
Öl und Gas galten lange als Standard für die Beheizung des Eigenheims. Da diese fossilen Brennstoffe endlich sind und zunehmend besteuert werden, gewinnen regenerative Alternativen wie Pellets, Umweltwärme und Solarenergie an Bedeutung. Der Wechsel wirkt sich oft nicht nur auf die CO2-Bilanz, sondern auch finanziell aus, denn Umweltwärme steht kostenlos zur Verfügung. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten fossilen und regenerativen Brennstoffe und vergleichen die Kosten auf dem Stand 2026.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Brennstoffe lassen sich in fossile (Öl, Gas, Flüssiggas), feste biogene (Pellets, Hackschnitzel, Scheitholz) und nicht-stoffliche Energieträger (Strom, Umweltwärme, Fernwärme) einteilen.
- Beim Kostenvergleich zählt der Preis je Kilowattstamme nutzbarer Wärme, nicht der reine Literpreis.
- Der CO2-Preis verteuert fossile Brennstoffe wie Öl und Gas in den kommenden Jahren zusätzlich.
- Umweltwärme über eine Wärmepumpe ist je Kilowattstunde Wärme meist günstiger als fossile Brennstoffe.
Brennstoffkosten im Vergleich
Für den Vergleich zählt nicht der reine Einkaufspreis, sondern der Preis je Kilowattstunde nutzbarer Wärme. Die folgende Übersicht zeigt die ungefähren Kosten je Kilowattstunde auf dem Stand 2026. Die Werte schwanken je nach Region, Anbieter und Marktlage und dienen der Orientierung:
Energieträger |
ungefährer Preis je kWh |
Anmerkung |
| Erdgas | rund 10 bis 12 Cent | zuzüglich steigendem CO2-Preis |
| Heizöl | rund 10 bis 13 Cent | zuzüglich steigendem CO2-Preis |
| Flüssiggas | rund 11 bis 14 Cent | zuzüglich CO2-Preis, Tank nötig |
| Holzpellets | rund 6 bis 8 Cent | regenerativ, Lager nötig |
| Hackschnitzel | rund 4 bis 6 Cent | regenerativ, viel Lagerraum |
| Scheitholz | rund 5 bis 8 Cent | je nach Region und Holzart |
| Strom (Direktheizung) | rund 30 bis 37 Cent | teuerste Variante |
| Wärmepumpe (Umweltwärme) | rund 7 bis 11 Cent | Wärmepumpenstrom geteilt durch Jahresarbeitszahl |
Die Wärmepumpe schneidet je Kilowattstunde Wärme gut ab, weil sie aus einem Teil Strom mehrere Teile Umweltwärme gewinnt. Bei einer Jahresarbeitszahl von etwa 3,5 und einem Wärmepumpenstrompreis von rund 0,25 bis 0,28 Euro ergeben sich Wärmekosten deutlich unter denen der Stromdirektheizung.
Feste Brennstoffe: Heizen mit Holz
Die erste Bundes-Immissionsschutzverordnung legt fest, welche Holzbrennstoffe in einer Holzheizung verwendet werden dürfen. Dazu zählen Briketts, Hackschnitzel und Pellets. Presslinge sollten eine hohe Qualität aufweisen. Besonders hochwertig sind Pellets mit dem Gütesiegel ENplus, das strenge Grenzwerte für Feuchte und Aschegehalt vorsieht und so für weniger Ruß und Feinstaub sorgt. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und unterliegt nicht der nationalen CO2-Bepreisung, benötigt aber Lagerraum. Die Pelletpreise sind über die Jahre gestiegen und schwankten während der Energiekrise deutlich, liegen aber im Trend meist unter den Kosten fossiler Brennstoffe. Biomasseheizungen sind zudem über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig.
