
Rund um das Heizungsgesetz gab es hitzige Debatten, die viele Eigentümer verunsichert haben. Zeitweise war sogar von einem Verbot der Gastherme die Rede. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) von 2024 ist inzwischen durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst worden, das die Vorgaben technologieoffener macht. Dieser Ratgeber zeigt, was 2026 wirklich gilt, warum die Gastherme weiterhin eine Option ist und worauf Sie bei Modellen, Kosten und Förderung achten sollten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bestehende Gasthermen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Ein Verbot oder eine pauschale Austauschpflicht gibt es nicht.
- Neue Gasthermen bleiben zulässig. Mit dem GModG gilt für sie ab 2029 die Bio-Treppe, in der Praxis erfüllbar über Biogas oder eine Hybridlösung mit Wärmepumpe. Reine Gasheizungen werden nicht mehr gefördert. Nur der erneuerbare Teil einer Hybridlösung ist über die KfW 458 mit 30 bis 70 Prozent förderfähig.
- Die Anschaffung liegt je nach Modell bei rund 5.000 bis 10.000 Euro inklusive Warmwasserspeicher und Installation. Über die Laufzeit steigen die Betriebskosten durch den CO2-Preis.
Heizungsgesetz: Das gilt für Gasthermen
Das Heizungsgesetz trat zum Jahresbeginn 2024 in Kraft und wurde inzwischen zum Gebäudemodernisierungsgesetz reformiert. Entgegen vieler Gerüchte gibt es weder eine Austauschpflicht noch ein Verbot bestehender Gasheizungen. Die wichtigsten Punkte im Überblick.
Bestandsschutz
Gasthermen in Bestandsgebäuden dürfen ohne Einschränkung weiterlaufen, auch die Reparatur bei einem Defekt ist erlaubt. Eine Pflicht zum Austausch besteht nicht.
Neue Heizung: die Bio-Treppe ab 2029

Auch neue Gaskessel dürfen weiterhin verbaut werden. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29. Juli 2026 gilt und das frühere Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat, entfällt die pauschale 65-Prozent-Pflicht. An ihre Stelle tritt für neu eingebaute Gasheizungen ab 2029 die Bio-Treppe. Eine herkömmliche Gastherme nutzt mit Erdgas jedoch einen fossilen Brennstoff. Um einen hohen erneuerbaren Anteil zu erreichen, gibt es im Wesentlichen drei Wege:
- Biogas: Wer den Wärmebedarf zu einem hohen Anteil mit Biogas deckt, erfüllt die Vorgabe. Erste Gasanbieter haben entsprechende Tarife im Angebot.
- Wasserstoff: Liegt das Gebäude in einem ausgewiesenen Wasserstoff-Ausbaugebiet, kann eine wasserstofffähige (H2-ready) Gastherme infrage kommen.
- Gas-Hybridheizung: Die Gastherme wird mit einer erneuerbaren Komponente wie einer Wärmepumpe oder Biomasse kombiniert, die den überwiegenden Teil der Wärme liefert.
Zu beachten ist der Wechsel zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst. Es ersetzt die starre 65-Prozent-Regel durch eine technologieoffene Lösung, bei der neu eingebaute Gasheizungen ab 2029 stufenweise steigende Anteile erneuerbarer Brennstoffe nutzen müssen.
Förderung
Reine Gasheizungen erhalten seit dem neuen Heizungsgesetz keine staatlichen Zuschüsse mehr. Bei einer Gas-Hybridheizung ist ausschließlich der erneuerbare Anlagenteil förderfähig, etwa die Wärmepumpe. Für diesen Teil sind über die KfW 458 je nach Konstellation zwischen 30 und 70 Prozent möglich.
Ausblick: Am Grundsatz, dass nur der erneuerbare Teil gefördert wird, ändert das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst, nichts. Die Zuschüsse über die KfW sind nach Zusage der Bundesregierung bis mindestens 2029 gesichert, ihre genaue Ausgestaltung danach ist offen. Das GModG lockert vor allem die Einbauvorgaben. Bis dahin gelten die heutigen Förderkonditionen weiter.
