Veraltete Heizungen verursachen hohe Kosten und belasten das Klima. Moderne Heizsysteme senken den Verbrauch, nutzen erneuerbare Energien und werden staatlich gefördert. Sie eignen sich längst nicht nur für den Neubau, sondern bieten auch im Altbau effiziente Lösungen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als modernste und zukunftssicherste Heizung gilt die Wärmepumpe: Sie nutzt kostenlose Umweltwärme, verursacht keine CO2-Kosten und wird mit bis zu 70 Prozent gefördert. Weitere moderne Optionen sind Pellet- und andere Biomasseheizungen sowie Hybridsysteme mit Solarthermie.
  • Effiziente Brennwerttechnik ist gegenüber alten Kesseln ein Fortschritt, als reine Gas- oder Ölheizung aber nicht mehr förderfähig und langfristig durch den steigenden CO2-Preis teuer.
  • Welches System passt, hängt von Gebäude, Dämmzustand und vorhandener Wärmeverteilung ab. Niedrige Vorlauftemperaturen, etwa über eine Fußbodenheizung, sind der Schlüssel zu hoher Effizienz.

Moderne Heizung

Heizungen, die über 20 Jahre alt sind, belasten Eigentümer und Mieter mit hohen Heizkostenabrechnungen und verursachen zugleich hohe Kohlenstoffdioxidemissionen. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst, setzt der Gesetzgeber auf einen technologieoffenen Weg zu klimafreundlichem Heizen. Das rückt moderne Heizsysteme weiter in den Vordergrund. Sie sind keineswegs nur für den Neubau geeignet, sondern stellen auch im Altbau effiziente Lösungen dar.

Die Wärmepumpe: modernste und zukunftssicherste Heizung

Die Wärmepumpe gilt als das zukunftssicherste Heizsystem. Rund drei Viertel ihrer Wärme gewinnt sie kostenlos aus der Umwelt, aus Luft, Erdreich oder Grundwasser, und nur ein Viertel muss über den Kompressor als Strom zugeführt werden. Sie lässt sich als alleinige Heizung oder zur Unterstützung anderer Heizungssysteme einsetzen und eignet sich für Neubau wie Altbau. Damit sie effizient arbeitet, ist ein Wärmeverteilsystem mit niedriger Vorlauftemperatur ideal. Eine Fußbodenheizung kommt mit rund 35 bis 45 Grad Celsius aus, sodass die Wärmepumpe die Umweltwärme nur wenig anheben muss. Aber auch großzügig dimensionierte Heizkörper ermöglichen einen effizienten Betrieb. Der große Vorteil: Die Wärmepumpe verursacht keine CO2-Kosten und wird über die KfW mit bis zu 70 Prozent bezuschusst.

Planungswerte einer Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus (150 Quadratmeter)

Kriterium Beschreibung
Jahreswärmebedarf rund 16.000 kWh
Heizleistung etwa 9 kW
Jahresarbeitszahl über 4,0
horizontaler Wärmetauscher 200 bis 500 Quadratmeter Kollektorfläche
vertikaler Wärmetauscher Erdsonde mit rund 40 bis 100 Meter Bohrtiefe
Anschaffungskosten 25.000 bis 40.000 Euro (vor Förderung)
Energiekosten pro Jahr rund 1.400 bis 1.600 Euro

Die Erdwärmepumpe erreicht durch die konstante Temperatur im Erdreich besonders hohe Jahresarbeitszahlen und damit niedrige Betriebskosten. Nach Abzug der Förderung von bis zu 70 Prozent relativieren sich die zunächst hohen Anschaffungskosten deutlich.

Pelletzentralheizung

Auch die Pelletheizung ist ein modernes, erneuerbares System. Sie kommt vor allem zur Beheizung von Ein- und Mehrfamilienhäusern infrage und eignet sich sowohl für den Neubau als auch für den Austausch eines alten Heizkessels. Der Vorteil: Das bestehende Wärmeverteilsystem und der Schornstein lassen sich weiternutzen. Pelletheizungen werden automatisch mit Pellets beschickt, der Brennstoff ist günstig und nicht CO2-bepreist. Als erneuerbares System ist auch die Pelletheizung förderfähig.

