Frau wechselt das Thermostat am Heizkörper

Es gibt mehrere Gründe, ein Thermostat zu wechseln. Alte Thermostate arbeiten mitunter nicht mehr zuverlässig, was Energie verschwendet, oder sie sind durch ein gebrochenes Teil funktionsunfähig. Doch nicht nur Defekte sprechen für einen Austausch: Moderne Modelle lassen sich in Smart-Home-Lösungen einbinden, weshalb immer mehr Eigentümer ihr analoges Ventil durch ein digitales ersetzen. Das Gute daran: Den Wechsel des Heizkörperthermostats können Sie in der Regel selbst vornehmen. Wie das funktioniert, zeigt die folgende Anleitung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Thermostat zu wechseln gelingt in wenigen Schritten und ohne Fachbetrieb, da beim Tausch kein Heizungswasser abgelassen werden muss.
  • Nicht jedes Thermostat passt auf jeden Heizkörper. Nehmen Sie beim Kauf das alte Ventil mit oder nutzen Sie beim Onlinekauf das Widerrufsrecht, falls das neue Modell nicht passt.
  • Programmierbare und vernetzte Thermostate senken den Verbrauch, indem sie die Temperatur zeitgesteuert regeln und bei geöffneten Fenstern automatisch herunterfahren.

Das Thermostat muss auf das Unterteil passen

Nicht jedes Thermostat passt auf alle Heizkörper. Die Bauweise ist zwar weitgehend standardisiert, doch gerade bei alten Heizungen kommen Abweichungen vor. Nehmen Sie deshalb beim Kauf vor Ort ein vorhandenes Heizkörperventil als Muster mit und fragen Sie im Fachhandel nach. Beim Onlinekauf ist das nicht möglich, doch dank des vierzehntägigen Widerrufsrechts können Sie ein unpassendes Ventil ohne finanziellen Verlust zurücksenden.

Thermostat wechseln: die Anleitung

Die genaue Befestigung unterscheidet sich je nach Modell im Detail, das grundsätzliche Vorgehen ähnelt sich jedoch bei jedem Wechsel:

  1. Drehen Sie das Heizkörperthermostat auf die höchste Stufe, meist Stufe 5. So entlasten Sie die Verbindung und lösen den inneren Stift.
  2. Lösen Sie die Befestigung. Bei manchen Heizungen sitzt ein Schraubring, den Sie mit einem passenden Schraubendreher öffnen, bei anderen benötigen Sie eine Wasserpumpenzange. Gehen Sie in beiden Fällen behutsam vor, um nichts zu beschädigen.
  3. Ziehen Sie das alte Thermostat ab, bei manchen Modellen müssen Sie es dabei leicht drehen.
  4. Setzen Sie das neue Thermostat, ebenfalls auf höchster Stufe, auf und befestigen Sie es mit Schraubendreher oder Zange.

Zusatzarbeiten bei Funkthermostaten

Haben Sie sich für ein vernetztes Modell entschieden, kommen einige zusätzliche Schritte hinzu, die sich aber leicht bewältigen lassen. So schrauben Sie das zentrale Bedienelement an eine Wand, am besten an einem gut erreichbaren Platz wie dem Eingangsbereich. Manche Systeme bringen zudem Fenstersensoren mit: Sind die Fenster geöffnet, regelt die Steuerung die Heizkörper automatisch herunter, was unnötigen Verbrauch vermeidet.

Energie sparen durch intelligente Steuerung

Bei alten Modellen ändern Sie die Temperatur nur manuell durch Drehen des Griffs. Ein modernes Thermostatventil verfügt dagegen über ein Display und eine Zeitschaltuhr. Sie legen fest, wann der Heizkörper auf welche optimale Raumtemperatur aufheizt und wann er die Temperatur wieder absenkt. So sparen Sie Energie und Kosten.

Heizungssteuerung per Smartphone

Häufig wird vergessen, die Heizung vor dem Verlassen der Wohnung oder nachts abzusenken. Eine programmierbare Steuerung übernimmt das automatisch und erhöht zugleich den Komfort, weil die Räume zu den gewünschten Zeiten warm sind. Funkthermostate und zentrale Steuerungen lassen sich zudem per App bedienen, sodass Sie die Heizung auch von unterwegs anpassen können.

Wann sich der Umstieg besonders lohnt

Programmierbare Thermostate spielen ihre Stärke vor allem in Räumen aus, die nicht durchgehend genutzt werden, etwa im Schlafzimmer oder im Homeoffice. Wer die Absenkzeiten sinnvoll einstellt, senkt den Heizverbrauch spürbar, ohne auf Komfort zu verzichten. In Kombination mit einem korrekt durchgeführten hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage entfalten die Ventile ihre volle Wirkung, weil dann jeder Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt wird. Der Austausch der Thermostate ist damit eine der einfachsten und günstigsten Maßnahmen, um die Effizienz einer bestehenden Heizung zu verbessern.

Analog, programmierbar oder smart?

Bei der Wahl des neuen Thermostats haben Sie grundsätzlich drei Möglichkeiten. Ein einfaches analoges Thermostat ist günstig und zuverlässig, regelt die Temperatur aber nur über den Drehknopf. Ein programmierbares elektronisches Thermostat besitzt ein Display und eine Zeitschaltuhr, mit der Sie feste Heizzeiten hinterlegen. Ein smartes Thermostat lässt sich zusätzlich per App oder über ein zentrales Bediengerät steuern und in ein Smart-Home-System einbinden. Welche Variante sich lohnt, hängt von Ihren Ansprüchen ab: Für ein selten genutztes Gästezimmer genügt ein analoges Modell, für Wohn- und Schlafräume mit festem Tagesrhythmus spielen programmierbare oder vernetzte Thermostate ihre Stärken aus.

Häufige Fehler beim Wechsel vermeiden

Damit der Tausch reibungslos gelingt, sollten Sie einige Punkte beachten. Drehen Sie das Thermostat vor dem Lösen unbedingt auf die höchste Stufe, sonst steht der innere Stift unter Druck und lässt sich nur schwer lösen. Setzen Sie die Wasserpumpenzange behutsam an, um die Überwurfmutter nicht zu beschädigen. Achten Sie beim Aufsetzen des neuen Ventils darauf, dass es gerade sitzt und nicht verkantet, bevor Sie es festziehen. Beim Wechsel selbst tritt kein Heizungswasser aus, da lediglich der Thermostatkopf und nicht der Ventilkörper getauscht wird. Sollte dennoch Wasser austreten, ist meist das darunterliegende Ventil defekt, dessen Austausch der Fachbetrieb übernimmt.

Wann sich der Wechsel besonders auszahlt

Am meisten sparen Sie in Räumen, die nicht rund um die Uhr beheizt werden müssen. Wer die Absenkzeiten sinnvoll programmiert, senkt den Verbrauch, ohne auf Komfort zu verzichten. In Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich der Anlage arbeiten die Thermostate am effizientesten, weil dann jeder Heizkörper gleichmäßig mit Wärme versorgt wird. Angesichts steigender Energiekosten amortisiert sich die überschaubare Investition in moderne Thermostate häufig schon innerhalb weniger Heizperioden.