Heizungsrohre isolieren: Materialien, Voraussetzungen & Plichten

Entscheidender Aspekt einer guten Wohnraumtemperierung ist die Versorgung der Wärmeausgabegeräte.

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Der beste Heizkessel oder Wärmeerzeuger im Keller nutzt wenig, wenn die Wärme und warmes Brauchwasser nicht dort ankommen, wo sie benötigt werden. Zirkulationsanlagen und Verrohrung bestehen aus vielen Metern Leitungen mit stockwerkshohen Steigungen. Die sachgerechte und detaillierte Isolierung der verlegten Heizungsrohre ermöglicht es dem durchfließenden Wasser, seine Ausgangstemperatur zu halten.

Heizungsrohrisolierung: Die Vorbereitung

Wenn Sie Heizungsrohre dämmen, haben Sie bei Neubauten und Sanierungen nur einen „Schuss“ frei. Jeder Mangel würde spätere aufwendige Bau- und Instandsetzungsarbeiten nach sich ziehen. Sanitärinstallationen verschwinden im Normalfall in Kanälen und hinter Putz und Verkleidungen.

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Checkliste: Vorbereitende Maßnahmen

Daher müssen Sie mehrere Faktoren für eine dauerhafte und effektive Heizungsrohrisolierung bedenken:

  • Ausreichender Platz im Legekanal oder Schacht
  • Angemessene Dämmwirkung auf dem Durchflussweg
  • Einbeziehung neuralgischer Punkte wie Abzweigungen und Richtungsänderungen
  • Verträglichkeit der Dämmmaterialien mit Bauwerkstoffen
  • Temperaturverträglichkeit
  • Biegsamkeit und Flexibilität
  • Entflammbarkeit

Gebräuchliche und mögliche Isolationsmaterialien

Eine Vergleichbarkeit zur Wirksamkeit bei der Isolierung der Heizungsrohre besteht durch die gesetzlichen Vorgaben zur Rohrdämmung gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV). Im Mittelpunkt steht die Leitfähigkeit des Dämmmaterials. Nur wenn die gesetzlich geforderten Mindestwerte erfüllt werden, dürfen die Werkstoffe und Verarbeitungsarten als bei einer Heizungsmodernisierung als Heizungsrohrisolierung genutzt werden. Hinzu kommen Regelungen zum Brandschutz, der ebenfalls Mindestanforderungen genügen muss.

Um Heizungsrohre zu isolieren, bieten Hersteller ihre Rohrdämmung aus drei Werkstoffen an:

  • Kunststoffaufschäumungen aus Polyurethan oder Polyethylen
  • Künstlicher oder natürlicher Kautschuk
  • Glas-, Mineral oder Steinwolle

Außerdem gibt es insbesondere im Bereich der ökologischen Dämmmaterialien weitere Auswahl. Die Rohrummantelungen werden mit Flachs, Hanf, Holzfasern, Kork, Wolle oder Zellulose gefüllt.

Anpassungsfähigkeit entscheidend

Bei der Isolierung der Heizungsrohre können Sie als Faustregel davon ausgehen, dass eine angemessene Dämmungswirkung bei Materialstärken entsteht, die mindestens dem Durchmesser der Leitung entspricht. Der Aufbau beziehungsweise die Form der Dämmstoffe ist schlauchförmig. Kautschuk und Kunststoff bestehen aus einem durchgängigen Körper. Andere Dämmmaterialien werden durch „Häute“ oder Außenfolien zusammengehalten. Die meisten Produkte erhalten Sie in Ausführungen, die abgerundeten Richtungsänderungen der Rohre bis zu 45 Grad folgen können.

Beim Isolieren der Heizungsrohre trifft der Sinnspruch zu, dass der „Teufel im Detail liegt“. Für das Gesamtergebnis der Dämmungsmaßnahmen sind vor allem Abzweigungen, Anschlüsse und Übergänge entscheidend. Hier kann das gute und effektive Isolieren der Heizungsrohre auf geraden Strecken durch unzureichende Anpassungen gemindert und teilweise aufgehoben werden.

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Quelle: co2online

Dämmung und Feuchtigkeit

Eine oft übersehene Eigenschaft beim Dämmen von Heizungsrohren ist der Feuchtigkeitsaustausch beziehungsweise die Diffusionsfähigkeit zwischen Rohr und Dämmschlauch sowie dem Dämmmaterial und dem Mauerwerkskanal. Kondenswasserbildung und nachteilige Feuchtigkeitsentwicklung für das Mauerwerk können unangenehme bis ruinöse Folgen haben. Da eine Gasbrennwertheizung durch die Herunterkühlung der Abgase feuchtes und säurehaltiges Kondensat erzeugt, ist die Einlassen eines stabilen und säurebeständigen Abgasrohres im Kaminschacht erforderlich.

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Checkliste: Bauliche Umstände

Neben der reinen Dämmwirkung, der Brandschutzklasse und dem Preis sollten Sie einige nicht sofort augenscheinliche bautechnische Umstände berücksichtigen:

  • Heizungsrohre aus Kunststoff oder aus Metall
  • Größe des Installationskanals oder Schachts
  • Außentemperaturunterschiede im Installationsverlauf (Innen- und Außenlage)
  • Lüftungssituation der Rohrverläufe
  • Haltbarkeit beziehungsweise Lebensdauer von Befestigungen wie Klebeband

Gesetzliche Regelungen und Vorschriften

Maßgeblich definiert die EnEV den Anspruch an die Rohrabdichtung und Dämmung von Wasserleitungen. Als Ausgangswert werden Wärmedämmstoffe mit der Leitfähigkeit oder des Wärmeleitkoeffizienten von 0,035 genutzt. Je nach Abweichung und Differenz eines Dämmstoffs oder Materials muss die Dimensionierung der Isolation angepasst werden. In der EnEV werden alle der Warmwasserbereitung dienenden Bauteile des Heizungssystems als zwingend zu dämmen angegeben. Die sogenannte hundertprozentige Dämmung muss installationsweit erfolgen. Wenn die Rohre durch Decken- oder Wände geführt werden, sind mindestens fünfzigprozentige Isolationen vorgeschrieben. Bei an die Rohre direkt angrenzender Außenluft muss die Dämmung auf 200 Prozent verdoppelt werden.

Weitere hilfreiche Informationen zu den Kosten und Materialien sowie eine Anleitung für die Heizungsrohrisolierung finden Sie auf der Internetseite der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online.

Sie müssen außerdem bei der Wahl Ihres Isolationsmaterials auf eine zugelassene Brandschutzklasse achten. Bautechnische Vorschriften wie der Abstand paralleler Rohre zueinander sind auch in anderen Regelwerken zur Bauausführung zu finden.

Ungeregelte Eigenschaften

Neben den direkten Vorschriften und baulichen Anforderungen sollten Sie auch nicht zwingend vorgeschriebenen Eigenschaften der Materialien und Montageart Aufmerksamkeit schenken. Die Fortpflanzung von Schall, beispielsweise das Knacken durch die sich ausdehnenden Leitungen bei Erwärmung, sollte durch Ihre Dämmung wirksam unterbunden sein. Da viele Heizleitungen unter Putz ohne Revisionszugang gedämmt werden, hilft auch das Beachten des Korrosionsschutzes.

Metallfaserverstärkte Klebebänder, Schellen, Heizungszubehör und andere mögliche Befestigungshilfen können rosten. Sollte sich das Isolationsmaterial lösen, kann nur durch aufwendige Sanierung die benötigte Dämmwirkung wieder hergestellt werden.