Gastherme – Kosten, Vergleich, Funktion und Förderung

Sie ist die unangefochtene Nummer Eins in deutschen Heizungskellern und an Wohnungswänden. Keine Heizungsart ist hierzulande so oft verbaut wie die Gastherme. Gasthermen bestechen durch ihre flexiblen Einsatzorte und Möglichkeiten. Alles über Einbau, Preise und Förderungsmöglichkeiten im kompakten Überblick.

gastherme wandhängend mit brennwerttechnik
Grundsätzlich lassen sich zwei Arten unterscheiden: Gasthermen mit Warmwasserspeicher und ohne. Modelle mit einem Speicher für Warmwasser werden auch als Kombitherme bezeichnet, da sie gleichzeitig für Raumwärme und der Erwärmung von Brauchwasser dienen. Die Funktion einer Gastherme gleicht dem eines klassischen mit Strom betriebenen Durchlauferhitzers. Durch ein Rohrsystem im Inneren des Gehäuses wird
Wasser geleitet, das durch eine von Gas gespeiste Flamme erwärmt wird. Im Gegensatz zu Gas Kombithermen stellen einfache Heizthermen ohne Warmwasserspeicher lediglich Raumwärme bereit. Hier erfolgt die Warmwasserbereitung durch ein separates System, meist einen Durchlauferhitzer.

Gasbrennwertthermen – Merkmale und Leistung verschiedener Modelle

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern benötigen Eigentümer je nach Dämmung etwa 14 bis 20 kW (Kilowatt) Heizleistung. Hersteller bieten die gleiche Gastherme in der Regel mit verschiedenen Leistungsstärken an. Je größer die Leistung in kW, desto höher der Preis für die Gastherme.

Wandhängende Gasbrennwertthermen:

Gastherme

Heizlast

Produktdetails

Vaillant ecoTEC plus
vaillant-ecotec-plus
16 – 26 kW
  • Energieeffizienzklasse: A
  • Normnutzungsgrad: 109 Prozent
  • Gewicht: 33 – 37 kg
Viessmann Vitodens 200
vitodens 200 w kompakt
3 – 35 kW
  • Energieeffizienzklasse A
  • Normnutzungsgrad: 109 Prozent
  • Gewicht: 40 – 45 kg

Eco Therm Plus WGB EVO

brötje gasbrennwerttherme eco wgb

3 – 28 kW
  • Energieeffizienzklasse A
  • Normutzungsgrad: 109 Prozent
  • Gewicht: 41 – 43 kg

Bodenstehende Gasbrennwertthermen:

Gastherme

Heizlast

Produktdetails

Buderus Logana plus GB312
Logano_GB312 Gasheizung bodenstehend
90 – 280 kW
  • Energieeffizienzklasse: A
  • Normnutzungsgrad: 108 Prozent
  • Gewicht: 205 – 330 kg
  • für die Außenaufstellung geeignet
Vitocrossal 300 Typ CU3A
vitocrossal 300 in der ansicht
2,5 – 60 kW
  • Energieeffizienzklasse: A
  • Normnutzungsgrad: 109 Prozent
  • Gewicht: 119 – 160 kg

*Bildquellen: Bosch Thermotechnik, Buderus Deutschland; Vaillant Group, Abbildung: Viessmann Werke, August Brötje GmbH

Preise für den Kessel variieren je nach Hersteller. Hinzu kommen Kosten für den Einbau und Zubehör wie Verrohrung und Pumpen. Eine genau Auflistung aller Kostenpunkte finden Sie weiter unten. Weitere empfehlenswerte Modelle finden Sie im Gasbrennwertthermen Test der Stiftung Warentest.

