Energieberater: Wann er sich lohnt, Kosten & Förderung

Energieberater nimmt Wärmebild eines Hauses auf
Bei einer Heizungsmodernisierung bestehen verschieden Anknüpfungspunkte mit einem Energieberater. Um das Heizungssystem auf die individuellen Gegebenheiten der Immobilie abzustimmen, kann es Sinn machen, vor dem Einbau eine Energieberatung zu beanspruchen.

Spätestens nach der Installation jedoch empfiehlt es sich, einen hydraulischen Abgleich durch einen Energieberater vorzunehmen. Dieser gewährleistet einen effizienten Betrieb der Anlage und spart somit langfristig Kosten.

Hinzu kommt, dass Sanierern hier attraktive Fördermöglichkeiten winken. Wann sich ein Energieberater lohnt, Kosten und Fördermöglichkeiten. 

So finden Sie den passenden Energieberater

Einen guten Gebäudeenergieberater zu finden, ist nicht einfach. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Als Hausbesitzer empfiehlt es sich, sich an die örtliche Stadtverwaltung oder Gemeinde zu wenden. In manchen Gebieten bietet die Stadt auch selbst Beratungsgespräche kostenlos an.

Die Kosten einer Energieberatung trägt der Haus- oder Wohnungsbesitzer selbst. Soll später ein Energieausweis beantragt werden oder eine energetische Sanierung mit KfW-Mitteln erfolgen, so gibt es jedoch die Möglichkeit einen BAfA Energieberater zu beauftragen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, übernimmt etwa 60 Prozent der Beratungskosten. Das machen etwa 800 Euro für ein Ein- oder Zweifamilienhaus aus und bei einem Mehrfamilienhaus mit mindestens drei Wohneinheiten etwa 1.100 Euro.

Energieberatung mit öffentlicher Förderung

Es bestehen bestimmte Voraussetzungen für ein BAFA-Beratungsgespräch:

  • Die Häuser müssen in Deutschland sein und zur Hälfte für private Wohnzwecke gedacht oder zumindest geplant sein.
  • Die Planung für den Hausbau musste vor dem 01.02.2002 beim Bauamt eingereicht worden sein oder der Bau selbst vor dem 01.02.2002 entstanden sein.
  • Außerdem muss es sich bei dem Berater um einen zugelassenen Experten handeln, der auf der sogenannten „Energieeffizienz-Experten für Förderprogramme des Bundes“ Liste zu finden ist. Hier finden Sie die vollständige Liste zugelassener Gebäudeenergieberater.

Ein zugelassener Berater ist ebenfalls erforderlich, wenn es sich um eine öffentlich geförderte Sanierungsmaßnahme handelt. In diesem Fall gibt es die KfW Energieberater, die bei der Sanierung dem Eigentümer zur Seite stehen.

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Auch wenn die Energieberatungsgespräche nur teilweise übernommen werden, so sind die recht hohen Restkosten keineswegs verschwendet, denn schließlich sind die nachfolgenden Einsparungen bei der Energieversorgung nachhaltig effektiv.

Hydraulischer Abgleich

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass das Heizungssystem die Wärme gleichmäßig über alle Heizkörper hinweg verteilt. Eine Heizung ohne einen solchen Abgleich arbeitet deutlich ineffizienter, weshalb dieser vor der Inbetriebnahme einer neuen Anlage keinesfalls fehlen sollte. Dabei muss der hydraulische Abgleich nicht zwangsläufig durch einen Energieberater erfolgen. So sind mittlerweile auch die meisten Heizungsinstallateure auf diesem Gebiet geschult.

Viele Förderungen der Heizung durch KfW und BAFA sind an die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs gekoppelt. Die Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass es sich dabei um einen Dienstleister handeln muss, der eine Erklärung ausstellt, dass die von ihm angebotenen Leistungen der Verordnung entsprechen. Bevor Sie sich für einen Heizungsbauer oder Gebäudeenergieberater entscheiden, fragen Sie deshalb unbedingt nach einer solchen Unternehmererklärung.

Wie sieht so eine Energieberatung vor Ort aus?

Bei einer soliden Beratung vor Ort wird schnell deutlich, dass es sich bei dem Energieberater um einen gut geschulten Gebäudeenergieberater handeln muss, wenn man sieht auf wie viele kleinste Details geachtet werden muss. Dabei muss er stets aus vielen anderen Gewerben die neusten energiesparenden Maßnahmen kennen und an den Kunden weitergeben.

  1. Zunächst nimmt der Berater den sogenannten Ist-Zustand des Hauses auf. Dabei betrachtet er die vorhandenen oder gar fehlende Wärmedämmung am Dach, an der Fassade und im Kellerbereich. Außerdem begutachtet er die Fenster und die Lüftungsanlagen.
  2. Dann wird die Heizungsanlage, dessen Verrohrung und eventuell vorhandene Sonnenkollektoren unter die Lupe genommen. Um alle diese Punkte fachgerecht zu inspizieren, hat der KfW Energieberater in der Regel eine spezielle Ausrüstung dabei, bspw. eine Wärmebildkamera, die anzeigt wo Schwachpunkte am Haus sind und wo Wärme bzw. Energie ungenutzt entweicht.
  3. Anschließend wird je nachdem wie der Eigentümer sanieren möchte, ein detaillierter Bericht erstellt, der Abläufe zeitlich und baulich sinnvoll darstellt.