Ölheizung – Ölheizungsanlagen im Check

Eine Ölheizung gehört zu den meist verbauten Heizformen in Deutschland. Ihre Unabhängigkeit gepaart mit technisch moderner Brennwerttechnik sorgt für Ersparnisse bei den Verbrauchskosten.

oelheizung
Derzeit niedrige Preise für den Brennstoff Öl begünstigen den Einsatz eines mit Öl betriebenen Wärmeerzeugers. Wer über den Einbau einer Ölheizungsanlage nachdenkt, dem stellen sich folgende Fragen: Welche Kosten sind zu erwarten? Wie finden Immobilieneigentümer das passende Modell für das Eigenheim? Welche Fördermittel helfen beim Geldsparen?

Modelle und Preise im Überblick

Für eine neue Ölheizung einschließlich neuer Öltanks fallen im Mittel bis zu 10.000 Euro Investitionskosten an. Die nachstehende Tabelle zeigt Ölheizungsmodelle verschiedener Heizungshersteller.

Modelle

Steckbrief

vaillant icovit
Hersteller:
Modelle:
Montage:
Listenpreis:
Brennstoff:
Technik:
Effizienz
Vaillant
icoVIT
bodenstehend
4.698 Euro
Heizöl EL
Brennwert
105 Prozent
viessmann vitoladens 300
Hersteller:
Modelle:
Montage::
Listenpreis:
Brennstoff:
Technik:
Effizienz:
Viessmann
Vitoladens 300-W
wandhängend
5.971 bis 5.972 Euro
Heizöl schwefelarm
Brennwert
104 Prozent
Hersteller:
Modelle:
Montage:
Listenpreis:
Brennstoff:
Technik:
Effizienz:
Junkers
SUPRAPUR-O
bodenstehend
4.940 bis 5.045 Euro
Heizöl schwefelarm
Brennwert
104,6 Prozent

*Quellen: Vaillant Group; Junkers Bosch-Gruppe; Abbildung: Viessmann Werke

Funktionsweise einer Ölheizung

Das Verbrennen und Verdichten des Energieträgers Öl erzeugt Hitze. Über Pumpen gelangt der Brennstoff zum Brenner der Ölheizung. Hier übernehmen Düsen das Einspritzen des flüssigen und leichten Heizöls in die Brennkammer, sodass dieses sich entzündet. Gleichzeitig sorgt ein Gebläse für die Zuführung von Luft.

Folglich verbrennt in der Ölheizungsanlage ein Öl-Luft-Gemisch, das seine Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizwasser im Kessel überträgt. Letzteres nimmt dabei Temperaturen von bis zu 90 Grad Celsius an. Auf dem Transportweg durch die Heizungsrohre verliert es jedoch an Wärme, sodass oben am Heizkörper 55 bis 60 Grad heißes Heizungswasser ankommt.

Achten Sie beim Kauf einer Ölheizung auf eine ausreichende Dämmung der Verrohrung, um Wärmeverlusten entgegen zu wirken.

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Seit 2015 verpflichtet die Energiesparverordnung (EnEV) Bauherren und Heizungsmonteure bei der Heizungserneuerung zum Einbau von Öl Brennwertkesseln. Diese erhöhen die Effizienz der Anlage, da sie Energie in den Verbrennungsgasen nutzen, die bei herkömmlichen Anlagen als Abfallprodukt über den Kaminschacht ungenutzt an die Außenluft gelangen.

Komponenten, baulicher Aufwand und Montage

Neben Heizöltank und Brenner gehören der Warmwasserspeicher und der Heizkreislauf aus Fall- und Steigrohren zu einem Ölheizsystem.

oelheizung installation
Der Brennwertkessel für die Ölheizungsanlage schließt der Monteur während der Montage an den haushaltsüblichen Strom an. Bauherren und Immobilieneigentümer sind verpflichtet den Aufstellraum durch eine feuerfeste Metalltür zu sichern. Da Ölheizungen geruchsintensiver als Gasheizungen sind, empfiehlt sich eine Aufstellung im Keller oder auf dem Dachboden.
Den Öltank haben Bauherren und Immobilieneigentümer in einem abgetrennten Einzelraum zu montieren. Auch hier sind brandschutzrechtliche Maßnahmen zu berücksichtigen.

