
Wo keine Gasleitung liegt, muss niemand auf den Komfort einer Gasheizung verzichten: Ein eigener Tank auf dem Grundstück macht es möglich. Der Flüssiggastank bevorratet den Brennstoff direkt vor Ort und versorgt so auch Häuser in gasfernen Regionen. Dieser Ratgeber erklärt Größen, Preise, Vorschriften und die wichtigsten Fakten rund um den Tank.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Flüssiggastank speichert Flüssiggas für Häuser, die keinen Anschluss an das Erdgasnetz haben.
- Er kann oberirdisch aufgestellt oder unterirdisch im Erdreich verbaut werden.
- Die gängigen Größen liegen zwischen etwa 2.700 und 4.850 Litern, je nach Wohnfläche und Bedarf.
- Für Aufstellung, Abstände und regelmäßige Prüfungen gelten klare gesetzliche Vorschriften.
Was ist ein Flüssiggastank?
Ein Flüssiggastank ist ein Druckbehälter, der Flüssiggas bevorratet, das dann zum Heizen, für Warmwasser und teils zum Kochen genutzt wird. Flüssiggas, auch als LPG bezeichnet, wird unter Druck verflüssigt und lässt sich dadurch platzsparend lagern. Ein Flüssiggastank ist vor allem für Gebäude interessant, die keinen Anschluss an das Erdgasnetz haben und daher nicht auf eine leitungsgebundene Erdgasheizung zurückgreifen können. Statt einer festen Leitung wird der Tank regelmäßig von einem Lieferanten befüllt. Damit bietet Flüssiggas eine flexible Möglichkeit, auch in ländlichen und gasfernen Regionen mit Gas zu heizen, ohne die Nachteile eines festen Brennstofflagers wie bei Öl oder Holz.
Oberirdisch oder unterirdisch?
Ein Flüssiggastank kann auf zwei Arten aufgestellt werden. Der oberirdische Tank steht sichtbar auf dem Grundstück und ist einfacher und günstiger zu installieren, benötigt aber Platz und ist im Garten sichtbar. Der unterirdische Tank wird dagegen im Erdreich vergraben, sodass nur ein kleiner Dom an der Oberfläche sichtbar bleibt. Diese Variante ist optisch unauffällig und spart oberirdisch Platz, ist in der Installation jedoch aufwendiger und teurer, da eine Erdgrube ausgehoben werden muss. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von den Platzverhältnissen, den optischen Ansprüchen und dem Budget ab. Beide Varianten müssen die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände zu Gebäuden und Grundstücksgrenzen einhalten.
Größen und Preise
Die passende Tankgröße richtet sich nach der Wohnfläche und dem Wärmebedarf des Gebäudes. Die folgende Übersicht zeigt typische Größen und Preise inklusive Installation.
| Wohnfläche | Tankgröße | Preis inkl. Installation ca. |
|---|---|---|
| bis 125 m² | 2.700 Liter | 2.900 bis 3.500 Euro |
| 125 bis 200 m² | 4.850 Liter | 3.300 bis 3.800 Euro |
| ab 200 m² | 4.850 Liter | 3.300 bis 3.800 Euro |
Zu den Anschaffungskosten kommen die laufenden Kosten für die Befüllung hinzu, die von den aktuellen Flüssiggaspreisen abhängen. Einen Überblick über Anbieter bietet die Seite zu den Flüssiggasanbietern.
Kauf oder Miete des Tanks
Beim Flüssiggastank gibt es grundsätzlich zwei Modelle: Kauf oder Miete. Beim Kauf gehört der Tank Ihnen, und Sie können den Gaslieferanten frei wählen, was oft günstigere Gaspreise ermöglicht. Dafür tragen Sie die Anschaffungskosten und die Verantwortung für Wartung und Prüfungen selbst. Bei der Miete stellt der Anbieter den Tank gegen eine Gebühr zur Verfügung und kümmert sich um Wartung und Prüfung, doch häufig ist man dann an diesen Anbieter gebunden und zahlt entsprechend höhere Gaspreise. Welche Variante wirtschaftlicher ist, hängt vom individuellen Verbrauch und den Konditionen ab. Wer den Tank kauft und den Lieferanten frei wählt, fährt bei höherem Verbrauch oft günstiger, muss aber die Anfangsinvestition und die Pflichten tragen.
