
Die Gasheizung ist nach wie vor eine der am weitesten verbreiteten Heizungsarten in deutschen Kellern. Das liegt an den vergleichsweise moderaten Anschaffungskosten und der einfachen Handhabung. Seit dem Gebäudeenergiegesetz und wegen des steigenden CO2-Preises hat sich die Kostenrechnung jedoch verschoben. Dieser Ratgeber zeigt, was eine moderne Gasbrennwertheizung in der Anschaffung und im Betrieb kostet und welche Rolle Förderung und Rechtslage 2026 spielen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Gastherme kostet ohne Einbau rund 2.000 bis 5.000 Euro. Komplett mit Installation, Anschluss und Speicher sind grob 6.500 bis 13.600 Euro einzuplanen.
- Erdgas kostet 2026 im Haushaltsschnitt rund 11 Cent pro Kilowattstunde. Der CO2-Preis von 55 bis 65 Euro je Tonne verteuert fossiles Heizen zunehmend.
- Eine reine Gasheizung ist nicht förderfähig und unterliegt mit Inkrafttreten des GModG ab 2029 der Bio-Treppe, in der Praxis über Biogas oder eine Hybridlösung erfüllbar.
Was kostet eine Gasheizung in der Anschaffung?
Der Preis für eine Gastherme ohne Einbau liegt zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Der Preis unterscheidet sich danach, ob es sich um ein wandhängendes oder ein bodenstehendes Modell handelt. Bodenstehende Geräte kommen bei großen Gebäuden mit einer Heizleistung über 40 Kilowatt zum Einsatz, während für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zwischen 100 und 150 Quadratmetern eine wandhängende Therme in der Regel ausreicht.
Art der Gasheizung |
Preis |
| Gasbrennwertheizung wandhängend | 2.000 bis 3.200 Euro |
| Gasbrennwertheizung bodenstehend | 2.600 bis 5.000 Euro |
Diese Thermen lassen sich als Gasetagenheizung in Mehrfamilienhäusern oder als Gaszentralheizung einsetzen. Zu den Kosten für das Gerät kommen weitere Aufwendungen für Installation, Anschluss und Speicher, sofern diese noch nicht vorhanden sind.
Gasheizung einbauen lassen: Preise im Überblick
Die folgende Übersicht bezieht sich auf eine komplette Neuinstallation. Sind Bestandteile wie Gasanschluss oder Speicher bereits vorhanden, reduziert sich der Preis entsprechend:
Bestandteil |
Preis |
| Gasheizung | 2.000 bis 5.000 Euro |
| Installation | 450 bis 1.500 Euro |
| Gasleitung und Anschluss | 1.500 bis 2.500 Euro |
| Brennwerttechnik, Schornsteinsanierung und Abgasrohr | 1.500 bis 2.200 Euro |
| Warmwasserspeicher | 1.000 bis 1.600 Euro |
| Montagematerial (Rohre, Isolierung) | 100 bis 800 Euro |
| Kosten komplett | 6.550 bis 13.600 Euro |
Entscheidend für die Montagekosten ist, ob es sich um einen Neubau handelt oder ob Verrohrung und Gasleitung bereits bestehen. Bei einem Austausch in einer Bestandsimmobilie lässt sich die neue Therme meist einfach an das vorhandene System anschließen, was die Kosten senkt. Bei einer Neuinstallation müssen Gasleitung, Isolierungen und Verrohrungen erst verlegt werden.
Ein Warmwasserspeicher ist ein optionales Bauteil, das warmes Brauchwasser bevorratet. Eine Gas-Kombitherme erzeugt Warmwasser dagegen im Durchfluss bei Bedarf. Da eine Brennwertheizung eine säure- und feuchtigkeitsfeste Abgasführung voraussetzt, kann eine Schornsteinsanierung mit rund 1.700 Euro hinzukommen. Die tatsächliche Investition fällt individuell aus; zwischen den großen Marken wie Buderus, Viessmann, Vaillant oder Wolf unterscheiden sich die Preise vergleichbarer Geräte allerdings kaum.
Zusatzkosten bei Flüssiggas
Eine Flüssiggasheizung bezieht das Gas nicht aus dem Netz, sondern aus einem Flüssiggastank. Für diesen fallen zusätzliche Kosten an, die für ein Einfamilienhaus bis 150 Quadratmeter grob bei 1.900 bis 2.500 Euro liegen.
Was kostet das Heizen mit Gas?
Die laufenden Kosten hängen vom Gaspreis und vom Verbrauch ab. Im Jahr 2026 zahlen Haushalte im Durchschnitt rund 11 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Neukundentarife liegen teils darunter, die Grundversorgung darüber. Für ein Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmetern lässt sich der Verbrauch grob überschlagen und mit dem Preis multiplizieren. Die folgende Beispielrechnung geht von einem monatlichen Heizwärmebedarf von rund 2.080 Kilowattstunden aus:
Brennstoff |
Preis pro kWh (2026) |
Monatliche Kosten (Beispiel) |
| Erdgas | rund 11 ct | rund 229 Euro |
| Flüssiggas | rund 12 ct | rund 250 Euro |
Hinzu kommen laufende Kosten für die Schornsteinfegerprüfung sowie für Wartung und Reinigung. Ein wichtiger Kostentreiber der kommenden Jahre ist der CO2-Preis: Er liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne und steigt voraussichtlich weiter, wodurch fossiles Heizen Jahr für Jahr teurer wird. Ab 2027 soll der CO2-Preis zudem in ein europäisches, marktbasiertes System überführt werden, was die Preisentwicklung zusätzlich schwer kalkulierbar macht. Mit dem Anschluss werden Sie zunächst Kunde des örtlichen Gasversorgers, sind daran aber nicht gebunden: Ein Anbietervergleich kann die Gaskosten spürbar senken, da die Unterschiede zwischen Grundversorgung und günstigen Tarifen mehrere Hundert Euro im Jahr betragen können.