Ein Öltank nimmt pro tausend Liter etwa vier Quadratmeter der Grundfläche bei normaler Kellerraumhöhe in Anspruch. Für den Innenanstrich des Lagerraums gelten bautechnische Eigenschaften bezüglich der einzuhaltenden Dichte.

Spezielle Eignung

Eine Ölheizung lässt sich als Zentralheizung einsetzen und ist für Mehrfamilienhäuser gut geeignet. Moderne Brennwertkessel mit Abgaswärmetauschern erzeugen weniger Schadstoffemissionen als bisherige Ölheizungssysteme. In einem Mehrparteienhaus besteht die Möglichkeit, die Anschaffungskosten auf alle Heizungsnutzer umzulegen.

Informationen zu den Herstellern einer Ölheizung

Der icoVIT Kessel von Vaillant ist beispielsweise in den Leistungsklassen 11 bis 15 kW, 17 bis 25,3 kW und 22,1 bis 36,8 kW erhältlich. Im Allgemeinen ähneln sich die Modelle hinsichtlich der technischen Entwicklung und Qualität. Unterschiede im Anschaffungspreis entstehen durch Ihren individuellen Installationsbedarf und beispielsweise die Länge der Heizrohre, die Größe der Öltanks und die benötigte Leistungsstärke des Kessels.

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In einem 120 Quadratmeter großen Einfamilienhaus beträgt die Leistung des Kessels etwa 18 bis 20 kW (Kilowatt). Bekannte Hersteller für Ölthermen wie Buderus, Junkers, Vaillant, Viessmann und Wolf bieten Kessel in unterschiedlichen Leistungsgrößen an. 

Schornsteinssanierung beachten

Brennwerttechnik erfordert eine spezielles Abgasrohr. Bei einem herkömmlichen Kessel reicht neben der Montage ein regulärer Anschluss an die Schornsteinöffnungen aus. Ein Brennwertkessel erfordert zusätzlich die Installation eines säurebeständigen Abgasrohres im Kaminschacht. Denn bei der Abkühlung von Abgasen fällt säurehaltiges Kondensat an.

Die Verwertung der eigenen Abgase macht bei einem Brennwertkessel eine Schornsteinsanierung erforderlich, führt aber auch zu Einsparungen bei der Primärenergie. Die Baukosten amortisieren sich in der Regel nach zwei Jahren.  Achten Sie beim Kauf auch auf die Anzahl der Wärmeentnahmestellen und auf den zu erwartenden Warmwasserbedarf. Durch passende Dimensionierung erlangen die Bauteile Ihrer Heizungsanlage zusätzliche Effektivität.

Kleine Subventionen erhältlich

Langfristig planen die energiepolitischen Entscheidungsträger den Ausstieg aus dem Heizen mit Öl. Gegenwärtig ist eine Ölheizung noch unverzichtbar. So stellen die öffentliche Träger Hausbesitzern beim Ölkesseltausch staatliche Förderprogramme zur Verfügung.

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Wer seine alte Ölheizung modernisiert, erhält beim Austausch eines herkömmlichen Kessels durch einen Öl Brennwertkessel Zuschüsse von bis zu 15 Prozent der Investitionssumme von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Bei einer Anschaffungspreis von etwa 9.000 Euro macht dies Einsparungen von 1.350 Euro.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zahlt Prämien für den Tausch aus, wenn Häuslebauer Kombinationen mit anderen Energieträgern wie Solarstrom technisch umsetzen. In diesem Fall erhalten Heizungsbesitzer einen Kesseltauschbonus von 500 Euro. Beachten Sie auch die regionalen und lokalen Fördertöpfe vor Ort.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV)

Grundsätzlich subventioniert die Bundesregierung die Modernisierung der Ölheizung, allerdings in wesentlich geringerem Maße als regenerative Heizsysteme. Stellt der Schornsteinfeger bei der Prüfung der Anlage zu hohe Abgaswerte oder Mängel fest, verpflichtet die EnEV Heizungsbesitzer zum Heizungswechsel.  Eine generelle Austauschpflicht hat der Gesetzgeber für Ölheizkessel in der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2014 ausgesprochen. Dieses gilt für Heizkessel, die älter als dreißig Jahre sind.

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 Neubauten unterliegen beim Heizungswechsel zusätzlich dem Erneuerbare- Energien- Wärmegesetz (EEWärmeG). Es nimmt Bauherren in die Pflicht erneuerbare Energien zu einem gewissen Mindestanteil bei der Beheizung einzusetzen.