Die ideale Raumtemperatur empfindet jeder Mensch etwas anders. Empfehlungswerte sind stets eine Abwägung zwischen Behaglichkeit und Energieaufwand. Neben dem persönlichen Empfinden spielen Jahreszeit, Raumnutzung, die Bewohner und die Luftfeuchtigkeit eine Rolle. Dieser Ratgeber gibt Richtwerte und Tipps für ein gesundes und sparsames Raumklima.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die optimale Raumtemperatur hängt von der Raumnutzung ab: Wohnräume rund 20 bis 23 Grad, Schlafzimmer kühler, Flure am kühlsten.
  • Jedes Grad weniger senkt die Heizkosten spürbar, ohne dass der Komfort zwingend leidet.
  • Luftfeuchtigkeit und Zugluft beeinflussen das Wärmeempfinden stark. Eine gute Abdichtung und passende Luftfeuchte erhöhen den Komfort auch bei niedrigerer Temperatur.

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Richtwerte je Raum

Empfehlungswerte der Heizungswirtschaft und öffentlicher Stellen wägen die physiologische Wirkung gegen den Energieaufwand ab. Grundsätzlich gilt: Sie sollten sich zu Hause wohlfühlen, und die folgenden Werte sind Orientierungspunkte, um Komfort und Wirtschaftlichkeit zu verbinden. Für die einzelnen Räume haben sich diese Richtwerte durchgesetzt:

  • Wohnzimmer: 20 bis 23 Grad Celsius
  • Schlafzimmer: 17 bis 20 Grad Celsius
  • Kinderzimmer: 22 bis 23 Grad Celsius
  • Küche: 18 bis 20 Grad Celsius
  • Badezimmer: 20 bis 23 Grad Celsius
  • Gästetoilette: 16 bis 19 Grad Celsius
  • Diele, Flur, Eingangsbereich: 15 bis 18 Grad Celsius
  • Arbeitszimmer, Büro: 20 bis 22 Grad Celsius

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Temperatur bei Tag, Nacht und je Jahreszeit

Die optimale Innentemperatur wird von mehreren Zeitfaktoren beeinflusst. Das Wärmeempfinden wechselt zwischen Tag und Nacht sowie zwischen Sommer und Winter, mit Übergangsformen im Frühling und Herbst. Kontraste verstärken das Empfinden: Was im Winter als angenehm gilt, kann im Sommer als zu warm empfunden werden. Deshalb sind die empfohlenen Werte immer als Bereich angegeben. Nachts lässt sich die Temperatur in vielen Räumen absenken, was Energie spart, ohne den Komfort zu beeinträchtigen. Im Kinderzimmer ist zu beachten, dass ein Baby eine andere Temperatur benötigt als ein Kleinkind, Schulkind oder Jugendlicher.

Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung

Die Raumtemperatur lässt sich nicht unabhängig von der Luftfeuchtigkeit und der Luftbewegung bewerten, denn beide bestimmen die gefühlte Temperatur wesentlich mit. Niedrige Temperaturen gehen oft mit trockenerer Luft einher, während wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann. In Kombination mit Zugluft entsteht auf der Haut Verdunstungskälte, die selbst hohe Raumtemperaturen kühl wirken lässt. Deshalb sollte die Wärmeabgabe der Heizung immer zusammen mit Feuchtigkeit und Luftbewegung betrachtet werden. Das Wärmeempfinden kann sogar steigen, obwohl die Heiztemperatur gesenkt wird, etwa wenn ein Luftbefeuchter aufgestellt oder die Abdichtung von Fenstern und Türen verbessert wird.

Aktivität und Verhalten

Neben den baulichen Gegebenheiten ist das Verhalten der Bewohner ein wichtiger Faktor. Die eine perfekte Raumtemperatur gibt es nicht: Wer sich kaum bewegt und viel auf dem Sofa sitzt, friert früher als jemand, der aktiv ist. Filmabende oder ruhige Tätigkeiten werden oft mit ein oder zwei Grad mehr als angenehm empfunden. Hier lohnt die Überlegung, ob für eine gelegentliche Stunde auf dem Sofa eine dauerhaft höhere Temperatur wirklich sinnvoll ist oder ob eine warme Decke die günstigere Lösung darstellt.

Praktische Umsetzung im Alltag

Die Richtwerte lassen sich im Alltag mit einfachen Mitteln umsetzen. Ein Thermometer in den wichtigsten Räumen hilft, die tatsächliche Temperatur einzuschätzen, denn oft wird geschätzt zu warm geheizt. Programmierbare oder smarte Thermostate erleichtern die bedarfsgerechte Steuerung, indem sie die Temperatur nach Zeitplan absenken und rechtzeitig wieder anheben, etwa morgens im Bad oder abends im Wohnzimmer. Wichtig ist, dass warme und kühle Räume nicht ungehindert Luft austauschen: Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen sollten geschlossen bleiben, damit die Wärme nicht in kühlere Bereiche abwandert und dort Feuchtigkeit niederschlägt. Auch das richtige Lüften trägt zum Wohlbefinden bei: Mehrmals täglich kurz mit weit geöffneten Fenstern zu lüften tauscht die Luft aus, ohne die Wände auskühlen zu lassen, während gekippte Fenster über Stunden viel Wärme verschwenden.

Wie viel lässt sich sparen?

Die Wahl der Raumtemperatur hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Heizkosten. Als Faustregel gilt, dass jedes Grad weniger den Heizenergieverbrauch um etwa sechs Prozent senkt. Wer also in wenig genutzten Räumen wie Fluren oder dem Schlafzimmer die Temperatur bewusst niedriger hält und ungenutzte Räume nicht mitheizt, kann über das Jahr spürbar sparen, ohne den Wohnkomfort einzubüßen. Wichtig ist, die Absenkung maßvoll vorzunehmen: Räume ganz auskühlen zu lassen und später wieder aufzuheizen kostet oft mehr Energie, als eine gleichmäßig moderate Temperatur zu halten. Ein durchdachtes Zusammenspiel aus passenden Raumtemperaturen, guter Dämmung und einer effizient eingestellten Heizung bringt langfristig die größte Ersparnis. So lassen sich Behaglichkeit und niedrige Heizkosten gut miteinander verbinden.

Gesundheit und Sparen im Gleichgewicht

Die richtige Raumtemperatur ist ein Gleichgewicht aus Behaglichkeit, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit. Zu stark heruntergekühlte Räume können in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit die Bildung von Schimmel begünstigen, weshalb gerade wenig genutzte Räume nicht völlig auskühlen und regelmäßig gelüftet werden sollten. Umgekehrt kostet jedes Grad zusätzliche Wärme spürbar Energie. Wer die Richtwerte als Ausgangspunkt nimmt, die Temperatur bewusst an die Nutzung anpasst und auf ein gutes Raumklima achtet, findet die für sich passende Balance und senkt zugleich die Heizkosten. Programmierbare Thermostate helfen dabei, die gewünschte Temperatur je Raum und Tageszeit automatisch einzustellen.