Die pneumatische Fördertechnik transportiert die Pellets vom Lager bis zum Heizkessel. Das Saugsystem nimmt die kleinen Holzpresslinge auf und leitet sie zum Brenner weiter. Zu den Vorteilen zählt die flexible Einsatzmöglichkeit, nachteilig wirken sich die höheren Anschaffungs- und Betriebskosten aus.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Saugsysteme befördern Pellets pneumatisch vom Lager zum Kessel und überwinden dabei große Distanzen, Höhenunterschiede und Kurven, ohne dass Lager und Kessel aneinandergrenzen müssen.
  • Die Entnahme erfolgt über Sonden, Entnahmelanzen oder den mobilen Pellet-Maulwurf. Welches System passt, hängt vor allem von der Gestaltung des Lagerraums ab.
  • Vorteil ist die hohe Flexibilität, Nachteil sind die höheren Kosten. Alternativ oder ergänzend kommt die mechanische Förderschnecke zum Einsatz.

Die verschiedenen Arten der Saugsysteme

Pneumatische Pellet-Fördersysteme nutzen die Wirkung einer Luftströmung. Eine elektrisch betriebene Saugturbine erzeugt den nötigen Sog, die Aufnahmeeinheiten heißen Pellet-Saugsonden. Über eine Leitung gelangen die Pellets zum Pelletkessel. Vakuumsysteme arbeiten mit zwei Leitungen, um Pellets und Luft getrennt zu führen und optimale Druckverhältnisse zu schaffen. Mechanische und pneumatische Technik lassen sich zudem kombinieren, sodass sich einzelne Teilstrecken unterschiedlich gestalten lassen.

Entnahmemöglichkeiten der Saugsonden

Die Entnahme der Pellets erfolgt unter anderem über den Pellet-Maulwurf, eine Entnahmelanze oder eine fest am Lagerboden montierte Sonde. Welches System sich eignet, hängt maßgeblich von der Gestaltung des Lagerraums ab. Sind zwei Schrägböden vorhanden, kann eine mechanische Förderschnecke der Saugtechnik vorgeschaltet werden. Bei einem Flachbodenlager schieben oft Rührwerke die Pellets zu den bodenfesten Sonden. Alternativ kommt das mobile Pellet-Maulwurf-System zum Einsatz.

Vorteile und Nachteile der Pellet-Saugsysteme

Mit pneumatischen Saugsystemen überbrücken Sie größere Entfernungen zwischen Kessel und Lagerraum. Lager und Kessel müssen nicht aneinandergrenzen, und die Strecke muss nicht eben sein, sondern darf auch Höhenunterschiede, Biegungen und Windungen aufweisen. Je nach baulicher Situation lassen sich Höhenunterschiede von fünf bis sechs Metern und Distanzen von bis zu 30 Metern mühelos überwinden. Diese Flexibilität ist der große Pluspunkt der Saugtechnik. Dem stehen höhere Anschaffungs- und Betriebskosten gegenüber, denn die Saugturbine benötigt Strom. Bei ausreichendem handwerklichem Geschick lassen sich manche Systeme in Eigenarbeit aufbauen, was Kosten spart.

Der Pellet-Maulwurf

Der Maulwurf ist ein mobiles, flexibles System, das die Pellets von oben ansaugt. Anders als bei der klassischen Entnahme werden die Pellets nicht am tiefsten, sondern am höchsten Punkt aus dem Lager entnommen und zur Pelletheizung befördert. Das schont das Material und erlaubt eine gleichmäßige Entnahme.

Die Förderschnecke

Bei der Förderschnecke schiebt eine zentrale Spindelwelle die Pellets durch ein Rohr zum Kessel. Sie überwindet Steigungen von bis zu 30 Grad und Transportwege von einigen Metern. Die Schnecke ist robust und bewährt, benötigt aber in der Regel ein Lager mit Schrägboden, damit die Pellets von selbst nachrutschen.

Maulwurf und Schnecke im Vergleich

Der Maulwurf bietet gegenüber der Schnecke einige Vorteile: Im Lager ist kein Schrägboden nötig, was Kosten und Platzbedarf für den Lagerbau senkt. Zudem kann der Transport über Kurven und Höhenunterschiede führen und erfolgt materialschonend. Dem stehen Nachteile gegenüber: Für ein großes Lager sind mehrere Maulwürfe erforderlich, beim Befüllen muss der Maulwurf hochgezogen werden, und die Geräuschentwicklung wird mitunter als störend empfunden. Außerdem ist ein Maulwurf teurer als eine Schnecke und erreicht nicht immer alle Bereiche des Lagers. Preislich liegt eine Förderschnecke im Bereich von rund 1.500 bis 1.700 Euro, ein Maulwurf bei etwa 2.000 bis 2.200 Euro.

Das passende System auswählen

Welches Saugsystem sich eignet, sollten Sie gemeinsam mit dem Fachbetrieb anhand der baulichen Gegebenheiten entscheiden. Ausschlaggebend sind die Größe und Form des Lagerraums, die Entfernung zum Kessel sowie die zu überwindenden Höhenunterschiede und Kurven. Ein gut geplantes Fördersystem sorgt dafür, dass die Pelletheizung zuverlässig und störungsfrei mit Brennstoff versorgt wird, was für einen komfortablen und wirtschaftlichen Betrieb entscheidend ist.

Betrieb und Wartung der Saugsysteme

Damit ein Saugsystem dauerhaft zuverlässig arbeitet, sind einige Punkte zu beachten. Die Saugleitungen und die Turbine sollten im Rahmen der jährlichen Wartung geprüft werden, denn Abrieb und Feinanteile aus den Pellets können sich mit der Zeit ablagern. Achten Sie außerdem auf eine gute Pelletqualität, da minderwertige Presslinge stärker abrieben und mehr Staub erzeugen, was die Förderung beeinträchtigt und den Verschleiß erhöht. Ein sauber gehaltenes Lager mit trockenen, normgerechten Pellets ist die beste Voraussetzung für einen störungsfreien Transport. Beim Befüllen des Lagers durch den Lieferanten wird häufig ein Teil des Staubs abgesaugt, was die Anlage zusätzlich schont. Wer diese Punkte beachtet, sorgt dafür, dass die Pelletheizung über viele Jahre komfortabel und effizient mit Brennstoff versorgt wird.

Bei der Planung eines Pelletlagers lohnt es sich, das Fördersystem von Anfang an mitzudenken. Die Lage des Lagers, die Entfernung zum Kessel und die baulichen Gegebenheiten bestimmen, welches System sich eignet und wie aufwendig die Installation ausfällt. Ein durchdacht geplantes Zusammenspiel aus Lager, Entnahme und Förderung senkt spätere Betriebs- und Wartungskosten und sorgt für einen reibungslosen Nachschub an Pellets. Ein Betriebsdetail entscheidet über die Pelletqualität: Beim Saugen entsteht Abrieb. Gute Systeme lassen die Turbine deshalb nur ein- bis zweimal täglich laufen und befüllen einen Zwischenbehälter am Kessel, statt dauernd zu fördern. Das schont die Pellets und begrenzt den Lärm auf wenige Minuten am Tag.

Unterm Strich sind pneumatische Saugsysteme immer dann die richtige Wahl, wenn Lager und Kessel weiter auseinanderliegen oder bauliche Hindernisse zu überwinden sind. Die höheren Kosten gegenüber einer einfachen Schnecke gleichen sich durch die größere Flexibilität oft aus. Entscheidend bleibt eine fachgerechte Planung, damit die Pelletheizung dauerhaft komfortabel und störungsfrei arbeitet.