Heizung richtig einstellen: Schritt für Schritt | Kesselheld

Heizung richtig einstellen: Schritt für Schritt

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Moderne Heizungen stellen die für uns ideale Temperatur ein, verlangen nur nach einem Minimum an Wartung und gehen dabei sparsam mit Energie um – sofern die Einstellung der Heizung stimmt. Einen großen Anteil an der Effizienz hat die optimale Vorlauftemperatur, die sowohl auf das eigene Nutzungsverhalten als auch die übrigen Komponenten der Heizung abgestimmt sein sollte. So lässt sich ein Maximum an Effizienz aus Ihrer Heizung
herausholen, was nicht nur die Umwelt, sondern auch die Haushaltskasse schont.

Erster Schritt: Heizkörper entlüften

Eine Voraussetzung für die optimale Ausnutzung der Heizenergie ist eine vollkommen entlüftete Heizung. Obwohl es sich eigentlich um ein geschlossenes System handelt, sammelt sich immer etwas Luft in den Heizkörpern – gerade in den oberen Stockwerken. Zur Entlüftung sollten die Thermostate aller Heizkörper voll geöffnet werden, damit die Luft hier herausgedrückt wird. Danach öffnen Sie die Entlüftungsventile so lange, bis etwas Wasser austritt. Ein Eimer unter dem Ventil verhindert, dass Heizungswasser auf den Boden tropft. Durch das Entlüften lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand hohes Einsparpotenzial erzielen. Idealerweise führen Sie die Prozess regelmäßig vor dem Beginn einer jeden Heizsaison durch.

Effiziente Heizung: Temperatur richtig einstellen

Weiterhin ist die richtige Einstellung des Heizkörperthermostates wichtig. Häufig wird davon ausgegangen, dass die Heizung schneller heizt, wenn eine höhere Stufe gewählt wird. Dies ist allerdings nicht der Fall. Stattdessen wird lediglich die Zieltemperatur, bis zu dem die Heizung aufheizt, reguliert. Durch ein übermäßiges Aufdrehen des Thermostates wird die gewünschte Zieltemperatur demnach nicht schneller erreicht, sondern lediglich Energie verschwendet. Auf dem Thermostat sind nur Zahlen aufgedruckt, die die Temperatur nicht direkt erkennen lassen, was einen nachvollziehbaren Grund hat. Je nach Anbringung der Heizung kann es zu einem Wärmetstau kommen, der den Thermostaten herunterregeln lässt – selbst wenn die gewünschte Raumtemperatur noch nicht erreicht ist. Üblicherweise wird eine Temperatur von 20 Grad Celsius auf Stufe 3 erreicht.

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Tipp

Es ist ratsam, wenn Sie eine relativ konstante Temperatur wählen. Wird die Heizung hingegen abwechselnd stark erhitzt und dann wieder abgestellt, verringert sich automatisch die Effizienz.

Heizung richtig einstellen – geringe Vorlauftemperatur wählen

Die richtige Einstellung des Heizkörperventils ist wichtig, die passende Vorlauftemperatur aber eine Grundvoraussetzung. Eine neue Heizungsanlage wird nach dem Einbau üblicherweise nach allgemeinen Standardwerten eingestellt. Weil aber jedes Haus ein wenig anders ist, wird auf diese Weise kaum das Optimum erreicht. In jedem Fall sollten Sie bei der Heizung die Vorlauftemperatur richtig einstellen. Welche Temperatur hierbei ratsam ist, kann an der sogenannten Heizkurve abgelesen werden. Bei einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius beträgt die Vorlauftemperatur laut Diagramm 0 Grad Celsius. Dieser Wert ist so zu interpretieren, dass der Heizkessel bei einer Außentemperatur, die der gewünschten Raumtemperatur entspricht, nicht heizen muss.

Nachtabsenkung anpassen

Üblicherweise sind moderne Kessel in der Lage, die Vorlauftemperatur selbst zu regulieren. Häufig tun sie das aber auf einem insgesamt zu hohen Niveau. Sie sollten deshalb durchaus probieren, die Vorlauftemperatur etwas abzusenken. Werden die Heizkörper immer noch ausreichend warm, sparen Sie Energie – der Wärmeverlust im Heizkörper verringert sich.Während Sie Maßnahmen wie die Entlüftung Ihrer Heizung entsprechend unserer Anleitungen problemlos selbst vornehmen können,  ist es ratsam bei der Einstellung der Vorlauftemperatur auf die Expertise eines Heizungsinstallateurs zu setzen.

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Sparpotenzial nutzen

Weiteres Sparpotenzial zeigt sich bei der sogenannten Nachtabsenkung. So wird das Herabsetzen der Temperaturen zum Ende des Tages bezeichnet. Abgesehen von einer Senkung der Heizkosten erhöht sich auch der Komfort: Bei niedrigen Temperaturen können die meisten Menschen besser schlafen. Sie sollten dabei nach den eigenen Bedürfnissen festlegen, wann und wie deutlich die Nachtabsenkung erfolgen soll.

Besonderheiten der Fußbodenheizung berücksichtigen

Beim richtigen Einstellen der Fußbodenheizung sollten Sie beachten, dass diese Heizung auf Änderungen der Vorlauftemperatur relativ träge reagiert, weil der Boden immer auch etwas Wärme speichert. Die Nachtabsenkung sollte früher erfolgen, dafür sollte ebenso ein zeitigeres Aufheizen am Morgen stattfinden. Wichtig bei der richtigen Einstellung Ihrer Fußbodenheizung: Die Vorlauftemperatur fällt insgesamt gering aus; auch hier sollten Sie sich an den richtigen Wert herantasten.