Heizung funktioniert nicht: Die häufigsten Fehler & Lösungen

Still und unbemerkt verrichtet sie ihren Dienst und fällt den meisten Hausbesitzern erst dann auf, wenn das Schreckensszenario eintritt: Die Heizung funktioniert nicht. Das heißt: Kein Warmwasser, kein wohlig warmes Zuhause. Die Bedeutung der Beheizung für den eigenen Wohnkomfort wird den meisten Eigentümern erst dann bewusst, wenn die Heizung nicht mehr geht.

Die Gründe für einen Heizungsdefekt sind vielfältig und reichen von kleinen selbst zu behebenden Fehlern bis hin zu großen Reparaturarbeiten, die nur von einem professionellen Heizungsinstallateur durchzuführen sind. Welcher Fehler vorliegt, lässt sich oft schon am „Symptom“ erkennen. Gluckert die Heizung oder wird nicht richtig warm, dann verschafft eine Entlüftung der Heizkörper vielfach direkt Abhilfe. Wir haben die häufigsten Suchanfragen in Hinblick auf defekte Heizungen bei Google analysiert und liefern im Folgenden die Lösungen. Danach suchen Heizungsbesitzer, wenn ihre Anlage defekt ist:

heizung geht nicht suchanfragen

Anmerkung vorab: Solche „Ferndiagnosen“ sind natürlich nur unter Vorbehalt möglich und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Heizungsbauer. Jedoch können kleinere Maßnahmen wie eine Heizungsentlüftung die Ursache des Problems in den meisten Fällen schon beheben. Falls die Heizung dann immer noch nicht funktioniert, beraten wir Sie gerne.

Symptome und Lösungen im Überblick

Symptom

Ursache

Lösung

Heizung wird nicht warm Hier muss unterschieden werden: Wird die Heizung nur nicht richtig warm oder bleibt sie komplett kalt? Wenn sie nicht richtig heizt, dann schauen Sie bitte unter dem nächsten Punkt. Springt sie nicht an und bleibt vollständig kalt, dann hat das häufig eine der folgenden Ursachen:

  • Fehlender Brennstoff
  • Falsche Einstellung der Heizungssteuerung
  • Zu niedriger Wasserdruck im Heizkreislauf
  • Die Umwälzpumpe ist aus
  • Der Thermostat ist nicht aufgedreht
  • Prüfen Sie, ob Ihre Heizungsanlage über ausreichend Brennstoff verfügt. Ist der Öl- oder Gastank gefüllt? Die Füllhöhe sollte nicht unter 15 cm liegen
  • Prüfen Sie, ob die Heizungssteuerung richtig eingestellt ist und die Nachtabsenkung beispielsweise nicht tagsüber aktiviert ist
  • Bei zu niedrigem Druck schalten sich einige Heizungssysteme automatisch ab. Der Druck sollte zwischen 1,2 und 1,8 bar liegen. Falls er zu niedrig ist, füllen Sie Heizungswasser nach
  • Überprüfen Sie, ob das Raumthermostat aufgedreht und eine eventuell vorhandene Zeitschaltuhr richtig eingestellt ist
  • Stellen Sie sicher, dass die Umwälzpumpe aktiviert ist
  • Die Heizung funktioniert immer noch nicht? Schauen Sie, ob auf dem Display Ihrer Anlage ein Fehlercode angezeigt wird und gleichen Sie ihn mit den Angaben in der Bedienungsanleitung ab.
Heizung heizt nicht richtig: Der Heizkörper wird beispielsweise nur oben warm und bleibt unten kalt.

Der Grund liegt häufig darin, dass sich zu viel Luft in der Heizungsanlage befindet und sich die Wärme deshalb nicht richtig verteilen kann. Eine Entlüftung der Anlage verschafft hier Abhilfe.

 

Eine weitere häufige Ursache ist ein nicht optimales Druckverhältnis im Heizungssystem. Hier hilft ein hydraulische Abgleich. Diesen sollten Sie von einem Experten vornehmen lassen.

  • Der erste und einfachste Schritt ist eine Entlüftung Ihrer Heizungsanlage. Diese sollte jährlich erfolgen und kann von Ihnen ganz leicht selbst durchgeführt werden. Hier erhalten Sie eine Schritt für Schritt Anleitung für die Entlüftung Ihrer Heizung.
  • Lassen Sie einen hydraulischen Abgleich durchführen. Dieser macht ohnehin Sinn, da er die Effizienz Ihrer Anlage steigert und langfristig Kosten spart. Die Kosten belaufen sich auf 300 bis 500 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus.

