pellets tank

Ein Pelletstank ist der Lagerort für die Holzpellets einer Pelletheizung. Anders als bei Heizöl handelt es sich bei Pellets nicht um einen umweltgefährdenden Brennstoff: Kommen sie mit Feuchtigkeit in Kontakt, sind sie zwar oft nicht mehr nutzbar, ein Schaden für die Umwelt entsteht dabei aber nicht. Deshalb gelten bei der Pelletlagerung weniger strenge Vorschriften als bei fossilen Brennstoffen, und sogar ein Selbstbau ist möglich. Dieser Ratgeber erklärt Größe, Bauformen, Selbstbau und Preise eines Pelletstanks.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Pelletstank speichert die Holzpellets nahe am Kessel. Wichtig sind ausreichende Größe und ein trockener, geschützter Lagerort.
  • Als Faustregel gilt: Kesselleistung in kW mal 0,5 ergibt das nötige Raumvolumen. Etwa zwei Drittel davon sind praktisch nutzbar.
  • Ein einfaches Sacksilo ist ab rund 1.000 Euro erhältlich, ein Erdtank aus Kunststoff kostet deutlich mehr. Ein größeres Lager ermöglicht günstigere Sammelbestellungen.

Warum sich ein großzügiger Lagerraum lohnt

Bei einer Pelletheizung werden die Pellets in der Regel automatisch zum Brenner gefördert. Damit dieser Weg kurz und störungsarm bleibt, sollte der Lagerraum möglichst nah am Kessel liegen. Die beiden wichtigsten Voraussetzungen sind ausreichende Größe und Trockenheit. Ein größerer Tank bietet zudem einen wirtschaftlichen Vorteil: Wer größere Mengen auf einmal bestellt, zahlt pro Tonne oft weniger.

Die passende Größe berechnen

Die benötigte Größe lässt sich mit einer einfachen Faustregel abschätzen: Die Leistung der Heizung in Kilowatt multipliziert mit 0,5 ergibt das nötige Raumvolumen. Bei einem 15-kW-Kessel wären das 7,5 Kubikmeter, von denen etwa zwei Drittel praktisch nutzbar sind, also rund 5 Kubikmeter. Wer den Jahresbedarf komplett bevorraten kann, ist bei Preisschwankungen flexibler und muss seltener nachbestellen.

Beim Selbstbau auf Feuchtigkeit achten

Wer den Pelletstank selbst baut, sollte den Raum zuvor abdichten. Die Pellets sollten möglichst keinen direkten Kontakt zu Boden und Wänden haben. Ein Raum mit Außenwand ist von Vorteil, weil sich die Betankung von außen dann einfacher gestaltet.

Sind diese Bedingungen erfüllt, besteht der Selbstbau vor allem darin, einen abschüssigen Untergrund anzulegen, idealerweise in Form einer Rinne. So kann sich das Lager durch die automatische Zuführung möglichst restlos entleeren. Zusätzlich sollte ein Prallblech montiert werden, das verhindert, dass die Pellets beim Einblasen direkt auf den Boden geschleudert werden und zerbrechen. Zerbrochene Pellets erhöhen den Feinanteil und können die Förderung stören.

Wer sich für das Heizen mit Holz interessiert, findet weitere Themen in diesen Beiträgen:

Bauformen und Preise

Sacksilo als günstige Variante

Statt selbst zu bauen, lässt sich auch ein fertiger Pelletstank kaufen. Der Preis hängt stark von der Bauform ab. Ein Sacksilo aus Gewebe ist ab etwa 1.000 Euro erhältlich und flexibel aufstellbar, sodass sich die Pellets nahezu überall lagern lassen, teils auch im Freien. Absolut witterungsbeständig sind diese Silos jedoch nicht: Direktem Regen dürfen sie ohne zusätzlichen Schutz nicht ausgesetzt sein, eine Überdachung genügt aber. Vor der Aufstellung sollte die Tragfähigkeit des Untergrunds geprüft werden, denn ein voller, großer Tank bringt erhebliches Gewicht auf.

