Das Heizen mit Holzpellets rückt im Zuge der Energiewende immer stärker in den Fokus, denn Pellets sind ein nachwachsender, klimaschonender Brennstoff. Wer eine Pelletheizung plant, sollte die Kosten von Anfang an im Blick haben. Dieser Ratgeber zeigt die Anschaffungs- und Betriebskosten, die Kombination mit Solarthermie und die Förderung 2026.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine komplette Pelletheizung inklusive Installation kostet grob 15.000 bis 25.000 Euro. Dazu zählen Kessel, Lager, Fördersystem, Pufferspeicher und Montage.
  • Pellets sind pro Kilowattstunde meist günstiger als Öl und Gas. Der Preis lag zuletzt in der Größenordnung von 7 bis 8 Cent je Kilowattstunde.
  • Als Biomasseheizung ist die Pelletheizung über die BEG-Heizungsförderung förderfähig: Grundförderung 30 Prozent plus mögliche Boni bis 70 Prozent.

Anschaffungskosten der Pelletheizung

Die Gesamtkosten einer Pelletheizung setzen sich aus mehreren Bauteilen zusammen. Als Orientierung für ein Einfamilienhaus dient die folgende Übersicht:

Preis Pelletheizung komplett (einschließlich Installation)

Kessel mit Sauganlage, 5 bis 25 kW, Rohranteil, Sacksilo und 200-Liter-Warmwasserspeicher 15.000 bis 25.000 Euro

Für den Pelletkessel selbst können Sie je nach Leistung grob 8.000 bis 12.000 Euro einkalkulieren. Zur Lagerung des Brennstoffs benötigen Sie zusätzlich einen Pelletstank oder eine andere Lösung zur Pelletlagerung:

Art der Pelletaufbewahrung

Kosten

Lagerraum 1.000 bis 4.000 Euro
Sacksilo 1.000 bis 2.000 Euro
Erdtank ab rund 3.500 Euro

Das Fördersystem für den Transport der Pellets zum Kessel schlägt mit 500 bis 3.500 Euro zu Buche. Sinnvoll ist außerdem ein Pufferspeicher, der mit 2.000 bis 3.000 Euro zu veranschlagen ist. Er sorgt dafür, dass der Kessel unter Volllast und damit möglichst sauber und effizient arbeitet, und speichert die überschüssige Wärme, sodass schnell warmes Wasser bereitsteht. Für die Montage kommen noch einmal rund 3.000 bis 4.000 Euro hinzu.

Arten von Pelletkesseln

Bei den Pelletheizungen unterscheidet man vor allem zwischen Pelletkesseln als vollwertige Zentralheizung und Pelletöfen für einzelne Räume. Ein Pelletkessel im Heizungskeller versorgt über einen Wasserkreislauf das ganze Haus mit Wärme und Warmwasser und wird über eine Förderschnecke oder ein Saugsystem automatisch mit Pellets aus dem Lager beschickt. Ein Pelletofen mit Wassertasche steht dagegen im Wohnraum, gibt einen Teil der Wärme direkt als Strahlungswärme ab und speist den Rest ins Heizsystem ein. Für die zentrale Beheizung eines Ein- oder Mehrfamilienhauses ist der Pelletkessel die passende Lösung, während sich ein Pelletofen eher als ergänzende oder ortsgebundene Wärmequelle eignet. Innerhalb der Kessel gibt es zudem Unterschiede in Wirkungsgrad, Emissionswerten und Komfort, die sich im Preis niederschlagen.

Was die Kosten beeinflusst

Warum die Preisspanne so groß ausfällt, hat mehrere Gründe. Ein wesentlicher Faktor ist die Kesselart: Ein vollautomatischer Pelletkessel mit Saugsystem ist komfortabler und teurer als ein einfacher Kessel mit manueller Befüllung. Auch die Leistung spielt eine Rolle, denn sie muss zur Heizlast des Gebäudes passen. Ein größeres Haus mit hohem Wärmebedarf braucht einen leistungsstärkeren und damit teureren Kessel. Die Art der Lagerung, die Länge und Ausführung des Fördersystems sowie die baulichen Gegebenheiten vor Ort beeinflussen den Preis ebenfalls. Nicht zuletzt entscheidet die Ausstattung, etwa die Größe des Pufferspeichers und ob eine Solarthermie eingebunden wird, über die Gesamtsumme. Eine sorgfältige Planung durch einen Fachbetrieb sorgt dafür, dass die Anlage weder über- noch unterdimensioniert ausfällt.