Rechenbeispiel: Gastherme im 150-Quadratmeter-Haus
Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit 150 Quadratmetern und einem Jahreswärmebedarf von rund 20.000 Kilowattstunden ergeben sich die folgenden Richtwerte für 2026. Sie variieren je nach Bauart und baulichen Voraussetzungen.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Gerät und Installation | 3.500 bis 8.000 Euro |
| Förderung | keine (reine Gastherme nicht förderfähig) |
| Gaskosten (rund 11 ct/kWh) | rund 2.300 Euro pro Jahr |
| CO2-Kosten (2026, 55 bis 65 Euro je Tonne) | rund 240 Euro pro Jahr |
| Wartung und Schornsteinfeger | rund 230 Euro pro Jahr |
| Laufende Kosten gesamt | rund 2.800 Euro pro Jahr |
Die Gastherme ist in der Anschaffung günstig, nutzt aber weiterhin fossiles Erdgas und ist nicht förderfähig. Mit dem steigenden CO2-Preis nehmen die laufenden Kosten in den kommenden Jahren zu, was bei der Entscheidung berücksichtigt werden sollte.
Lohnt sich eine H2-ready-Gastherme?
Viele Hersteller bewerben ihre Geräte inzwischen als wasserstofffähig. Ein solcher Aufpreis lohnt sich aber nur, wenn es für Ihr Grundstück eine konkrete Perspektive auf ein Wasserstoffnetz gibt. Das ist derzeit die Ausnahme, denn grüner Wasserstoff steht im Wärmemarkt bislang nur in sehr geringen Mengen und zu hohen Kosten zur Verfügung, und die meisten kommunalen Wärmepläne sehen für Wohngebiete kein Wasserstoffnetz vor. Bevor Sie in H2-Technik investieren, sollten Sie daher bei Kommune oder Stadtwerken prüfen, ob Ihr Gebiet überhaupt als Wasserstoffnetzgebiet vorgesehen ist. In den meisten Fällen sind Biomethan oder eine Hybridlösung mit Wärmepumpe der realistischere Weg, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.
Gasbrennwertthermen: Merkmale und Modelle
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 140 Quadratmetern werden je nach Dämmung etwa 14 bis 20 Kilowatt Heizleistung benötigt. Hersteller bieten dasselbe Modell meist in mehreren Leistungsstufen an, wobei der Preis mit der Leistung steigt.
Wandhängende Gasbrennwertthermen:
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Bodenstehende Gasbrennwertthermen:
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Bildquellen: Bosch Thermotechnik, Buderus Deutschland. Vaillant Group, Abbildung: Viessmann Werke.
Die Kesselpreise variieren je nach Hersteller. Hinzu kommen Kosten für Einbau und Zubehör wie Verrohrung und Pumpen. Eine genaue Aufstellung finden Sie weiter unten.
Mit oder ohne Warmwasserspeicher?

Manche Gasthermen liefern nur Raumwärme, andere zusätzlich Warmwasser. Kombithermen bereiten beides auf. Bei größeren Häusern ist meist ein externer Warmwasserspeicher mit mehr Fassungsvolumen sinnvoll. Er hält jederzeit heißes Wasser bereit, was bei hohem und gleichzeitigem Verbrauch von Vorteil ist. Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, das Wasser in günstigen Tarifzeiten zu erhitzen. Nachteile sind der zusätzliche Platzbedarf und geringe Wärmeverluste, auch wenn moderne Speicher gut isoliert sind.
Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik?
Wer sich mit dem Kauf einer Gastherme beschäftigt, stößt zwangsläufig auf den Begriff Brennwerttechnik, in Abgrenzung zur Niedertemperaturheizung. Niedertemperaturkessel wurden bis in die 2000er Jahre eingebaut und dann von den deutlich effizienteren Brennwertkesseln abgelöst. Seit 2015 untersagt eine europaweite Ökodesign-Richtlinie den Einbau reiner Niedertemperaturkessel im Neubau und bei der Sanierung. Die Brennwerttherme nutzt die im Abgas enthaltene Wärme ein zweites Mal und erreicht dadurch eine bis zu 11 Prozent höhere Energieausnutzung als ein Niedertemperaturgerät.
Flexibel und bedarfsorientiert
Die Gastherme wird meist dort montiert, wo das Warmwasser gebraucht wird, oft in Küche oder Bad. Im Heizungsvergleich überzeugt sie durch niedrige Anschaffungskosten und geringen Platzbedarf.
