
Eine Luftheizung nutzt ein einfaches physikalisches Prinzip: Warme Luft steigt nach oben, kalte Luft sinkt nach unten. In einem Zirkulationssystem wird die Luft als Wärmeträger bewegt. Die abgekühlte Raumluft wird angesaugt, mit Außenluft gemischt und in einen Warmluftofen geführt. Dieser Ratgeber erklärt Prinzip, Arten, Einsatzbereiche sowie Vor- und Nachteile der Luftheizung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Luftheizung erwärmt Raum- und Außenluft in einem Warmluftofen und verteilt sie über Kanäle und Auslässe. Sie heizt sehr schnell auf, speichert Wärme aber kaum.
- Sie eignet sich vor allem für zeitweise genutzte Räume wie Werkstätten oder Ferienhäuser sowie als Ergänzung in gut gedämmten Gebäuden.
- Warmluftöfen beginnen bei etwa 500 Euro, mit Installation des Zirkulationssystems ist grob mit 1.000 bis 3.000 Euro zu rechnen. Die Kombination mit einem Kachelofen gleicht die geringe Speicherfähigkeit aus.
So funktioniert die Luftheizung
Je nach Bauart ist der Raumluftanteil bei einer Umluftanlage höher als bei einer Frischluftanlage. Vor dem Eintritt in den Ofen wird die Mischluft gefiltert. Nach dem Erwärmen führt ein Ventilator die Luft durch einen Temperaturbegrenzer, der auf zu hohe Wärme reagiert, ähnlich wie ein Überdruckventil auf Druck. Bei zu hoher Temperatur wird der Luftkreislauf geschlossen. Im offenen Zustand strömt die Luft, meist über Bodengitter oder Wandauslässe, in die Räume.
Kosten für eine Warmluftheizung
Warmluftöfen sind ab etwa 500 Euro erhältlich. Einschließlich fachgerechter Installation des Zirkulationssystems ist bei bis zu hundert Quadratmetern Wohnfläche mit einem Kostenrahmen von rund 1.000 bis 3.000 Euro zu rechnen. Ob ein Anschluss an ein Abgassystem nötig ist, hängt von der Art des Warmluftofens ab.
Leistungsfähigkeit und Wärmewirkung
Das mitteleuropäische Klima erlaubt den Einsatz einer Luftheizung nur bedingt, da Luft als Wärmeträger nur eine sehr geringe Speicherfähigkeit hat. Deshalb kommt der Luftheizung eher die Rolle einer Akutheizung zu, die einen unmittelbaren Wärmebedarf deckt. Sie eignet sich für nur zeitweise beheizte Räume wie Werkstätten oder Ferienhäuser. In einem gut gedämmten Niedrigenergie– oder Passivhaus kann ihre Heizleistung ausreichen, sofern eine Grundtemperatur gegeben ist.
Welches Luftvolumen ist das richtige?
Neben der geringen Speicherfähigkeit ist das technisch begrenzte Luftvolumen zu beachten. Wird die Luftaustauschrate zu stark erhöht, entsteht eine dauerhafte Staubverwirbelung, die zu unangenehmer Verschwelung von Staub an heißen Flächen führen kann. Als Faustwert sollten etwa zehn Watt Heizleistung pro Quadratmeter Wohnfläche nicht überschritten werden.
Vor- und Nachteile der Luftheizung
Ein entscheidender Vorteil ist die unmittelbare Heizwirkung, die schon nach wenigen Minuten einsetzt. Die Wärme wird über Kanäle und Luftschächte verteilt, die anders als Radiatoren und Heizkörper keinen Platz im Raum beanspruchen. Im Sommer lässt sich das Zirkulationssystem auch zur Zufuhr von Kühlluft nutzen. Da das System ohne Flüssigkeit auskommt, besteht keine Frostgefahr.
Die Leistungsfähigkeit ist jedoch durch die Eigenschaften der Luftzirkulation begrenzt. Zusätzlich kann es zu störenden Begleiterscheinungen kommen:
- Zugluft
- Staubaufwirbelung
- Geruchsverbreitung
- Geräusche des Ventilationssystems
- Austrocknung der Raumluft
- Verschmutzung der Luftschächte
Brennstoffe und Installationsaufwand
Anders als bei vielen anderen Heizsystemen steht die Art des Brenners weniger im Mittelpunkt. Ein geeigneter Warmluftofen verbraucht verhältnismäßig wenig Energie. Grundsätzlich eignen sich fast alle Brennstoffe zum Erwärmen der Luft; gängig sind Holz-, Öl- und Gasfeuerungen sowie strombetriebene Anlagen. Für den stationären Einsatz gibt es zudem elektrisch betriebene Luftheizungen ohne Kanalführung, die überdimensionierten Heizlüftern ähneln. Bei der Wahl des Energieträgers ist die Rechtslage zu beachten: Reine fossile oder rein elektrische Warmluftheizungen sind als alleiniges neues Heizsystem im Sinne des Gebäudeenergiegesetzes nur eingeschränkt zulässig und nicht über die BEG-Heizungsförderung förderfähig. Eine warmlufterzeugende Wärmepumpe wäre dagegen eine erneuerbare und förderfähige Variante.
Wartung und Betrieb
Damit eine Luftheizung hygienisch und effizient arbeitet, sind saubere Filter und Luftschächte entscheidend. Verschmutzte Filter mindern den Luftdurchsatz und können Gerüche und Staub verteilen, weshalb sie regelmäßig gereinigt oder getauscht werden sollten. Auch die Kanäle setzen mit der Zeit Staub an und benötigen in gewissen Abständen eine Reinigung. Wird die Anlage mit einem Brennstoff betrieben, kommt die übliche Feuerungswartung samt Schornsteinfegerprüfung hinzu. Eine gute Regelung sorgt dafür, dass die Luftaustauschrate im sinnvollen Bereich bleibt und die Räume weder auskühlen noch übertrocknen.
Für wen eignet sich eine Luftheizung?
Als alleiniges Heizsystem für ein dauerhaft bewohntes, normal gedämmtes Wohnhaus ist die Luftheizung in Mitteleuropa selten die erste Wahl, weil Luft Wärme kaum speichert und die Verteilung an physikalische Grenzen stößt. Ihre Stärke liegt im schnellen, punktuellen Heizen. Damit ist sie ideal für Werkstätten, Hallen, Ferienhäuser oder als Ergänzung in sehr gut gedämmten Gebäuden, in denen nur eine geringe Grundlast zu decken ist.
Kombination mit einem Kachelofen
Die eingeschränkte Speicherfähigkeit der Luft lässt sich durch wärmespeichernde Zusatzmedien ausgleichen. Gängig ist die Kombination mit dem Prinzip eines Kachelofens: Der Ofen mit seinem Schamott- und Kachelaufbau übernimmt die mittel- und längerfristige Wärmespeicherung, während die Luftheizung für die schnelle Aufheizung sorgt.
Mit einem wärmespeichernden Warmluftofen lässt sich die ohnehin anfallende Wärme zusätzlich für einen zweiten, unabhängigen Heizkreislauf nutzen, beispielsweise mit Wasser. So können Sie in Übergangszeiten wie Frühjahr und Herbst das schnelle Aufheizen der Luft nutzen und die winterliche Grundlast dem zweiten Kreislauf übertragen. Für die passende Auslegung und die Einhaltung der geltenden Vorschriften sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
