Heizwert von Brennstoffen

Der Heizwert eines Brennstoffs gibt an, wie viel Energie sich durch die Verbrennung direkt nutzen lässt. Er ist eine zentrale Kenngröße, um Brennstoffe zu vergleichen, und steht in engem Zusammenhang mit dem Brennwert, den moderne Heizungen nutzen. Dieser Ratgeber erklärt den Heizwert, den Unterschied zum Brennwert und die Werte gängiger Brennstoffe.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Heizwert ist die nutzbare Wärmemenge ohne die Kondensationswärme des Wasserdampfs im Abgas; er dient dem Vergleich von Brennstoffen.
  • Der Brennwert liegt höher, weil er zusätzlich die Kondensationswärme berücksichtigt. Moderne Brennwertgeräte nutzen genau diese zusätzliche Energie.
  • Öl und Gas haben höhere Heizwerte je Kilogramm als Holz; reine Heizwertkessel dürfen im Neubau und bei Sanierungen nicht mehr eingebaut werden.

Was ist der Heizwert?

Der Heizwert bezeichnet den Energieanteil eines Brennstoffs, der sich bei der Verbrennung direkt als Wärme nutzen lässt. Da die meisten Brennstoffe Gemische aus verschiedenen chemischen Bestandteilen sind, schwanken die Heizwerte auch beim gleichen Energieträger. Der entscheidende Unterschied zum Brennwert besteht darin, dass der Heizwert nur die Wärme ohne die Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs berücksichtigt. Anders gesagt: Die Energie, die im Wasserdampf des Abgases steckt, bleibt beim Heizwert unberücksichtigt. Der Heizwert eignet sich damit gut, um Brennstoffe untereinander zu vergleichen.

heizwerte brennstoffe im vergleich

Vom Heizwert zum Brennwert

Der Brennwert eines Energieträgers liegt um etwa zehn Prozent höher als der Heizwert. Entscheidend dafür ist der Anteil an Wasserstoff im Brennstoff, denn bei der Verbrennung entsteht daraus Wasserdampf. Während alte Heizungsanlagen nur die direkte Wärme nutzten, kühlen moderne Brennwertgeräte das Abgas so weit ab, dass der Wasserdampf kondensiert und die dabei frei werdende Kondensationswärme zusätzlich genutzt wird. Auf diese Weise erschließen sie einen Teil der Energie, der beim reinen Heizwert verloren geht. Zur Vergleichbarkeit werden die Heizwerte bei einer Referenztemperatur bestimmt und meist in Megajoule je Kilogramm angegeben. Zur Umrechnung gilt: Eine Kilowattstunde entspricht 3,6 Megajoule.

Heizwerte gängiger Brennstoffe

Die Heizwerte der wichtigsten Brennstoffe unterscheiden sich deutlich. Beim Heizöl ist zwischen leichten und schweren Sorten zu unterscheiden: Das übliche extraleichte Heizöl liegt bei rund 42,6 Megajoule je Kilogramm, schweres Öl bei etwa 39,5. Erdgas liegt mit grob 38 Megajoule je Kilogramm knapp darunter. Flüssiggas erreicht durch die enthaltenen Gase Propan und Butan höhere Werte um 46 Megajoule je Kilogramm. Holz liegt in luftgetrocknetem Zustand bei etwa 15 bis 18 Megajoule je Kilogramm, Holzpellets stabil bei rund 18. Zum Vergleich bringt Holzkohle zwischen 28 und 35 Megajoule je Kilogramm mit. Besonders bei Holz und Erdgas schwanken die Werte, da Zustand und Zusammensetzung variieren. Der Heizwert hat auch Einfluss auf den Preis: Grob gilt, dass ein höherer Energiegehalt sich im Preis widerspiegelt.

Warum die Nachverbrennung so wichtig ist

Die Nutzung der Kondensationswärme über die Brennwerttechnik steigert die Energieausbeute je nach Brennstoff unterschiedlich stark. Je höher der Wasserstoffanteil, desto größer ist der Unterschied zwischen Heiz- und Brennwert, da mehr Wasserdampf entsteht. Gas profitiert daher besonders von der Brennwerttechnik. Für Verbraucher bedeutet das: Ein modernes Brennwertgerät holt aus derselben Menge Brennstoff spürbar mehr Wärme heraus als ein altes Heizwertgerät und senkt so den Verbrauch.

Bedeutung für Verbraucher

Für Verbraucher ist der Heizwert vor allem als Vergleichsgröße nützlich. Er zeigt, wie viel Energie in einer bestimmten Menge Brennstoff steckt, und hilft so, unterschiedliche Energieträger einzuordnen. Für die tatsächliche Wirtschaftlichkeit ist jedoch nicht der Heizwert allein entscheidend, sondern das Zusammenspiel aus Energiegehalt, Preis und der Effizienz der Heizung. Ein Brennstoff mit hohem Heizwert ist nicht automatisch günstiger, wenn sein Preis entsprechend hoch liegt. Ebenso wichtig ist, wie gut die Heizung die enthaltene Energie nutzt: Ein modernes Brennwertgerät zieht deutlich mehr Wärme aus derselben Menge Brennstoff als ein altes Heizwertgerät. Wer die Heizkosten vergleichen möchte, sollte daher nicht nur den Heizwert, sondern die Kosten je nutzbarer Kilowattstunde betrachten.

Heizwert und Brennstoffwahl

Bei der Wahl des Brennstoffs spielen neben dem Heizwert weitere Faktoren eine Rolle. Ein hoher Heizwert bedeutet, dass für dieselbe Wärmemenge weniger Brennstoff und damit weniger Lagerplatz nötig ist. Das erklärt, warum ein Pelletlager mehr Platz benötigt als ein Öltank gleicher Leistung: Holz und Pellets haben einen geringeren Heizwert je Kilogramm als Öl oder Gas. Für die Entscheidung sind aber auch die Umweltbilanz, der CO2-Preis und die Förderung entscheidend. Fossile Brennstoffe wie Öl und Gas werden durch die CO2-Bepreisung über die Jahre teurer, während erneuerbare Energieträger und Systeme gefördert werden. Der Heizwert bleibt somit eine von mehreren Kenngrößen, die bei der Wahl der Heizung und des Brennstoffs zu berücksichtigen sind.

Heizwertgeräte werden abgelöst

Die Brennwerttechnik ist bei modernen Heizungen Standard. Reine Heizwertkessel, die nur die direkte Wärme nutzen, dürfen nach der Ökodesign-Richtlinie im Neubau und bei Sanierungen nicht mehr eingebaut werden. Zudem gilt nach dem Gebäudeenergiegesetz, in dem die frühere Energieeinsparverordnung aufgegangen ist, eine Austauschpflicht für bestimmte alte Konstanttemperaturkessel, die 30 Jahre und älter sind. Wer eine neue Heizung plant, sollte ohnehin die aktuellen Vorgaben beachten: Für neu eingebaute Heizungen gilt die 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energie. Der Heizwert bleibt dabei eine nützliche Kenngröße, um Brennstoffe und ihren Energiegehalt einzuordnen, während die eingesetzte Technik darüber entscheidet, wie viel dieser Energie tatsächlich genutzt wird.