Betriebskosten der Pelletheizung

pellet betriebskosten

Der Pelletpreis schwankt über das Jahr, liegt pro Kilowattstunde aber meist unter dem von Heizöl und Erdgas. Zuletzt bewegte er sich in der Größenordnung von rund 7 bis 8 Cent je Kilowattstunde. Da Pellets nicht der CO2-Bepreisung fossiler Brennstoffe unterliegen, fällt der Kostenvorteil gegenüber Öl und Gas mit steigendem CO2-Preis tendenziell größer aus.

Pelletheizung Kosten

Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern und einem Vier-Personen-Haushalt lässt sich der Jahreswärmebedarf für Heizung und Warmwasser grob mit rund 15.000 Kilowattstunden ansetzen. Wer seinen Jahresverbrauch kennt, kann ihn mit dem aktuellen Pelletpreis multiplizieren und so die Brennstoffkosten überschlagen. Hinzu kommen laufende Kosten: Für Anlagen über 15 kW ist nach der Inbetriebnahme eine Schornsteinfegerprüfung fällig, und eine jährliche Wartung schlägt mit rund 150 bis 250 Euro zu Buche.

Vorteile und Wirtschaftlichkeit

Der Reiz der Pelletheizung liegt in der Kombination aus klimafreundlichem Heizen und niedrigen Brennstoffkosten. Pellets werden aus Sägeresten und Holzabfällen gepresst, sind ein nachwachsender Rohstoff und gelten als weitgehend klimaneutral, weil bei der Verbrennung nur so viel CO2 frei wird, wie der Baum zuvor gebunden hat. Im Betrieb ähnelt eine moderne Pelletheizung einer Öl- oder Gasheizung: Die Beschickung erfolgt automatisch, und der Komfort ist hoch. Den höheren Anschaffungskosten gegenüber einer Gasheizung stehen niedrigere Brennstoffkosten und die hohe Förderung gegenüber. Wie schnell sich die Investition amortisiert, hängt vom Wärmebedarf, dem Pelletpreis und der Höhe der Förderung ab. Gerade weil Pellets nicht der CO2-Bepreisung unterliegen, verbessert sich die Wirtschaftlichkeit über die Jahre.

Zu bedenken ist der Platzbedarf: Neben dem Kessel benötigen Sie einen Pufferspeicher und ein trockenes Pelletlager mit Zuführung. Wer diesen Platz hat, erhält ein ausgereiftes, förderfähiges Heizsystem, das die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes erfüllt.

Pelletheizung mit Solarthermie kombinieren

Die Pelletheizung lässt sich mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren, die vor allem in der Übergangs- und Sommerzeit die Warmwasserbereitung übernimmt und so den Pelletverbrauch senkt. Für die zusätzliche Solaranlage mit einem Flachkollektor sind grob 3.000 bis 4.000 Euro einzuplanen, sodass sich die Gesamtinvestition entsprechend erhöht, dafür aber langfristig weniger Brennstoff verbraucht wird.

Förderung für Ihre Pelletheizung 2026

Als Biomasseheizung ist die Pelletheizung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig. Der Heizungstausch wird über die KfW gefördert. Die Bausteine im Überblick:

  • Grundförderung: 30 Prozent für alle Antragsberechtigten.
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 16 Prozent beim Austausch einer alten fossilen Heizung (ab 1. Februar 2027 nur noch 12 Prozent, danach halbjährlich vier Prozentpunkte weniger).
  • Einkommensbonus: bis zu 40 Prozent für selbst nutzende Eigentümer, gestaffelt nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen (40 Prozent bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro, 10 Prozent bis 50.000 Euro). Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, verschiebt ein Familienzuschlag die maßgebliche Grenze um 10.000 Euro nach oben.

Die prozentualen Boni sind bis zu einer Obergrenze von 70 Prozent kombinierbar, bis zu 80 Prozent nur mit dem höchsten Einkommensbonus. Die förderfähigen Kosten sind im Einfamilienhaus auf 28.000 Euro gedeckelt. Wichtig ist, dass der Förderantrag vor der Auftragsvergabe gestellt wird und der Kessel die technischen Anforderungen erfüllt. Als erneuerbares System gilt eine Pelletheizung damit als zukunftssicher und ist von der ab 2029 geltenden Bio-Treppe für fossile Heizungen nicht betroffen. Da sich Fördersätze ändern können, lohnt sich vor der Entscheidung eine aktuelle Beratung durch einen Fachbetrieb oder eine Energieberatung, die auch die passende Kessel- und Speichergröße für Ihr Gebäude ermittelt.

