Optimale Raumtemperatur: Richtwerte & Verbrauchertipps

Letztendlich betrachtet jeder Mensch die ideale Raumtemperatur sehr subjektiv.

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Was der eine als optimale Raumtemperatur empfindet, ist dem anderen viel zu kalt oder zu warm. Bei Empfehlungswerten durch die Heizungswirtschaft oder öffentliche Behörden wie Gesundheitsämtern handelt es sich um eine Abwägung zwischen physiologischer Wirkung und energetischem Aufwand. Neben den persönlichen Empfindungen und Vorlieben kommen weitere Variablen mit der Jahreszeit, der Raumnutzungsart, den Profilen der im Haushalt lebenden Personen und der Luftfeuchtigkeit hinzu.

Generell gilt, dass Sie sich in Ihrem Heim immer wohlfühlen müssen. Hinweise und Informationen können nur darauf abzielen, Ihr Wohlfühlspektrum zu erweitern. Es kommt vor, dass Anpassungen den empfundenen Lebenskomfort nicht beeinflussen und die Heizkostenabrechnung signifikant sinkt.

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Ideale Temperatur je nach Raumart

Als Richtwerte haben sich für die unterschiedlichen Wohn- und Nutzräume durchgesetzt:

  • Wohnzimmer 20 bis 23 Grad Celsius (C°)
  • Schlafzimmer 17 bis 20 C°
  • Kinderzimmer 22 bis 23 C°
  • Küche 18 bis 20 C°
  • Badezimmer 20 bis 23 C°
  • Gästetoilette 16 bis 19 C°
  • Diele, Flur, Eingangshalle 15 bis 18 C°
  • Arbeitszimmer, Büro 20 bis 22 C°

Die ideale Raumtemperatur bei Tag, Nacht, Sommer und Winter

Die optimale Innentemperatur wird von vier Zeitfaktoren entscheidend beeinflusst. Das Wärmeempfinden und der Bedarf wechseln täglich zwischen Tag und Nacht. Dazu kommen die entgegengesetzten Jahreszeiten Sommer und Winter, die in den Übergangsphasen Frühling und Herbst Mischformen verlangen.

Kontraste erhöhen die gefühlten Temperaturunterschiede. Was als die ideale Raumtemperatur im Winter wahrgenommen wird, kann im Sommer als unpassend empfunden werden. Die empfohlenen Raumtemperaturen bewegen sich daher auch immer in einem mehrere Grad umfassenden Wertebereich. Die niedrigen Werte lehnen sich an die favorisierten Werte eines warmen Sommertages an. Im oberen Bereich der Skala bewegt sich die ideale Innentemperatur in kalten Winternächten.

Innerhalb dieser Temperaturbereiche bewegt sich meist das Mittel, das größtmögliches Komfortempfinden mit wirtschaftlich vernünftiger Heizungsnutzung vereint. Dabei sollten allerdings weitere Parameter berücksichtigt werden. Im Kinderzimmer unterscheidet sich die optimale Raumtemperatur für ein Baby von der für ein Kleinkind, Schulkind und einem Teenager.

Wärme, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung

Die Raumtemperatur kann nicht unabhängig von zwei anderen Faktoren bewertet werden. Die Luftfeuchtigkeit und die Luftbewegung machen einen Löwenanteil der sogenannten gefühlten Temperatur aus. Niedrigere Temperaturen erhöhen die Trockenheit der Luft, während höhere Temperaturen ein größeres Feuchtigkeitsaufnahmevermögen der Luft bewirken. In Kombination mit Zugluft kann zusätzliche Verdunstungskälte auf der Haut entstehen. Sie überdeckt sogar sehr hohe Raumtemperaturen, wie das Beispiel des Frierens am Strand nach dem Wassergang sehr anschaulich zeigt.

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Tipp

Bei der Heizungssteuerung sollte die Wärmeabgabe der Heizung immer mit der Feuchtigkeit und Bewegung der Luft gemeinsam betrachtet werden. Das subjektive Wärmeempfinden kann auch nach einer Reduzierung der Heiztemperatur steigen, wenn beispielsweise ein Luftbefeuchter aufgestellt wird oder eine Fenster- und Türdichtung verbessert wird.

Freizeitverhalten, Tätigkeiten und Temperatur

Nach der Berücksichtigung der äußeren baulichen Gegebenheiten ist das Verhalten der Bewohner ein weiterer wichtiger Faktor bei der Suche nach der optimalen Raumtemperatur. Die einzig wahre, perfekte und optimale Raumtemperatur im Wohnzimmer gibt es nicht. Wer sich kaum bewegt und meist auf einem Sofa verharrt, friert früher als jemand, der beim Basteln ständig Schere, Papier und Klebstoff sucht. Die optimale Raumtemperatur im Büro eignet sich für Kaffeerunden mit Gesellschaftsspiel, während Spielkonsolenfreunde und Filmliebhaber meist ein oder zwei Grad mehr schätzen. Sie sollten allerdings prüfen, ob eine Stunde auf dem Sofa mehrere dauerhaft höhere Temperaturgrade sinnvoll machen.