Moderne Gasheizung im Keller

Wer eine Gasheizung kaufen will, entscheidet damit für die nächsten 15 bis 20 Jahre, und schon bei der Auswahl lässt sich viel Geld sparen oder verschenken. Zwischen Modellen, Leistungsklassen und Bauarten den Überblick zu behalten, fällt allerdings nicht leicht. Dieser Ratgeber führt durch Preise, Modelle und die wichtigsten Überlegungen vor dem Kauf.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wer eine Gasheizung kaufen möchte, erhält heute ausschließlich Brennwertgeräte, da reine Niedertemperaturkessel seit 2015 nicht mehr zulässig sind.
  • Für Gerät und Montage fallen je nach Bauart rund 5.000 bis 9.000 Euro an, hinzu kommen laufende Kosten für Gas, Wartung und Schornsteinfeger.
  • Vor dem Kauf sind Gasanschluss, Abgasführung, Warmwasserbedarf und die Wahl zwischen Zentral- und Etagenheizung zu klären.
  • Eine rein fossile Gasheizung ist nicht mehr über die BEG förderfähig. Fördermittel gibt es nur in Kombination mit erneuerbaren Energien.

Modelle und Preise im Vergleich

Die führenden Hersteller bieten ausgereifte Gas-Brennwertgeräte in unterschiedlichen Leistungsstufen an. Die folgende Übersicht zeigt drei verbreitete Modelle von Buderus, Vaillant und Viessmann mit typischen Listenpreisen. Die Preise verstehen sich als Orientierung ohne Montage und variieren je nach Ausstattung und Anbieter.

Modell Produktbild Preis (je nach Leistung) Highlights
Buderus Logamax plus Buderus Logamax plus bis 20 kW: 2.975 €
bis 24 kW: 3.120 €
Normnutzungsgrad bis 109 Prozent, geringer Standby-Verbrauch, digitale Regelung
Vaillant ecoTEC exclusive Vaillant ecoTEC exclusive bis 15,3 kW: 3.304 €
bis 21,6 kW: 3.344 €
bis 26,8 kW: 3.554 €
bis 33,1 kW: 3.712 €
effiziente Pumpentechnologie, breites Leistungsspektrum
Viessmann Vitodens 222-F Viessmann Vitodens 222-F bis 13 kW: 3.963 €
bis 19 kW: 4.104 €
bis 26 kW: 4.241 €
bis 35 kW: 4.348 €
mehrere Leistungsstufen, integrierter Speicher, intelligente Regelung

Ein detaillierter Blick lohnt sich beim Viessmann Vitodens 200, der als kompaktes wandhängendes Gerät ebenfalls sehr verbreitet ist.

Wie hoch sind die Kosten?

Die Gesamtkosten setzen sich aus dem Gerät, dem Zubehör und der Montage zusammen. Hinzu kommen laufende Ausgaben. Die folgende Aufstellung zeigt die einzelnen Positionen im Überblick.

Kosten für Kessel, Bauteile, Zubehör und Montage Preis in Euro
Brennwertgerät wandhängend 2.200 bis 4.000
Brennwerttechnik bodenstehend 3.000 bis 5.000
Gasetagenheizung 4.000 bis 6.000
Kombitherme 2.700 bis 3.500
zusätzlicher Speicher (250 bis 350 Liter) 850 bis 1.000
jährliche Verbrauchskosten Erdgas (EFH 100 qm, ca. 25.000 kWh) 2.500 bis 2.900
jährliche Verbrauchskosten Flüssiggas (EFH 100 qm) ab ca. 2.500
Gasanschluss (falls nicht vorhanden) 1.500 bis 2.000
Verrohrung 100 bis 750
Einbau eines Abgasrohres 750 bis 1.000
Montagekosten 500 bis 2.800
Wartung und Reinigung 200 bis 300
Schornsteinfegerprüfung 70 bis 100

Die jährlichen Gaskosten wurden auf Basis eines Gaspreises von rund 11 Cent je Kilowattstunde (Stand 2026) berechnet. Da Neukundentarife häufig günstiger sind, lohnt ein regelmäßiger Preisvergleich. Zusätzlich verteuert der CO2-Preis fossile Brennstoffe, was bei der langfristigen Kostenrechnung zu berücksichtigen ist.

Überlegungen vor dem Kauf

Bevor Sie eine Gasheizung kaufen, sollten einige Grundfragen geklärt sein. Zunächst muss ein Gasanschluss vorhanden oder herstellbar sein. Ist das Gebäude nicht ans Netz angeschlossen, kommt nur eine Flüssiggasheizung mit eigenem Tank infrage. Weiterhin ist die passende Leistung anhand einer Heizlastberechnung zu ermitteln, denn ein überdimensionierter Heizkessel arbeitet ineffizient. Auch der Warmwasserbedarf spielt eine Rolle: Bei hohem Bedarf ist ein Warmwasserspeicher sinnvoll.

