
Eine moderne Heizung arbeitet nur dann effizient, wenn sie richtig eingestellt ist. Entlüftung, Thermostateinstellung, Vorlauftemperatur und Nachtabsenkung sind die wichtigsten Stellschrauben. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Heizung optimal einstellen und Energie sparen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vor der Heizsaison sollten die Heizkörper entlüftet werden, da Luft im System die Wärmeabgabe beeinträchtigt.
- Ein höher aufgedrehtes Thermostat heizt nicht schneller, sondern nur bis zu einer höheren Zieltemperatur. Eine konstante Einstellung ist effizienter.
- Die richtige Vorlauftemperatur und eine sinnvolle Nachtabsenkung sparen Energie. Für die Feineinstellung ist ein Fachbetrieb hilfreich.
Erster Schritt: Heizkörper entlüften
Voraussetzung für eine gute Wärmeausnutzung ist eine entlüftete Heizung. Obwohl es sich um ein geschlossenes System handelt, sammelt sich mit der Zeit Luft in den Heizkörpern, besonders in den oberen Stockwerken. Zum Entlüften öffnet man die Thermostate aller Heizkörper voll, damit die Luft nach oben gedrückt wird. Anschließend öffnet man die Entlüftungsventile mit einem passenden Schlüssel so lange, bis nach dem zischenden Entweichen der Luft etwas Wasser austritt; ein untergestellter Behälter fängt das Wasser auf. Mit geringem Aufwand lässt sich so ein spürbares Einsparpotenzial heben, denn Luft im System verschlechtert die Wärmeübertragung und lässt die Heizung länger laufen. Idealerweise wird das Entlüften vor jeder Heizsaison durchgeführt und bei Bedarf wiederholt, wenn einzelne Heizkörper gluckern oder nicht richtig warm werden.
Thermostat richtig einstellen
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass die Heizung schneller heizt, wenn man das Thermostat höher aufdreht. Tatsächlich wird damit nur die Zieltemperatur reguliert, bis zu der aufgeheizt wird, nicht die Geschwindigkeit. Ein übermäßiges Aufdrehen erreicht die gewünschte Temperatur also nicht schneller, sondern verschwendet Energie. Auf dem Thermostat sind Zahlen statt Temperaturen aufgedruckt, weil die tatsächlich erreichte Temperatur von der Anbringung und der Umgebung abhängt. Ein Wärmestau am Thermostat kann es zu früh herunterregeln lassen. Üblicherweise entspricht Stufe 3 etwa 20 Grad Celsius. Sinnvoll ist eine möglichst konstante Einstellung, denn ständiges starkes Aufheizen und Abstellen senkt die Effizienz.
Vorlauftemperatur absenken
Die passende Vorlauftemperatur ist eine Grundvoraussetzung für einen sparsamen Betrieb. Nach dem Einbau wird eine Anlage meist nach allgemeinen Standardwerten eingestellt, die selten das Optimum für das konkrete Gebäude treffen. Welche Temperatur sinnvoll ist, ergibt sich aus der Heizkurve, die das Verhältnis von Außen- zu Vorlauftemperatur beschreibt. Moderne Kessel regeln die Vorlauftemperatur selbst, oft aber auf zu hohem Niveau. Es lohnt sich daher, die Vorlauftemperatur schrittweise abzusenken: Werden die Heizkörper weiterhin ausreichend warm, ist Energie gespart, weil die Wärmeverluste sinken. Während das Entlüften problemlos selbst gelingt, empfiehlt sich für die genaue Einstellung der Vorlauftemperatur die Unterstützung eines Fachbetriebs.
Nachtabsenkung nutzen
Weiteres Sparpotenzial bietet die Nachtabsenkung, also das Herabsetzen der Temperatur zum Ende des Tages. Sie senkt nicht nur die Heizkosten, sondern erhöht auch den Komfort, da viele Menschen bei kühleren Temperaturen besser schlafen. Wann und wie stark die Absenkung erfolgt, sollte nach den eigenen Bedürfnissen festgelegt werden. Zu beachten ist, dass eine zu starke Absenkung in schlecht gedämmten Gebäuden dazu führen kann, dass das morgendliche Aufheizen mehr Energie kostet, als die Absenkung einspart. Ein maßvolles Absenken ist daher meist die beste Wahl, insbesondere bei Gebäuden mit schlechter Dämmung.
Besonderheiten der Fußbodenheizung
Beim Einstellen einer Fußbodenheizung ist zu beachten, dass sie träge auf Änderungen der Vorlauftemperatur reagiert, weil der Boden Wärme speichert. Die Nachtabsenkung sollte daher früher beginnen und das Aufheizen am Morgen entsprechend zeitiger einsetzen. Die Vorlauftemperatur fällt insgesamt niedrig aus, weshalb man sich an den passenden Wert herantasten sollte. Da die Fußbodenheizung mit niedriger Temperatur arbeitet, ist sie besonders effizient, insbesondere in Verbindung mit einer Wärmepumpe.
Weitere Tipps für einen sparsamen Betrieb
Neben den Grundeinstellungen gibt es weitere Maßnahmen, die den Verbrauch senken. Heizkörper sollten nicht durch Möbel, Vorhänge oder Verkleidungen verdeckt werden, da sich sonst die Wärme staut und nicht in den Raum gelangt. Fenster und Türen sollten gut abgedichtet sein, um Zugluft und Wärmeverluste zu vermeiden. Beim Lüften ist kurzes Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern deutlich effizienter als dauerhaft gekippte Fenster, die die Wände auskühlen lassen. In wenig genutzten Räumen kann die Temperatur abgesenkt werden, allerdings sollten sie nicht völlig auskühlen, um Schimmelbildung zu vermeiden. Programmierbare Thermostate helfen, die Temperatur automatisch an den Tagesablauf anzupassen, sodass nur dann geheizt wird, wenn die Räume genutzt werden. Zusammen mit der richtigen Grundeinstellung der Heizung ergibt sich so ein spürbares Sparpotenzial ohne Komfortverlust.
Einordnung und Förderung
Die richtige Einstellung der Heizung ist eine der günstigsten Maßnahmen, um Energie zu sparen. Viele Schritte wie das Entlüften und das vorsichtige Absenken der Vorlauftemperatur lassen sich selbst durchführen. Für die genaue Abstimmung von Heizkurve und Spreizung sowie einen hydraulischen Abgleich ist ein Fachbetrieb sinnvoll. Die jährliche Wartung ist ein guter Anlass, die Einstellungen gemeinsam zu überprüfen. Da die Heizungsoptimierung mit hydraulischem Abgleich zu den geförderten Maßnahmen zählt, kann sie über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst werden. So verbindet die richtige Einstellung geringen Aufwand mit einer spürbaren und dauerhaften Ersparnis, von der sowohl die Haushaltskasse als auch die Umwelt profitieren.
