
Holzpellets sind gegenüber anderen Brennstoffen vergleichsweise günstig. Manche Verbraucher überlegen daher, mit einer eigenen Pelletpresse ihre Pellets selbst herzustellen, um noch weiter zu sparen. Dieser Ratgeber erklärt den Herstellungsprozess, die Funktionsweise solcher Pressen und ob sich die Anschaffung wirtschaftlich lohnt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Pelletpresse presst getrocknete, gereinigte Holzspäne unter Druck zu Pellets. Die vorbereitenden Schritte wie Reinigung, Zerkleinerung und Trocknung sind aufwendig.
- Reine Pressen kosten je nach Größe grob 2.000 bis 5.000 Euro, führen aber die nötigen Vorarbeiten nicht aus und erreichen nur selten die Qualität professionell gekaufter Pellets.
- In den meisten Fällen rentiert sich die eigene Herstellung nicht oder erst nach vielen Jahren; minderwertige Pellets können zudem die Heizung beschädigen.
Wie Pellets hergestellt werden
Pellets bestehen aus gepressten Holzspänen. Bevor diese in die Presse gelangen, müssen sie von Fremdkörpern wie Metall befreit werden. Anschließend werden die Späne auf eine einheitliche Größe zerkleinert und danach gleichmäßig getrocknet. Der Feuchtigkeitsgehalt wird anschließend auf einen Normwert von etwa 10 bis 15 Prozent eingestellt, da zu feuchtes oder zu trockenes Material die Pelletqualität mindert. Erst dann erfolgt die Pressung bei erhöhter Temperatur, bei der das im Holz enthaltene Lignin die Späne bindet. Danach müssen die Pellets abkühlen und aushärten, bevor sie gesiebt werden, um mangelhafte Stücke und feinen Abrieb auszusortieren. All diese Schritte wären auch bei der Herstellung mit einer eigenen Presse notwendig, um gleichwertige Pellets zu erhalten, was den Aufwand erheblich erhöht.
Wie eine Pelletpresse arbeitet
Das Herzstück einer Pelletpresse ist eine Matrize mit vielen Bohrungen, durch die das vorbereitete Material unter hohem Druck gepresst wird. Rollen oder Kollergänge drücken die Holzspäne durch die Löcher der Matrize, wobei durch den Druck Wärme entsteht. Diese Wärme aktiviert das im Holz enthaltene Lignin, das als natürliches Bindemittel wirkt und die Späne zu festen Pellets verklebt. Am Austritt werden die entstehenden Stränge auf die gewünschte Länge abgeschnitten. Damit dieser Vorgang gleichmäßige, stabile Pellets ergibt, müssen Material, Feuchte und Druck genau aufeinander abgestimmt sein. Kleine Haushaltspressen erreichen diese Präzision nur schwer, weshalb die Qualität schwankt. Industrielle Anlagen dagegen erzeugen unter kontrollierten Bedingungen die gleichmäßige Qualität, die für einen störungsfreien Kesselbetrieb nötig ist.
Überlegungen vor dem Kauf
Wer eine Pelletpresse anschaffen möchte, sollte einige Punkte bedenken:
- Die Herstellung eigener Pellets bedeutet einen erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand.
- Es wird eine verlässliche Quelle für hochwertige, saubere und gleich große Holzspäne benötigt, die frei von Fremdstoffen wie Metall oder Kunststoff sind.
- Die Presse verbraucht Strom und erhöht dadurch die Heizkosten.
- Viele Modelle arbeiten nicht vollautomatisch und müssen während des Betriebs beaufsichtigt werden.
Abhängig von den Pelletpreisen rentiert sich die eigene Herstellung meist erst nach vielen Jahren, wenn überhaupt. Etwas günstiger wird es, wenn sich mehrere Personen eine Presse teilen; dann ist jedoch ein leistungsfähigeres und entsprechend teureres Gerät nötig, das höhere Produktionsmengen bewältigt. In den seltensten Fällen lässt sich zu Hause eine derart gleichbleibend gute Qualität erreichen, wie sie ein Pelletlieferant bietet.
Was eine Pelletpresse kostet
Pressen für die Herstellung zu Hause werden vor allem im Internet und im Fachhandel angeboten. Die Preise liegen je nach Größe grob zwischen 2.000 und 5.000 Euro. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um reine Pressen, mit denen sich die vorbereitenden Arbeitsschritte nicht durchführen lassen. Eine gleichwertige Qualität wie bei gekauften Pellets kann damit nicht garantiert werden. Viele Hersteller von Pelletheizungen und Pelletöfen raten ausdrücklich von der Verwendung mangelhafter Pellets ab, da diese den Brenner beschädigen oder sogar zu einem Ausfall der Anlage führen können.
Fazit: Meist lohnt sich die eigene Presse nicht
In den meisten Fällen rentiert sich die Anschaffung einer Pelletpresse nicht oder erst nach einer sehr langen Zeitspanne. Da die Preise für Holzpellets voraussichtlich vergleichsweise stabil bleiben und langsamer steigen als die anderer Brennstoffe, überwiegen die Nachteile: hoher Zeit- und Arbeitsaufwand, zusätzliche Stromkosten und das Risiko minderwertiger Pellets. Im Interesse einer einwandfrei funktionierenden Heizung ist es daher in aller Regel sinnvoller, auf geprüfte Qualitätspellets aus dem Handel zu setzen. Wer beim Heizen mit Holz sparen möchte, erreicht mehr durch die richtige Lagerung, den Einkauf größerer Mengen zu günstigen Zeiten und einen effizienten, gut gewarteten Kessel als durch die Eigenproduktion von Pellets.
Qualitätspellets erkennen
Wer auf gekaufte Pellets setzt, sollte auf anerkannte Qualitätsstandards achten, die einheitliche Vorgaben zu Heizwert, Feuchte, Abrieb und Aschegehalt machen. Zertifizierte Pellets sorgen für einen störungsfreien Betrieb, einen hohen Wirkungsgrad und geringe Emissionen. Ein niedriger Feinanteil und eine gleichmäßige Länge sind Zeichen guter Qualität, weil sie die automatische Förderung im Kessel und die Verbrennung spürbar verbessern. Beim Kauf lohnt sich der Vergleich von Preis und Qualität ebenso wie der Blick auf die Liefer- und Lagermöglichkeiten, da sich größere Mengen meist deutlich günstiger beziehen lassen. So sichern Sie einen zuverlässigen Betrieb Ihrer Pelletheizung, ohne die Risiken und den Aufwand einer eigenen Herstellung in Kauf nehmen zu müssen. Gerade weil ein moderner Pelletkessel empfindlich auf minderwertigen Brennstoff reagiert, zahlt sich geprüfte Qualität langfristig aus.
