
Bei modernen Heizungsanlagen ist in der Regel jeder einzelne Heizkörper mit einem Heizkörperventil ausgestattet. Es regelt, wie viel Heizwasser durch den Heizkörper fließt, und hält so die gewünschte Raumtemperatur. Dieser Ratgeber erklärt Funktionsweise, Bauarten und Auswahl eines Heizkörperventils.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Heizkörperventile regeln die Durchflussmenge des Heizwassers und halten so die eingestellte Raumtemperatur. Gesteuert werden sie über den Thermostatkopf, der auf einem Übertragungsstift wirkt.
- Es gibt Durchgangs- und Eckventile sowie mechanische und elektronische Ausführungen. Elektronische Thermostate bieten mehr Komfort und lassen sich mit Fenstersensoren koppeln.
- Mechanische Heizkörperventile kosten grob 25 bis 50 Euro. Der Austausch alter Thermostatventile gegen voreinstellbare Modelle verbessert die Regelung und kann Teil einer geförderten Heizungsoptimierung sein.
Die Funktionsweise
Ein Heizkörperventil erhöht oder senkt die Menge an Heizwasser, die durch den Heizkörper strömt. So erhält jeder Heizkörper genau so viel erwärmtes Wasser, wie zum Erreichen oder Halten der Wunschtemperatur nötig ist. Jedes Ventil besitzt dafür einen Übertragungsstift: Je weiter er in das Ventil gedrückt wird, desto geringer die Durchflussmenge. Die Position des Stifts wird über den Thermostatkopf eingestellt, der auf das Ventil montiert wird. Die gesamte Baugruppe wird auch als Thermostatventil bezeichnet.
Im Thermostatkopf sitzt ein Dehnstoffelement, das sich bei steigender Raumtemperatur ausdehnt und bei fallender zusammenzieht. Dadurch übt es mehr oder weniger Druck auf den Übertragungsstift aus und reguliert den Zufluss automatisch, um die eingestellte Temperatur zu halten. Bei einer Einrohrheizung arbeiten die Ventile oft ungenauer, weil die Heizkörper nacheinander mit Wasser versorgt werden. Eine exakte Regelung ist dort schwieriger als bei einer modernen Zweirohrheizung.
Ausgewählte Modelle
Bei den Thermostatventilen und -köpfen gibt es verschiedene bewährte Hersteller. Die folgende Übersicht nennt einige gängige Modelle und ihre Besonderheiten:
Modell |
Preis (ca.) |
Funktionen |
| Oventrop Uni SH | ab rund 12 Euro | mit integriertem Flüssigkeitssensor |
| Oventrop Uni LH | ab rund 12 Euro | mit Fühler zur Messung der Wassermenge |
| Heimeier Thermostat-Kopf Typ K | ab rund 9 Euro | Regelung für sparsames Heizen |
| Danfoss RAVL | ab rund 21 Euro | mit eingebauter Frostschutzsicherung |
Arten von Heizkörperventilen
Je nachdem, wie der Heizkörper angeschlossen ist, kommen Durchgangs- oder Eckventile infrage. Beim Durchgangsventil verlaufen Ein- und Austritt des Wassers in gleicher Richtung, beim Eckventil im rechten Winkel zueinander. Sinnvoll ist das Ventil, das den geringsten Montageaufwand verursacht. Zudem gibt es voreinstellbare Ventile, mit denen sich die Wassermenge je Heizkörper genau begrenzen lässt, sowie einfache Ventile ohne diese Möglichkeit. Voreinstellbare Ventile sind die Grundlage für einen guten hydraulischen Abgleich.
Nach wie vor werden vor allem mechanische Ventile montiert, deren Durchflussmenge sich am Thermostatregler von Hand einstellen lässt. Elektronische Thermostate bieten mehr Komfort und Einstellmöglichkeiten: Sie lassen sich programmieren und zum Beispiel mit einem Fensteröffnungssensor koppeln, sodass das Ventil automatisch schließt, sobald das Fenster geöffnet wird.
Voreinstellung und hydraulischer Abgleich
Ein oft unterschätzter Vorteil voreinstellbarer Heizkörperventile ist ihre Rolle beim hydraulischen Abgleich. Ohne Abgleich werden nah am Kessel gelegene Heizkörper mit zu viel Wasser versorgt, während weiter entfernte zu wenig bekommen. Einige Räume werden zu warm, andere bleiben kühl. Beim hydraulischen Abgleich wird an jedem voreinstellbaren Ventil genau die Wassermenge festgelegt, die der jeweilige Heizkörper benötigt. Das sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung, senkt den Energieverbrauch und ist Voraussetzung für einen effizienten Betrieb, besonders in Kombination mit einer Wärmepumpe. Wer alte, nicht voreinstellbare Ventile besitzt, kann diese häufig durch einen Austausch des Ventileinsatzes aufrüsten, ohne den ganzen Heizkörper zu tauschen.
Wartung und Austausch
Heizkörperventile sind wartungsarm, können aber mit der Zeit festsitzen, besonders wenn der Thermostatkopf über den Sommer dauerhaft auf einer Stellung stand. Ein festsitzender Stift lässt sich oft lösen, indem der Thermostatkopf abgenommen und der Stift vorsichtig gängig gemacht wird. Tropft ein Ventil oder lässt es sich nicht mehr regeln, ist ein Austausch fällig, der in der Regel von einem Fachbetrieb vorgenommen wird, da dafür das Heizsystem entleert oder der betreffende Strang abgesperrt werden muss. Wer im Zuge einer Modernisierung ohnehin die Thermostate erneuert, sollte gleich auf voreinstellbare oder programmierbare Modelle setzen, um Komfort und Effizienz zu verbessern. In Verbindung mit einer geregelten Heizungspumpe und einem hydraulischen Abgleich ergibt sich so ein spürbar sparsameres Gesamtsystem.
Das passende Heizkörperventil kaufen
Marken-Ventile gibt es in mechanischer und elektronischer Ausführung. Für ein einfaches mechanisches Modell sind grob 25 bis 50 Euro einzuplanen, je nach Ausführung. Wie bei allen Heizungskomponenten sollte man auf Qualität setzen: Hochwertige Markenware ist langlebig und lässt sich genau regulieren. Am besten wählt man den Thermostatkopf vom selben Hersteller wie das Ventil, um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden.
Ein alter Heizkörper lässt sich oft modernisieren, indem passende voreinstellbare Ventileinsätze nachgerüstet werden. So kann auch ein in die Jahre gekommenes Ventil wieder präzise eingestellt werden. Der Austausch alter Thermostate gegen moderne, voreinstellbare oder programmierbare Modelle ist zudem eine wirkungsvolle Sparmaßnahme. Als Teil einer Heizungsoptimierung, etwa gemeinsam mit einem hydraulischen Abgleich, kann eine solche Maßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude beim BAFA bezuschusst werden. Das verbessert nicht nur den Komfort, sondern senkt auch den Energieverbrauch der gesamten Heizungsanlage.
