Die Heizenergie macht den Großteil des Energieverbrauchs privater Haushalte aus: Auf Raumheizung und Warmwasserbereitung entfallen rund 90 Prozent des Gesamtenergiebedarfs eines durchschnittlichen Haushalts. Grund genug, den eigenen Bedarf genauer anzuschauen. Wir zeigen, welche Heizungsarten am teuersten sind, und geben Tipps zum Heizkostensparen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Rund 90 Prozent der Haushaltsenergie fließen in Heizung und Warmwasser. Wer hier ansetzt, senkt die Kosten am wirksamsten.
  • Bei den Kosten je Kilowattstunde Wärme schneidet die Wärmepumpe dank Umweltwärme am günstigsten ab, gefolgt von Pellets. Elektrische Direktheizungen sind mit Abstand am teuersten.
  • Neben dem Heizsystem helfen einfache Maßnahmen im Alltag, von Stoßlüften über abgesenkte Nachttemperaturen bis zur regelmäßigen Wartung, spürbar beim Sparen.

Frau am Heizkörper

Heizenergie sparen durch erneuerbare Systeme

Mit einer Solarthermie lässt sich ein erheblicher Teil des Wärmebedarfs für Warmwasser und Heizungsunterstützung decken. Da die Sonneneinstrahlung schwankt, wird die Solarthermie meist mit einer weiteren Heizung kombiniert, um eine gleichmäßige Versorgung sicherzustellen.

Eine weitere Möglichkeit, die Heizkosten zu senken, ist das Heizen mit Umweltwärme. Sie steht kostenlos zur Verfügung, und Wärmepumpenheizungen gewinnen in Deutschland stark an Bedeutung. Wärmepumpen benötigen Strom für den Betrieb des Kompressors. Da der Strommix immer mehr erneuerbare Anteile enthält und viele Haushalte Ökostrom oder selbst erzeugten Solarstrom nutzen, fällt die Klimabilanz zunehmend besser aus. Wie erneuerbare Systeme bei den Betriebskosten gegenüber fossilen Heizungen abschneiden, zeigt die folgende Übersicht der Kosten je Kilowattstunde Wärme auf Basis der Preise 2026:

Heizungsart Kosten je kWh Wärme (Cent)
Erdwärmepumpe rund 6
Luft-Wärmepumpe rund 8
Pelletheizung rund 7,5
Erdgasheizung rund 11
Ölheizung rund 13
Elektro-Direktheizung rund 28

Die Werte sind Richtwerte und enthalten bei fossilen Systemen den CO2-Preis, der in den kommenden Jahren weiter steigt. Die Wärmepumpe profitiert dagegen von ihrer hohen Effizienz: Aus einer Kilowattstunde Strom gewinnt sie ein Mehrfaches an Wärme.

Der Vergleich macht deutlich, dass nicht der reine Brennstoffpreis, sondern das Zusammenspiel aus Energiepreis und Effizienz entscheidet. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4 erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme, weshalb ihre Wärmekosten trotz des höheren Strompreises unter denen fossiler Systeme liegen. Fossile Heizungen tragen dagegen den steigenden CO2-Preis, der ihre Betriebskosten Jahr für Jahr erhöht. Wer heute vor einer Neuanschaffung steht, sollte daher nicht nur die aktuellen Kosten, sondern auch die absehbare Entwicklung über die gesamte Nutzungsdauer betrachten. Über zehn bis zwanzig Jahre gerechnet fällt die Bilanz für erneuerbare Systeme klar günstiger aus, zumal sie über die Bundesförderung mit bis zu 70 Prozent bezuschusst werden.

Wie viel Heizenergie verbraucht ein Haushalt?

Der Heizenergiebedarf hängt stark vom Gebäude ab. Ein durchschnittlich gedämmtes Einfamilienhaus benötigt grob 100 bis 150 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr, ein gut saniertes Haus deutlich weniger, ein unsanierter Altbau spürbar mehr. Ein erheblicher Anteil entfällt dabei neben der Raumwärme auf die Warmwasserbereitung. Für ein Haus mit 150 Quadratmetern ergibt sich daraus ein Jahresbedarf von etwa 15.000 bis 22.000 Kilowattstunden Wärme. Der Dämmzustand ist damit der größte Hebel: Wer Dach, Fassade und Fenster energetisch verbessert, senkt den Bedarf oft um ein Drittel oder mehr. Erst danach entfaltet ein effizientes Heizsystem sein volles Sparpotenzial, denn ein gut gedämmtes Gebäude kommt mit niedrigen Vorlauftemperaturen aus, die besonders der Wärmepumpe zugutekommen. Ein Blick auf den eigenen Verbrauch in Kilowattstunden je Quadratmeter zeigt schnell, ob sich zuerst die Dämmung oder das Heizsystem lohnt.

Heizenergie sparen im Alltag: acht Tipps

Um Heizenergie zu sparen, muss es nicht immer eine Heizungsmodernisierung sein. Schon kleine Verhaltensänderungen senken die Kosten und schonen die Umwelt:

  1. Stoßlüften: Lüften Sie im Winter nicht dauerhaft über gekippte Fenster, sondern öffnen Sie sie für rund 5 bis 10 Minuten weit. Drehen Sie die Heizung währenddessen herunter.
  2. Raumtemperatur senken: Jedes Grad weniger spart bis zu 6 Prozent Heizenergie. Im Wohnzimmer sind rund 20 Grad, im Schlafzimmer etwa 18 Grad üblich.
  3. Rollläden schließen: Heruntergelassene Rollläden wirken nachts wärmedämmend und erhöhen zugleich den Einbruchschutz.
  4. Heizung warten lassen: Die regelmäßige Heizungswartung durch einen Fachbetrieb hält die Anlage effizient. Ein Wartungsvertrag stellt die Regelmäßigkeit sicher.
  5. Heizkörper entlüften: Entlüften Sie mindestens einmal jährlich vor der Heizperiode alle Heizkörper. Eine Anleitung finden Sie in unserem Ratgeber zur Heizkörperentlüftung.
  6. Wasserdruck prüfen: Ein zu niedriger Wasserdruck lässt die Anlage nicht optimal arbeiten und kann Schäden verursachen.
  7. Programmierung nutzen: Moderne Steuerungen senken nachts die Temperatur automatisch ab und reduzieren so den Verbrauch.
  8. Dämmung optimieren: Ein schlecht gedämmtes Dach lässt bis zu 30 Prozent der Wärme entweichen. Eine gute Dämmung ist die Grundlage für niedrige Heizkosten.

Häufige Fragen zur Heizenergie

Welche Heizung hat die niedrigsten Energiekosten?

Die Wärmepumpe, weil sie den Großteil der Wärme kostenlos aus der Umwelt gewinnt. Je Kilowattstunde Wärme liegt sie deutlich unter Gas und Öl, Pellets folgen knapp dahinter.

Wie viel spart eine niedrigere Raumtemperatur?

Etwa 6 Prozent Heizenergie je Grad. Schon das Absenken um ein bis zwei Grad in wenig genutzten Räumen macht sich über die Heizsaison bemerkbar.

Lohnt sich das Heizenergiesparen ohne Modernisierung?

Ja. Richtiges Lüften, angepasste Temperaturen, Wartung und Entlüften senken den Verbrauch spürbar, ganz ohne größere Investition. Für den nächsten großen Sprung sorgt dann der Umstieg auf ein erneuerbares System.