Niedertemperatur- und Gasbrennwertthermen

Wer sich heute mit dem Kauf einer Gastherme auseinandersetzt, der wird früher oder später über den Begriff der Brennwerttechnik stolpern. Dieser wird in Abgrenzung zur Niedertemperaturheizung verwendet. Niedertemperaturkessel fanden bis in die 2000er Jahre Anwendung und wurden dann nach und nach durch die deutlich effizienteren Brennwertkessel abgelöst. Seit 2015 gibt es eine europaweite Richtlinie. Sie untersagt den Einbau von Niedertemperaturkesseln im Neubau oder bei der Sanierung.

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Die Gasbrennwerttherme verwertet die durch sie selber produzierte Wärme ein zweites Mal und mindert den Primärenergieverbrauch und damit auch die Menge der anfallenden Emissionen. Dadurch erzielen Sie eine bis zu 11 Prozent höhere Energieausnutzung als Niedertemperatur-Geräte.

Flexibel und bedarfsorientiert

Ihre Gastherme wird meist an einem der Orte montiert, an dem Sie das Warmwasser verbrauchen möchten. Darunter fallen im Regelfall die Küche oder das Badezimmer. Im Heizungsvergleich überzeugen moderne Gasheizungen durch niedrige Anschaffungskosten, moderate Betriebskosten sowie einen geringen Platzbedarf.

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Vorteile

Wer eine Gasheizung einsetzt, profitiert von folgenden Vorteilen:

  • Platzsparende Montage
  • Moderate Anschaffungskosten
  • Konstante Versorgung mit Warmwasser
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Nachteile

Die Gastherme bringt folgende Nachteile mit sich:

  • Bei der Entnahme großer Wassermengen entstehen unter Umständen Temperaturschwankungen
  • Automatische Einschaltung kann durch Mischbatterien irritiert werden
  • Gaspreis kann Schwankungen unterliegen
  • Nutzt einen fossilen Brennstoff

Was kostet eine Gastherme?

Der Preis einer Gastherme variiert stark und hängt vom ausgewählten Modell ebenso wie von der Region ab, in der sie eingebaut wird. So ist der Einbau einer Gastherme in Süddeutschland aufgrund höherer Durchschnittsgehälter in der SHK Branche beispielsweise teurer als im Osten. Die hier angegebenen Preise können deshalb lediglich als Orientierungshilfe dienen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus können Eigentümer mit folgenden Kosten rechnen:

Element

Kosten

Gastherme (je nach Modell) 4.000 – 6.000 €
Warmwasserspeicher 800 – 1.500 €
Gasanschluss (inkl. Einbau) 1.800 – 2.800 €
Heizungsinstallation 500 – 2.000 €
Gesamtkosten 5.000 – 10.000 €

Investition und Amortisation

Sie benötigen für einen normalen Haushalt eine Kombitherme mit einer Ausgangsleistung von 14 bis 25 kW. Der Anschaffungspreis für eine Kombitherme liegt zwischen 4.000 und 6.000 Euro für das Gerät. Durch moderne Geräte mit Brennwerttechnik lassen sich etwa 10 Prozent gegenüber einer veralteten Niedertemperaturheizung einsparen. Die Anschaffungskosten amortisieren sich nach etwa 8 Jahren.

Platzierung beeinflusst Kosten

Bei der Beispielrechnung sollten Sie weitere variable Faktoren einbeziehen. Der Installationsaufwand des Heizkreislaufs kann durch weitere Entfernungen oder benötigte Wanddurchbrüche sehr unterschiedlich ausfallen. Hier können Ihnen Kosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro entstehen.

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Um für das Brauchwasser den geringstmöglichen Installationsaufwand zu erreichen, planen Sie die Platzierung der Gastherme nahe der Entnahmestelle für das Warmwasser beispielsweise in der Küche. Zentrale Bedeutung für die Angebotskalkulation kommt auch dem Abgassystem zu. Gerne erstellen wir Ihnen einen unverbindlichen Kostenvoranschlag.

Erdgas oder Flüssiggas?