Die Heizung macht Geräusche:

 

a.) Die Heizung gluckert, pfeift, piept, rauscht oder klackert

 

b.) Die Heizung klopft, knackt oder brummt

a.) Gerade beim Aufdrehen des Raumthermostats ist es ganz normal, dass die Heizung ein wenig plätschert und blubbert. Das Heizkörperventil öffnet sich und lässt Wasser in die Anlage, wodurch Geräusche entstehen. Gibt die Anlage jedoch regelmäßig laute Geräusche von sich, die häufig gerade nachts wahrgenommen werden, so liegt es häufig daran, dass sich Luft im Heizkörper befindet. Hier hilft eine Entlüftung.

 

b.) Lässt sich das Geräusch eher als ein dumpfes Klopfen oder Knacken beschreiben, dann kann dies verschiedene Ursachen haben:

  • Vor- und Rücklauf wurden vertauscht
  • Falsch eingestelltes Überströmventil
  • Falsche Druckverteilung (fehlender hydraulischer Abgleich)
  • Die Heizungsrohre in der Wand liegen nicht spannungsfrei und reiben an andere Rohrsysteme
  • Nicht immer muss ein Defekt vorliegen: Bei starken Temperaturschwankungen dehnen sich die Heizungsgefäße und verursachen temporär ebenfalls Geräusche
  • Entlüften Sie Ihre Heizungsanlage regelmäßig
  • Lassen Sie einen hydraulischen Abgleich vornehmen
  • Prüfen Sie, ob Vor- und Rücklauf richtig installiert sind: Drehen Sie dazu zunächst alle Thermostatventile ab. Lassen Sie die Heizkörper abkühlen und drehen Sie sie anschließend wieder auf. Das Vorlaufrohr führt oben zum Thermostat des Heizkörpers und sollte zuerst warm werden. Ist dies nicht der Fall wurden Vor- und Rücklauf vertauscht. Kontaktieren Sie in diesem Fall Ihren Heizungsinstallateur.
  • Lassen Sie von einem Fachmann prüfen, ob alle Heizungsrohre spannungsfrei verlaufen

 

 

Heizung tropft/ist undicht Wenn die Heizung leckt, kann das verschiedene Gründe haben. Ein Hinweis darauf, dass die Anlage Wasser verliert, kann sich ebenfalls darin äußern, dass die Heizung „stinkt“. So werden undichte Stellen häufig nicht direkt bemerkt, sondern erst durch den Geruch des austretenden Heizungswassers wahrgenommen. Folgende Ursachen kommen in Frage:

  • Die häufigste Ursache sind defekte Gummidichtungen. Diese sind eine normal Verschleißerscheinung und können vom Fachmann schnell behoben werden.
  • Defekte Heizungsrohre durch Fremdeinwirkung oder Materialfehler
  • Undichte Nähte am Heizkörper

 

  • Hier ist es in jedem Fall ratsam auf die Hilfe eines Fachmanns zu setzen. Gerade wenn Wasser in größeren Mengen austritt, sollten Sie umgehend den Notdienst kontaktieren, um Wasserschäden zu vermeiden.
  • Lediglich wenn es sich um die Dichtungen handelt, können Sie mit der richtigen Anleitung und einer Rohrzange die Reparaturen selbst vornehmen.
Heizung verliert Druck/ zieht Luft Ein Druckverlust ist ein häufiges Symptom gerade bei älteren Anlagen. Das sind mögliche Gründe:

  • Ein defektes Ausdehnungsgefäß
  • Es wurde kürzlich Heizungswasser nachgefüllt, das die Mindesttemperatur von 70 Grad Celsius noch nicht erreicht hat
  • Die Anlage verliert Wasser (siehe vorheriger Abschnitt)
Erhöhen Sie den Druck Ihrer Anlage. Sollten Sie feststellen, dass dieser nicht konstant bleibt, sondern wieder abfällt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Ausdehnungsgefäß defekt. Den Austausch sollten Sie von einem Fachmann durchführen lassen.
Heizung geht nicht mehr aus Läuft die Heizung, obwohl Sie aus ist, liegt das meistens an einem klemmenden Thermostatventil. Drehen Sie mit einer Wasserpumpenzange die Überwurfmutter in die linke Richtung. Nun können Sie den Thermostatkopf abnehmen. Drücken Sie nun mit der Zange den Stift, der freigelegt wurde und bewegen Sie ihn ein wenig in alle Richtungen. Schrauben Sie den Thermostatkopf wieder an. Nun sollte sich der Heizkörper ausschalten lassen.