
Wer einen Pelletkessel betreibt, muss regelmäßig Pellets nachbestellen. Dabei stellt sich die Frage nach loser Ware oder Sackware, der richtigen Qualität und dem günstigsten Zeitpunkt. Dieser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Pelletbestellung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Lose Ware ist günstiger, benötigt aber ein großes Lager. Sackware und Big Bags sind unempfindlicher und flexibler lagerbar.
- Pellets werden zu Tagespreisen gehandelt. Antizyklischer Einkauf außerhalb der Heizsaison und größere Mengen senken den Preis.
- Auf Qualität achten: Nach ENplus zertifizierte Pellets mit einem Heizwert um 5 Kilowattstunden je Kilogramm und niedriger Restfeuchte sichern eine vollständige, effiziente Verbrennung.
Lose Ware, Sackware oder Big Bag?
Zunächst ist zu entscheiden, ob lose Ware oder Sackware gekauft wird. Lose Ware, die per Tankwagen ins Pelletsilo geblasen wird, ist häufig günstiger, setzt aber einen ausreichend großen Lagerraum voraus. Sackware ist zu einem höheren Preis je Tonne unempfindlicher und lässt sich, solange sie vor Regen geschützt ist, auch im Freien lagern. Ein Kompromiss ist der Big Bag: ein unempfindlicher Sack mit rund 1.000 Kilogramm, der meist auf Paletten geliefert wird. Die Lagerung kann direkt auf den Paletten erfolgen, für den Transport sind allerdings ein Gabelstapler oder Hubwagen nötig. Alternativ lassen sich die Pellets in einem Pellettank oder Silo lagern. Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom verfügbaren Platz und der gewünschten Menge ab.
Den richtigen Zeitpunkt wählen
Pellets werden zu Tagespreisen gehandelt, die sich nach Angebot und Nachfrage richten. Wer günstig einkaufen möchte, sollte nicht erst aktiv werden, wenn der Vorrat erschöpft ist, sondern die Preisentwicklung über einen längeren Zeitraum beobachten. Sinnvoll ist ein antizyklischer Einkauf, also möglichst außerhalb der Heizsaison: Im Winter steigt mit der Nachfrage üblicherweise auch der Pelletpreis. Im Sommer und im Frühjahr sind die Preise dagegen oft niedriger. Wer rechtzeitig plant und einen ausreichend großen Vorrat anlegt, kann so über das Jahr spürbar sparen.
Menge und Mengenrabatte
Beim Bestellen lohnt es sich, die Abnahmemenge zu variieren, denn viele Lieferanten gewähren ab einer bestimmten Menge Mengenrabatte. Häufig lässt sich schon durch eine leicht erhöhte Bestellmenge der Preis je Tonne senken, sofern der Lagerraum das zulässt. Ein größeres Lager mit entsprechender Reserve ermöglicht es, in einem Zug eine günstige, große Menge zu ordern und nicht mehrmals kleine Mengen zu höheren Preisen nachkaufen zu müssen. Bei der Planung des Lagers sollte daher von Anfang an genügend Kapazität eingeplant werden.
Lagerung vorbereiten
Damit die Pellets ihre Qualität behalten, ist die richtige Lagerung entscheidend. Der Lagerraum oder das Silo muss trocken sein, denn Feuchtigkeit lässt die Pellets aufquellen und mindert ihren Heizwert. Bei loser Ware, die per Tankwagen eingeblasen wird, ist ein befahrbarer Zugang für das Lieferfahrzeug wichtig, ebenso ein Einblasstutzen und eine Absaugmöglichkeit für den entstehenden Staub. Sackware und Big Bags lassen sich flexibler lagern, benötigen aber ebenfalls einen trockenen, gut belüfteten Platz. Bei größeren Mengen Pellets ist auf eine ausreichende Belüftung des Lagers zu achten, da bei der Lagerung Holzgase entstehen können. Wer das Lager sorgfältig plant und trocken hält, sorgt dafür, dass die Pellets über die gesamte Lagerzeit ihren vollen Heizwert behalten und die Anlage störungsfrei läuft.
Lieferung und Ablauf
Der Ablauf einer Pelletlieferung ist unkompliziert. Lose Ware wird von einem Silowagen geliefert, der die Pellets über einen Schlauch in das Lager oder Silo einbläst. Der dabei entstehende Staub wird abgesaugt. Wichtig ist, dass die Zufahrt für den Tankwagen frei ist und die Entfernung zwischen Fahrzeug und Lager nicht zu groß ausfällt, da sonst Zuschläge anfallen können. Sackware und Big Bags werden auf Paletten angeliefert und benötigen je nach Menge einen Hubwagen oder Gabelstapler zum Abladen. Bei der Terminplanung lohnt es sich, außerhalb der Hochsaison zu bestellen, da die Lieferzeiten dann kürzer und die Preise günstiger sind. Wer rechtzeitig plant, vermeidet Engpässe und kann die Lieferung entspannt organisieren.
Auf die Qualität achten
Ein entscheidender Punkt ist die Qualität. Die Pellets sollten mindestens der internationalen Norm entsprechen, besser nach ENplus zertifiziert sein. Diese Zertifizierung sichert einen hohen Heizwert bei zugleich rückstandsarmer Verbrennung. Der Heizwert guter Pellets liegt bei rund 5 Kilowattstunden je Kilogramm. Ebenso wichtig ist die Restfeuchte, die möglichst unter zehn Prozent liegen sollte. Nach Norm sind zwar bis zu zwölf Prozent zulässig, doch je feuchter die Pellets, desto mehr Wasser wird mitbezahlt, das nicht zum Heizwert beiträgt. Auf hochwertige Pellets zu setzen zahlt sich aus, weil sie mehr Energie liefern, weniger Asche hinterlassen und die Anlage langfristig schonen und so Störungen vorbeugen.
Einordnung
Die richtige Pelletbestellung verbindet Qualität, Menge und Zeitpunkt. Wer auf ENplus-zertifizierte Ware mit niedriger Restfeuchte achtet, antizyklisch einkauft und Mengenrabatte nutzt, heizt günstig und mit einem nachwachsenden Rohstoff. Da eine Pelletheizung als Biomasseheizung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert wird und Pellets als nachwachsender Rohstoff nicht dem steigenden CO2-Preis unterliegen, bleiben die Heizkosten gut kalkulierbar. Ein ausreichend dimensioniertes Lager ist dabei die Grundlage, um von günstigen Einkaufszeitpunkten und Mengenrabatten zu profitieren und stets genügend Vorrat für den Winter zu haben.
Häufige Fragen zum Pellets bestellen
Lose Ware, Sackware oder Big Bag?
Lose Ware ist günstiger, benötigt aber ein großes Lager. Sackware und Big Bags sind unempfindlicher und flexibler lagerbar, kosten dafür je Tonne mehr.
Wann kaufe ich günstig?
Außerhalb der Heizsaison und in größeren Mengen. Pellets werden zu Tagespreisen gehandelt, antizyklischer Einkauf senkt den Preis spürbar.
Woran erkenne ich gute Qualität?
An der Zertifizierung nach ENplus. Sie legt Grenzen für Wassergehalt, Abrieb und Aschegehalt fest; der Heizwert liegt bei rund 5 Kilowattstunden je Kilogramm.
Was muss der Lieferant vorfinden?
Eine erreichbare Einfüllstelle. Das Fahrzeug muss den Lagerort per Schlauch erreichen können; die üblichen Schlauchlängen sollten vorab geklärt werden.