Rechenbeispiel: Pellets gegen Gas über 20 Jahre

Angenommen werden 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf, ein Pelletpreis von 7,5 Cent und ein Gaspreis von 11 Cent je Kilowattstunde (Stand Sommer 2026). Die Pelletheizung ist mit 30 Prozent gefördert, die Gasheizung nicht.

Pelletkessel Gas-Brennwertkessel
Investition rund 20.000 € rund 12.000 €
abzüglich Förderung rund 14.000 € keine
Brennstoff je Jahr rund 1.510 € rund 2.080 €
Brennstoff über 20 Jahre rund 30.200 € rund 41.700 €
Summe rund 44.200 € rund 53.700 €

Der Vorsprung von rund 9.500 Euro entsteht zu etwa gleichen Teilen aus der Förderung und dem niedrigeren Brennstoffpreis. Gerechnet ist dabei nur mit der Grundförderung von 30 Prozent. Wer eine funktionsfähige alte Heizung ersetzt und stilllegt, erhält zusätzlich den Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent. Der Eigenanteil sinkt dann auf rund 10.800 Euro und der Vorsprung wächst auf etwa 12.700 Euro. Drei Punkte gehören zur Ehrlichkeit dazu. Erstens fallen bei der Pelletheizung höhere Kosten für Wartung, Ascheentsorgung und Schornsteinfeger an, grob 150 bis 250 Euro mehr im Jahr, was den Vorsprung über zwanzig Jahre um mehrere Tausend Euro schmälert. Zweitens braucht die Pelletheizung Lagerraum, der im Bestand nicht immer vorhanden ist und im Neubau Geld kostet.

Drittens verschiebt sich die Rechnung mit der Zeit weiter zugunsten der Pellets, und zwar durch den CO2-Preis: Er ist im Gaspreis bereits enthalten und steigt bis 2030 voraussichtlich auf 120 bis 150 Euro je Tonne. Für Holzpellets fällt er nicht an. Hinzu kommt, dass eine neu eingebaute Gasheizung ab 2029 einen steigenden Anteil klimafreundlicher Gase nutzen muss, die aufwendiger herzustellen und damit teurer sind.

Häufige Fragen zu den Kosten einer Pelletheizung

Was kostet eine Pelletheizung mit Lager?

Für Kessel, Einbau und Lager sind rund 20.000 bis 35.000 Euro anzusetzen. Mit 30 Prozent Grundförderung bleiben davon etwa 14.000 bis 24.500 Euro, mit dem Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent nur noch rund 10.800 bis 18.900 Euro. Das Lager ist förderfähig und sollte nicht separat gerechnet werden.

Wie viel Pellets brauche ich im Jahr?

Bei 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf und einem Nutzungsgrad von 90 Prozent sind es rund 20.000 Kilowattstunden Brennstoff. Da ein Kilogramm Pellets etwa 5 Kilowattstunden liefert, entspricht das rund 4 Tonnen. Als Faustregel gilt: eine Tonne Pellets ersetzt etwa 500 Liter Heizöl.

Was kostet eine Tonne Pellets derzeit?

Bei einer Abnahme von 6 Tonnen liegt der Preis bei rund 377 Euro je Tonne, also etwa 7,5 Cent je Kilowattstunde. Für 4 Tonnen im Jahr sind das rund 1.510 Euro. Der Preis schwankt saisonal deutlich, weshalb sich der Kauf im Sommer meist lohnt.

Welche Kosten fallen neben dem Brennstoff an?

Rechnen Sie mit rund 150 bis 250 Euro mehr im Jahr als bei einer Wärmepumpe, denn Wartung, Ascheentsorgung und Schornsteinfeger fallen an. Der Schornsteinfeger kostet bei einem Pelletkessel rund 95 Euro jährlich. Diese Posten schmälern den Brennstoffvorteil über zwanzig Jahre um mehrere Tausend Euro.

Wann lohnt sich die Pelletheizung gegenüber der Wärmepumpe?

Vor allem im unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen, wo die Wärmepumpe nur eine Jahresarbeitszahl von rund 3,0 erreicht. Voraussetzung ist Platz für das Lager, das je nach Bauform rund 5 Quadratmeter braucht. Im sanierten Gebäude heizt die Wärmepumpe günstiger und verursacht weniger Aufwand.