Wasserführender Pelletofen: Voraussetzungen & Kosten

Pelletofen wasserführend auf Glasplatte
Seitdem die öffentliche Diskussion über Energiepreise, Umweltbelastung und regenerative Wärmeerzeugung Fahrt aufgenommen hat, ist der Pelletofen als Zentralheizung verstärkt ins Bewusstsein vieler Hauseigentümer und Bauherren gerückt. Die aus Holzresten gepressten Stäbchen erfüllen eine Vielzahl an Kriterien, die für zeitgemäße Heiztechnik verlangt wird. Dabei kann es sich sowohl um einen Brenner im Keller handeln, der als wasserführender Pelletofen eingesetzt wird als auch um eine Einzelfeuerstelle.

Die Presslinge bestehen aus Stäbchen, die als Schüttware geliefert, gelagert und verbrannt werden. Ist Ihr Pelletofen wasserführend, so speist er wie jede andere Zentralheizung den Heizkreislauf und kann auf die Brauchwasserversorgung ausgedehnt werden. Die Darreichungsform der Pellets macht die Beschickung des Brenners genauso komfortabel wie die mit Öl oder Gas.

Bauliche Voraussetzungen und Beschickung

Wenn ein wasserführender Pelletofen eingesetzt wird, muss Raum oder Silo für die Pelletlagerung vorhanden sein, beziehungsweise geschaffen werden. Der Platzbedarf für die empfohlene anderthalbjährige Lagermenge liegt etwa im Bereich des Raumanspruchs eines Heizöltanks. Meist reicht der Umbau des entsprechenden Raums aus, wenn zuvor mit einer Ölheizung geheizt wurde. Unterschieden werden muss zwischen einem Pelletkessel und einem Ofen. Ein wasserführender Pelletofen wird meist im Wohnbereich platziert und manuell beschickt.

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Aufgrund der aufwendigeren Beschickung und meist limitierten Leistungsfähigkeit des Ofens empfiehlt es sich diese Variante in Kombination mit einem anderen Heizsystem einzusetzen. Ein Kessel macht in Platzbedarf, Platzierung, Beschickung und Größe keinen Unterschied zu Brennern anderer Art. Vollautomatische Beschickungssysteme können bei knappem Platzangebot im Gebäude auch mit Erdtanks auf dem Grundstück verbunden werden.

Anschaffungskosten

Wenn die Pelletheizung als Hauptheizsystem geplant wird, müssen Sie mit deutlich höheren Investitionen rechnen, als wenn die Pelletwärme nur unterstützend genutzt wird.

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Als Alleinheizung mit entsprechender Leistungsfähigkeit bewegen sich die Anschaffungskosten für eine betriebsbereite Anlage zwischen 15.000 und 18.000 Euro. Damit gehört die Pelletheizung zu den teuersten erhältlichen Heizsystemen und wird nur von der Wärmepumpen– und Heizkraftwerktechnik übertroffen.

Etwa die Hälfte der Anschaffungskosten entfallen auf den Heizkessel. Lager- und Fördersysteme und Speichersysteme teilen sich in etwa die andere Hälfte. Eine pelletbetriebene Einzelfeuerstelle mit Heizwasseranschluss ist in großer Auswahl zwischen 1500 und 5000 Euro erhältlich, wobei technisch unverzichtbares Zubehör oft mit weiteren 1000 bis 2000 Euro zu Buche schlägt. Um Kosten zu sparen, suchen viele Interessenten nach gebrauchten Öfen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Oft bergen gebrauchte Modelle versteckte Mängel, die nur für Experten ersichtlich sind. So entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen schnell als Baustelle.

Betriebs- und Brennstoffkosten

Sie können die Preise für Pellets nach einer relativ einfachen Faustformel einschätzen. Mit Toleranzen von zehn Prozent in beide Richtungen kostet jede mit Heizöl erzeugte Kilowattstunde etwa doppelt so viel wie die aus der Pelletverfeuerung. Gas ist etwa 20 Prozent teurer und Stückholz halb so teuer wie Pellets. Bei der Kalkulation der Gesamtbetriebskosten müssen der Stromverbrauch für den Brenner und gegebenenfalls Hebe-, Senk- und Transportanlagen berücksichtigt werden. Sie bewegen sich einschließlich der Wartung und Kontrolluntersuchungen durch den Schornsteinfeger zwischen 100 und 200 Euro monatlich.

Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 35.000 Kilowattstunden verheizen Sie Pellets im Wert von etwa 150 Euro monatlich. Ein wasserführender Pelletofen ergibt abweichende Ergebnisse durch die Dimensionierung der Anlage. Je größer die Leistungsabnahme wird, desto geringer fallen die Betriebskosten aus.

Förderungen

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Spezielle Nachrüst- und Effizienzboni des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) werden auch für Umrüstungen von Altgeräten gewährt. Für Neuanschaffungen wie der wasserführende Pelletofen im Komplettset sind zwischen 3000 und 8000 Euro Zuschüsse möglich.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet vergünstigte Kredite mit tilgungsfreien Einstiegszeiten an. Das Heizen mit Pellets ist eine der am stärksten geförderten Heizarten und kann bei geschickter Kombination nahe an eine Vollfinanzierung heranreichen. Es lohnt sich für Sie auf jeden Fall, einen Energieberater hinzuzuziehen.