Gasförmige Brennstoffe
Unter den fossilen Brennstoffen hinterlässt Erdgas bei der Verbrennung vergleichsweise wenig Rückstände. Moderne Gasheizungen mit Brennwerttechnik nutzen zusätzlich die im Abgas enthaltene Wärme und steigern so die Ausbeute. Kritisch bleibt jedoch das bei der Verbrennung entstehende CO2, das über den CO2-Preis zunehmend belastet wird. Voraussetzung für die Nutzung ist ein Anschluss ans Gasnetz; das Verlegen einer Gasleitung kostet etwa 2.000 Euro. Flüssiggas ist eine Alternative ohne Netzanschluss, benötigt aber einen Tank und damit mehr Platz.
Flüssige Brennstoffe: Heizöl
Heizöl war lange wegen zeitweise niedriger Heizölpreise beliebt. Für eine lange Lebensdauer des Kessels empfiehlt sich schwefelarmes Heizöl mit einem Schwefelgehalt unter 50 Milligramm pro Kilogramm. Vorteilhaft ist die netzunabhängige Versorgung, und Sammelbestellungen mit Nachbarn können den Preis senken. Allerdings verteuert der steigende CO2-Preis das Heizen mit Öl in den kommenden Jahren spürbar, und beim Einbau einer neuen Heizung ist eine reine Ölheizung wegen der Vorgaben zur Einbindung erneuerbarer Energien meist nicht mehr zulässig.
Sonstige Energieträger: Strom
Strom zählt bei der direkten Nutzung zu den teuersten Möglichkeiten zu heizen. Haushaltsstrom kostet rund 30 bis 37 Cent je Kilowattstunde, sodass ein hoher Heizwärmebedarf schnell teuer wird. Infrarotheizungen eignen sich daher eher als Zusatzheizung, etwa in Ferienhäusern oder gut gedämmten Passivhäusern. Anders sieht es aus, wenn Strom in einer Wärmepumpe genutzt wird: Dann wird aus einem Teil Strom ein Vielfaches an Umweltwärme, was den Strom zu einem effizienten Energieträger für die Heizung macht.
Regenerative Energieträger
Zu den regenerativen Optionen zählen Fernwärme, Umweltwärme und Solarenergie. Fernwärme erfordert keinen eigenen Heizkessel, ist aber an langfristige Verträge gebunden. Umweltwärme aus Erde, Grundwasser oder Luft ist kostenlos und verursacht selbst keine Emissionen; für ihre Nutzbarmachung wird Strom benötigt. Erschlossen wird sie über Wärmepumpen nutzbar gemacht, die beim Heizen mit Erdwärme Jahresarbeitszahlen von rund 3 bis 4 erreichen. Eine Solarthermie gewinnt Wärme aus Sonnenstrahlung für Warmwasser und Heizungsunterstützung und kann einen erheblichen Teil des Warmwasserbedarfs eines Einfamilienhauses decken. Diese regenerativen Optionen werden staatlich gefördert und erfüllen die gesetzlichen Anforderungen an neue Heizungen.
Den passenden Brennstoff wählen
Welcher Brennstoff der richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab: dem Gebäude und seinem Dämmstandard, den vorhandenen Anschlüssen, dem Platz für ein Brennstofflager und den langfristigen Kosten. Fossile Brennstoffe sind zwar oft in der Anschaffung günstiger, werden durch den steigenden CO2-Preis aber im Betrieb teurer und sind rechtlich zunehmend eingeschränkt. Regenerative Systeme wie Wärmepumpe, Pelletheizung oder eine Kombination mit Solarthermie haben höhere Anschaffungskosten, punkten aber mit niedrigen Betriebskosten und Förderung. Beim Vergleich sollten daher immer die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer betrachtet werden, nicht nur der aktuelle Brennstoffpreis.
CO2-Preis und Zukunftssicherheit
Ein zentraler Faktor für die künftige Wirtschaftlichkeit ist der CO2-Preis, der auf fossile Brennstoffe erhoben wird und in den kommenden Jahren steigt. Er verteuert Öl und Gas zusätzlich zum reinen Brennstoffpreis und verschiebt den Kostenvorteil weiter zugunsten regenerativer Systeme. Wer heute in eine neue Heizung investiert, sollte diese Entwicklung berücksichtigen und die Wahl des Brennstoffs auf die nächsten Jahrzehnte ausrichten. Eine unabhängige Energieberatung hilft, das für das eigene Gebäude wirtschaftlichste System zu finden und die passende Förderung zu nutzen.