Natürlich ist ein Gasanschluss, im Normalfall Erdgas, die Voraussetzung. Neben der reinen Erdgastherme gibt es auch Gasthermen für Flüssiggas, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren. So lässt sich jedes der oben aufgeführten Modelle neben Erdgas auch mit Flüssiggas als Brennstoff betreiben. Im Prinzip kann jeder Montageplatz gewählt werden, sofern sich die Wasserentnahmestelle in der Nähe befindet. Für den zusätzlichen Betrieb als Gasheizung muss eine entsprechende Verrohrung zu den Heizkörpern erfolgen.

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Prüfen Sie Ihren Stromanschluss

Die Zündtechnik einer Gastherme wird oft mit Starkstrom betrieben und benötigt in diesem Fall einen entsprechenden Anschluss. Sie erhalten auch viele Modelle, die an den herkömmlichen Haushaltsstrom angeschlossen werden können. Bei einer kombinierten Heiztherme müssen Sie die Platzierung von Heizkörpern und den Verlauf der Anschlussrohre planen und berücksichtigen. Eine Abgasanlage beziehungsweise ein Schornsteinanschluss muss vorhanden sein.

Über dreißig Markenhersteller

Neben den bekannten großen Heizungsherstellern wie Buderus, Junkers, Vaillant, Viessmann, Weishaupt und Wolf haben Sie unter etwa dreißig weiteren deutschen Unternehmen die Qual der Wahl. Empfehlenswerte Modelle finden Sie in einem unabhängigen Vergleich der Stiftung Warentest:

Gasthermen im Test

Gastherme austauschen und Förderung erhalten

Ihre alte Gastherme mit Heizwerttechnik können Sie gegen ein Gerät mit Brennwerttechnik austauschen. Bei der Umrüstung auf einen Gas Brennwertkessel erhalten Sie Subventionen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Bandbreite reicht von einmaligen pauschalen Förderbeträgen über prozentuale Kostenbeteiligungen bis zu günstigen Krediten. Hier erfahren Sie mehr zur Förderung Ihrer neuen Heizung.

Zuschuss

Förderung

KfW Zuschuss 430
  • 10 Prozent der Kosten, bis zu 5.000 € für jede Wohneinheit
  • 15 Prozent der Kosten, bis zu 7.500 € pro Wohneinheit (Heizungspaket)
KfW Sanierungskredit 152 /151
  • Kredit über max. 50.000 € mit 0,75 % Zinsen

Gesetzliche Vorgaben

Sie benötigen für Ihre Therme einen Abgasanschluss, eine Gaszuleitung und einen Stromanschluss. Das Gerät muss mit dem GS-Siegel und einer TÜV-Plakette versehen sein, was bei allen in Deutschland erhältlichen Geräten der Fall ist. Die Montage und der Anschluss erfolgen über einen Fachbetrieb bzw. einen Heizungsbauer Ihres Vertrauens.

Unabhängige Wasserkreisläufe

Neben der Brauchwasserversorgung kann auch die Heizung mit einem kombinierten Gerät versorgt werden. Die nur geringfügig größeren Varianten betreiben zwei voneinander unabhängige Kreisläufe. Der Durchlauferhitzer springt immer an, wenn Warmwasser entnommen wird und der Heizkreislauf sorgt mittels Heizungssteuerung eines im Raum montierten Thermostaten für das entsprechend immer wieder notwendige Aufheizen.

Fazit

In einem Altbau ohne Zentralheizung mit alten Zimmer- und Etagenöfen sind die Thermen mit Gasbetrieb oft die beste Warmwasser- und Heizungslösung. Die Erneuerung einer vorhandenen Gastherme kann die Kosten für Wärme zusätzlich senken. Der Heizungstyp eignet sich ideal, wenn schnell und unregelmäßig Warmwasser zur Verfügung stehen soll. Bei sehr großen Wasserabnahmemengen kann eine Boilertechnik geeigneter sein. Auch als Etagenheizung für Mehrfamilienhäuser eignet sich die Gastherme aufgrund ihres geringen Platzbedarfs ideal.