Vorschriften und Prüfpflichten
Für den Betrieb eines Flüssiggastanks gelten klare gesetzliche Vorschriften. Neben den einzuhaltenden Sicherheitsabständen sind regelmäßige Prüfungen vorgeschrieben, die den sicheren Zustand des Tanks gewährleisten. Die folgende Übersicht zeigt die vorgeschriebenen Prüfintervalle und typische Kosten.
| Prüfung | Intervall | Kosten ca. |
|---|---|---|
| Oberirdisch: äußere Prüfung | alle 2 Jahre | 60 bis 80 Euro |
| Unterirdisch: innere Prüfung | alle 10 Jahre | 400 bis 950 Euro |
Die Installation und Inbetriebnahme sollte stets ein Fachbetrieb übernehmen, der die geltenden technischen Regeln beachtet. Details zur fachgerechten Einbindung in die Anlage finden sich auf der Seite zur Heizungsinstallation.
Für wen eignet sich ein Flüssiggastank?
Ein Flüssiggastank eignet sich vor allem für Gebäude in Regionen ohne Erdgasanschluss, die dennoch die Vorteile einer Gasheizung nutzen möchten. Gegenüber einer Ölheizung bietet Flüssiggas eine sauberere Verbrennung, und gegenüber einer Holzheizung entfällt der Umgang mit festem Brennstoff. Wichtig ist, den Gasverbrauch realistisch einzuschätzen, um die passende Tankgröße zu wählen. Zu beachten ist allerdings, dass Flüssiggas ein fossiler Energieträger ist und daher der CO2-Bepreisung unterliegt, die den Betrieb in den kommenden Jahren verteuert. Wer langfristig plant, sollte daher auch prüfen, ob sich der Umstieg auf ein System mit erneuerbaren Energien lohnt. Für gasferne Standorte bleibt der Flüssiggastank jedoch eine flexible und bewährte Lösung, um komfortabel mit Gas zu heizen.
Sicherheit und Umgang mit Flüssiggas
Beim Umgang mit einem Flüssiggastank steht die Sicherheit an erster Stelle. Flüssiggas ist schwerer als Luft und kann sich bei einer Leckage am Boden sammeln, weshalb Aufstellung und Abstände genau vorgegeben sind. Der Tank darf zum Beispiel nicht in der Nähe von Kellerschächten, Gruben oder Kanalöffnungen stehen, in denen sich austretendes Gas ansammeln könnte. Auch zu Zündquellen und Nachbargrenzen sind Mindestabstände einzuhalten. Die technischen Regeln für Flüssiggas legen diese Anforderungen im Detail fest. Ein zugelassener Fachbetrieb sorgt bei der Installation dafür, dass alle Vorgaben eingehalten werden, und übernimmt die vorgeschriebene Abnahme sowie die regelmäßigen Prüfungen. Wer diese Regeln beachtet und den Tank fachgerecht betreiben lässt, kann Flüssiggas sicher und zuverlässig zum Heizen nutzen.
Flüssiggas im Vergleich zu anderen Energieträgern
Im Vergleich zu anderen Energieträgern hat Flüssiggas einige Besonderheiten. Gegenüber Heizöl verbrennt es sauberer und hinterlässt weniger Rückstände, gegenüber einer leitungsgebundenen Erdgasheizung bietet es Unabhängigkeit vom Gasnetz, erfordert dafür aber einen eigenen Tank und regelmäßige Lieferungen. Gegenüber einer Holzheizung entfällt der Umgang mit festem Brennstoff und großem Lagerraum. Diese Flexibilität macht Flüssiggas gerade für gasferne Standorte attraktiv. Wie alle fossilen Energieträger unterliegt Flüssiggas jedoch der CO2-Bepreisung, die den Betrieb in den kommenden Jahren verteuert. Wer die Gesamtkosten über viele Jahre betrachtet, sollte daher auch prüfen, ob sich langfristig der Umstieg auf eine Wärmepumpe oder ein anderes System mit erneuerbaren Energien lohnt, das unabhängig von den Preisen fossiler Brennstoffe ist.
Insgesamt ist der Flüssiggastank eine praktische und flexible Möglichkeit, auch ohne Erdgasanschluss komfortabel mit Gas zu heizen. Mit der passenden Größe, der richtigen Aufstellung und der Einhaltung der Prüfpflichten sorgt er über viele Jahre für eine zuverlässige Brennstoffversorgung. Eine fachkundige Beratung hilft dabei, die geeignete Tankvariante und die optimale Größe für das eigene Gebäude zu bestimmen.
