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Das Verlegen von Heizungsrohren ist ein Arbeitsschritt, bei dem sich bei einem Neubau oder einer Sanierung Kosten sparen lassen, denn grundsätzlich ist dafür keine gesonderte Ausbildung nötig. Entscheidend ist jedoch präzises Arbeiten, da sonst teure Wasserschäden drohen. Dieser Ratgeber erklärt Planung, Material, Vorgehen und die wichtige Rohrdämmung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Heizungsrohre lassen sich sternförmig oder ringförmig verlegen. Vor Beginn sollte die Anordnung der Heizkörper geplant und die benötigte Länge für Vor- und Rücklauf ausgemessen werden.
  • Bewährt haben sich Kunststoffrohre. Für die Verbindung werden Fittings und T-Stücke benötigt. Für das Anschweißen sind Grundkenntnisse erforderlich.
  • Die Dämmung der Rohre ist Pflicht und spart Energie. Sie erhöht den Querschnitt deutlich, was bei Wandabstand und Biegungen zu beachten ist. Fehler sollten vor dem Verputzen von einer Fachkraft geprüft werden.

Planung und Anordnung

Vor der Umsetzung ist die Anordnung der Heizkörper zu planen, denn davon hängt die Art der Verlegung ab. Grundsätzlich unterscheidet man die sternförmige und die ringförmige Verlegung der Heizungsrohre. Bei der sternförmigen Variante führt von einem zentralen Verteiler je eine Leitung zu jedem Heizkörper, was eine einfache Regelung ermöglicht. Bei der ringförmigen Verlegung werden die Heizkörper nacheinander in einem Ring angebunden. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der Gebäudestruktur und der Lage der Heizkörper ab.

infografik heizungsrohre verlegen

Material und Vorgehen

Ist die Planung abgeschlossen, folgt die Umsetzung in mehreren Schritten:

  1. Zunächst wird die Strecke zwischen Heizkörper und Anschluss ausgemessen. Auf dieser Grundlage werden die Rohre gekauft, wobei je ein Vor- und ein Rücklaufrohr einzuplanen ist.
  2. Bewährt haben sich Kunststoffrohre: Sie lassen sich leicht kürzen, sind langlebig, günstig und bieten bereits eine gewisse Isolationswirkung. Zusätzlich werden Verbindungsstücke, sogenannte Fittings, und T-Stücke benötigt sowie Dämmschläuche für die Isolierung, die oft vernachlässigt wird und deren Fehlen viel Energie kostet.
  3. Ist das Material vorhanden, werden Heizkörperventile in Vor- und Rücklauf eingedreht. An jedem Ventil wird ein Kunststoff-Fitting angebracht, an das das Rohr angeschweißt wird. Beim Schweißen werden Rohrende und Fitting kurz erhitzt, angeschmolzen und zusammengesteckt. Die feste Verbindung entsteht erst nach dem Erkalten.

Wer Heizungsrohre selbst verlegt, sollte sich mit der Materie auskennen und Schweißkenntnisse mitbringen. Der Aufwand wird häufig unterschätzt, und Fehler können zu Schäden an der Bausubstanz oder zu Verletzungen führen. Im Zweifel ist die Beauftragung eines Heizungsinstallateurs der sichere Weg.

Rohrdämmung richtig ausführen

Die Dämmung der Heizungsrohre ist nicht nur sinnvoll, sondern nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst, für zugängliche Leitungen in unbeheizten Bereichen vorgeschrieben, da ungedämmte Rohre erhebliche Wärmeverluste verursachen. Beim Kauf der Dämmschläuche sollte auf eine Kennzeichnung geachtet werden, die die volle Dämmstärke nach den gesetzlichen Anforderungen erfüllt; die Dämmung verdoppelt den Rohrdurchmesser in etwa. Im Heizungskeller, wo die Rohre meist auf Putz verlegt sind, muss daher ein größerer Wandabstand eingehalten werden, damit die Dämmung Platz findet.