Betriebskosten |
Preis |
| Wartung und Reinigung | 170 bis 210 Euro |
| Schornsteinfegerprüfung | 50 bis 80 Euro |
Heizkosten senken
Unabhängig vom Anbieterwechsel lassen sich die laufenden Kosten einer Gasheizung durch mehrere Maßnahmen deutlich reduzieren. Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig mit der richtigen Wassermenge versorgt werden, und kann den Verbrauch spürbar senken. Eine korrekt eingestellte Heizkurve, moderne Thermostate und eine gute Dämmung von Rohren und Gebäude wirken in dieselbe Richtung. Auch das Heizverhalten spielt eine Rolle: Schon eine um ein Grad niedrigere Raumtemperatur reduziert den Verbrauch um mehrere Prozent, und regelmäßiges Stoßlüften statt gekippter Fenster vermeidet unnötige Wärmeverluste. Eine regelmäßige Wartung hält den Wirkungsgrad hoch und beugt teuren Störungen vor.
Bei einer grundsätzlichen Modernisierung lohnt es sich, über die reine Gasheizung hinauszudenken. Eine Gas-Hybridheizung, die eine Gastherme mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie kombiniert, senkt den Gasverbrauch und den fossilen Anteil, wodurch ein Teil der Anlage förderfähig werden kann. So lassen sich die Vorteile der bewährten Gastechnik mit einem geringeren Verbrauch und mehr Zukunftssicherheit verbinden.
Förderung und Rechtslage 2026
Zuschüsse aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude fließen ausschließlich in erneuerbare Systeme wie Wärmepumpen, Biomasse- oder Solarthermieanlagen. Maßgeblich ist zudem das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst: Mit seinem Inkrafttreten entfällt die pauschale 65-Prozent-Pflicht, für neu eingebaute Gasheizungen gilt ab 2029 die Bio-Treppe. Eine reine Gasheizung erfüllt das für sich genommen nicht. Sie bleibt vor allem in Übergangsfällen und als Teil einer Hybridlösung mit einer Wärmepumpe oder Solarthermie zulässig. Für bestehende Gasheizungen gibt es dagegen keine pauschale Austauschpflicht. Sie dürfen weiterlaufen und im zulässigen Rahmen repariert werden. Wer heute eine Gasheizung plant, sollte zudem den Stand der kommunalen Wärmeplanung am Wohnort prüfen, da sich daraus ergibt, wie lange das Gasnetz vor Ort noch betrieben wird. Angesichts der laufenden Kosten und des steigenden CO2-Preises lohnt es sich, die Wirtschaftlichkeit über die gesamte Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren zu betrachten und die Alternative einer Wärmepumpe gegenzurechnen. In dieser Zeit können sich Brennstoffpreise, Netzentgelte und die örtliche Wärmeversorgung deutlich verändern, sodass ein günstiger Anschaffungspreis allein noch keine niedrigen Gesamtkosten garantiert. Eine unabhängige Energieberatung hilft, die verschiedenen Optionen für das konkrete Gebäude realistisch gegenüberzustellen.
Häufige Fragen zu den Kosten einer Gasheizung
Was kostet eine neue Gasheizung komplett?
Für Gerät, Einbau und Zubehör sind rund 12.000 Euro anzusetzen. Dazu kommen je nach Gebäude eine Schornsteinsanierung von etwa 1.500 bis 2.500 Euro und beim erstmaligen Anschluss ans Gasnetz noch einmal rund 1.500 bis 2.500 Euro, sofern in der Straße bereits eine Leitung liegt. Eine Förderung gibt es nicht.
Was kostet das Heizen mit Gas im Jahr?
Ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern und 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf benötigt bei einem Brennwertkessel rund 18.950 Kilowattstunden Gas. Bei 11 Cent je Kilowattstunde sind das etwa 2.085 Euro. Der CO2-Preis steckt darin bereits und macht rund 210 bis 245 Euro aus.
Warum wird Gas trotz gesunkener Preise teurer?
Weil der CO2-Preis steigt. Er liegt 2026 im Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne und wird bis 2030 auf voraussichtlich 120 bis 150 Euro klettern. Für ein Haus mit 3,8 Tonnen CO2 im Jahr bedeutet das mehrere Hundert Euro Mehrkosten. Ab 2029 kommt die Pflicht zur Beimischung klimafreundlicher Gase hinzu, die aufwendiger herzustellen und damit teurer sind.
Wie senke ich die Gaskosten am wirksamsten?
Ein Grad weniger Raumtemperatur spart rund 6 Prozent, im Beispiel etwa 125 Euro, und kostet nichts. Ein hydraulischer Abgleich bringt 5 bis 15 Prozent. Prüfen Sie außerdem die Rücklauftemperatur: Ein Brennwertkessel kondensiert erst unterhalb von 57 Grad, und ohne diese Kondensation verschenken Sie den Vorteil der Technik.
Rechnet sich die Gasheizung gegenüber der Wärmepumpe?
In der Anschaffung ja, im Betrieb nicht. Die Gasheizung kostet rund 12.000 Euro ohne Förderung, die Wärmepumpe nach Förderung oft ähnlich viel und heizt für rund 1.390 statt 2.085 Euro im Jahr. Über zwanzig Jahre summiert sich der Unterschied auf einen fünfstelligen Betrag, und der steigende CO2-Preis vergrößert ihn.