Wie funktionieren Zentralheizungen?

Eine Gaszentralheizung versorgt das gesamte Gebäude von einem zentralen Kessel aus. Über ein Rohrnetz gelangt das erwärmte Heizwasser zu den Heizkörpern oder Flächenheizungen. Diese Lösung ist besonders wirtschaftlich, wenn viele Räume gleichmäßig beheizt werden sollen.

Warum eine Etagenheizung nutzen?

Eine Gasetagenheizung beheizt dagegen nur eine einzelne Wohneinheit. Das ist vor allem in Mehrfamilienhäusern sinnvoll, in denen jede Partei ihren Verbrauch selbst steuern und abrechnen möchte. Der Nachteil liegt im höheren Wartungsaufwand, da mehrere Geräte betreut werden müssen.

Flüssiggas oder Erdgas?

Ist ein Anschluss ans Erdgasnetz möglich, ist Erdgas meist die günstigere Wahl. In gasfernen Lagen bietet Flüssiggas eine Alternative, erfordert aber einen Tank und regelmäßige Lieferungen. Die Verbrauchskosten liegen bei Flüssiggas in der Regel etwas höher.

Welche Gasheizung kaufen? Seit 2015 nur noch Brennwertkessel

Beim Neukauf sind ausschließlich Brennwertgeräte zulässig. Reine Niedertemperaturkessel dürfen aufgrund der europäischen Ökodesign-Vorgaben seit 2015 nicht mehr eingebaut werden. Der Unterschied zu einer veralteten Anlage ist erheblich: Ein moderner Brennwertkessel nutzt zusätzlich die Kondensationswärme des Abgases, arbeitet mit Leistungsmodulation und einer witterungsgeführten Regelung und spart dadurch deutlich Energie. Wer von einem 20 oder 30 Jahre alten Gerät auf einen aktuellen Brennwertkessel umsteigt, senkt seinen Verbrauch spürbar.

Ablauf: von der Planung bis zur Inbetriebnahme

Der Kauf einer Gasheizung folgt üblichen Schritten. Am Anfang steht eine Heizungsplanung mit Heizlastberechnung, die die passende Leistung ermittelt. Anschließend werden Modell und Ausstattung ausgewählt und ein Angebot eingeholt. Für den Einbau ist ein zugelassener Heizungsinstallateur zuständig, der das Altgerät demontiert, den neuen Kessel montiert, die Abgasanlage anpasst und den Kondensatanschluss herstellt. Zum Abschluss erfolgen die Inbetriebnahme, der hydraulische Abgleich und die Einweisung. Bei einem unkomplizierten Kesseltausch ist die Anlage oft innerhalb von ein bis zwei Tagen betriebsbereit.

Wartung und Lebensdauer

Nach dem Einbau ist eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb empfehlenswert, bei der Brenner, Wärmetauscher und Regelung geprüft werden. Die Kosten liegen meist bei 150 bis 300 Euro pro Jahr, hinzu kommen die Gebühren des Schornsteinfegers. Bei guter Pflege hält ein moderner Gas-Brennwertkessel rund 15 bis 20 Jahre. Wer regelmäßig wartet und die Regelung sauber einstellt, sichert sich über die gesamte Nutzungsdauer einen effizienten und störungsarmen Betrieb.

Gasheizung kaufen und Fördermittel prüfen

Eine reine Gasheizung ist seit Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes nicht mehr über die Bundesförderung förderfähig, da nur Heizungen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien bezuschusst werden. Wer Fördermittel nutzen möchte, sollte die Gastherme daher als Teil einer Hybridlösung mit Solarthermie oder Wärmepumpe planen. Zu beachten ist außerdem, dass sich der rechtliche Rahmen ändern kann: Die geplante Novelle des Gebäudeenergiegesetzes, das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), befindet sich im parlamentarischen Verfahren und ist noch nicht in Kraft. Sie soll neue Heizungen technologieoffener zulassen, verlangt aber ab 2029 einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe. Angesichts steigender CO2-Kosten lohnt es sich, vor dem Kauf einer neuen Gasheizung sorgfältig abzuwägen, ob eine Kombination mit erneuerbaren Energien nicht die langfristig wirtschaftlichere und zukunftssicherere Lösung ist. Eine unabhängige Beratung durch einen Fachbetrieb oder Energieberater hilft dabei, das passende Modell und die wirtschaftlichste Lösung für das eigene Gebäude zu finden. So findet sich mit der richtigen Planung für nahezu jedes Gebäude eine passende und wirtschaftliche Lösung.