Probleme bereiten oft Biegungen, Abzweigungen und Hähne. Hier genügt es, die Dämmung mit einem Teppichmesser einzuschneiden und einzelne Stücke zu entfernen, sodass sich der Radius sauber legen lässt. Es zahlt sich aus, etwas mehr Dämmmaterial einzukaufen als konkret berechnet. Da eine gute Rohrdämmung Wärmeverluste spürbar senkt, kann sie als Einzelmaßnahme der Heizungsoptimierung sogar über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst werden, wenn sie im Rahmen einer förderfähigen Maßnahme ausgeführt wird.

Häufige Fehler vermeiden

Beim Verlegen von Heizungsrohren schleichen sich schnell Fehler ein, die später teuer werden. Einer der häufigsten ist eine unzureichende oder fehlende Dämmung, wodurch auf dem Weg zwischen Wärmeerzeuger und Heizkörper wertvolle Wärme verloren geht. Ebenso problematisch sind undichte Verbindungen: Wird beim Verschweißen zu kurz oder ungleichmäßig erhitzt, hält die Verbindung dem Druck im Heizkreislauf möglicherweise nicht stand. Auch zu enge Biegeradien können das Rohr beschädigen oder den Durchfluss behindern. Wichtig ist zudem, ausreichend Platz für die Dämmung einzuplanen, gerade an Wänden, Durchbrüchen und Abzweigungen. Wer sauber plant, hochwertiges Material verwendet und jede Verbindung sorgfältig prüft, vermeidet die meisten dieser Probleme und sorgt für einen dichten, effizienten Heizkreislauf.

Werkzeug und Vorbereitung

Für das Verlegen der Rohre werden neben dem Rohrmaterial, den Fittings und der Dämmung einige Werkzeuge benötigt, darunter ein Schweiß- oder Pressgerät für die gewählte Verbindungstechnik, eine Rohrschere zum sauberen Ablängen, ein Maßband und geeignete Befestigungsschellen. Vor Beginn sollten alle Leitungswege genau ausgemessen und markiert werden, damit die Rohre in der richtigen Länge zugeschnitten und die Heizkörper an den geplanten Positionen angebunden werden können. Eine sorgfältige Vorbereitung spart nicht nur Material, sondern verhindert auch, dass später nachgearbeitet werden muss. Wer unsicher ist, ob die eigenen Kenntnisse für die Verbindungstechnik ausreichen, sollte diesen Arbeitsschritt einem Fachbetrieb überlassen, da undichte Verbindungen im schlimmsten Fall zu Wasserschäden führen.

Arbeit prüfen lassen

Ob im Neubau oder bei der Sanierung: Sind die Heizungsrohre erst unter dem Putz verschwunden, lassen sich Fehler nur mit großem Aufwand beheben. Es ist daher ratsam, die eigene Arbeit vor dem Verputzen von einer Fachkraft begutachten zu lassen. Viele Arbeiten werden ohnehin von einem Heizungsmonteur übernommen, dessen Erfahrung sich nutzen lässt, um spätere Schäden und teure Nacharbeiten zu vermeiden. So verbindet sich die Ersparnis durch Eigenleistung mit der Sicherheit einer fachgerechten Ausführung.

Häufige Fragen zum Verlegen von Heizungsrohren

Sternförmig oder ringförmig verlegen?

Bei der sternförmigen Verlegung führt von einem Verteiler je eine Leitung zu jedem Heizkörper, was den Abgleich erleichtert. Die ringförmige Verlegung braucht weniger Material, macht die Einstellung aber aufwendiger.

Welches Rohrmaterial ist üblich?

Bewährt haben sich Kunststoffrohre, meist als Mehrschichtverbundrohr. Sie lassen sich biegen und über Fittings und T-Stücke verbinden.

Muss ich die Rohre dämmen?

Ja, die Dämmung ist vorgeschrieben und spart Energie. Zu beachten ist, dass sie den Querschnitt deutlich vergrößert, was bei Wandabständen und Biegeradien einzuplanen ist.

Was sollte vor dem Verputzen geprüft werden?

Die Dichtheit unter Druck und die korrekte Lage aller Leitungen. Diese Prüfung sollte eine Fachkraft übernehmen, weil spätere Fehler nur mit erheblichem Aufwand zu beheben sind.