Festbrennstoffkessel als Allesbrenner

Ein Allesbrenner ist ein Festbrennstoffkessel, der unterschiedliche Brennstoffe verwerten kann, darunter Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel, Briketts und Kohle. Diese Vielseitigkeit ist praktisch, hat aber ihren Preis: Ein Allesbrenner lässt sich nur auf einen mittleren Betriebspunkt einstellen und nutzt die Energie der einzelnen Brennstoffe daher nicht so effizient wie ein auf einen Brennstoff spezialisierter Kessel. Dieser Ratgeber erklärt, für wen sich ein Allesbrenner eignet, welche Brennstoffe infrage kommen und worauf bei der Auswahl zu achten ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Allesbrenner verbrennt verschiedene feste Brennstoffe. Das macht unabhängig, geht aber zulasten der Effizienz, weil das Gerät nur auf einen Mittelwert eingestellt werden kann.
  • Sinnvoll ist die Technik vor allem dort, wo günstige Brennstoffe wie Holzreste anfallen, etwa in ländlichen Lagen oder in Betrieben mit brennbarem Verschnitt.
  • Geräte liegen meist bei 2.000 bis 3.000 Euro für den Kessel. Vorgeschrieben ist, dass Hausmüll, Papier und ähnliche Abfälle nicht verbrannt werden dürfen.

Brennstoffe aus der Natur nutzen

In ländlichen Regionen mit viel anfallendem Schnittgut, Ästen und Buschwerk kann ein Allesbrenner trotz seiner Effizienzverluste gute Dienste leisten. Das Heizen entspricht einer Art Resteverwertung und kann ergänzend zu einem Hauptbrennstoff genutzt werden. Auch für Betriebe mit brennbarem Abfall, etwa Schreinereien, ist diese Beheizung sinnvoll. In vielen Fällen ist die Einstellung auf Pellets am günstigsten, denn Pellets haben unter den Holzbrennstoffen einen hohen Heizwert, lassen sich gut lagern und erlauben eine automatische Beschickung. Bei Bedarf können Sie saisonal andere Materialien in den Heizkessel einlegen. Holz aus Flurbereinigungen ist oft günstig oder kostenlos beim regionalen Forst- oder Grünflächenamt erhältlich.

Das passende Modell wählen

Wer einen Allesbrenner installieren möchte, sollte einen Brennstoffmix in Lagerung und Verwendung anvisieren. Das macht unabhängiger, weil sich der Kessel je nach Heizwärmebedarf und Brennstoffpreis befüllen lässt. Um die weniger effizienten Betriebsstunden auszugleichen, sollte die Anlage über ein ausgereiftes Abbrandsystem verfügen. Zweikammersysteme und Vergasertechnik verbessern die Verbrennung, während ein Pufferspeicher die erzeugte Wärme vorhält. Bei guter Auslegung reicht die Leistung für ein Einfamilienhaus samt Warmwasser aus.

Kosten und Erweiterungen

Universalbrennstoffkessel werden mit Nennleistungen zwischen etwa 5 und 30 Kilowatt angeboten, sodass sich der Allesbrenner als Zentralheizung eignet. Die meisten Geräte liegen im Bereich von 2.000 bis 3.000 Euro für den Holzvergaserkessel. Hinzu kommen gegebenenfalls Lager- und Beschickungsanlagen. Wichtig ist die Beachtung der gesetzlichen Vorschriften: Das Verbrennen von Hausmüll, Papier, Pappe und bestimmten organischen Abfällen ist untersagt. Spezielle Konstruktionen lassen sich um zusätzliche Energieträger erweitern, etwa um einen Gasbrenner. Den Betriebsstrom kann eine Photovoltaikanlage liefern. Sprechen Sie die geeignete Lösung mit dem Schornsteinfeger und einem Energieberater ab.