Vorteile
- Platzsparende Montage
- Moderate Anschaffungskosten
- Konstante Warmwasserversorgung
Nachteile
- Bei großer Wasserentnahme sind Temperaturschwankungen möglich
- Steigende Betriebskosten durch CO2-Preis und schwankende Gaspreise
- Nutzt einen fossilen Brennstoff, keine Förderung für die reine Gasvariante
Was kostet eine Gastherme?

Der Preis hängt stark von Modell und Region ab. Der Einbau ist etwa in Süddeutschland wegen höherer Handwerkerlöhne oft teurer als im Osten. Die folgenden Werte für ein durchschnittliches Einfamilienhaus dienen daher nur zur Orientierung:
Element |
Kosten |
| Gastherme (je nach Modell) | 4.000 bis 6.000 € |
| Warmwasserspeicher | 800 bis 1.500 € |
| Gasanschluss (inkl. Einbau) | 1.800 bis 2.800 € |
| Heizungsinstallation | 500 bis 2.000 € |
| Gesamtkosten | 5.000 bis 10.000 € |
Nicht zu vergessen sind die laufenden Kosten. Auf Erdgas fällt ein CO2-Preis an, der 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegt und ab 2028 über den europäischen Emissionshandel frei gebildet wird, also nicht mehr gedeckelt ist. Für ein Einfamilienhaus bedeutet das schon heute mehrere Hundert Euro zusätzlich pro Jahr, mit steigender Tendenz.
Investition und Amortisation
Für einen normalen Haushalt genügt eine Kombitherme mit 14 bis 25 kW. Das Gerät kostet zwischen 4.000 und 6.000 Euro. Gegenüber einer veralteten Niedertemperaturheizung lassen sich mit Brennwerttechnik rund 10 Prozent einsparen, sodass sich die Mehrkosten meist nach etwa acht Jahren amortisieren.
Die Platzierung beeinflusst die Kosten
Der Installationsaufwand hängt stark von Entfernungen und nötigen Wanddurchbrüchen ab. Hier können 1.000 bis 3.000 Euro anfallen. Für kurze Wege und geringe Wärmeverluste sollte die Kombitherme nahe der Warmwasser-Entnahmestelle sitzen, etwa in der Küche. Eine zentrale Rolle in der Kalkulation spielt auch das Abgassystem.
Erdgas oder Flüssiggas?
Voraussetzung ist ein Gasanschluss, im Normalfall Erdgas. Daneben gibt es Gasthermen für Flüssiggas, die nach demselben Prinzip arbeiten. Praktisch lässt sich jedes der oben genannten Modelle auch mit Flüssiggas betreiben. Für den Heizbetrieb ist eine Verrohrung zu den Heizkörpern nötig.
Stromanschluss prüfen
Die Zündtechnik mancher Gasthermen benötigt Starkstrom, viele Modelle laufen aber auch am normalen Haushaltsstrom. Bei einer kombinierten Heiztherme sind die Platzierung der Heizkörper und der Verlauf der Anschlussrohre einzuplanen. Eine Abgasanlage beziehungsweise ein Schornsteinanschluss muss vorhanden sein.
Unabhängige Wasserkreisläufe
Ein Kombigerät betreibt zwei voneinander unabhängige Kreisläufe. Der Durchlauferhitzer springt bei Warmwasserentnahme an, während der Heizkreislauf über die Heizungssteuerung und ein Raumthermostat für die Wärme sorgt.
Fazit
In einem Altbau ohne Zentralheizung mit alten Einzelöfen ist die Gastherme oft eine praktische Warmwasser- und Heizlösung, besonders wenn schnell und unregelmäßig Warmwasser benötigt wird. Auch als Etagenheizung im Mehrfamilienhaus eignet sie sich wegen des geringen Platzbedarfs. Über die gesamte Laufzeit sollten Sie jedoch die steigenden CO2-Kosten und die fehlende Förderung der reinen Gasvariante einkalkulieren.
