Pelletsilo

Eine zentrale Frage beim Betrieb einer Pelletheizung ist die Lagerung des Brennstoffs. Das Pelletsilo bestimmt den Platzbedarf und die Beschickung des Kessels. Dieser Ratgeber erklärt die Silo-Formen, die Beschickung, die Preise und die Sicherheitsvorschriften.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die benötigte Pelletmenge richtet sich nach dem Heizbedarf; ein Pelletsilo benötigt grob doppelt so viel Platz wie ein Öltank gleicher Leistung.
  • Gängige Formen sind das einfache Flachsilo, das textile Trogsilo und das Hubsilo; die Beschickung des Kessels erfolgt automatisch über eine Förderschnecke oder ein Saugsystem.
  • Neue Silos kosten grob ab 2.000 Euro. Wichtig ist eine ausreichende Belüftung, da Pellets Holzgase entwickeln können.

Platzbedarf und Menge

Wie viel Platz das Silo benötigt, hängt vom individuellen Heizbedarf und der Leistung der Anlage ab. Als grober Richtwert gilt der Vergleich mit Heizöl: Bei gleicher Leistung beansprucht die Öllagerung etwa die Hälfte des Platzes eines Pelletsilos, da Pellets eine geringere Energiedichte haben. Die maximal gelagerte Menge sollte den Bedarf einer Heizsaison um etwa ein Drittel übersteigen, damit eine Reserve vorhanden ist. Bei einer Umrüstung von Öl auf Pellets lässt sich der frühere Standort des Öltanks häufig für das Pelletsilo nutzen, was den Umbau erleichtert.

Formen des Silos

Das Silo befindet sich meist im Kellerraum und lässt sich in drei Grundformen unterscheiden.

Flachsilo

Die einfachste und preiswerteste Form besteht im Prinzip aus dem nackten Lagerraum mit Belüftung. Sinkt der Pelletbestand unter das Niveau der Entnahmeeinrichtung, müssen die Reste am Boden mit einem Saug- oder Fördersystem aufgenommen werden.

Trogsilo

Das Trogsilo, auch Sacksilo genannt, hat die Form einer auf dem Kopf stehenden Pyramide. Die meist textilen Seitenwände lassen die Pellets durch die Schwerkraft automatisch nachrutschen. Da die schrägen Wände Lagerplatz kosten, ist diese Form nur bei ausreichendem Platzangebot ratsam.

Hubsilo

Das Hubsilo ist ein Sacksilo mit einer technischen Hebeanlage. Durch das Anheben bei sinkender Füllung wird das zuverlässige Nachrutschen der Pellets unterstützt, was besonders bei beengten Verhältnissen von Vorteil ist.

Beschickung des Kessels

Damit die Heizungsanlage nicht von Hand nachgeladen werden muss, ist ein automatisches Beschickungssystem bei Pelletanlagen Standard. Am verbreitetsten ist ein Förderschneckensystem, das die Pellets direkt aus dem Silo entnimmt und dem Brenner dosiert zuführt. Damit die Schnecke nicht leer läuft, müssen die Pellets zuverlässig nachrutschen oder über ein Saugsystem auf die Schnecke transportiert werden. Ein Saugsystem bietet mehr Flexibilität beim Verlauf und eignet sich, wenn Silo und Kessel weiter auseinanderliegen. Nicht vergessen werden darf der Einfüllstutzen, über den der Tankwagen die Pellets ins Silo bläst.

Preise und Kauf

Der Preis für ein neues Pelletsilo beginnt größenabhängig bei etwa 2.000 Euro und kann bei Ausführungen mit Edelstahlrahmen und Hebewerk bis auf rund 6.000 Euro steigen. Wer sparen möchte, kann ein gebrauchtes Silo in Betracht ziehen, muss dann aber auf Zustand und Vollständigkeit achten. Die preiswerteste Variante ist die Umwidmung eines vorhandenen Kellerraums zu einem Flachsilo: Der leere Raum wird gereinigt und mit einem geeigneten Anstrich versehen, und für die Förderschnecke ist gegebenenfalls ein Wanddurchbruch nötig. Wer handwerklich geschickt ist, kann ein Flachsilo nach Bauanleitung selbst errichten, sollte sich dann aber unbedingt über die Sicherheitsanforderungen informieren.

Das passende Silo wählen

Welche Silo-Form die richtige ist, hängt vor allem vom verfügbaren Platz, dem Wärmebedarf und dem Budget ab. Steht ein geeigneter Kellerraum zur Verfügung, ist das umgewidmete Flachsilo die preiswerteste Lösung und nutzt den Raum optimal aus. Ist der Raum ungünstig geschnitten oder soll das Lager flexibel aufgestellt werden, bietet sich ein Trog- oder Hubsilo an, das ohne festen Raum auskommt, dafür aber einen eigenen Stellplatz benötigt. Wichtig ist in jedem Fall, dass das Silo groß genug ist, um den Jahresbedarf mit einer Reserve zu fassen, damit die Belieferung per Tankwagen wirtschaftlich bleibt; große Liefermengen sind je Tonne günstiger als kleine. Auch die Erreichbarkeit für den Tankwagen und die Länge des Befüllschlauchs spielen eine Rolle. Ein Fachbetrieb kann anhand des Verbrauchs und der räumlichen Gegebenheiten die passende Größe und Form empfehlen.

Silo und Pelletheizung als Gesamtsystem

Das Pelletsilo ist kein isoliertes Bauteil, sondern Teil eines Gesamtsystems aus Lager, Beschickung, Kessel und Pufferspeicher. Damit die Anlage effizient und störungsfrei läuft, müssen diese Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Die Beschickung muss zur Silo-Form passen, und der Kessel benötigt einen Pufferspeicher, um im optimalen Bereich zu arbeiten. Da eine Pelletheizung als Biomasseheizung förderfähig ist, lohnt es sich, das Silo von Anfang an in die Planung der geförderten Modernisierung einzubeziehen. Wer Lager, Beschickung und Kessel gemeinsam plant, vermeidet spätere Nachrüstungen und stellt sicher, dass das System zuverlässig und komfortabel funktioniert. So wird das Pelletsilo zur Grundlage für einen bequemen und wirtschaftlichen Betrieb der Pelletheizung.

Sicherheit und Belüftung

Ein wichtiger Punkt ist die Sicherheit des Pelletlagers. Größere Mengen Pellets können Holzgase, insbesondere Kohlenmonoxid, freisetzen, die sich in geschlossenen Räumen ansammeln können. Daher muss das Lager ausreichend belüftet sein, und vor dem Betreten sollte gründlich gelüftet werden. Bei selbst gebauten Silos ist die fachgerechte Belüftung besonders zu beachten. Zudem müssen die Pellets trocken bleiben, da Feuchtigkeit ihre Qualität und Heizleistung mindert. Da das Silo und die Beschickung eng mit dem sicheren und effizienten Betrieb der Heizung zusammenhängen, sollte die Planung von einem Fachbetrieb begleitet werden. Da das Silo Teil einer geförderten Biomasseheizung ist, kann es im Rahmen der Bundesförderung für den Heizungstausch mit berücksichtigt werden, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.