Ein großer Teil der Hersteller hat seinen Sitz in Österreich, wo das Heizen mit Holz eine lange Tradition hat. Bekannte, in Deutschland erhältliche Marken sind:
- Biokompakt
- Biotech
- ETA Heiztechnik
- Fröling
- Gilles
- Hargassner
- KWB
- ÖkoFEN
- Solarfocus (auch für Solarthermie bekannt)
- Windhager
Die meisten dieser Hersteller bieten neben Pelletkesseln auch Hackschnitzelheizungen und Scheitholzheizungen sowie allgemeine Festbrennstoffkessel an. Kombikessel, die verschiedene Holzbrennstoffe nutzen, ergänzen das Angebot. Die Pelletheiztechnik entwickelt sich schnell weiter, und unter den österreichischen Herstellern finden sich einige Innovationsführer: KWB betreibt seit vielen Jahren ein Forschungszentrum für Biomasse, Fröling gilt als Pionier der Lambdasondensteuerung, und Windhager zählt zu den führenden Pelletheizungsherstellern in Europa.
Deutsche Hersteller
Zu den deutschen Herstellern von Biomasseheizungen gehören unter anderem:
- HDG
- IBC Heiztechnik
- Paradigma
- Wagner & Co.
- Wodtke
- Wolf
Zudem sind die großen Universalhersteller Buderus, Vaillant und Viessmann mit konkurrenzfähigen Pelletkesseln in den Markt eingestiegen; die früher eigenständige Marke Junkers gehört heute zu Bosch Thermotechnik. In Vergleichen schneiden vor allem die Kessel von Viessmann und ÖkoFEN sowie die österreichischen Anbieter Fröling und Windhager regelmäßig gut ab. Aus dem benachbarten Ausland sind zudem Anbieter wie Atmos vertreten, die als Generalisten im Bereich regenerativer Energien und Festbrennstoffkessel gelten. Eine vollständige, herstellerübergreifende Marktübersicht bietet die Datenbank der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, die einen guten Startpunkt für die eigene Recherche darstellt.
Ein wachsender Markt
Pelletheizungen sind längst keine Nische mehr. Aus einem einst kleinen Kreis spezialisierter Hersteller ist ein umfangreiches, stetig wachsendes Marktangebot geworden. Neben den auf Biomasse spezialisierten Anbietern sind auch Unternehmen in den Markt eingestiegen, die ursprünglich aus der Produktion anderer Holz- und Festbrennstoffkessel stammen, sowie die großen Universalhersteller. Der Aufschwung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen: die komfortable automatische Beschickung moderner Anlagen, die einfache Lagerfähigkeit der Pellets und die im Vergleich zu fossilen Brennstoffen planbaren Kosten. Zudem hat die staatliche Förderung erneuerbarer Heizungen die Nachfrage deutlich erhöht. Die technische Weiterentwicklung schreitet schnell voran, sodass sich ein aktueller Vergleich der Modelle vor dem Kauf lohnt. Wer eine Pelletheizung plant, sollte neben dem Anschaffungspreis auf den Jahresnutzungsgrad, die Steuerungstechnik und die Reinigungsautomatik achten, da diese den laufenden Betrieb und die Effizienz maßgeblich beeinflussen.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Die Effizienz und Wirtschaftlichkeit eines hochwertigen Pelletkessels ergibt sich aus der optimalen Anpassung an den Heizbedarf. Im Vergleich der Hersteller zeigt sich, dass die größten Unterschiede in der Steuerungstechnik liegen. Die Wahl der Marke ist daher nicht nur eine Entscheidung für einen Gerätetyp, sondern auch für die dahinterstehende technische Philosophie. Merkmale wie konische Brennerformen, Selbstreinigungssysteme und eine Lambdasondensteuerung können den Jahresnutzungsgrad spürbar verbessern. Beim Kauf lohnt sich der Blick auf die Steuerungstechnik, die Reinigungsautomatik und die verfügbaren Leistungsklassen, damit der Kessel genau zum Wärmebedarf des Gebäudes passt und im laufenden Betrieb möglichst wenig Aufwand verursacht.
Pelletkessel und ergänzende Systeme
Viele Hersteller bieten nicht nur reine Pelletkessel an, sondern auch Systeme, die verschiedene Holzbrennstoffe oder erneuerbare Techniken kombinieren. Kombikessel etwa können neben Pellets auch Scheitholz verbrennen, was Flexibilität bei der Brennstoffwahl schafft. Zudem lassen sich Pelletheizungen gut mit einer Solarthermieanlage kombinieren, die im Sommer einen großen Teil des Warmwasserbedarfs deckt und den Kessel entlastet. Ein ausreichend dimensionierter Pufferspeicher ist dabei ein zentrales Element, das die erzeugte Wärme zwischenspeichert und den Kessel gleichmäßiger arbeiten lässt. Bei der Auswahl des Herstellers lohnt es sich daher, das gesamte Systemangebot zu betrachten und zu prüfen, welche Kombinationen und Speicherlösungen angeboten werden. So lässt sich eine Anlage zusammenstellen, die genau zum Wärmebedarf und zu den baulichen Gegebenheiten passt und über die Bundesförderung bezuschusst werden kann.
Förderung 2026
Als Biomasseheizung ist ein Pelletkessel über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig.
Die Zuschüsse setzen sich aus der Grundförderung und mehreren Boni zusammen:
- Grundförderung: 30 Prozent der förderfähigen Kosten, einkommensunabhängig.
- Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent für den Austausch einer alten fossilen Heizung durch selbst nutzende Eigentümer. Er sinkt ab dem 1. Februar 2027 auf 12 Prozent, danach halbjährlich um vier Prozentpunkte, und läuft im August 2028 aus.
- Einkommensbonus: bis zu 40 Prozent für selbst nutzende Eigentümer, gestaffelt nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen (40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro).
- Maximale Förderung: in der Summe bis zu 70 Prozent, in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Diese sind bei der ersten Wohneinheit auf 28.000 Euro gedeckelt, woraus sich ein maximaler Zuschuss von rund 19.600 Euro (bei 80 Prozent bis zu 22.400 Euro) ergibt.
In der Summe sind bis zu 70 Prozent möglich, in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent. Wer den Klimageschwindigkeitsbonus nutzen will, sollte nicht zu lange warten: Ab 1. Februar 2027 sinkt er auf 12 Prozent, danach halbjährlich um vier Prozentpunkte, und im August 2028 läuft er aus. Die förderfähigen Kosten liegen im Einfamilienhaus bei 28.000 Euro. Voraussetzung ist unter anderem die Kombination mit einem Pufferspeicher, und der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Angesichts der hohen Förderung und der planbaren, nicht dem CO2-Preis unterliegenden Brennstoffkosten ist ein Pelletkessel eine attraktive Wahl.
