Brennstoffe: Fossil vs. Regenerativ im Kosten Vergleich

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Öl und Gas galten lange Zeit als die einzigen Möglichkeiten für die Beiheizung des Eigenheims. Das Problem: Sie sind endlich. Mittelfristig ist es somit unumgänglich, auf Alternativen auszuweichen. In Zeiten knapper werdender Ressourcen und des voranschreitenden Klimawandels setzen sich regenerative Energien wie Pellets und Erdwärme immer mehr durch. Das bringt in vielen Fällen nicht nur ökologische, sondern auch finanzielle Vorteile. So steht Erdwärme beispielsweise jederzeit kostenlos zur Verfügung. Welche fossilen und regenerative Brennstoffe es gibt und die wichtigsten Informationen für Verbraucher.

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1. Feste Brennstoffe
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5. Regenerative Energieträger

Brennstoffkosten im Vergleich

Brennstoff

Vergleichsgröße

-Preis

Kosten Cent/kWh

Heizkosten/Jahr

Heizöl 5.000 l 1,01 €/l 10,1 5.075 €
Erdgas 5.000 0,71 €/ 7,1 3.550 €
Stückholz 29,8 Raummeter 88 €/rm 5,2 2.622 €
Pellets 10.200 kg 0,27 €/kg 5,5 2.754 €
Hackschnitzel 56,5 Schüttraummeter 35 €/srm 3,96 1.978 €
Flüssiggas 3.875 kg 1,40 €/kg 10,85 5.425 €
Strom 50.000 kWh 0,177 €/kWh 17,7 8.850 €
Erdwärme (Strom für Antrieb) Leistungszahl 1:4 0,177 €/kWh 4,43 2.213 €

Feste Brennstoffe

Biomasse – Heizen mit Holzpresslingen

Die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung legt in Deutschland fest, welche Holzarten in einer Holzheizung verheizt werden dürfen. Dazu zählen Holzbriketts, Hackschnitzel ebenso wie Pellets. Briketts und Presslinge haben dabei eine hochwertige Qualität nach DIN 51731 aufzuweisen. Noch besser sind Presslinge, die mit dem Gütesiegel DinPlus ausgezeichnet sind. Sie unterliegen strengeren Grenzwerten hinsichtlich der Feuchte und des Aschegehalts und erzeugen damit weniger Ruß und schädlichen Feinstaub.

Preisentwicklung für Holzpellets bis 5 Tonnen

Jahr

Preis in Norddeutschland in Euro bis 5 Tonnen

Preis in Süddeutschland in Euro bis 5 Tonnen

2010 227 232
2011 236 242
2012 237 232
2013 273 279
2014 260 268
2015 242 252
2016 233 241

Gasförmige Brennstoffe

Flüssiggas

Flüssiggas fällt bei der Gewinnung von Heizöl als Abfallprodukt an. Die Preise für diesen Brennstoff variieren je nach geografischer Lage des Wohnhauses. Die Lagerung von Flüssiggas erfordert einen Gastank. Eigentümer benötigen hier dementsprechend mehr Platz als bei einer Erdgasheizung.

Erdgas

Unter den fossilen Brennstoffen ist Erdgas in puncto Umweltfreundlichkeit die erste Wahl. Denn es hinterlässt während des Verbrennungsvorgangs im Kessel wenig bis keine Rückstände.

Während der Feinstaubbelastungswert bei Erdgas bei null liegt, beträgt er bei Hackschnitzelheizungen bis zu 90 mg /ML.  Kritisch zu betrachten ist jedoch der Austausch von CO2, der während der Verbrennung von Erdgas als Abfallprodukt entsteht. Moderne Gasheizungen mit Brennwerttechnik sind allerdings in der Lage im Abgas enthaltene Energie zusätzlich für die Wärmegewinnung zu nutzen. Dieser Vorgang erhöht die Energieausbeute und reduziert schädliche Klimagase. Voraussetzung für die Nutzung von Erdgas ist ein entsprechender Anschluss an das Gasnetz. Das Verlegen einer Gasleitung kostet etwa 2.000 Euro.

Flüssige Brennstoffe

Heizöl

Viele Verbraucher entscheiden sich aufgrund der derzeit niedrigen Heizölpreise für eine Ölheizung. Um eine möglichst lange Lebensdauer des Kessels sicherstellen zu können, empfiehlt sich die Verwendung von schwefelarmen Heizöl. Dies liegt vor, wenn der Schwefelgehalt weniger als 50 Milligramm pro Kilo beträgt. Im Jahr verbrauchen deutsche Haushalte jährlich etwa 13,6 Liter Heizöl. Von Vorteil erweist sich die unabhängig von der geografischen Lage des Hauses erfolgende Brennstoffversorgung. Kluge Verkaufstaktiken und Sammelbestellungen mit den Nachbarn schonen den eigenen Geldbeutel zusätzlich.

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über nicht-stoffliche Energieträger, die sich für die Beheizung einsetzen lassen:

Sonstige Energieträger

Strom

Strom zählt bei der Heizung zu den teuersten Brennstoffen. So können sich die Stromkosten in einer Spanne von 21-29 Cent pro kWh bewegen. In einem Vier-Personen-Haushalt werden pro Jahr in etwa 5.000 Kilowattstunden Strom verbraucht. Bei einem Preis von 21 Cent macht dies im günstigsten Fall jährliche Energiekosten von ca. 1.050 Euro.

Verbraucher mit hohem Heizwärmebedarf sollten eher Abstand von einer Elektroheizung nehmen. Infrarotheizungen eignen sich aber zum Beispiel in Ferienhäusern oder Passivhäusern, um kurzfristig für wohlige Wärme zu sorgen. Hinzu kommt die schlechte Umweltbilanz. Bei Strom handelt es sich um keinen primären Energieträger, der überwiegend von Kohlekraftwerken produziert wird.

Regenerative Energieträger

Fernwärme

Die Nutzung von Fernwärme erfordert keinen eigenen Heizkessel im Keller. Denn Wohnhäuser, die an ein Fernwärmenetz angeschlossen sind, beziehen ihre Wärme über ein regional angesiedeltes Kraftwerk. Komfort und möglichst wenig Aufwand bei der eigenen Heizung zeichnen diese Art von Brennstoff aus. Beachten Sie jedoch, dass Fernwärmeversorgungsverträge lange Laufzeiten aufweisen. Zeiträume von 10 bis 20 Jahren sind hier keine Seltenheit.

Umweltwärme

Wärme aus der Erde, dem Grundwasser der Außenluft oder vom Sonnenlicht ist kostenlos und verursacht keine CO2 Emissionen. Diese alternative Energien nutzen unter anderem Wärmepumpen, um im Haus für wohlige Wärme zu sorgen. Das Heizen mit Erdwärme bringt hohe Jahresarbeitszahlen von 3 bis 3,5. Dabei gewinnt die Wärmepumpenheizung aus 30 Prozent Strom und 70 Prozent Umweltwärme 100 Prozent Wärmeenergie.

Eine Solarthermie gewinnt durch Kraft der Sonnenstrahlen erwärmtes Wasser für den Brauchwasserspeicher und dient der Heizungsunterstützung. Laut Verbraucherzentrale übernehmen gut dimensionierte Solaranlagen etwa 25 Prozent des Zeitbedarfs in einem Einfamilienhaus.