Kesselreinigung: Schritt für Schritt Anleitung & Tipps

Fachmann führt eine Kesselreinigung an der Heizungsanlage durch
Die regelmäßig durchgeführte Kesselreinigung hilft dabei, den Energieverbrauch der Heizung zu senken. Ablagerungen von Staub, Schwefel, Ruß und anderen Stoffen verschlechtern den Wärmeaustausch, da sie an den Wärmetauschern und an den Wänden eine isolierende Schicht bilden. Hat sich eine 1 Millimeter hohe Deckschicht gebildet, dann steigt der Heizölverbrauch bereits um 5 Prozent.
Das Reinigen des Heizkessels ist außerdem erforderlich, um Schäden am Abluftsystem zu vermeiden. Wir haben für Sie eine Anleitung für die notwendigen Arbeiten zusammengestellt, sodass Sie mit unseren Tipps die Reinigung selbst vornehmen können.

Kesselreinigung: Schritt für Schritt Anleitung

  1. Als erstes müssen Sie die Heizung ausschalten und abkühlen lassen.
  2. Entfernen Sie für das Öffnen des Brennerraums die Verkleidung, gehen Sie hierbei nach dem Handbuch des jeweiligen Herstellers vor. Tipp: Haben Sie die Bedienungsanleitung nicht mehr zur Hand, dann finden Sie online oftmals vom Hersteller bereit gestellte Dokumente.
  3. Am Deckel kann sich ein Temperaturfühler befinden, den Sie vorsichtig abziehen müssen. Achten Sie darauf, die Zuleitung in keinem Fall zu beschädigen. Der Deckel ist in der Regel mit einer hohen Anzahl an Schrauben verschlossen, sodass er gleichmäßig und dicht anliegt. Bevor Sie die Schrauben vollständig entfernen, sollten Sie sie zunächst einmal lockern. Es kann mitunter schwer sein, die Schrauben zu lösen. Sollte eine der Schrauben besonders fest sitzen, dann ist es hilfreich, die restlichen Schrauben wieder anzuziehen und als erstes die fest sitzende Schraube zu lösen.
  4. Ist der Brennerraum zugänglich, dann reinigen Sie ihn mit einer Heizkesselbürste. Die spezielle Bürste ist mit langen Borsten ausgestattet, wodurch Sie selbst an enge Stellen gelangen. Alternativ können Sie eine handelsübliche Drahtbürste einsetzen
  5. Sobald Sie Ablagerungen gelöst haben, entfernen Sie diese mit einem Staubsauger beziehungsweise einem Industriesauger. Tipp: Der Staubsauger muss über einen Aschefilter verfügen, da andernfalls der Sauger beschädigt wird.
  6. Ist der Brennerraum von Verkrustungen befreit, kontrollieren Sie, ob tief sitzender Rost vorhanden ist. Achten Sie zudem auf eventuell vorhandenen Wasseraustritt.
  7. Wurden keine Mängel festgestellt, dann können Sie den Deckel wieder aufsetzen und mit den Schrauben befestigen.
  8. Nach der Reinigung müssen sie die Abgastemperatur überprüfen. Sie sollte je nach Hersteller zwischen 140 Grad Celsius und 180 Grad Celsius liegen, sofern eine Kesselwassertemperatur von 50 Grad Celsius eingestellt wurde.

Heizkessel selber reinigen oder Fachmann beauftragen?

Die Kosten für das Reinigen lassen des Heizkessels betragen rund 50 bis 100 Euro. In der Regel wird die Arbeit im Rahmen der Heizungswartung durchgeführt. Der Heizungsbauer überprüft alle Dichtungen, führt eine Sichtkontrolle durch und überprüft die Sicherheit der Anlage. Für die Wartung müssen Sie inklusive aller Arbeiten (was auch die Kesselreinigung miteinschließt) mit Ausgaben in Höhe von 80 bis 150 Euro rechnen. Sie können die Kesselreinigung bei einer Ölheizung ohne große Vorkenntnisse auch selbst ausführen und müssen hierfür mit einem Zeitaufwand von rund 30 Minuten rechnen, sofern bereits ein wenig Übung vorhanden ist.

Der Vorteil bei der Beauftragung eines Heizungsmonteurs ist die Integration der Reinigung in die sicherheitsrelevante Überprüfung der Heizungsanlage. In der Regel ist es ausreichend, die Reinigung einmal pro Jahr auszuführen, weswegen die Integration in die Wartungsintervalle problemlos möglich ist. Muss eine Zwischenreinigung durchgeführt werden, dann kann diese mit wenigen Hilfsmitteln selbst ausgeführt werden.