Checkliste vor dem Kauf einer Gastherme
Aspekt |
Das müssen Sie wissen |
Schornsteinsanierung ![]() |
Gasthermen gibt es heute nur noch als Brennwertgeräte. Deren Abgasführung erzeugt Feuchtigkeit, die auf Dauer zur Versottung des Schornsteins führen kann. Abhilfe schafft ein säure- und feuchtebeständiges Abgasrohr aus Edelstahl oder Kunststoff, das in den Kaminschacht eingezogen oder an der Fassade verlegt wird. |
Leistung der Heizung ![]() |
Die Heizleistung richtet sich nach dem Wärmebedarf und sollte möglichst genau bestimmt werden. In schlecht gedämmten Altbauten liegt sie höher als im gedämmten Neubau. Für ein normal gedämmtes Gebäude lassen sich überschlägig etwa 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter ansetzen. |
Garantiebedingungen ![]() |
Markenhersteller wie Viessmann, Buderus oder Junkers gewähren auf ihre Gasthermen eine Systemgarantie von fünf Jahren, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, etwa regelmäßige Wartung und Installation durch einen Fachbetrieb. |
Ort der Aufstellung ![]() |
Eine wandhängende Gastherme lässt sich platzsparend im Wohnraum montieren, bodenstehende Geräte eher in größeren Räumen oder im Keller. Für eine Kombitherme empfiehlt sich die Nähe zur Entnahmestelle. Beim Betrieb mit Flüssiggas ist zusätzlich Platz für den Flüssiggastank einzuplanen. |
Bio-Treppe: die gesetzlichen Brennstoffvorgaben für neue Gasthermen
Eine neue Gastherme bleibt zulässig, muss aber nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz ab 2029 mit einem steigenden Anteil erneuerbarer Brennstoffe betrieben werden. Diese Bio-Treppe löst die 65-Prozent-Regel ab und sieht folgende Stufen vor:
| Zeitpunkt | Mindestanteil erneuerbarer Brennstoffe |
|---|---|
| ab 1. Januar 2029 | 10 Prozent |
| ab 1. Januar 2030 | 15 Prozent |
| ab 1. Januar 2035 | 30 Prozent |
| ab 1. Januar 2040 | 60 Prozent |
Den geforderten Grüngasanteil müssen Sie nicht selbst organisieren: Er wird über das Gasnetz und die Abrechnung des Lieferanten nachgewiesen und durch die ab 2028 geltende Grüngasquote unterstützt. Alternativ erfüllt eine Gas-Hybridtherme mit erneuerbarer Komponente die Vorgabe. Für bestehende Gasthermen ändert sich nichts. Beim Einbau bestätigt der Fachbetrieb im Rahmen einer Unternehmererklärung, dass die Therme technisch für die Beimischung geeignet ist.
Häufige Fragen zu Gasthermen
Ist die Gastherme 2026 verboten?
Nein. Bestehende Gasthermen dürfen ohne Einschränkung weiterlaufen und repariert werden, eine pauschale Austauschpflicht oder ein Verbot gibt es nicht. Neue Gasthermen bleiben zulässig, unterliegen nach dem GModG ab 2029 der Bio-Treppe.
Welche Brennstoff-Vorgaben gelten für eine neue Gastherme?
Im Wesentlichen auf drei Wegen: über einen Tarif mit mindestens 65 Prozent Biogas, über eine wasserstofffähige Therme in einem ausgewiesenen Wasserstoff-Ausbaugebiet oder als Gas-Hybridheizung, bei der eine Wärmepumpe oder Biomasse den überwiegenden Teil der Wärme liefert.
Was kostet eine Gastherme?
Je nach Modell liegt die Anschaffung inklusive Warmwasserspeicher und Installation bei rund 5.000 bis 10.000 Euro. Über die Laufzeit kommen steigende Betriebskosten durch den CO2-Preis auf Erdgas hinzu.
Wird eine Gastherme gefördert?
Eine reine Gastherme erhält keine Förderung mehr. Wird sie in einer Hybridlösung mit einer erneuerbaren Komponente wie einer Wärmepumpe kombiniert, ist nur dieser erneuerbare Teil über die KfW mit 30 bis 70 Prozent förderfähig.
Lohnt sich eine H2-ready-Gastherme?
Nur, wenn es für Ihr Grundstück eine konkrete Perspektive auf ein Wasserstoffnetz gibt. Das ist derzeit die Ausnahme, da grüner Wasserstoff im Wärmemarkt kaum verfügbar ist und die meisten kommunalen Wärmepläne für Wohngebiete kein Wasserstoffnetz vorsehen. Klären Sie das vorab bei Kommune oder Stadtwerken.