Emissionen und rechtliche Vorgaben

Feste Brennstoffe verursachen bei der Verbrennung Feinstaub und weitere Emissionen. Für Festbrennstofffeuerungen gelten daher die Vorgaben der Bundes-Immissionsschutzverordnung, die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid festlegt. Moderne Kessel halten diese Werte durch eine vollständige Verbrennung, geeignete Filtertechnik und einen Pufferspeicher ein, der einen gleichmäßigen Abbrand ermöglicht. Der Schornsteinfeger überprüft die Anlage regelmäßig. Wer einen Allesbrenner plant, sollte diese Anforderungen von Anfang an einbeziehen, da ältere oder schlecht eingestellte Geräte die Grenzwerte häufig nicht einhalten.

Wichtig ist außerdem die Qualität der Brennstoffe: Nur trockenes, sauberes Holz und zugelassene Brennstoffe dürfen verwendet werden. Das Verbrennen von behandeltem Holz, Abfällen oder feuchtem Material ist nicht nur verboten, sondern schädigt auch den Kessel und erhöht die Emissionen erheblich.

Abhängig von den Rahmenbedingungen

Ein Allesbrenner ist eher ein robustes Arbeitsgerät als ein hochspezialisiertes Präzisionssystem. Mit guter Dämmung, einer sauberen Abgasanlage und passender Filtertechnik arbeitet er ausreichend effizient, kann aber nicht mit auf einen Brennstoff optimierten Kesseln konkurrieren. Deshalb sind bei der Entscheidung die Brennstoffversorgung und die Lagerräume besonders wichtig. Zu beachten ist außerdem, dass für Festbrennstofffeuerungen strenge Vorgaben zur Feinstaubemission gelten, die moderne Geräte durch Filter und vollständige Verbrennung einhalten müssen. Ein Allesbrenner lohnt sich vor allem dann, wenn eine ausreichend große und günstige Quelle verschiedener Brennstoffe zur Verfügung steht, etwa der Verschnitt der eigenen Werkstatt oder ein eigenes Waldstück. Fehlt diese, ist häufig ein spezialisierter Pelletkessel oder eine Wärmepumpe die wirtschaftlichere Wahl. Zusammengefasst ist der Allesbrenner ein flexibles System für alle, die günstige Brennstoffe sicher und in ausreichender Menge zur Verfügung haben. Fehlt diese Grundlage, sind spezialisierte Kessel oder eine Wärmepumpe meist effizienter und komfortabler. Eine unabhängige Beratung hilft, die für das jeweilige Gebäude und die verfügbaren Brennstoffe passende Lösung zu finden. Vor der Anschaffung sollten Sie den zu erwartenden Brennstoffbedarf, die verfügbaren Lagerflächen und die Emissionsvorgaben realistisch einschätzen. Nur wenn günstige Brennstoffe dauerhaft und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, spielt der Allesbrenner seine Stärken aus und arbeitet auch wirtschaftlich sinnvoll. In allen anderen Fällen führt die höhere Effizienz spezialisierter Systeme über die Nutzungsdauer meist zu niedrigeren Gesamtkosten. Kesselheld erstellt Ihnen dazu nach wenigen Angaben ein verlässliches Angebot und zeigt auf, welche Heizlösung für Ihre Situation am wirtschaftlichsten ist. Berücksichtigen Sie außerdem den Aufwand für Bedienung und Reinigung, der bei einem Allesbrenner höher ausfällt als bei einem vollautomatischen Pelletkessel oder einer Wärmepumpe.

Häufige Fragen zum Allesbrenner

Welche Brennstoffe kann er verbrennen?

Verschiedene feste Brennstoffe, je nach Zulassung des Geräts. Welche im Einzelnen erlaubt sind, steht in der Bedienungsanleitung und in der örtlichen Feuerungsverordnung.

Warum arbeitet er weniger effizient?

Weil das Gerät nur auf einen Mittelwert eingestellt werden kann. Spezialisierte Kessel sind auf einen Brennstoff optimiert und nutzen ihn besser aus.

Für wen lohnt er sich?

Vor allem dort, wo günstige Brennstoffe wie Holzreste anfallen — in ländlichen Lagen oder in Betrieben mit brennbarem Verschnitt.

Darf ich Abfall verbrennen?

Nein. Zulässig sind nur die in der 1. BImSchV genannten Brennstoffe. Behandeltes Holz, Verpackungen und Abfälle sind ausgeschlossen und beschädigen zudem das Gerät.