Heizwert und Energieinhalt der Brennstoffe
Neben dem Preis ist der Heizwert eines Brennstoffs entscheidend, denn er gibt an, wie viel Energie in einer Mengeneinheit steckt. Heizöl und Erdgas haben einen hohen Energieinhalt je Liter beziehungsweise Kubikmeter, während feste Brennstoffe wie Holz je Volumen weniger Energie liefern und daher mehr Lagerraum benötigen. Für den Vergleich rechnet man die Brennstoffe daher auf die gemeinsame Einheit Kilowattstunde um. Bei Holzbrennstoffen spielt zusätzlich die Restfeuchte eine große Rolle: Trockenes Holz liefert deutlich mehr nutzbare Wärme als feuchtes. Wer den Energieinhalt kennt, kann die Brennstoffe fair miteinander vergleichen.
Fazit
Bei der Wahl des Brennstoffs zählt nicht der reine Einkaufspreis, sondern der Preis je Kilowattstunde nutzbarer Wärme über die gesamte Nutzungsdauer. Fossile Brennstoffe wie Öl und Gas werden durch den steigenden CO2-Preis zunehmend teurer und sind rechtlich eingeschränkt, während regenerative Optionen wie Wärmepumpe, Pellets und Solarthermie mit niedrigen Betriebskosten und Förderung punkten. Wer die Gesamtkosten und die Zukunftssicherheit im Blick behält und sich fachkundig beraten lässt, trifft eine wirtschaftlich wie energetisch fundierte Entscheidung für sein Zuhause.
Häufige Fragen zu Brennstoffen
Welcher Brennstoff ist am günstigsten?
Je Kilowattstunde Wärme sind es Holzpellets mit rund 8,4 Cent, dicht gefolgt von der Wärmepumpe mit rund 7,7 Cent, die zwar Strom nutzt, ihn aber vervielfacht. Gas liegt bei 11,6 Cent, Heizöl bei 14,0. Strom als Direktheizung ist mit 37 Cent je Kilowattstunde am teuersten.
Warum ist der reine Brennstoffpreis irreführend?
Weil kein Wärmeerzeuger verlustfrei arbeitet und die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme macht. Erst der Preis je Kilowattstunde nutzbarer Wärme, also nach Nutzungsgrad und Jahresarbeitszahl, macht die Brennstoffe vergleichbar. Danach dreht sich die Reihenfolge gegenüber dem reinen Energiepreis teils um.
Wie wirkt sich der CO2-Preis auf die Brennstoffe aus?
Er verteuert fossile Brennstoffe und ist in ihren Arbeitspreisen bereits enthalten. Erdgas verursacht rund 0,2 Kilogramm CO2 je Kilowattstunde, Heizöl rund 0,27. Bis 2030 wird ein Anstieg auf 120 bis 150 Euro je Tonne erwartet. Auf Holz und Umweltwärme fällt kein CO2-Preis an, was deren Vorsprung über die Jahre vergrößert.
Wie schneiden die Brennstoffe in der CO2-Bilanz ab?
Umweltwärme über die Wärmepumpe, sofern der Strom zunehmend erneuerbar ist, und Holz aus zertifizierter Bewirtschaftung. Bei Holz entsteht zwar CO2 bei der Verbrennung, das die Bäume zuvor aufgenommen haben, doch zählen Feinstaub und Herkunft. Fossiles Gas und Öl sind die klimaschädlichsten Optionen.
Kann ich den Brennstoff meiner Heizung später wechseln?
Nur begrenzt. Ein Gaskessel kann Biomethan verbrennen, ein Ölkessel bis zu einem gewissen Anteil Bioheizöl, doch beides ist teuer und knapp. Ein grundsätzlicher Wechsel, etwa von Öl auf Umweltwärme, bedeutet einen neuen Wärmeerzeuger. Wer flexibel bleiben will, ist mit der Wärmepumpe am unabhängigsten.
