Jedes Jahr stellt sich die Frage nach dem günstigsten Zeitpunkt für die Heizölbestellung. Die alte Faustregel, im Hochsommer sei es am billigsten, gilt längst nicht mehr. Der Ölpreis richtet sich heute nicht mehr nur nach der Nachfrage, sondern nach einem Zusammenspiel vieler Faktoren am Rohstoffmarkt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Heizölpreis entsteht aus internationalen Rohstoffnotierungen und regionalen Faktoren wie Abnahmemenge, Frachtsätzen und Lieferweg. Eine feste „beste Jahreszeit“ gibt es nicht mehr.
- Größere Bestellmengen ab etwa 3.000 Litern und Sammelbestellungen mit Nachbarn senken den Literpreis spürbar, weil Mindermengenzuschläge entfallen.
- Seit Einführung der CO2-Bepreisung verteuert sich Heizöl zusätzlich Jahr für Jahr. Wer langfristig plant, sollte den Umstieg auf ein erneuerbares System prüfen, das nicht CO2-bepreist und förderfähig ist.

Politische und wirtschaftliche Entwicklungen wirken bis auf die eigene Region herunter. Bei der Frage, ob Sie Heizöl jetzt kaufen oder noch warten sollten, ist das Internet ein starkes Hilfsmittel: Über Preisvergleichsportale lässt sich die aktuelle Lage tagesgenau verfolgen.
Heizölqualitäten nach DIN 51603-1
Am Markt sind verschiedene Heizölqualitäten erhältlich, deren Zusammensetzung den Anforderungen der DIN 51603-1 entsprechen muss:
| Typ des Heizöls | Anforderungen |
| Standard-Heizöl EL (Extra) | darf bis zu 1.000 mg/kg Schwefel enthalten |
| Standard-Heizöl EL (schwefelarm) | bis zu 50 mg/kg Schwefel erlaubt |
| Premium schwefelarm | höhere thermische Stabilität, Zusätze gegen Verrußung |
Kaufzeitpunkt und zeitliche Flexibilität
Ein Stück weit entscheidet Ihr persönliches Sicherheitsbedürfnis über den Zeitpunkt der Bestellung. Wer flexibel ist und den Markt beobachtet, kann günstige Phasen mitnehmen, muss dann aber kurzfristig und verbindlich bestellen, denn Heizölpreise sind Tagespreise, die sich innerhalb weniger Stunden ändern können. Die Preisunterschiede über ein Jahr können mehrere hundert Euro auf eine Tankfüllung ausmachen. Es lohnt sich daher, zumindest nicht zum ungünstigsten Zeitpunkt zu kaufen und einen Heizöl-Preisvergleich anzustellen.
Zuschläge und Sammelbestellungen
Von den regionalen Faktoren stechen Abnahmemenge, Frachtsätze und Transportwege heraus. Viele Lieferanten setzen für ihren günstigsten Preis eine Abnahme von 3.000 Litern voraus. Für kleinere Mengen fällt ein Mindermengenzuschlag an, der den zeitlichen Preisvorteil schnell aufzehrt. Organisieren Sie eine Sammelbestellung mit Nachbarn für Ihre Ölheizung, sind Abschläge von einigen Prozent möglich, weil der Lieferant die Menge wie eine zusammenhängende Bestellung behandelt.
Auf Zuschläge und Pauschalen achten
Achten Sie auf Anfahrtszuschläge und Zeitpauschalen, die den Endpreis merklich vom beworbenen Literpreis abkoppeln. Auch die Lieferdistanz für den genannten Preis ist bei vielen Anbietern begrenzt. Prüfen Sie das Kleingedruckte, bevor Sie bestellen, und vergleichen Sie den tatsächlichen Endpreis inklusive aller Zuschläge.
Online bestellen sichert den Zeitpunkt
Die Bestellung online sichert Ihnen den gewünschten Kaufzeitpunkt zur aktuellen Notierung. Verfolgen Sie den Markt am besten auf mehreren Portalen und nutzen Sie Benachrichtigungsdienste, die Sie bei Erreichen eines Wunschpreises informieren.
Der CO2-Preis verändert die Rechnung
Wichtiger als das perfekte Timing ist inzwischen die grundsätzliche Kostenentwicklung. Seit Einführung der nationalen CO2-Bepreisung verteuert sich Heizöl Jahr für Jahr zusätzlich, und dieser Aufschlag steigt weiter. Durch ein Timing bei der Bestellung lassen sich zwar kleine Beträge sparen, doch verglichen mit einer Heizungsmodernisierung sind diese Einsparungen gering. Der Umstieg von einer alten Niedertemperaturheizung auf moderne Brennwerttechnik senkt die Energiekosten deutlich, der Wechsel auf eine Wärmepumpe umgeht die CO2-Kosten ganz und wird gefördert. Rechnen Sie beim Vergleich der Optionen nicht nur den heutigen Ölpreis, sondern auch die absehbare Preisentwicklung über die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre ein. Ein günstiger Einkauf heute ändert wenig daran, dass fossile Brennstoffe durch die steigende CO2-Bepreisung strukturell teurer werden, während erneuerbare Systeme mit stabilen oder sinkenden Betriebskosten kalkulieren lassen. Eine unabhängige Energieberatung hilft, die für Ihr Gebäude wirtschaftlichste Lösung zu ermitteln.
Wie viel Heizöl brauche ich?
Der Jahresbedarf hängt von Wohnfläche, Dämmzustand und Verbrauchsverhalten ab. Als grober Anhaltspunkt gilt für ein durchschnittlich gedämmtes Einfamilienhaus ein Verbrauch von etwa 10 bis 20 Litern Heizöl je Quadratmeter und Jahr. Ein Haus mit 150 Quadratmetern kommt damit überschlägig auf 1.500 bis 3.000 Liter jährlich. Da sich die günstigsten Preise ohnehin erst ab rund 3.000 Litern erzielen lassen, planen viele Haushalte ihre Bestellung so, dass sie den Tank in einem Zug ausreichend füllen. Achten Sie darauf, eine Reserve einzukalkulieren und nicht erst zu bestellen, wenn der Tank fast leer ist, denn dann fehlt der Spielraum, um einen günstigen Preis abzuwarten. Ein regelmäßiger Blick auf den Füllstand und die frühzeitige Marktbeobachtung sind die beste Grundlage für einen guten Einkauf.
Häufige Fragen zum Heizöl bestellen
Wann ist der beste Zeitpunkt, Heizöl zu bestellen?
Einen festen besten Zeitpunkt gibt es nicht mehr. Beobachten Sie den Markt über mehrere Portale und bestellen Sie in einer günstigen Phase. Wichtiger als der Monat ist ein guter Endpreis inklusive aller Zuschläge.
Wie viel Heizöl sollte ich mindestens bestellen?
Viele Lieferanten gewähren ihren günstigsten Preis ab rund 3.000 Litern. Kleinere Mengen sind wegen des Mindermengenzuschlags anteilig teurer. Sammelbestellungen mit Nachbarn helfen, diese Schwelle zu erreichen.
Lohnt sich die Ölheizung angesichts der CO2-Kosten noch?
Kurzfristig bleibt die vorhandene Ölheizung nutzbar, langfristig verteuert der steigende CO2-Preis den Betrieb. Ein förderfähiger Umstieg auf ein erneuerbares System ist daher meist die wirtschaftlichere Perspektive.