Silo, Erd- und Kunststofftank

Ein Gewebesilo ist auch dann empfehlenswert, wenn ein Lagerraum ohne aufwendige Abdichtung zu feucht ist, da es den direkten Bodenkontakt der Pellets verhindert. Eine weitere Möglichkeit ist der Pelletstank aus Kunststoff. Er ist witterungsbeständiger und lässt sich sogar als Erdtank im Garten vergraben. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Pellets beanspruchen weder Platz im Keller noch sichtbar im Garten.

Dafür sind die Kosten deutlich höher. Für ein Volumen von rund 10 Kubikmetern ist grob mit mehreren Tausend Euro zu rechnen, hinzu kommen die Erdarbeiten. Wegen dieses Aufwands lohnt sich der Erdtank vor allem dann, wenn die anderen Varianten aus baulichen Gründen ausscheiden. Wichtig bei der Planung: Die Befüllung sollte von der Straßenseite aus möglich sein, damit der Lieferwagen die Pellets ohne lange Schlauchwege einblasen kann.

Sicherheit und Belüftung im Pelletlager

Auch wenn Pellets ungefährlich für die Umwelt sind, gibt es beim Lager einige Sicherheitsaspekte zu beachten. Frisch produzierte und eingelagerte Holzpellets können geringe Mengen Kohlenmonoxid ausgasen. Deshalb muss ein Pelletlager ausreichend belüftet sein, und vor dem Betreten größerer, geschlossener Lagerräume ist Vorsicht geboten. Fachgerecht ausgeführte Lager verfügen über eine Be- und Entlüftung sowie über gut zugängliche, aber gesicherte Einfüll- und Absaugstutzen. Ein deutlich sichtbares Hinweisschild am Zugang ist sinnvoll.

Ebenso wichtig ist der dauerhafte Schutz vor Feuchtigkeit: Dringt Wasser ein, quellen die Pellets auf, zerfallen und lassen sich nicht mehr verbrennen. Der Lagerraum sollte daher trocken bleiben und die Betankungsleitungen sollten dicht sein. Wer diese Punkte beachtet, sorgt für einen störungsfreien, sicheren Betrieb über die gesamte Heizsaison.

Förderung und Einordnung

Der Pelletstank selbst wird nicht separat gefördert. Er ist jedoch Teil einer Pelletheizung, und diese zählt als Biomasseheizung zu den erneuerbaren Heizsystemen, die über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst werden. Wer ohnehin eine neue Pelletheizung plant, sollte die Lagerlösung von Anfang an mitdenken, da Kessel und Lager aufeinander abgestimmt sein müssen. Für die konkrete Planung von Größe und Bauform ist ein Fachbetrieb der richtige Ansprechpartner.

Häufige Fragen zum Pelletstank

Wie groß muss das Lager sein?

Als Faustregel gilt: Kesselleistung in Kilowatt mal 0,5 ergibt das nötige Raumvolumen in Kubikmetern. Etwa zwei Drittel davon sind praktisch nutzbar, weil der Schrägboden und der Freiraum über der Schüttung nicht befüllt werden.

Was kostet ein Pelletlager?

Ein einfaches Sacksilo ist ab rund 1.000 Euro erhältlich. Ein Erdtank aus Kunststoff kostet deutlich mehr, spart dafür aber Platz im Gebäude.

Welche Anforderungen hat der Lagerraum?

Er muss trocken und vor Feuchtigkeit geschützt sein, weil Pellets bei Nässe zerfallen. Außerdem muss das Lieferfahrzeug den Einblasstutzen mit dem Schlauch erreichen können.

Warum lohnt sich ein größeres Lager?

Es erlaubt größere Bestellmengen und damit günstigere Staffelpreise. Zudem lassen sich Lieferungen in Zeiten mit niedrigerem Preisniveau legen, etwa außerhalb der Heizsaison.