Bildquelle: ÖkoFEN, Mickhausen
Das Heizen mit Holz, etwa in einem Pelletkessel oder einer Hackschnitzelheizung, gilt als kostengünstig. Damit der Betrieb komfortabel ist, transportieren automatische Systeme den Brennstoff aus dem Lager zum Kessel. Die Förderschnecke ist dabei eine bewährte Lösung, die die Arbeit vereinfacht und den Nachschub automatisiert. Eine Alternative sind pneumatische Saugsysteme. Wir stellen beide Systeme mit ihren Vor- und Nachteilen vor.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Förderschnecke transportiert Pellets oder Hackschnitzel über eine drehende Spindel zum Kessel.
- Sie eignet sich für kurze Wege und geringe Steigungen bis etwa 6 Meter Entfernung.
- Für größere Distanzen, Höhenunterschiede oder Kurven sind pneumatische Saugsysteme besser geeignet.
- Die Förderschnecke ist leise, robust, stromsparend und günstiger als ein Saugsystem.
Aufgabe und Funktion der Förderschnecke
Für den automatischen Transport des Brennstoffs zum Heizkessel kommen zwei Systeme infrage. Die Förderschnecke eignet sich vor allem für kurze Wege und kann große Steigungen nicht überwinden. Pneumatische Saugsysteme sind bei größeren Entfernungen, Biegungen oder größeren Höhenunterschieden im Vorteil. Beide Systeme sind komfortabler und effektiver als die manuelle Beschickung von Holzheizungen.
Eigenschaften der Förderschnecke
Das Fördersystem ist ausgereift und seit Langem bewährt. Für die Funktion ist die Gestaltung des Lagerraums wichtig:
- Der Lagerraum benötigt Schrägen, damit das Material nachrutscht.
- Die Pellets rutschen automatisch nach und werden von der Förderschnecke aufgenommen.
- Eine zentrale Spindelwelle schiebt die Pellets mit gleichmäßiger Drehbewegung zum Pelletkessel.
- Die Steigung sollte 30 Prozent nicht überschreiten. Bei Strecken über etwa 6 Meter sind Alternativen sinnvoll.
Vor- und Nachteile der Förderschnecke
Vorteile |
Nachteile |
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Pneumatische Saugsysteme
Zentraler Bestandteil des pneumatischen Systems ist die Saugsonde, oft als Maulwurf bezeichnet. Es kann eine oder mehrere Sonden geben. Das Prinzip ähnelt einem Staubsauger: Die Pellets werden angesaugt und über eine Leitung transportiert. Das System benötigt stets zwei Förderleitungen, eine für den Brennstofftransport und eine für den Druckausgleich.
Vorteile |
Nachteile |
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Welches System passt?
Ob Förderschnecke oder Saugsystem sinnvoll ist, hängt vor allem von den baulichen Gegebenheiten ab. Liegt der Lagerraum nah am Kessel, ohne große Höhenunterschiede oder Kurven, ist die Förderschnecke die günstige, leise und stromsparende Wahl. Muss der Brennstoff dagegen über größere Entfernungen, um Ecken oder aus einem entfernten oder unterirdischen Lager transportiert werden, spielt das pneumatische System seine Stärken aus. Häufig werden beide Techniken auch kombiniert, indem eine Saugleitung das Material aus dem Lager holt und eine kurze Schnecke es in den Kessel dosiert.
Wartung und Betrieb
Beide Systeme sind wartungsarm, sollten aber regelmäßig kontrolliert werden. Bei der Förderschnecke ist auf einen freien Lauf der Spindel und den Zustand der Antriebseinheit zu achten, da Fremdkörper oder schlechte Pelletqualität zu Störungen führen können. Gute Brennstoffqualität mit wenig Feinanteil beugt Verstopfungen vor. Wichtig ist außerdem, dass der Schrägboden im Lager sauber und funktionsfähig bleibt, damit das Material zuverlässig nachrutscht. Mit der richtigen Auslegung und etwas Pflege arbeitet die Förderschnecke über viele Jahre zuverlässig und sorgt für einen komfortablen, automatischen Betrieb der Holzheizung.
Förderschnecke und Betriebssicherheit
Für einen störungsfreien Betrieb ist die Qualität des Brennstoffs entscheidend. Pellets mit hohem Feinanteil oder Fremdkörper können die Schnecke blockieren, weshalb zertifizierte Ware mit dem Gütesiegel ENplus zu empfehlen ist. Viele Anlagen verfügen über einen Überlastschutz, der die Schnecke bei einer Blockade abschaltet, um Schäden zu vermeiden. Bei einer Störung sollte die Ursache zeitnah behoben werden, damit die Wärmeversorgung nicht unterbrochen wird. Eine regelmäßige Sichtkontrolle des Antriebs und des Lagerraums hilft, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Planung des Lagerraums
Die Gestaltung des Lagerraums beeinflusst maßgeblich, welches Fördersystem sinnvoll ist. Für die Förderschnecke ist ein Schrägboden nötig, damit die Pellets zuverlässig zur Schnecke nachrutschen. Der Raum sollte trocken und sauber sein, um die Brennstoffqualität zu erhalten. Bei Neubau oder Sanierung lässt sich der Lagerraum optimal auf das gewählte Fördersystem abstimmen, während bei bestehenden Räumen die baulichen Gegebenheiten die Wahl zwischen Schnecke und Saugsystem bestimmen. Eine gute Planung sorgt dafür, dass die automatische Beschickung über viele Jahre komfortabel und störungsfrei funktioniert.
Fazit
Die Förderschnecke ist eine bewährte, günstige und leise Lösung, um Pellets oder Hackschnitzel automatisch zum Kessel zu transportieren, solange die Wege kurz und die Steigungen gering sind. Für größere Entfernungen, Höhenunterschiede oder verwinkelte Wege sind pneumatische Saugsysteme besser geeignet, allerdings teurer und lauter. Welche Technik passt, hängt von den baulichen Gegebenheiten ab. Mit der richtigen Auslegung und guter Brennstoffqualität sorgt die Förderschnecke für einen komfortablen und zuverlässigen Betrieb der Holzheizung.
Zusammengefasst ist die Förderschnecke bei kurzen Wegen die günstige und zuverlässige Lösung, während pneumatische Systeme bei größeren Distanzen oder schwierigen Wegen ihre Stärken ausspielen. Gute Brennstoffqualität und ein durchdachter Lagerraum sorgen in beiden Fällen für einen störungsfreien, komfortablen Betrieb der Holzheizung.