Kombination mit Solarthermie

Eine weitere Variante moderner Heizsysteme ist die Kombination mehrerer Wärmequellen. So lässt sich eine Wärmepumpe mit einer Solarthermie verbinden, die Wärme für Warmwasser und Heizungsunterstützung liefert. Solche Hybridlösungen sind in der Anschaffung teurer, überzeugen aber langfristig durch geringe Betriebskosten, weil die Solarthermie in der wärmeren Jahreszeit einen großen Teil des Bedarfs deckt.

Brennwertkessel als moderne Gasheizung

Zu den effizienten Verbrennungsheizungen zählt der Brennwertkessel. Er nutzt zusätzlich die Kondensationswärme des Wasserdampfs im Abgas und erreicht dadurch bessere Wirkungsgrade als der ältere Niedertemperaturkessel.

Niedertemperaturkessel Brennwerttherme
Heizwert-Nutzung 90 bis 94 Prozent 100 bis 109 Prozent
Brennwert-Nutzung 82 bis 85 Prozent 91 bis 98 Prozent

Moderne Brennwerttechnik lässt sich in nahezu jeden Gebäudetyp einbauen und eignet sich für Ein- wie Mehrfamilienhäuser. Zu beachten ist, dass wegen des säurehaltigen Kondensats ein säurebeständiges Abgasrohr im Schornstein nötig ist. Als reine Gasheizung ist der Brennwertkessel allerdings nicht mehr förderfähig, und durch den steigenden CO2-Preis werden die laufenden Kosten über die Jahre spürbar höher. Sinnvoll ist die Brennwerttechnik daher vor allem als Teil einer Hybridlösung gemeinsam mit erneuerbaren Wärmequellen.

Moderne Heizungen im Vergleich

Infrarotheizung als moderne Elektroheizung

Die Infrarotheizung und die ähnlich arbeitende Wärmewellenheizung geben ihre Wärme direkt an Gegenstände und Flächen ab, wirbeln wenig Staub auf und haben eine kompakte, designorientierte Bauform. Als moderne Heizung für den Altbau eignet sie sich jedoch eher nicht: Elektroheizungen benötigen viel Strom, der deutlich teurer ist als Umweltwärme. Der Mehrbedarf entsteht in alten Gebäuden vor allem durch mangelhafte Dämmung. Sinnvoll ist die Infrarotheizung daher eher als punktuelle Zusatzheizung in gut gedämmten Räumen.

Hocheffizienzpumpe senkt den Stromverbrauch

Veraltete Heizungspumpen verbrauchen viel Strom, weil sie konstant mit hoher Leistung laufen. Moderne Hocheffizienzpumpen benötigen im Einfamilienhaus dagegen im Schnitt nur wenige Watt. Sie passen ihre Leistung intelligent an den tatsächlichen Wärmebedarf an. Seit der Ökodesign-Richtlinie werden ausschließlich solche Hocheffizienzpumpen verbaut. Der Austausch einer alten Pumpe ist eine der günstigsten Maßnahmen, um den Stromverbrauch der Heizung spürbar zu senken.

Häufige Fragen zur modernen Heizung

Welche Heizung ist heute die modernste?

Die Wärmepumpe. Sie nutzt kostenlose Umweltwärme, verursacht keine CO2-Kosten, wird hoch gefördert und gilt als zukunftssicherstes System, besonders in Kombination mit niedrigen Vorlauftemperaturen.

Lohnt sich eine moderne Heizung auch im Altbau?

Ja. Wärmepumpe, Pelletheizung und Hybridlösungen lassen sich auch im Bestand einsetzen. Wichtig sind eine passende Wärmeverteilung und ein möglichst guter Dämmzustand, damit das System effizient arbeitet.

Wird eine moderne Gasheizung noch gefördert?

Eine reine Gas-Brennwertheizung ist nicht mehr förderfähig. Gefördert werden erneuerbare Systeme sowie Hybridlösungen, die Gas mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie kombinieren.