
Wenn Sie einen Heizkörper montieren und anschließen lassen, entstehen Kosten von etwa 200 Euro. Um zu sparen, legen viele Eigentümer selbst Hand an. Laien ist davon jedoch grundsätzlich abzuraten, denn ohne Vorkenntnisse entstehen leicht Fehler, deren Behebung am Ende teurer wird als die Beauftragung eines Fachbetriebs. Wer über ausreichend Fachwissen verfügt und den Heizkörper selbst einbauen möchte, dem hilft die folgende Anleitung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wer einen Heizkörper montieren lässt, zahlt rund 200 Euro. Der Selbsteinbau ist möglich, erfordert aber handwerkliches Können, da Fehler an Dichtungen und Anschlüssen teuer werden.
- Vor der Demontage muss die Heizungsanlage abgeschaltet und das Wasser abgelassen werden. Konsolen, Vor- und Rücklaufanschlüsse sowie Thermostatventil werden sorgfältig abgedichtet.
- Nach der Inbetriebnahme sollten Sie alle Ventile und Dichtungen prüfen und die Heizung mehrfach entlüften.
1. Ausmessen
Um den passenden Heizkörper zu wählen, messen Sie das alte Modell aus: Tiefe, Breite und Länge mit dem Zollstock ermitteln. Wichtig ist der richtige Heizkörpertyp, denn die Modelle unterscheiden sich in der Leistung, die für die passende Beheizung des Raums entscheidend ist.
2. Anlage ausschalten und alten Heizkörper demontieren
Bevor Sie den alten Heizkörper abbauen, schalten Sie die Heizungsanlage ab und trennen sie vom Stromkreis. Anschließend lassen Sie das Wasser über die Rücklaufventile und die Entlüftung vollständig ab.
3. Heizkörperkonsolen befestigen
Stellen Sie die Konsolen passend zur Höhe der neuen Heizkörper ein. Nach oben und unten sollte ein Mindestabstand von rund zehn Zentimetern eingehalten werden. Achten Sie auf eine waagerechte Ausrichtung, kontrollieren Sie die Bohrlöcher mit Wasserwaage und Zollstock und befestigen Sie die Konsolen mit Dübeln und Schrauben. Bei baugleichen Modellen können Sie oft die vorhandenen Bohrlöcher nutzen.
4. Heizkörper einhängen
Setzen Sie den Heizkörper in die Konsole und sichern Sie ihn mit den vorgesehenen Halterungen. Ziehen Sie alle Schrauben fest an.
5. Vor- und Rücklauf anschließen
Der Vorlauf wird an einem oberen, der Rücklauf an einem unteren Anschluss befestigt. Je nach Rohrführung liegen die Anschlüsse links oder rechts. Gegebenenfalls sind Eck- oder Durchgangsanschlussventile erforderlich.
6. Vor- und Rücklauf abdichten
Umwickeln Sie das Gewinde entgegen der Gewinderichtung mit Hanf und bestreichen Sie es mit Dichtpaste. Drehen Sie das Gewinde von Hand in das Ventil und ziehen Sie den Anschluss mit einem Gabelschlüssel fest. Drehen Sie das Gewinde nicht zurück, sonst wird die Abdichtung unwirksam und muss erneuert werden.
7. Thermostatventil montieren und abdichten
Dichten Sie das Gewinde des Thermostatventils ebenfalls mit Hanf und Dichtpaste ab und schrauben Sie es in die vorgesehene Öffnung.
8. Übrige Öffnungen verschließen
Setzen Sie alle verbleibenden Verschlüsse auf die entsprechenden Öffnungen.
9. Inbetriebnahme
Befüllen Sie die Heizungsanlage wieder mit Wasser. Das Entlüftungsventil muss dabei geschlossen sein.
10. Wachsam bleiben
Prüfen Sie in den ersten Stunden nach der Inbetriebnahme alle Ventile und Dichtungen und bessern Sie bei Bedarf nach. Häufig ist mehrfaches Entlüften der Heizung nötig, bis die Luft vollständig aus dem System entwichen ist.
Wann sich der Fachbetrieb lohnt
So übersichtlich die Schritte wirken, entscheidend sind die Details an Dichtungen und Anschlüssen. Eine undichte Verbindung fällt oft erst auf, wenn Wasser austritt und den Boden oder die Wand beschädigt. Wer unsicher ist oder mehrere Heizkörper tauschen möchte, fährt mit einem Fachbetrieb meist besser. Er übernimmt zugleich den fachgerechten hydraulischen Abgleich, sodass die neuen Heizkörper effizient arbeiten. Planen Sie ohnehin eine größere Modernisierung, etwa den Umstieg auf eine Wärmepumpe, lohnt es sich, die Heizkörper gleich auf niedrige Vorlauftemperaturen auszulegen.
Das richtige Werkzeug und Material
Bevor Sie beginnen, sollten Sie alles bereitlegen, was Sie für die Montage benötigen. Dazu gehören ein Zollstock und eine Wasserwaage für das genaue Ausrichten, eine Bohrmaschine mit passenden Dübeln und Schrauben für die Konsolen sowie Gabel- und Rohrschlüssel für die Anschlüsse. Zum Abdichten brauchen Sie Hanf und Dichtpaste, für das Ablassen des Wassers einen Eimer und einen Schlauch. Ein passender Heizkörper mit der richtigen Leistung und dem passenden Anschlussmaß ist die Grundvoraussetzung. Wer baugleich ersetzt, spart sich das Setzen neuer Bohrlöcher und kann die vorhandenen Halterungen weiterverwenden.
Die richtige Größe bestimmen
Die Leistung eines Heizkörpers muss zum Wärmebedarf des Raums passen. Ein zu kleiner Heizkörper bekommt den Raum an kalten Tagen nicht warm, ein deutlich überdimensionierter verursacht unnötige Kosten. Maßgeblich sind die Raumgröße, der Dämmstandard und die geplante Vorlauftemperatur. Gerade beim Umstieg auf eine Wärmepumpe ist dieser Punkt wichtig: Da die Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen am effizientesten arbeitet, sollten die Heizkörper eher großzügig dimensioniert oder gegen Modelle mit größerer Fläche getauscht werden. So geben sie auch bei niedriger Wassertemperatur genügend Wärme ab.
Nach der Montage
Ist der Heizkörper eingebaut und die Anlage befüllt, folgt die wichtige Kontrollphase. Prüfen Sie in den ersten Tagen wiederholt alle Anschlüsse und Dichtungen auf Feuchtigkeit und entlüften Sie den Heizkörper mehrfach, bis er gleichmäßig warm wird und keine Luft mehr im System ist. Kontrollieren Sie zudem den Anlagendruck am Manometer und füllen Sie bei Bedarf Wasser nach. Läuft alles einwandfrei, empfiehlt sich abschließend ein hydraulischer Abgleich, damit der neue Heizkörper optimal in das Gesamtsystem eingebunden ist und die Wärme im ganzen Haus gleichmäßig verteilt wird.
